BASE ist nicht Fallschirmspringen

Könnten Sie mal einen Artikel über die gefährlichste Form des Fallschirmspringens schreiben, dem (Wingsuite-)Base-Jumping bzw Wingsuite-Proxy-Flying. Ich schreibe dies, weil im August mit Alexander Polli und Uli Emanuele zwei echte Szenegrößen tödlich verunglückten, deren Youtube-Videos sehr bekannt und beliebt waren.

Wie stehen Sie zum Base-Jumpen? Suizidale Idioten oder Pioniere mit anderem Risikoverhalten, die an ihre Grenzen gehen und uns spektakuläre Aufnahmen hinterlassen?


Im obigen Post, der mich vor einigen Tagen erreichte, sind einige hammerharte Statements enthalten, zudem auch etliche berechtigte Fragen.

 

Fallschirmspringen, BASEen und Wingsuits sind drei Begriffe, die zwar für den normalen Fußgänger vielleicht zusammenpassen, in der Realität aber ein Mix aus unterschiedlichen Bereichen sind.

lindbergh
Pilot Charles Lindbergh, der dreimal (in fliegerischen Notfällen) seinen Fallschirm öffnete

Fallschirmspringen ist nun ja, eben Fallschirmspringen. Mittlerweile fast schon ein Allerweltssport. Man springt alleine oder in Gruppen von einem Fluggerät aus der Luft ab und öffnet spätestens rund 800 bis 1000 Meter über Grund seinen Fallschirm, fliegt dann weiter mit diesem bis zur Landung. (Alles sehr platt, Springer mögen mir verzeihen.)

Das Wort B.A.S.E. ist ein Akronym, das aus folgenden Teilen besteht: B…Building (Gebäude), A…Antenna (Sendemast), S…Span (Brücke), E…Earth (Felsen, Klippen).

BASEer springen also von feststehenden Objekten. Sie haben auch andere Sprungsysteme als Fallschirmspringer. Das gilt für das Gurtzeug und auch den Fallschirm. Den Fallschirm, denn ein Objektspringer hat normalerweise keinen Reserveschirm (wie ihn Fallschirmspringer haben müssen) im Gurtzeug, weil für eine Aktivierung keine Zeit (=Höhe) vorhanden ist. Auch der Absprung ist anders: Der BASEer hält üblicherweise seinen Hilfsschirm beim Losrennen/Abspringen bereits in der Hand. Es gibt auch andere Auslösearten.

freestyle
Sprunganzug aus den 80ern für eine damals moderne Disziplin namens Freestyle (balletähnliche Bewegungen im Freifall). Buchcover.

Fallschirmspringen ist weltweit ein ziemlich gut durchorganiserter und durchregulierter Sport. Es gibt nationale Lizenzen, nationale und internationale Wettbewerbe, Weltmeisterschaften und alles, was eben zu einer Sportart gehört.

BASE-Springen ist in den meisten Ländern dieser Erde verboten. Genauer gesagt ist es überall dort verboten, wo es  nicht explizit erlaubt ist. Das gilt auch für Deutschland. Für BASE gibt es keine offiziell anerkannten Schulen oder Ausbildungsstätten. Und auch keine offen zugänglichen Lehrbücher.

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Einer der ersten BASEer: Carl Boenish. Beide Boenish-Bilder sind aus dem Buch (1971): The Wild, Wonderful World of Parachutes and Parachuting (so viel Zeit muss sein). Autor Bud Sellick verstarb 2015.

Ja, es gibt Fallschirmspringer, die auch BASEen. Sogar Weltklassespringer. Es macht sogar sehr viel Sinn, wenn man ein erfahrener Springer ist und erst dann mit dem BASEen beginnt, und wenn man dazu noch jung und extrem reaktionsschnell (Körper und Geist) ist.

Im Gegensatz dazu beginnen manche Fallschirmspringer erst mit 40 oder 50 Jahren. Und es gibt auch etliche 80jährige, die noch sicher für sich und andere springen.

Piloten haben in Notfällen mindestens mehrere Minuten Zeit, um ihre Handlungen zu entscheiden und umzusetzen, Fallschirmspringer wenige Sekunden und BASEer Sekundenbruchteile.

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Eine neue Erfindung sind Wingsuits definitiv nicht. Allerdings sehen sie heute besser aus und sind auch wirkungsvoller als die klobigen Baumwollanzüge der ersten Jumpsuits.

Nun zum Wingsuit. Erstaunlicherweise ist er eigentlich so alt wie das Fallschirmspringen selbst, das sich in den 1960ern aus den USA als zivile Sportart entwickelte. Die ersten “Sprunganzüge” hatten damals in Action-Filmen schon Stoff unter den Armen (ausgebreitete “Flügel”), weil man sich davon mehr Auftrieb erwartete.

