Bransons Raumschiff durchbricht Schallmauer

Da ist der eigenwillige und trotzdem sympathische Erfolgsmann Sir Richard Branson wieder einmal zu Recht stolz auf seine Errungenschaften (und die seiner Mitarbeiter):

Am 29. April 2013 durchbrach sein Virgin Galactic Raumtransporter Spaceshiptwo, der künftig jeden mit nur genug Geld auf dem Konto hoch über die Erde, in den Erdnahen Weltraum transportieren will, die Soundbarriere.

Branson’s Virgin Galactic Program wurde einst als Konkurrenz zum staatlichen Giganten NASA aufgestellt und konnte mit Whiteknight/Spaceshipone schon einige Erfolge verbuchen. White Knight war der Name des Trägerflugzeugs, das den Raumgleiter SpaceShipOne auf eine Höhe von rund 15 Kilometern transportierte, bevor dieses ausgeklinkt wurde. WN1 startete wie ein normales Flugzeug. Das technische Genie hinter all diesen Erfindungen und Entwicklungen war Burt Rutan.

Hier die Details zum gestrigen Rekordflug.

 

46 Gedanken zu “Bransons Raumschiff durchbricht Schallmauer

  1. BreitSide 30. April 2013 / 23:23

    Geniale Konstruktion. Ich hatte mir auch immer gedacht, man müsse doch innerhalb der Atmosphäre keinen extra Sauerstoff mitführen und könne doch durch Auftrieb statt durch reinen senkrechten Schub Höhe gewinnen. Das müsste doch effizienter sein?

    Dachte ich mir jedenfalls in meinem Raumfahrtlaienhirn…

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  2. BreitSide 1. Mai 2013 / 0:07

    Ich hab nur irgendwo mal gelesen, dass der Treibstoff (soll so eine gummiartige Substanz sein) dermaßen viel „Dreck“ verursacht, dass so ein Flug pro Person noch mehr Umwelt und Klima schädigt als ein bisheriger Flug, und das war ja auch schon nicht wenig.

    Weißt Du da etwas Genaueres?

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    • Helga Kleisny 1. Mai 2013 / 13:04

      The spaceship is powered by a hybrid rocket motor. This type of system is not a new idea but offers important safety and environmental advantages over liquid or solid systems that are more commonly used on manned space vehicles.

      und

      In terms of carbon footprint, current calculations suggest that emissions per passenger, per trip, will be approximately 0.8 tonnes – less than a one-way flight from London to New York. Approximately 70% of this results from the WhiteKnightTwo rather than the SpaceShipTwo

      Das Firmenstatement zum Environment und Hintergrundinfo in Deutsch zum Hybridrakete.

      😉
      Ich hatte zwar schon die Ehre und das Vergnügen, sowohl Burt Rutan als auch Sir Richard Branson mehrmals persönlich beruflich zu treffen, bei der Spritauswahl war ich allerdings nicht dabei…

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      • BreitSide 1. Mai 2013 / 14:48

        Danke für den Link. „Hybrid“ hört sich ja heutzutage immer gut an… Hmm, ja, den Gummi sehe ich da auch.

        Ich finde die Quelle der Kritik jetzt nicht so schnell. Soviel ich mich erinnern kann, ging es dabei um Ruß- oder ähnliche Teilchen. Ich werde weitersuchen.

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  3. BreitSide 1. Mai 2013 / 0:19

    Oh je, die Nacht und das 0:2…

    Ich meinte natürlich mit „bisheriger Flug“ einen Flug mit einer konventionellen Rakete.

    Ansonsten sind Rutans Konstruktionen schlichtweg geilstens!

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  4. Arthur 1. Mai 2013 / 8:38

    Ich bin 23 und dankbar in der heutigen Zeit zu leben.

    Mit 99,9999999% warscheinlichkeit mache ich auch einen Flug mit Virgin Galactic! 🙂
    Muss eben nur noch das Kleingeld auftreiben aber in der Zwischenzeit sollten ja die Ticketpreise sinken

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  5. Arthur 1. Mai 2013 / 8:51

    Eine Frage zu den Begriffen:

    Im Artikel heißt es
    „an die Grenze zum Weltall transportieren will“

    Laut Wikipedia sind die Wörter Universum und Weltall gleich, dies schließt auch alle Planeten und Sterne ein, von daher leben wir im Weltall/Universum, da ja unsere Erde zum Weltall/Universum gehört.

