Flughafen Frankfurt: Biometrischer Gesichtsvergleich

EasyPASS nennt sich eine neue Art, die Grenzkontrolle zu passieren. Das System, das heute in Betrieb genommen wurde, nutzt zur Kontrolle die im elektronischen Reisepass gespeicherten Daten und vergleicht zur Identitätsfeststellung das Gesicht biometrisch mit dem gespeicherten Lichtbild im Reisepass.

In Anspruch nehmen können das volljährige Bürgerinnen und Bürger der EU, der EWR-Staaten und der Schweiz, die ein elektronisches Reisedokument, den sogenannten ePass, besitzen. Deutsche Staatsangehörige können auch den neuen deutschen Personalausweis im Scheckkartenformat nutzen, wobei je nach Reiseziel der Besitz eines Reisepasses weiterhin Voraussetzung zur dortigen Einreise sein kann.

EasyPASS steht auch vielreisenden, visumsfreien Drittstaatsangehörigen nach vorheriger Registrierung bundesweit zur Verfügung. Ein dafür erforderliches Registrierungsbüro wird am Frankfurter Flughafen im Flugsteig A durch die Bundespolizei betrieben.

Wie funktioniert EasyPASS? (Text der BP):

bp
Teilautomatisierte Grenzkontrolle „EasyPASS“ in Frankfurt.
Foto: Bundespolizei

Der Reisende legt die Personaldatenseite seines elektronisch lesbaren Reisedokumentes auf das Dokumentenlesegerät am Eingang der Schleuse auf.

Bei diesem Prozessschritt werden neben einer Echtheitsprüfung des Dokumentes auch die personenbezogenen Daten aus der maschinenlesbaren Zeile und dem RFID-Chip ausgelesen.

Liegen alle Nutzungsvoraussetzungen vor, öffnet sich der Schleuseneingang. Nach Betreten blickt der Reisende in eine Kamera und sein Gesichtsbild wird mit dem im Chip gespeicherten Bild verglichen.

Gleichzeitig werden die aus dem Reisedokument ausgelesenen Daten unter Einhaltung der Vorgaben des Schengener Grenzkodex für eine Fahndungsabfrage genutzt.

Ist die Identitätsfeststellung erfolgreich und liegen keine polizeilich relevanten Erkenntnisse vor öffnet sich der Ausgang der Schleuse und die Grenzkontrolle ist beendet.

Wer weiterhin die konventionelle Kontrolle bevorzugt, darf alternativ auch künftig die herkömmlichen Grenzkontrollen nutzen.

Die bisher im Flugsteig B betriebenen Kontrollspuren der automatisierten biometriegestützten Grenzkontrolle, kurz ABG, die auf Basis der Iriserkennung nach vorheriger Registrierung funktioniert, werden demnächst rückgebaut. Die in der ABG registrierten Personen werden in EasyPASS überführt.

Ab Ende des Jahres 2014 sollen insgesamt 40 automatisierte Kontrollspuren im grenzpolizeilichen Kontrollprozess in beiden Terminals des Frankfurter Flughafens eingesetzt sein. Die Bundespolizei spricht dabei von einer teilautomatisierten Kontrolle des Grenzprozesses. Sie erhofft sich durch EasyPASS einen Sicherheitsgewinn bei gleichzeitigem Zeitgewinn für den Reisenden.

Was sich durch das neue Verfahren nicht ändert, ist die verdeckte Registrierung zur polizeilichen oder nachrichtendienstlichen Beobachtung. Die bedeutet im Klartext, dass sich die Schleuse öffnet und alle umstehenden Beamten Sie möglicherweise noch immer freundlich anlächeln, obwohl Sie intern als vermuteter Bösewicht geführt werden. Sinn und Zweck dieser Aktion ist, dass die kontrollierte Person weiterhin nicht merkt, dass sie von irgendwelchen Geheimdiensten oder offiziellen Organen überwacht wird.

Ein Gedanke zu “Flughafen Frankfurt: Biometrischer Gesichtsvergleich

  1. Phil 19. Juni 2014 / 2:22

    Minority Report lässt grüßen.

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