Wind Tunnel Training in Eloy

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Was wie ein Geheimcode aussieht, ist die Mitschrift der Figuren, die nacheinander vom Team in den einzelnen Tunnelminuten (meist 2 zusammenhängend) geflogen werden. Jeder Buchstabe und jede Nummer steht für eine eigene Figur. Interessant und damit die Herausforderung ist, wie die Übergänge zwischen den einzelnen Figuren geflogen werden. Sind die 4 oder 5 Figuren einer Sequenz durch (hier in einer Zeile), dann beginnt man innerhalb der zwei Minuten wieder von vorne.

Ein wenig Bildliches von meiner USA Reise, Ende Juni in Arizona, weil es noch ein wenig dauert, bis ich alle Fotos/Videos von Oshkosh letzter Woche gesichtet und für den Blog verkleinert habe. Der eigentliche Anlass für diese Reise waren zwei Konferenzen, aber da konnten auch noch zwei Tunnelzeiten in Eloy Platz finden. Wenn schon aufgrund mehrfachem Umsteigen bei An- und Abreise und Platzmangel im Koffer der Fallschirm (= das Gurtzeug) zuhause bleiben musste.

Wind Tunnels gibt es mittlerweile auch in Europa einige, seit kurzem sogar in Wien. Man muss auch kein Fallschirmspringer sein, um das auszuprobieren.

Das waren in der Anfangsphase DC-3-Propeller, die den Luftstrom nach oben erzeugten und somit einen Luftpolster ähnlich wie im Freifall bildeten. Moderne Windtunnel-Anlagen für Fallschimspringer haben oben Rotoren, die die Luft nach oben saugen und so den Luftstrom erzeugen. Das alles ist mit viel Krach verbunden und so springt man im Tunnel mit Ohrstöpsel. Wie im richtigen Freien Fall kommuniziert man also nur über Grimassen, Haltung und Handzeichen.

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Das sieht mit (geborgtem) Schülerhelm und meinen Hiking Boots ziemlich goofy aus. Nur der Anzug gehört zu meiner normalen Spungausrüstung.

Mein weltweit bevorzugter Tunnel ist noch immer der in Eloy (Arizona). Unter anderem, weil man da eben mit den weltbesten Teammembern trainieren kann. Und die deutlich weniger Starallüren als so manche lokale Sprung“Größe“ an hiesigen Sprungplätzen aufweisen. Bei Nichtspringern ist auch der etwas kleinere und ältere Tunnel in Orlando als Freizeitvergnügen – zwischen Disney und Wasserpark – gern gesehen. Und: Man muss gar nicht so weit reisen, auch hierzulande kann man den Freifall überm Draht-Gitter simulieren.

Rechts warte ich in der Schleuse (da darf, während die Windmaschine rotiert, keiner von draussen rein oder auch von innen hinaus) auf meine nächsten zwei Minuten. Nick Grillet (mein Trainer) steht links in der Türe und guckt seinen Teamkameraden beim Training zu. Alle Fotos und Videos sind durch das verschrammte Schutz-Plexiglas aufgenommen.

Hier ein kurzes Video von Airspeed (die besten der Besten, weltweit)

Und hier dazu der Normalo 🙂 mit einem Airspeed-Springer und ja, da ist ein Unterschied sichtbar. 🙂

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Außenansicht Windtunnel – ein Freifall-Simulator für Fallschirmspringer und Fussgänger –  in Eloy, Arizona.

Die allerersten Windtunnels für Fallschirmspringer waren flach gelegte DC-3 Propeller, die noch einen ziemlich inhomogenen Luftstrom nach oben schickten. In der Mitte war der Widerstand am größten, zur (runden) Wand hin nahm er ab. Bei modernen Tunnels (Skydiver lassen das Wort „Wind“ gerne weg) zieht der Luftstrom nach oben, da sitzen nämlich die Rotoren.