    Der Weltraum bezeichnet dagegen den Raum außerhalb von Planeten.

    Von daher kann man nur ins Weltraum fliegen?
    Da unser Planet ja bereits zum Weltall/Universum gehört und wir daher nicht ins Weltall/Universum fliegen können.

    Habe ich das mit den Begrifflichkeiten richtig verstanden?
    Es hat mich bisher immer stutzig gemacht, wen es hieß ins Universum zu fliegen. Da unser Planet ja Teil des Universums ist und wir uns somit im Universum (auf dem „Raumschiff“ Erde) befinden.

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    • Helga Kleisny 1. Mai 2013 / 13:13

      Ich hatte bei der Bezeichnung Grenze zum Weltall auch gezögert, muss ich zugeben.

      Und habe es nun auch im obigen Artikel gändert. (Wenn man selber schon Bauchweh hat bei einer Bezeichnung, sollte man das gleich ernst nehmen. 🙂 )

      Es gibt leider keine harte Grenze (meaning ist gleich xxx Kilometer), ab der der Weltraum anfängt. Wir leben auf der Erde mit einer (Erd)Atmosphäre. Platt gesagt, da wo die aufhört, ist das lebensfeindliche Weltall.

      Nur sind die Übergänge, ab denen es für uns Menschen ohne Schutz (Kleidung, Sauerstoff, Wärme………) unfreundlich bis lebensunmöglich wird, fließend. Und das menschliche Leben ist schon wesentlich Erdnäher auch lebensunmöglich ohne Technik.

      Und ja, die Erde liegt wie der Mond und die Sonne und noch so einiges andere in unserem Universum. (Das war nicht das Thema.)

      Aus der Wikipedia:

      Während der Begriff des Universums alles, also auch Sterne und Planeten wie die Erde einschließt, wird mit Weltraum oft nur der Raum außerhalb der Erdatmosphäre, bzw. allgemein der Raum fern von Planeten- und Mondoberflächen, bezeichnet.

      Branson’s Passagierflug basiert auf einem Flugkörper/Raumschiff, in dem man als Passagier kurzzeitig in die Schwerelosigkeit gelangen kann und von oben eine atemberaubende Sicht auf die wunderschöne „Kugel“ hat, auf der wir leben. Es ist aber keine Rakete wie die früheren NASA-Raketen, die zum Mond fliegen und damit deutlich auch länger im Weltall, garantiert auch weit ausserhalb der Erdatmosphäre fliegen. Das wollte ich ausdrücken.

      Trotzdem halte ich sein und Rutan’s Unterfangen für eine technische Meisterleistung und für bemerkenswert.

      Earth as seen from SpaceShipOne by test pilot Brian Binnie, 4th October 2004
      Photo: Virgin Galactic

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  6. Klaus 1. Mai 2013 / 18:36

    War Richard Branson drin in dem Flieger? Oder war der unbemannt? Oder transportiert der „Raumtransporter“ nur Raum, aber keine Menschen?

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    • Helga Kleisny 2. Mai 2013 / 9:21

      🙂
      Richard Branson ist der Geldgeber, derjenige der an Zukunftsvisionen glaubt und hilft, sie mit Tatkraft umzusetzen. (Und BTW bisher mit seinen Unternehmungen sehr erfolgreich ist. Auch nach den Neidern zu schließen, die es in unserer Gesellschaft bei jedem und allem der/das erfolgreich ist, in großer Zahl gibt…)
      Ohne ihn, seine Durchsetzungskraft und seinen Einsatz dafür, dass eine Idee (an die die Allgemeinheit noch nicht glaubt) trotzdem umgesetzt wird, wären viele Projekte nicht realisiert, die heute vielen Menschen Freude bringen.

      Nach seinen Aussagen will Branson der erste oder zumindest beim ersten Passagierflug an Bord sein. Ein Platz ist also schon weg…

      Bei allen Flügen bisher und auch beim Rekordflug mit SpaceShipOne war meines Wissens Brian Binnie Testpilot. Klarerweise soll es in Zukunft, wenn das Ganze denn endlich kommerziell werden wird, und mit zahlenden Passagieren bestückt, mehr Piloten geben.

