Buchmesse 2015: Mittwoch

Über die Frankfurter Buchmesse wird international genug berichtet und weil da üblicherweise 😉 Bücher im Vordergrund stehen, tun sie es im FlugundZeit-Blog nicht.

Die Storydrive (Veranstaltung zur Verbindung zwischen Film und Buch, sozusagen interdisziplinär) gibt es doch. Zumindest der Name ist geblieben. Allerdings sind die Events in 2015 primär one on one zum Connecten, wie es auf amerikanischen Autorenmessen üblich ist und die Information, der spannende Einblick hinter die Kulissen, ist auf ein Minimum geschrumpft, und wenn, dann sehr aus deutscher Sicht. Schade. Connecten kann ich auch ohne Event, wenn mich die Menschen und ihre Leistungen, ihr Werk, dafür genug interessieren.

Weiter geht es mit einigen ausgewählten Bildern vom heutigen Tag:

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Der Spiegel hat nach Jahrzehnten endlich einen angemessenen Stand (Vorteil des zunehmend frei werdenden Platzes auf der Messe). Man muss sich für die Veranstaltungen nicht mehr im Gang drängeln.
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Leute, es ist Buchmesse. Buch. Nicht Handymesse. Es geht um Menschen, Kunden – Besucher genannt. Kleiner Tipp: Standpersonal, das sich mit sich oder seinem Handy beschäftigt, macht den Besucher nicht an.
Das war übrigens kein Einzelfall: Manche warten auch mit iPhone-Kopfhörern im Ohr auf Standbesucher…

 

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Viele Verlage haben Malbücher für Erwachsene im Programm. Das Selber-Ausmalen von Ornamenten, im englischen unter „Zentangle“ bekannt, ist wohl als Trend nach Deutschland geschwappt. Was auf der Buchmesse dazu gut ankommt, sind Stellwände bei Verlagen, an denen sich gestresste Besucher mit Farbe abreagieren können.

 

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Bücher aus dem Kunstbereich (Halle 4,
Ebene 1). Sieht für mich eher abtörnend aus. Man müsst mir schon sehr viel bezahlen, damit ich das in den Wohnbereich integriere.
leporello
Und noch ein Kunstwerk: Ausgehend von fertigen Konstruktionszeichnungen, die der Künstler zunächst schwarz-weiß übermalt hat, entsteht durch farbiges Ausmalen ein buntes, sehr ungewöhnliches Leporello. Für 800 Euro (Messepreis) wandert der schwarz-weiße Bildband ins eigene Wohnzimmer.

 

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Das Klassenzimmer der Zukunft gibt es schon seit vier Jahren auf der Buchmesse. Heuer ist es auf großem Raum sehr präsent und mit vielen spannenden Experimenten (leider nur für Schüler) gefüllt. 3D-Drucker interessieren auch ältere Semester und Mindbots und Covergestaltung (siehe Bild) ebenso.
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Auch aus dem Klassenzimmer der Zukunft: Lego Roboter, von Studenten der RWTH Aachen ferngesteuert. Leider darf man hier – im Gegensatz zum letztjährigen British Science Festival in Birmingham nicht selber Hirn und Hand anlegen. Aber immerhin versucht die Firma (Lego) wohl auch hierzulande mit solchen Aktionen neue Kunden zu gewinnen. Schulklassen konnten sich im Vorfeld zum Experiment anmelden.

 

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Als sich diese Jungs und Mädels so schnell in den Mauervorspung schachtelten, guckte selbst ich komisch. Sekunden später kam die Aufklärung in Form einer PR-Frau, die das als erste Aktion einer neuen österreichischen Kulturkampagne enthüllte…

 

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…Weitere Sekunden später war auch schon ein Schwarm von Kameraleuten und Handyknipsern da und wollte vor allem (wie ich) nichts verpassen. 🙂

 

5 Gedanken zu “Buchmesse 2015: Mittwoch

  1. dgbrt 14. Oktober 2015 / 22:59

    Diese künstlerischen Aktivitäten sind ja Geschmackssache, mein Ding ist das nicht. Hat das etwas mit Büchern zu tun?

    Das soll natürlich keine Kritik an diesem Bericht hier sein, sondern im Gegenteil, es werden Eindrücke vermittelt, über die sonst nicht berichtet wird.

    Eine Kritik habe ich aber doch: Das iPhone wird hoffentlich nicht zum Oberbegriff für Smartphones wie Tempo für Papiertaschentücher. Auch wenn die Besucher der Messe wohl in der Mehrheit auf Apple schwören.

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  2. BreitSide 14. Oktober 2015 / 23:03

    @Helga: „Leute, es ist Buchmesse…“

    Bitte nicht Ursache und Wirkung verwechseln. Auch Standpersonal sind Menschen. Die auch mal, wenn – wie hier offensichtlich – nichts lost ist, an ihr Handy o.Ä. gehen. Ich habe das auch schon oft erlebt. Als Kunde und als Standpersonal.

    Das Entscheidende ist doch, dass die Leute, wenn ein Kunde sich androht, schnell auf diesen umschwenken.

    Knopfhörer im Ohr sehe ich auch nicht so kritisch. Solange der Mensch nicht während des Gesprächs mit mir eher auf diesen hört als auf mich.

    Wie gesagt, was ist Ursache und was Wirkung? Der Bildausschnitt zeigt ja nicht, wieviele Leute – außer Dir – noch unterwegs sind.

    Kommt übrigens Martin Sonneborn(?) wieder und interviewt? Als China Gastland war, hat er ja die chinesischen Repräsentanten souverän durch den Kakao gezogen 🙂

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    • Helga Kleisny 15. Oktober 2015 / 20:13

      Kommt halt drauf an, was man als Standpersonal will – ich gehe bei all solchen Ständen weiter und interessiere mich nicht dafür.
      Wenn es nur um die eigene Anwesenheit auf der Messe geht…

      Oh ich habe auch schon genügend (meist frierende) Messestandaufenthalte hinter mir. Da sah der persönliche Einsatz aber anders aus. Das bin ich meinem Auftrag/Arbeitgeber schuldig. Ist halt Ansichtssache.

      Wer alles auf der Buchmesse ist, kann man sicher googeln oder facebooken, ich notiere hier nur sehr subjektiv das, was mir täglichen Arbeitsalltag über den Weg läuft und ich, warum auch immer, erwähnenswert finde…

      Das ist keine journalistische umfassende Reportage über die Buchmesse. Davon gibt es von den Kollegen auf allen Kanälen genug.

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      • BreitSide 15. Oktober 2015 / 20:24

        Klar, mein Chef hat mich ja auch auf die Messe geschickt und will einen Gegenwert. Wie gesagt, ich habe ja nicht gesehen, wie die reagieren, wenn Kundschaft vorbei kommt. Wenn sie sich dann weiter verstecken wie die legendären Baumarktmitarbeiter, kann ich Dir nur Recht geben.

        Vielleicht hatte ja auch der Chef angerufen… 😆

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