Gypsy Moths (1969) mit Burt Lancaster, Gene Hackman und Scott Wilson ist ein uriger Film aus dieser Zeit. Dann wurden die Anzüge immer enger und  körpernaher (“Ganzkörperkondom”) bis man einsah, dass es mehr von der Ausprägung des einzelnen Springers (Gewicht zu Körpergröße) und von der ausgeführten Art des Freifalls abhängt, wie der Anzug beschaffen sein sollte.

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I-Bird ein Einsteigermodell zum Wingsuitfliegen. Foto: TonySuits

Wings, also ausfaltbarer Stoff zwischen Armen und dem Körper und zwischen den Beinen sollen den Fall verlangsamen. Das begannen zuerst nur die Fotografen zu nutzen, als sie noch mehrere Kilos an Video- und Foto-Kameras am Kopf trugen. Die Höhe über dem Boden, ab der der Freie Fall beginnt, bestimmt die Zeit, die einem vor der Öffnung des Fallschirmes und damit einer sicheren Landung bleibt. Wenn ich bei gleicher Höhendistanz zum Boden aber mehr horizontale Distanz fliegen kann, dann ist mehr Zeit für Spaß und Sicherheit übrig.

Das nutzen Fallschirmspringer, aber eben vor allem auch BASEer, bei denen die Freifallzeit aufgrund der niedrigen Absprunghöhe extrem kurz ist, um diese zu verlängern und damit auch größere horizontale Distanzen im Freifall zurückzulegen. Wingsuits dienen also aufgrund der verlängerten Freifallzeit der Sicherheit und sind nicht per se gefährlich.

Allerdings sind Wingsuits eine weitere Komplexität, die ich als Springer zu beachten habe (mehr Handgriffe, mehr Möglichkeiten, dass etwas schief geht). Komplexität kann man aber auch durch beabsichtigte Wasserlandungen, Event- oder Rekordsprünge oder vieles andere mehr erhöhen. Man sollte eben wissen, was man tut, und was welche Konsequenzen hat. Ein ausgezeichneter Artikel fürs Beginnen mit dem Wingsuit-Fliegen stammt von Rolf Brombach; er war entweder im FreifallXpress oder in den Pink News (für Springer).

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Masai – das Trackingmodell Foto: TonySuits

Unter Proximity Flying versteht man das Fliegen über Hängen und entlang der Bergrücken. Das kann man mit Fallschirmen (eher Gleitschirmen) machen, aber auch mit Wingsuits. Letzteres ist riskant und man sollte über die Auf- und Abwinde an welchen Hängen zu welcher Tageszeit im Fluggebiet Bescheid wissen. Mit Planung und Wissen ist vieles machbar; nicht für jeden, aber sicher für einige.

Zu spezifischen BASE-Abstürzen möchte ich mich nicht äußern. Diese Beurteilung steht mir nicht zu. Im Gegensatz zu Flugunfällen lässt sich hier nicht immer im Nachhinein genau bestimmen, was der Grund des Absturzes bei einem erfahrenen BASEer war. Was er gedacht hat und warum er eine vielleicht notwendige Handlung nicht (schnell genug) gesetzt hat.

Dass es immer im Leben Menschen gibt, die etwas sehen und denken: ach, das kann ich auch locker – obwohl ihre Kenntnisse und auch ihre Disziplin weit davon entfernt sind, ist leider Tatsache.

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Um mit dem Jedei zu fliegen, sollte man schon einige Erfahrung mit Wingsuits haben. Foto: TonySuits

BASEen ist stark risikobehaftet, dessen ist sich aber jeder im Klaren. Es ist wie immer im Leben eine Abwägung von persönlichem Einsatz/Aufwand und Output. BASEer generell (Ausnahmen gibt es wie überall) sind sicher keine “suizidalen Idioten”. Ja, es sind Menschen, die an ihre Limits gehen. Wie Rennfahrer und andere Extremsportler. Sie tun das meist für sich und weniger, um “anderen spektakuläre Aufnahmen zu hinterlassen“.