      Die Passagiere sollen sich nur entspannen und das, was sie im Kurzkurs zuvor am Boden gelernt haben, in der Schwerelosigkeit anwenden.

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    • Helga Kleisny 2. Mai 2013 / 13:26

      🙂 Ja, es gibt ein paar und ich füge gerne noch meine dazu:
      Für mich, hkl, beginnt das Weltall ab 87,77777 km Höhe über der Erde.
      Das gilt heute, am 2. Mai 2013 und für morgen überlege ich mir eine andere.

      Fakt ist, dass es keine allgemein gültige eineindeutig anerkannte Definition für die Abgrenzung gibt.

      Wenn ich mir aussuchen kann, welche Definition ich für richtig halte, dann entspricht das eher einer Religion als einer wissenschaftlich haltbaren Definition.
      Punkt.

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  7. advanced space propeller 2. Mai 2013 / 14:04

    so be it, wie magt dus nennen die hkl-linie? 😉
    bin schon auf die morgige gespannt

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  8. AP 2. Mai 2013 / 14:15

    Ich frage mich, warum diese Technik nicht auch verwendet wird, um Lasten zur ISS zu bringen. Scheint doch günstiger zu sein, als klassische Raketentriebwerke.

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    • Helga Kleisny 2. Mai 2013 / 15:11

      Die ISS ist historisch gewachsen ein Gemeinschaftprojekt von Staaten, da wäre also die NASA zuständig.
      Virgin Galactic ist eine „freche“ junge Firmen-Konkurrenz zur NASA und wird von ihren Besitzern/Gründern auch als solche gesehen.
      Umgekehrt wird sie nicht unbedingt als Konkurrent von der NASA gesehen, sie waren ja schließlich nicht auf dem Mond.

      Da müssten also alle an der ISS beteiligten Europäischen Staaten, die Russen und deren Organisationen und die JAL und wer noch alles beteiligt ist, es sich mit der NASA anlegen, die verärgern und VG beauftragen. Wenn VG die Versorgung der ISS zurzeit schon bewerkstelligen kann… was m. Wissens zurZeit nicht im Programm liegt.

      Mit dem Launcherone sollen künftig Satelliten auf Umlaufbahn gebracht werden. Vielleicht ein Schritt in die gewünschte Richtung…

      Ist immer viel Politik hinter der Technik und den Entscheidungen. Leider.

      Die NASA hat große Leistungen erbracht. Im letzten Jahrhundert.
      Sie ist ein großer, schwerfälliger Komplex, mit sehr viel Bürokratie im Gegensatz zu einer schlanken, Gewinnorientierten Firma.

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  9. advanced space propeller 2. Mai 2013 / 14:16

    völkerrechtlich ist das auch nicht definiert….

    „Unterhalb von 60 km kann man den Luftraum zweifelsfrei als zum darunter liegenden Staatsgebiet zugehörig erachten, ab 110 km handelt es sich zweifelsfrei um staatsfreien Raum.“

    http://de.wikipedia.org/wiki/Lufthoheit

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  10. advanced space propeller 3. Mai 2013 / 8:54

    @ helga
    „Die NASA hat große Leistungen erbracht. Im letzten Jahrhundert.“

    die nasa hat aber auch in diesem jahrhundert schon ein paar coole sachen gemacht, gut eine bemannte landung auf einem anderen himmelkörper war nicht dabei, aber auch die unbemannte raumfahrt bringt viel wertvolles.

    mal sehen was da noch alles kommen wird in naher zukunft
    stichwort New Asteroid Initiative

    „großer, schwerfälliger Komplex, mit sehr viel Bürokratie“ wird wohl für alle „nationalen raumfahrtorgs.“ zutreffen. 😉

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  11. Mike 3. Mai 2013 / 10:21

    Was ist denn eine „Soundbarriere“?

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  12. Dr. Webbaer 3. Mai 2013 / 11:29

    Ist das Ziel hier die sogenannte geostationäre Umlaufbahn?

