Filmmusik: bitte komponieren

Wollt ihr mal selbst an die Noten? Nein, nicht direkt. Schulmusikunterricht ist etwas anderes. Gefragt ist hier die Abspannmusik zur Popdoku Soundhunters. Das geht ganz einfach und wird am 19. September als Gemeinschaftsproduktion von arte und SWR gesendet.

Wer Anregungen braucht: Musik aus Geräuschen ist gerade richtig in. In der Frankfurter Schirn Kunsthalle gibt es noch bis 27. September 2015 eine Ausstellung über und von Doug Aitken, der eine unmittelbare Wechselwirkung zwischen Kunst und Alltag sieht. Aitken baut gerne Naturgeräusche in seine Kompositionen ein.

Zurück zum Transmediaprojekt Soundhunters, konzipiert von Nicolas Blies, François Le Gall, Marion Guth, Stéphane Hueber-Blies und Beryl Koltz. Es stellt Musiker vor, die sich auf die Jagd begeben nach alltäglichen und außergewöhnlichen Geräuschen und die daraus ihre eigene Musik komponieren, experimentierfreudig und humorvoll.

Was schon in den späten 40er Jahren mit der Musique Concrète und experimenteller Musik rund um Klangpioniere wie Pierre Schaeffer, Karlheinz Stockhausen oder John Cage begann, wurde in den folgenden Jahrzehnten von zahlreichen Musikern wie Jean-Michel Jarre und Blixa Bargeld weiterentwickelt.

Und die Klangkünstler heute? In Szenen voller Humor, halb fiktiv, halb dokumentarisch, spielen sie auf allem und überall Musik – der Rollkoffer am Bahnhof, knisterndes Bonbon-Papier im Zug, der Sitz im Flugzeug, die Fahrradklingel in Berlin.

Werden Sie Teil des Filmes und machen Sie mit beim großen Wettbewerb um die Abspannmusik.

Das Transmedia-Projekt SOUNDHUNTERS erstreckt sich über mehrere Medien, um ein möglichst vielfältiges Publikum anzusprechen. Verstehen, entdecken, experimentieren, teilen… 
Das Projekt besteht aus drei Elementen: einer Website, einer Mobile App. und einer 52-minütigen Fernseh-Dokumentation.

Erleben Sie das Abenteuer in drei Schritten:

WATCH, REC und CREATE.

WATCH
Vier interaktive Web-Dokus begleiten vier Soundhunter bei der Arbeit. Die Profi-Musiker reisten für das Projekt in eine ihnen unbekannte Metropole. Ihre Aufgabe: Komponiere ein Lied dieser Stadt – aus den Geräuschen und Stimmen vor Ort. 
Während Sie die Filme auf der Website ansehen, werden nach und nach einzelne Sounds der Stadt freigeschaltet und Sie können sie separat anhören. Sobald alle Sounds freigeschaltet sind, haben Sie Zugang zur fertigen Komposition, dem Lied dieser Stadt.

REC
Sind Sie inspiriert? Dann werden Sie ein Soundhunter. Mit der App. für Handy und Tablet können Sie unterwegs eigene Sounds jagen, sie aufnehmen, bearbeiten und mit anderen teilen.

CREATE
In diesem sozialen Netzwerk für Soundhunter auf der ganzen Welt komponieren Sie Ihre ersten Tracks – auch ganz ohne musikalische Kenntnisse. Sie können dafür die Sounds aus den Filmen nutzen, Ihre eigenen Aufnahmen oder diejenigen anderer Soundhunter.
Wer noch weiter gehen möchte, ist zur Teilnahme an einem spannenden Wettbewerb eingeladen: Alle bis 31. August vollendeten Tracks gehen in die Auswahl ein. Der originellste Beitrag wird als Abspannmusik der Fernsehdokumentation prämiert.

Fortgeschrittene und Profimusiker können ab dem 23. Juni einen Track einreichen. Die besten Tracks werden Teil des neuen Albums „Zoolook Revisited“, einer Kompilation kuratiert von Jean-Michel Jarre, Schüler von Pierre Schaeffer und bis heute ein weltweit bekannter Star elektronischer Popmusik. „Zoolook Revisited“ wird erscheinen in Anlehnung an sein 1984 veröffentlichtes Album „Zoolook“.

Der Fernsehfilm ist auf Sendung am 19. September 2015 – arte – 22:35

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Erneut: Die Totenstarre in diesem Blog in den letzen Wochen ist meinem Umzug geschuldet, der sich noch über Wochen hinziehen wird. Bis Anfang August hat aber in den nächsten Tagen wieder die Luftfahrt Vorrang. 🙂 Mhhm, pilot’s heaven Oshkosh ist schon fast um die Ecke…

Ein Gedanke zu “Filmmusik: bitte komponieren

  1. Frank Heckel 16. Juli 2015 / 0:32

    Wow, spannend!

    John Cage hatte in den 70ern eine komplexe Szene aus Joyce’s «Finnegan’s Wake« komponiert, dabei sämtliche Geräusche dieser Szene kombiniert und so eine spannende »Ambience« geschaffen. Irgendwo habe ich noch eine Tonband-Cassette (!) davon, es heißt »Roaratorio«:

    Ansonsten ist ja auch noch Brian Eno einer der großen Pioniere der Ambience-Musiken.

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