Zwei Aspekte, deren Diskussion sicher ohne Ende ist und ohne einer unwiderlegbaren Zahl als einfachen Output:

1 Auf die Gefahren beim BASEn mit Proximity Flying durch Wingsuits fokussiert dieses Video.

2 Dass Menschen, die das tun, ihr Leben leichtsinnig aufs Spiel setzen, streite ich ab (erneut, generell gesehen, die Mehrheit, einzelne sind stets ausgenommen). Springer sehen wie alle Menschen, die an ihre Grenzen gehen, das Leben als etwas Besonderes, aus dem man mehr herausholen kann, als auf der Couch zu sitzen und von da aus über andere und deren Leben zu lamentieren. Die intensive Vorbereitung zu einem Extremsprung und das Absagen dessen, wenn etwa der Wind dem Tag absolut nicht passt, gehören genauso dazu wie der Sprung selbst. Zu Leben, heißt Leben zu erfahren, mit jeder Faser Deines Körpers zu spüren und die Zeit, die du auf diesem Planeten hast, bestmöglich zu nutzen. Letzteres ist für jeden etwas anderes. Für manche langt eine Fahrt auf der Achterbahn, andere erleben das bei ihrem ersten Sprung (und danach), und bei wieder anderen setzt dies erst beim Proximity Flying ein. Darüber zu urteilen, wie jemand dies umsetzt (ohne anderen dabei zu schaden!) halte ich für anmaßend.

Ein Link zum VDO (Verein Deutscher Objektspringer), dem hiesigen BASE-Verband (so etwas kann es auch nur Deutschland geben 😜). Wer sich ernsthaft fürs legale BASEen in Deutschland interessiert, möge bitte vor seinem ersten Sprung Kontakt mit dem VDO aufnehmen.

 

 

26 Gedanken zu “BASE ist nicht Fallschirmspringen

  1. Flugkapitän 30. August 2016 / 17:12

    Vielen Dank für die ausführliche und leicht verständliche Begriffsbestimmung dieser oft durcheinandergebrachten, unterschiedlichen Disziplinen.
    Auch ich bin der Meinung, dass es sich z.B. bei den BASEern nicht um durchgeknallte, Suizid gefährdete Idioten handelt. Sie betreiben eine Sportart, die ihre ganzen Fähigkeiten, sowohl körperlich als auch geistig, fordert. Wobei das vermeintlich hohe Risiko ganz beim individuellen Sportler liegt.
    Wenn ich mit meinem Rennrad durch die Wohnsiedlung fahre, dann ist das vermutlich weniger riskant, als BASE zu springen. Das zwar geringe Risiko beim Radfahren hängt aber nicht alleine von mir ab, sondern auch davon, ob Karl-Heinz oder Jutta rückwärts aus ihrer Einfahrt fahren ohne zu schauen und mich dabei ummangeln. Dem BASEer pfuschen Jutta und Karl-Heinz nicht dazwischen. Wenn bei ihm was schiefgeht, dann lag es einzig und alleine bei ihm selbst. Und andere hat er dabei auch nicht gefährdet.
    Für einen kompetenten BASEer, der seine Fähigkeiten und die tatsächlichen Gegebenheiten am Absprungort gründlich beurteilt, ist die Fahrt mit dem Rad zum Absprungort also wesentlich riskanter, als der eigentliche Sprung, weil er die Fahrt eben nicht ausschließlich alleine beeinflussen kann.
    Rod Machado hat einmal auf die Frage, ob das Fliegen der allgemeinen Luftfahrt – also ohne die hoch reglementierte und sehr sichere kommerzielle Luftfahrt der Airlines – nicht doch gefährlicher wäre als mit dem Auto zu fahren mit Ja geantwortet. Fliegen in der allgemeinen Luftfahrt ist gefährlicher als Autofahren. Auf die unvermeidliche nächste Frage, warum er denn dann doch immer noch fliegt, als zu fahren, antwortete er so: Er sagte, dass er beim Autofahren darauf angewiesen ist, dass diejenigen, die mit 65 mph neben ihm fahren, oder ihm gar entgegenkommen, alles richtig machen. Die zwar statistisch hohe Sicherheit liegt also nicht in seiner Macht. Beim Fliegen hingegen passieren die meisten Unfälle ohne Fremdeinwirkung. Ja, Zusammenstöße passieren auch beim Fliegen, sie machen aber nur einen sehr kleinen Prozentsatz der Unfälle aus. Über 90% der Unfallgründe liegen im Einflussbereich des individuellen Piloten. Der Pilot hat es also selbst in der Hand, sicherer oder unsicherer als der Durchschnitt aller Piloten zu fliegen, weil er, im Gegensatz zum Autofahren, von den anderen Verkehrsteilnehmern unabhängig ist. Deshalb fliegt Rod Maschado lieber, als er Auto fährt.
    Ich übrigens auch.

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  2. tomtoo 30. August 2016 / 17:41

    Das war ein sehr schöner Artikel.
    Ist leben nicht Emotion ?
    Ich hab mit Wingsuits , BASEJumping, noch nicht einmal mit Fallschiermspringen etwas am Hut, Aber wurden nicht auch die ersten Fallschiermspringer für lebensmüde erklart ?
    Sind Astronauten nicht auch lebensmüde ? 😉
    Ich hatte mal nach einem Song auf Youtube gesucht und bin über dieses Vdeo gestolpert.