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  13. Mike 3. Mai 2013 / 12:53

    @Helga: Es ging mir natürlich darum, dass hier ohne Not eine merkwürdige, zur Hälfte eingedeutsche Version des englischen Wortes verwendet wurde, wo es doch einen gebräuchlichen Ausdruck in unserer Sprache gibt.

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  14. Alderamin 4. Mai 2013 / 11:22

    @AP

    Ich frage mich, warum diese Technik nicht auch verwendet wird, um Lasten zur ISS zu bringen. Scheint doch günstiger zu sein, als klassische Raketentriebwerke.

    Das SpaceShipTwo erreicht bekanntlich noch lange keine Orbitalgeschwindigkeit, weswegen man auch keinen Hitzeschild für den Wiedereintritt benötigt. Oder beziehst Du Dich nur auf das Hybridtriebwerk? Hier steht etwas zu den Vor- und Nachteilen. Der DreamChaser wird ebenfalls ein solches Triebwerk verwenden, und der soll plangemäß zur Raumstation fliegen.

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  15. Alderamin 4. Mai 2013 / 11:33

    @Helga

    Virgin Galactic ist eine “freche” junge Firmen-Konkurrenz zur NASA und wird von ihren Besitzern/Gründern auch als solche gesehen.
    Umgekehrt wird sie nicht unbedingt als Konkurrent von der NASA gesehen, sie waren ja schließlich nicht auf dem Mond.

    Da müssten also alle an der ISS beteiligten Europäischen Staaten, die Russen und deren Organisationen und die JAL und wer noch alles beteiligt ist, es sich mit der NASA anlegen, die verärgern und VG beauftragen.

    Aber es gibt doch das COTS-Programm, bei dem sich private Firmen wie SpaceX und OrbitalSciences darum bewerben, Fracht und später Mannschaften zur ISS und zurück zur Erde zu bringen. Da hat sich Burt Rutans Scaled Composites halt nicht beteiligt, aber wenn sie gewollt hätten, hätten sie es durchaus tun können. Nur taugt SpaceShipTwo, wie gesagt, gar nicht dazu, die ISS auch nur annähernd erreichen zu können. Es erreicht 4200 km/h, nötig für den Orbit wären rund 28000 km/h.

    Wenn VG die Versorgung der ISS zurzeit schon bewerkstelligen kann… was m. Wissens zurZeit nicht im Programm liegt.

    Die Fähigkeit zum Orbit war wohl mal für SpaceShipThree angedacht, wurde aber, wie ich eben erst gelesen habe, fallen gelassen.

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    • Helga Kleisny 4. Mai 2013 / 14:59

      Zumindest Burt Rutan und die NASA sind zwei Welten in zwei Universen, die sich nicht berühren. Er hält damit nicht hinter dem Berg. Von Richard Branson habe ich das in der Deutlichkeit und Häufigkeit nicht gehört, aber im Willen, es selbst und eigens ohne einen großen staatlichen Apparat im Hintergrund zu haben, zu schaffen, neue Ideen umzusetzen, darin sind sich beide einig. Sonst würden sie sich aufgrund anderer Differenzen, die durchaus da sind, nicht trotzdem so gut verstehen und so gut zusammenarbeiten.

      Daher vermutlich die Nicht-Bewerbung als ISS-Lieferant.

      Soweit mir bekannt, denken auch beide weiter, in anderen Zeiträumen der Realisierung und der anvisierten Ziele, die ISS ist in diesen Plänen schon ein alter Hut. (Jetzt wird es wieder Kommentare hageln, ich weiß.)
      Visionäre, die unsere (ferne) Zukunft gestalten, haben andere Dimensionen in ihren Zielen, als Dinge die leicht zu realisieren sind (und daher auch von anderen gemacht werden können). Und nur schnellen finanziellen Profit in den nächsten Jahren zu machen, haben beide nicht nötig. Das also ist sicher nicht das Ziel, das aber vermutlich andere Firmen haben, die sich da beworben haben.

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  16. Dr. Webbaer 5. Mai 2013 / 9:02

    Womit die oben gestellte Frage schon beantwortet scheint:

    Nur taugt SpaceShipTwo, wie gesagt, gar nicht dazu, die ISS auch nur annähernd erreichen zu können. Es erreicht 4200 km/h, nötig für den Orbit wären rund 28000 km/h.

    (…)

    Die Fähigkeit zum Orbit war wohl mal für SpaceShipThree angedacht, wurde aber, wie ich eben erst gelesen habe, fallen gelassen.

    Danke + MFG
    Dr. W

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  17. Alderamin 5. Mai 2013 / 12:46

    @Helga

    Zumindest Burt Rutan und die NASA sind zwei Welten in zwei Universen, die sich nicht berühren. Er hält damit nicht hinter dem Berg.

    Wenn Du mit Rutan und Bransson schon gesprochen hast, weißt Du natürlich viel mehr als ich. Auf der anderen Seite war Rutan in der Vergangenheit einer Kooperation mit NASA und Air Force gegenüber durchaus nicht völlig abgeneigt, wie man an der Liste von Rutans Projekten erkennen kann (ich sag‘ nur B2-Radar-Modell, X-38 und seine SSTO-Entwürfe, die damals mal als Bewerber für NASA-Förderung liefen; ich kann mich noch ganz gut an DC-X und VentureStar erinnern). Natürlich hat er heute mit Virgin Galactic ein neues Geschäftsfeld erschlossen, den privaten Tourismus, und möchte sicherlich damit unabhängiger von staatlichen Geldern werden. Ist ja nachvollziehbar. Vielleicht will er deshalb auch gar nicht so gerne auf die Vergangenheit zurückblicken (nach dem Motto „ich war jung und brauchte das Geld“) 😉

    Soweit mir bekannt, denken auch beide weiter, in anderen Zeiträumen der Realisierung und der anvisierten Ziele, die ISS ist in diesen Plänen schon ein alter Hut. (Jetzt wird es wieder Kommentare hageln, ich weiß.)

    Nö, wieso Kommentare hageln, nach den amerikanischen Plänen wird die ISS in 2020 zum Absturz gebracht, nur die Russen scheinen wohl ein paar (z.T. neue) Module oben behalten zu wollen. Es ist nur verständlich, dass Rutan, der im Moment noch ein gutes Stück von einer orbitfähigen Rakete entfernt ist, da nicht mitmacht. Er baut ja Flugzeuge, keine Raketen. Wenn er mit dem Weltraumtourismus Geld verdienen kann, dann wird er das weiterentwickeln wollen, weil weitere Firmen in den Startlöchern stehen, die den Preis für Suborbitalflüge drücken werden, also muss er mehr bieten als diese. SpaceShipThree als Punkt-zu-Punkt-Transport auf ballistischer Bahn passt in dieses Konzept, und irgendwann mal ein Orbiter, der einen weniger aggressiven Wiedereintritt in die Atmosphäre ermöglicht, als mit den zukünftigen Kapseln der ISS-Frachter, das wäre der konsequente Weg, den Scaled Composites gehen könnte. Vielleicht auch Flüge zu Bigelows aufblasbarem Weltraum-Hotel. Die nächsten Jahrzehnte werden jedenfalls spannend.

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    • Helga Kleisny 5. Mai 2013 / 14:12

      Rutan’s Firma hat seit jeher eng, und ich meine sehr eng, mit dem amerikanischen Militär/Verteidigung zusammengearbeitet. Die Mojave Wüste ist groß und weit…
      Das ist leider auch der Grund, warum man als Nicht-Ami keine Chance hat, nicht einmal an den zivilen Projekten mitzuarbeiten. 😦
      (Was manchmal sogar Burt Rutan schade findet)
      Diese Zusammenarbeit hat mit zivilen Projekten der NASA nichts zu tun.
      Damit würde ich es an dieser Stelle gerne bewenden lassen…

      Die nächsten Jahrzehnte werden jedenfalls spannend.

      Sehe ich auch so. Und beneide jeden, der nur um wenige Jahre jünger ist und umso mehr noch von der Realisation in der fernen Zukunft mitbekommt.