    Wie geagt ich hatte nach dem Song gesucht.
    Aber die Emotion sowas zu tun kann ich absolut verstehen.

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  3. Moreno 30. August 2016 / 19:43

    Sehr interessanter Artikel, wie ich finde.
    In einem Punkt würde ich Ihnen jedoch widersprechen. Es gibt zahlreiche Wingsuit-Base-Jumper die Youtube-Chanels betreiben und ihre spektakulären Aufnahmen hochladen. Der Kamerahersteller GoPro, EpicTV als auch Red Bull, puschen diese Aufnahmen gewaltig. Je spektakuläre umso mehr Youtube-Klicks. Es gibt ganze Youtube-Video-Serien wie z.B. „The Perfect Flight“.

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    • Helga Kleisny 30. August 2016 / 20:29

      Also ich kenne keinen BASEer, der während seines Freifalls daran denkt, ob der Film auf seiner GoPro richtig gut rauskommt. Würde er das tun, würde er den Sprung vermutlich nicht überleben. (Ich kenne allerdings nicht alle 😉 BASEer.)
      Wenn ich nicht in jedem Bruchteil der Sekunde des Sprunges im Flow bin, ist es vorbei.
      It’s as simple as that.

      Dass man die Videos nachher veröffentlicht und mit anderen teilt ist eine zweite Sache. Das dient auch dazu (Beweis), international in der Community seinen Platz zu erobern. Und bei einigen sicher auch als praktischer Einkommenserwerb. Warum nicht Geld damit verdienen, was einem Spaß macht?

      Er meint immer gleicherweise auch sie bei meinen Posts (hkl)

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  4. Frank Heckel 30. August 2016 / 21:59

    Sachlich, kompetent (und die Grenzen der eigenen Kompetenz bei »ferneren« Sachverhalten nicht verschleiernd!), umfassend informativ, OHNE moralisierende Wertungen – auf diesem erfreulichen Niveau sollte Journalismus immer stattfinden. Ich habe wieder viel gelernt!

    Herzlichen Dank, liebe Helga Kleisny!

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  5. Moreno 30. August 2016 / 22:14

    @ Flugkapitätn: „Für einen kompetenten BASEer, der seine Fähigkeiten und die tatsächlichen Gegebenheiten am Absprungort gründlich beurteilt, ist die Fahrt mit dem Rad zum Absprungort also wesentlich riskanter, als der eigentliche Sprung, weil er die Fahrt eben nicht ausschließlich alleine beeinflussen kann.“

    Solche Begründungen halte ich auf die Base- und Wingusit-Szene für naiv.

    Im Oktober 2013, trafen sich zum World Wingsuit League (WWL) Contest in China 15 top-erfahrene Base-Wingsuit-Jumper. Bei einem Trainingssprung vor Ort, verunglückte der ungarische Teilnehmer Viktor Kovats tödlich. Der Veranstalter als auch die restlichen 14 Teilnehmer entschieden sich den Contest trotzdem durchzuführen. Hierüber schrieb Spiegel-Online einen kritischen und lesenswerten Artikel.
    Wingsuits und Basejumps: Schützt Extremsportler vor sich selbst!
    http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/immer-mehr-todesfaelle-bei-basejumps-und-wingsuit-fluegen-a-927530.html

    Was Spiegel-Online damals noch nicht wusste ist die Tatsache, dass von den verbleibenden 14 Teilnehmer vom besagten Contest, zwischenzeitlich vier weitere bei ihrem Hobby verstorben sind. Ludovic Woerth, Dan Vicary, Jeff Nebelkopf und Jhonathan Florez, der übrigens damals den ersten Platz belegte. Also ein Drittel der Teilnehmer der WWL aus 2013 ist inzwischen tot.

    @ Helga Kleisny: „Also ich kenne keinen BASEer, der während seines Freifalls daran denkt, ob der Film auf seiner GoPro richtig gut rauskommt.“

    Geben Sie doch mal bei Youtube „Graham Dickinson & Dario Zanon“ ein. Sie finden einen Spektakulären Wingsuit-Base-Jump von 2015 aus drei verschiedenen Kameraperspektiven, gesponsert von GoPro.

    Ach ja, Dario Zanon verweilt seit dem Juni 2016 auch nicht mehr unter uns.

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    • Helga Kleisny 30. August 2016 / 23:23

      Besagten Artikel fand ich schon damals reisserisch und nicht meinen Ansprüchen entsprechend. Ihn mit mit meinem zu vergleichen, ist ziemlich daneben.