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  18. AP 5. Mai 2013 / 15:06

    @ Aldemarin: Was ich meinte, war, dass man dieses stufenweise höher gehen (Huckpack) wohl auch zu einer kostengünstigeren Variante nutzen könnte, um Lasten und Menschen in den Orbit (und weiter) zu bekommen. Vielleicht habe ich auch einen Denkfehler: aber ist es nicht so, dass die Fluchtgeschwindigkeit 11,2 km/s ist, diese aber mit zunehmenden Abstand von der Erde geringer wird. Schafft man es also, auf 17, 20 oder 100 km zu kommen, wäre der nächste Schritt, ein weiteres Huckepackfahrzeug von dort oben günstig noch höher zu bekommen, weil ja die Fluchtgeschwindigkeit mit dem Radialabstand abnimmt
    v2>SQR(2GM/R)
    ?

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  19. Alderamin 5. Mai 2013 / 22:59

    @AP

    Die erreichte Höhe spielt keine Rolle. Erstens ist in 100 km Höhe die Schwerkraft nur 3% kleiner als am Erdboden, und zweitens hat das SpaceShipTwo in 110 – 120 km Höhe keinerlei Restgeschwindigkeit mehr, der gesamte Schwung wird verbraucht, um die Höhe zu erreichen, und das SpaceShipTwo kann dies auch nur für die eigene Masse und die der Passagiere leisten. Es kann keine weitere Nutzlast tragen, dafür reicht der Antrieb nicht mehr aus.

    Man muss Unmengen an Treibstoff verbrauchen, um eine gewisse Nutzlast auf Orbitalgeschwindigkeit zu bringen.
    In einem Artikel bei Florian habe ich das unter anderem mal erläutert. Es hat schon seinen Grund, dass man wieder auf die alte Raketenbauweise mit Wegwerfstufen zurück geht, auch wenn das Shuttle cooler war und ein Weltraumflugzeug noch cooler wäre. Die Physik macht da nicht mit und wegwerfen (oder bestenfalls Kapsel und erste Stufe wiederzuverwenden) ist am Ende die kostengünstigste Lösung.

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  20. advanced space propeller 6. Mai 2013 / 9:42

    @ Alderamin
    „die alte Raketenbauweise mit Wegwerfstufen“
    aber gabs nicht schon ein paar „vernünftige“ Single-stage-to-orbit -Konzepte..? gut in den deep space bzw, interstellar brauchst schon was anderes…….

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  21. advanced space propeller 6. Mai 2013 / 11:09

    @Helga
    „Das ist leider auch der Grund, warum man als Nicht-Ami keine Chance hat, nicht einmal an den zivilen Projekten mitzuarbeiten“

    es gibt übrigens schon Ausnahmen für einen clearance von Nicht-Amis; auch bei geheim-zeugs ->google Limited Access Authorizations for Non-U.S. Citizens

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  22. Alderamin 6. Mai 2013 / 11:38

    @advanced space propeller

    Es gab Studien wie NASP, DC-X und VentureStar, die aber alle nicht umgesetzt wurden, weil die technischen Herausforderungen und damit die Kosten zu groß waren. Es ist nicht physikalisch unmöglich, mit einer (wiederverwendbaren) Stufe den Orbit zu erreichen, es ist aber extrem schwierig. Das Shuttle hat außerdem gezeigt, dass die Wartungskosten für ein wiederverwendbares Raumschiff die Einsparungen durch die wiederverwendeten Teile zunichte machen können.

    In dem von Dir verlinkte Wiki-Artikel steht am Ende unter „Alternative approaches to cheap spaceflight“, dass Studien ergeben hätten, man käme am günstigsten in den Weltraum per Massenproduktion einfacher Wegwerfraketen, und genau das wird derzeit umgesetzt.

    Space-X arbeitet immerhin daran, seine Raketenstufen zurück zur Startbasis fliegen zu lassen, was dann ungefähr so aussehen soll.
    Mal schauen, ob sich das wirklich rechnet.

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  23. AP 6. Mai 2013 / 11:53

    Dh ein „Weltraumflugzeug“, das wie in Jet auf normalen Startbahnen startet und landet wäre zwar möglich, aber zu (derzeit) teuer?
    Ich habe deinen Gastartikel bei Florian durchgelesen (interessant und ziemlich desillusionierend), aber da werden alternative Antriebsmöglichkeiten für Deep Space Flights erörtert. – Gibt es alternative Konzepte (Antrieb, nicht Design) für planetengebundene Starts?

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  24. Alderamin 6. Mai 2013 / 13:19

    @AP

    Ich bezog mich bei meinem Artikel auch nur auf den Teil mit der Erläuterung der Raketenformel.

    Ein Weltraumflugzeug scheitert derzeit wohl daran, dass man es nicht leicht und gleichzeitig stabil genug bekommt. Man muss ein Massenverhältnis von etwa 1:10 (also 90% Gewichtsanteil des Treibstoffs) erreichen. Beim VentureStar-Protoypen X33 hielt beispielsweise der leichtgewichtige Tank der Belastung durch den Treibstoff nicht stand. Beim National Aerospace Plane X-30 waren es die Sicherheitsanforderungen für die Crew, die das Flugzeug zu schwer machten.

    Was die Antriebe betrifft, da gibt es zur Chemie keine Alternative, elektrische Antriebe, Sonnensegel, Laserpulse und dergleichen taugen alle nur für geringe Kräfte und damit den Einsatz im Weltraum. Raketentriebwerke kommen (wie ich mal irgendwo gelesen habe) heute schon sehr nahe an das theoretische Maximum des erzielbaren Schubes heran. Man könnte bestenfalls die Verbrennungstemperatur und damit die Ausstoßgeschwindigkeit erhöhen, wenn man ein Material für die Düse hätte, das mehr zuließe als die derzeitigen Werkstoffe.

    Die einzige denkbare Alternative ist der Einsatz von Scramjet-Triebwerken, die bis zu einer gewissen Höhe noch Luft atmen können, so dass man am Gewicht des mitzunehmenden Sauerstoffs spart – das wird derzeit mit der X-43 erprobt. Das Problem ist allerdings, dass sich das Flugzeug durch die Atmosphärenreibung jenseits einer einstelligen Machzahl zu stark erhitzen würde, also muss man schon bei weniger als der Hälfte der Orbitalgeschwindigkeit und damit weniger als 1/4 der zu erreichenden Bewegungsenergie (bezogen auf die Nutzlast) aus der Atmosphäre raus, und dann braucht man ein gesondertes Raketentriebwerk, was einem das Massenverhältnis gehörig versaut und den gesparten Sauerstoff wieder zunichte macht. Oder es müsste jemand ein Triebwerk entwickeln, dass wahlweise mit Luft oder Flüssigsauerstoff betrieben werden kann (dergleichen ist mir nicht bekannt, könnte mir aber vorstellen, dass dabei vor lauter Kompromissen die Effizienz auf der Strecke bliebe).

    Daher wird es wohl lange nichts werden mit HOTOL – Horizontal Take-off and Landing. Was wohl funktioniert ist der Start eines Raumflugzeugs auf der Spitze einer Rakete, wie es die X-37 unbemannt vormacht und der DreamChaser bemannt nachmachen möchte. Damit kommt man sanfter und mit mehr Cross Range (Kursabweich-Reichweite) runter vom Himmel, man nimmt aber ansonsten nur lästige Tragflächen mit nach oben und spart nichts, weil eine Kapsel genau so antriebslos zur Landung gebracht werden kann. Wenn’s nach (den Plänen von) Space-X geht, sogar auf den Punkt auf festem Untergrund.

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  25. advanced space propeller 6. Mai 2013 / 13:59

    @Alderamin
    „Was die Antriebe betrifft, da gibt es zur Chemie keine Alternative“

    im moment scheint es so zu sein, wir sind gezwungen die alte raketentech. zu nutzen, aber vermutlich wird schon im stillen kämmerlein an neuen antriebsprinzipien &technologien entwickelt….
    Wer kann schon sagen was in den labs von lockheed- skunkworks, boing-phantom works etc. gebastelt wird?
    funding gabs auch …
    vgl.da

    wie hat mal ein prof. in einer vorlesung über weltraumantriebe so schön gesag(ein physiker by the way): „you have no idea what kind of physics they are using in the black world .“
    i ll b waiting 🙂

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  26. AP 6. Mai 2013 / 14:07

    @Alderamin: Sehr interessant. Vielen Dank!

    BTW: Hast du einen eigenen Blog? Lese deine durchwegs sehr guten Posting-Beiträge immer sehr gerne.