      Es ändert nichts an meiner Aussage vom letzten Post. Lies ihn einfach nochmal. Dass die Videos existieren, ist eine Tatsache. Dass BASEer um des Sprunges willen (wenn Du unbedingt willst, des Kickes wegen springen, auch.) Und dass einige (es gibt auch welche, die nicht mal für sich Videos machen) ihre Sprünge zu Geld machen, ist doch nachvollziehbar.

      Die Toten sind tot. Sie wussten vorher, auf was sie sich einlassen. Sie haben in ihrem Leben mit Sicherheit „mehr erlebt“, als andere, die sich daran ereifern. Warum sich da Unbeteiligte so aufregen, ist unverständlich. Leb‘ Du Dein Leben, so wie Du es für richtig hältst und gesteh‘ anderen bitte das gleiche Recht zu.

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  6. Laie 30. August 2016 / 23:14

    Zur einleitenden Frage, ob ich sie als suizidale Idioten oder als oder Pioniere mit anderem Risikoverhalten, die an ihre Grenzen gehen und uns spektakuläre Aufnahmen hinterlassen sehe, möchte ich aus Pietätsgründen nicht direkt beantworten, obwohl ich eine Meinung dazu habe.(*)

    Die Bezeichnung suizidale Idioten finde ich etwas zu hart formuliert. Den Verunglückten ist es nicht mehr gegeben, aus ihren Fehlern zu lernen, mein Empfinden ist Bedauern zu dem Unglück. Wichtig wäre, dass Herunterhüpfende nicht Untenstehende durch ihr Tun gefährden, und es nur dort tun, wo sie nur sich selbst in Gefahr bringen.

    (*) der Begriff oder wird meistens von Lesern und Schreibern als „entweder das eine- oder das andere“ im ausschließendem Sinne falsch verstanden, oder kann aber muss nicht beides bedeuten.

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    • Helga Kleisny 30. August 2016 / 23:25

      Wichtig wäre, dass Herunterhüpfende nicht Untenstehende durch ihr Tun gefährden, und es nur dort tun, wo sie nur sich selbst in Gefahr bringen.

      Das sehe ich auch so. Tut ein verantwortungsvoller BASEer auch. Bei der Kritik von Moreno geht es wohl um Sprünge in den Bergen. Und da sollten eher wenige „herumstehen“.

      Als „Unglück“ würde ich einen Absturz allerdings nicht bezeichnen. Siehe dazu auch Kommentar von Flugkapitän. Ein Springer ist für sich verantwortlich, er entscheidet alleine über sein Tun und die Konsequenzen. Und wenn jemand eine Meinung dazu haben darf, dann die nächsten Angehörigen. Sonst niemand. Er ist nicht „verpflichtet“, Videos für Couch Potatoes abzuliefern, die sich, ohne sich selber in Gefahr zu begeben, an den Videos (sachte ausgedrückt) erfreuen.

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      • tomtoo 31. August 2016 / 0:05

        Wenn jemand mit einem Cross. Bike einen Salto schlägt ?
        Wenn jemand mit Ski einen Abhang runter fährt ?

        So sind halt Menschen. Nur Eigengefährdung und die Trauer der Hinterbliebenen,

        Aber da sollte sich niemand einmischen.

        imho

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  7. Mechaniker 31. August 2016 / 22:35

    Zu #8 und weiteren Kommentaren:
    Die Menschen und Rettungskräfte in Stechelberg sehen die Thematik: „Wer ist davon betroffen?“ und „Wer darf sich dazu äussern?“ zum Teil ein wenig differenzierter.
    Schliesslich ist es nicht gerade lustig, einem kleinen Kind erklären zu müssen, warum der Mann, der gerade noch geflogen ist, nicht aufsteht nach der Landung.
    Andererseits soll aber auch gesagt werden, dass diese Art des Tourismus Geld bringt und viele Bewohner dort und in der Umgebung sich damit arrangiert haben.
    Und nicht vergessen: Landing Card erwerben.

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    • Helga Kleisny 1. September 2016 / 7:34

      Die Problematik kenne ich und sie ist schlimm. Ich kenne auch etliche BASEer, die da schon oft gesprungen sind und leben. Berge gibt es nunmal in der Schweiz und nicht in der sagnwirmal Norddeutschen Tiefebene. Also ballt sich alles auf engem Raum, auch diejenigen, die ihr eigenes Können falsch einschätzen oder unbelehrbar sind.

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  8. Laie 31. August 2016 / 23:26

    Ich empfinde beispielsweise auch für Menschen, die mit mir nicht verwandt sind und zu schnell fahren und durch einen selbstverschuldeten Unfall sterben genauso Bedauern, bzw. bewerte es als ein Unglück, da sie nicht mehr in der Lage sind, aus den Fehlern zu lernen – auch wenn die jeweiligen Aktionen – selbstverantwortlich erfolgten. Wegen der fehlenden Einschätzbarkeit durch mangelnde Erfahrung sind jüngere leichter Opfer durch Extremsportarten. Selbstverständlich soll und darf jeder das machen, was ihm wichtig ist – auch gefährliche Sportarten – solange keine anderen dadurch gefährdet sind.

    Also nicht einmischen oder vorschreiben, aber Mitgefühl darf man schon haben!

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  9. PeterD 1. September 2016 / 1:24

    Der @Flugkapitän bringt es schon auf den Punkt. Ich habe auf Baustellenspuren der Autobahn, bei plötzlichen Staus eine teilweise höllische Angst, weil ich keine Handlungsfähigkeit habe, wenn ein anderer, den ich weder kenne noch einschätzen kann, kurz einen Scheiß baut, in dem er einschläft oder halt unaufmerksam ist.

    Ich war von der ersten Stunde an dabei, als die Gleitschirme aufkamen, und im Nachhinein betrachtet, war es irre gefährlich, was man da so für Konstruktionen und Vorstellungen hatte und habe einige schlimme Sachen erlebt. und man hatte damals keinerlei Ahnung von einer Art Mikrothermik über den Bäumen etc.

    Aber so ist der Mensch, jedenfalls eine Teilmenge davon. Sind verschiedene Konzepte in einer evolutionären Gruppe, die sich ergänzen.

    Der eine tendiert halt nach dem Flow und Adrenalin, der andere nach einem kurz gemähten, hübschen Rasen vor dem Eigenheim. Ist beides ok.

    Den Tod von Polli bedauere ich sehr, aber es war abzusehen.

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  10. astroklaus 2. September 2016 / 14:30

    Was mich immer wieder nachdenklich macht bei solchen Unfällen: es trifft auch Menschen, die nun wirklich eine sehr große Erfahrung im jeweiligen Gebiet hatten. Als Segelflieger denke ich da (neben zwei privaten Bekannten) insbesondere an Reichmann und Holighaus, wobei der Absturz des ersten zu den seltenen Zusammenstößen gehört, der des zweiten aber in die Kategorie „Proximity Flying“ fällt.
    Dort ist offensichtlich beim Risiko eine recht deutliche Komponente dabei, die auch bei zunehmender Erfahrung unberechenbar und gefährlich bleibt. In Grenoble, Chateau-Arnoux und auf anderen Alpenflugplätzen wurde deswegen auch immer wieder der Sicherheitsaspekt betont, auch wenn das natürlich die Möglichkeiten einschränkt. Bewußt mißachten werden das nur ganz wenige (das geht dann in Richtung „Darwin-Award“), aber es kann eben immer wieder einen extra-Zacken Turbulenz geben, der aus dem Rahmen fällt, den man zu kennen glaubt.
    Wenn man dann (sozusagen zur Erinnerung) oben im äußersten Baum auf einer mehrere 100m abfallenden senkrechten Wand einen Gleitschirmflieger hängen sieht, der dort mit dem Hubschrauber herausgeholt werden muß, hält man beim nächsten Flug wieder etwas mehr Abstand…

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  11. Moreno 3. September 2016 / 19:38

    @ Helga Kleisny: „Sie haben in ihrem Leben mit Sicherheit “mehr erlebt”, als andere, …“

    Woher wissen Sie das? Erleben ist immer subjektiv. Dass ein waghalsiger Basejumper in seinem (kurzen?) Leben tatsächlich „mehr erlebt“ hat als z.B. ein leidenschaftlicher Pilzsammler im hohen Alter, ist eine durch nichts zu belegende Behauptung.

    @ PeterD: „Den Tod von Polli bedauere ich sehr, aber es war abzusehen.“

    Sie schreiben der Tod von Polli war abzusehen.

    Anmerkung hkl: Rest gestrichen. Siehe mein Kommentar.

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    • Helga Kleisny 4. September 2016 / 20:49

      Woher wissen Sie das?

      Weil ich es erlebt habe.

      Klar fragt sich das zweidimensionale Plattwesen, das sich in seinem Leben immer nur in zwei Dimensionen auf der Kugeloberfläche bewegt, was es denn in der dritten Dimension mehr geben würde, wenn etwa jemand die Kugel bewegen würde, werfen, mit dem Flugzeug bewegen, auf einen anderen Erdteil, andere Galaxie und so weiter.
      Jeder der sich in der dritten Dimension in diesem Vergleich bewegt, kann es nachvollziehen. Es ist eben so.