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  27. Alderamin 6. Mai 2013 / 15:34

    @advanced space propeller

    Na ja, der Bursche hier war ganz vielversprechend, Spezifischer Impuls von 850s im Vakuum bei 333.6 kN Schub. Wenn man das mal mit dem F-I der Saturn V vergleicht (263 s/ 6770 kN im Vakuum) oder dem RS-25-SSME des Space Shuttle (425 s / 2279 kN im Vakuum) und es sich entsprechend hochskaliert auf höhere Schübe denkt, dann war da ein echtes Potenzial für einen vom Boden startfähigen und sehr effizienten Raketenmotor gegeben.

    Der direkte Vergleich ist allerdings schwierig, da z.B. der Nuklearantrieb schwerer ist als ein chemisches Triebwerk und damit auch ein signifikant höheres Endgewicht der leergebrannten Stufe verursacht (Stichwort thrust-to-weight ratio, bei chemischen Antrieben bis zu 70:1, bei NERVA etwa 7:1). Das ist viel Gewicht, das der Nutzlast dann abgeht.

    Unter „Nuclear Thermal Rocket“ gibt es in der englischen Wikipedia einen Performance-Vergleich zwischen der NERVA und dem S-IV-B der Saturn-Oberstufe, außerdem einen Artikel über Project Timberwind aus den 90ern, das auf wesentlich bessere thrust-to-weight ratios von 30:1 kommen wollte (schon zwei Links im Text scheinen hier den Spam-Filter zu triggern, daher bitte selbst suchen).

    Das wäre vielleicht eine Alternative. Von der Akzeptanz reden wir aber lieber gar nicht erst…

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  28. advanced space propeller 6. Mai 2013 / 18:18

    @Alderamin
    es gab schon einige akzeptable antriebskonzepte, schade alle nix geworden
    Project Longshot, Daedalus, ICAN-II,…

    akzeptanz &notwendigkeit können sich evtl. aber ganz schnell einstellen; wenn man da
    so zuhört. 😉

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  29. advanced space propeller 6. Mai 2013 / 18:25

    hiergibts auch eine informative spacecraft performance data tabelle (S.357ff.)

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  30. Alderamin 6. Mai 2013 / 19:03

    @advanced space propeller

    Mir ging es hier eher um Antriebe, die einen vom Erdboden wegbringen, wir sprachen ja ursprünglich von SSTO. Dazu war Daedalus eher weniger geeignet…

    Wenn’s weniger auf den Schub ankommt: Im Moment ist VASIMR mit einem spezifischen Impuls von 5000 schon mal ganz ordentlich. Na ja, mit 5 N Schub kommt man halt bloß nicht von der Startrampe oder Rollbahn. 😉

    Eine Liste zu aktuellen und früheren Raketenantrieben findet man übrigens hier.

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  31. Alderamin 7. Mai 2013 / 9:32

    @Helga, #11

    Bei allen Flügen bisher und auch beim Rekordflug mit SpaceShipOne war meines Wissens Brian Binnie Testpilot.

    Es gab sogar 4 Testpiloten bei SpaceShipOne (Binnie, Melvill, Siebold, Shane), von denen 3 tatsächlich geflogen sind (Shane nicht). Bei SpaceShipTwo sind bisher Binnie, Shane und Siebold geflogen, so wie Stucky und Alsbury (letztere zusammen bei dem jüngsten Überschallflug). Melvill ist mittlerweile 72 und im Ruhestand.

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  32. advanced space propeller 7. Mai 2013 / 10:17

    @Alderamin.
    ja stimmt natürlich wir waren eigentlich bei ssto.sorry da gehts dann immer mit mir durch, denn warum nur immer in der exosphäre herumgurken;) ein duales antriesbssystem wäre ideal, eines für den atmospärenflug, start&landung, orbitale niedrig schubmanöver etc und eines mit richtig power….
    so wie im cartoon captain future
    😉
    wirklich effizient für einen orbittransport wäre aber vermutlich ein weltraumlift und eine infrastruktur im orbit, space manufactering etc….

    aber diese wünschdirwas hatten wir schon alle mal bei florian 🙂
    na ja eines fernen tages vielleicht mal…

    schönen tag und danke für deine beiträge

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