      Geh‘ Fallschirmspringen, dann erübrigt sich die Frage, was es denn im Leben mehr gibt, als Pilze zu sammeln.

      Soll keine Wertung sein. Wenn jemand seine Erfüllung im Pilzesammeln findet, dann soll er das gerne sein Leben lang tun. Kann ich gut damit leben. Aber bitte auch anderen zugestehen, dass deren Ziele anders sind. Es gibt eben Dinge im Leben, die sind nicht für jedermann und das ist gut so.

      Über andere und deren Entscheidungen in deren Leben zu urteilen, möchte ich nicht. Und schon gar nicht in diesem Forum.
      Punkt. Basta.

      Und übrigens:

      § 186 StGB – Üble Nachrede**
      Wer in Beziehung auf einen anderen eine Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen geeignet ist, wird, wenn nicht diese Tatsache erweislich wahr ist, mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

      Und dafür biete ich keine Plattform.

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      • tomtoo 6. September 2016 / 3:23

        Oh dass Pilze sammeln und verzehren sołl ja auch nicht ganz risikolos sein.
        So gesehen ist es wohl einfach persönliches Interresse.
        Sozusagen um bei den Pilz3en zu bleiben: Geschmacksache

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      • Helga Kleisny 6. September 2016 / 6:57

        Kurzversion:
        🙂 Genau, oder wie es in Bayern so schön heißt:
        Was der Bauer nicht kennt…

        Etwas ausführlicher:
        Der Unterschied liegt darin, dass ich bei Extremsportarten selbst über mein Leben bestimme. Knallhart gesagt: wenn ich mich (beim BASEn und in geringerem Maße auch beim Fallschirmspringen) nicht genug vorbereite oder alert während des Sprunges bin, ist es vorbei.
        Ich bestimme, wann ich ziehe (weiter lebe) oder eben nicht. Nicht irgendwer anderer, der mir ins Auto hineinfährt, oder bestimmt, welche Pilze essbar sind.
        ich vegetiere nicht von anderen betimmt durchs Leben, sondern bestimme bei jedem Sprung von neuem, dass ich weiterlebe und das auch gerne tun will.
        Es ist bewußt Verantwortung übernehmen für das eigene Leben und auch das anderer, wenn man ausbildet. Ich habe in meinem Leben viel Wissen weitergegeben, in Seminaren zu den unterschiedlichsten Themen, an mehreren Fachhochschulen über Semester hinweg Studenten ausgebildet, in Vorträgen und auch über Bücher.
        Aber nichts reicht an die Verantwortung heran, wenn dein Sprungschüler, der, den man selber ausgebildet und vom Fußgänger so weit bis zu ersten Absprung gebracht hat, das erste Mal vor dem Exit aus dem Flieger steht. Falls irgend jemand meint, dass der Sprungschüler da Angst hat – die Pumpe des Lehrers wird um einiges mehr beansprucht. Hat man wirklich alles getan, damit der andere jetzt bereit ist – für einen ganz normalen wunderschönen Sprung oder eben auch für den schwierigen Ernstfall?
        Das ist Verantwortung übernehmen, im Gegensatz zum Dahinvegetieren, was der Großteil der Menschheit wohl als „Leben“ sieht.
        Nix für ungut. Ist nicht jedermanns Sache. Klar.

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  12. jogo 6. September 2016 / 12:36

    Bei vielem, was hier geschrieben wurde bin ich anderer Ansicht.
    Jeder kann sein Leben verbringen wie er will und jeder darf sich auch Gedanken zum Leben anderer machen. Die Meinung ist frei. Ich finde Basejumper (in den allermeisten Fällen) verantwortungslos, andere halten Pilzesammler für langweilige „Plattwesen“.

    Interessant bei solchen Diskussionen finde ich das immer auftauchende Argument: „Springer sehen wie alle Menschen, die an ihre Grenzen gehen, das Leben als etwas Besonderes, aus dem man mehr herausholen kann, als auf der Couch zu sitzen und von da aus über andere und deren Leben zu lamentieren.“ Als wäre die einzige Alternative zu Hochrisikosport das Couchsitzen (= Nichtstun). Nein. Es gibt eine ganze Menge Sachen, die man im Leben tun kann. Und dieser Satz ist auch deswegen so sinnlos weil er einerseits das Lamentieren über das Leben anderer kritisiert und gleichzeitig über das Leben anderer (alles Couchsitzer) lamentiert.
    Der Vergleich zum Risiko beim Autofahren ist schön. Beim Sprung ist man nicht der Gefahr durch andere Menschen ausgesetzt. Es gibt aber unendlich viel, was man machen kann wo das auch so ist. Und der Gefahr durch andere entgeht ein Basejumper in seinem Leben ja auch nicht. Er fährt wahrscheinlich auch Auto.

    Der Grund, warum Basejumper für mich verantwortungslos handeln ist folgender: Sie übernehmen Verantwortung für ihr Leben. Das ist gut und schön. Aber: Sie handeln verantwortungslos gegenüber denen, die ihre Überreste vom Berg holen müssen, wenn sie an einer Felswand zerschellt sind. Sie handeln verantwortungslos gegenüber den Menschen denen sie etwas bedeuten (Familie, Freunde…).
    Wenn jemand alleinstehend ist, so dass ihn niemand vermisst und er in der Einsamkeit, wo niemand nach ihm sucht oder je findet vom Berg springt, dann ist das ganz alleine seine Sache. Sonst endet die Verantwortung aber nicht bei der eigenen Person.
    Was soll man zum Beispiel dazu sagen:
    „Auf der „Base Fatality List“, der seit 1981 geführten Todesliste der Wingsuit-Springer, ist Uli Emanuele die Nummer 300. Nummer 301 folgte noch am selben Tag, ebenfalls in Lauterbrunnen: Brian B., 49, britischer Finanzmanager, Hobbysportler und Vater von drei kleinen Kindern.“

    Dieser Mann hatte eine Verantwortung für seine Kinder.

    Zum Schluss noch meine persönliche Einschätzung was die Springer treibt: Es ist der Kick. Deswegen auch der Trend bei allen (zumindest soweit ich das mitbekomme) Springern zu immer riskanteren Sprüngen. Die Springer sind süchtig nach dem Kick.
    Meiner Meinung nach haben diese Springer nicht besonders viel erlebt, sondern sie haben beim Zwang ihre Sucht nach dem Kick zu befriedigen besonders viel verpasst in ihrem Leben.

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    • Helga Kleisny 6. September 2016 / 23:02

      „Auf der “Base Fatality List”, der seit 1981 geführten Todesliste der Wingsuit-Springer, ist Uli Emanuele die Nummer 300

      Zum Thema Verantwortung (Link):

      Jedes Jahr sterben allein in Deutschland etwa 890.000 Personen, davon etwa 110.000 wegen dem (Passiv-)Rauchen, also davon jede 8. Person. Das sind pro Tag etwa 300 Tote.

      Zum Schluss noch meine persönliche Einschätzung was die Springer treibt

      Bist Du BASEer?
      Bist Du wenigstens Fallschirmspringer?
      Nein?
      Vermutungen (und schon gar nicht über die Beweggründe anderer) sind hier in diesem Forum nicht erwünscht. Das ist beim Spiegel üblich (noch schlimmer, das dann auch noch als Tatsache hinzustellen, a la „Merkel wollte…“)
      Wenn Du schreibst, was Dich als Springer zum Springen bewegt, gerne.

      Und was verantwortungslose Väter betrifft, die gibt es wohl auf vielen Gebieten. Möchte gar nicht anfangen, da aufzuzählen.
      Wenn Du jeden Extremsportler als verantwortungslos gegenüber seiner Familie siehst, dann müssten auch die Deutschen „Helden“ wie Michael Schumacher etc in der Kritk stehen.

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  13. jogo 12. September 2016 / 12:03

    Noch ein Versuch:
    Was hat Rauchen, Autorennen und andere verantwortungslose Väter mit BASE zu tun?

    Meine „Vermutung“ deckt sich mit Aussagen von Springern, Psychologen und auch Ihnen: „Dass BASEer um des Sprunges willen (wenn Du unbedingt willst, des Kickes wegen springen, auch.) “

    Ich habe meine Meinungsäußerungen mehrfach ausdrücklich als solche gekennzeichnet und keinesfalls als Tatsache hingestellt.

    Ich mache selbst auch gefährliche Sachen (kein Fallschirmspringen oder BASE) und vielleicht halten mich manche Menschen deswegen für verantwortungslos. Ich bin mir dessen bewusst, mache es aber trotzdem. So sind Menschen.
    Rausreden auf andere Gefahren des Lebens oder elitäres Gehabe („…zweidimensionale Plattwesen…“, „…Dahinvegetieren, was der Großteil der Menschheit wohl als “Leben” sieht…:“ ) sind Selbstbetrug.

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    • Helga Kleisny 12. September 2016 / 13:02

      Was hat Rauchen, Autorennen und andere verantwortungslose Väter mit BASE zu tun?

      Risiko und das bewusste In-Kauf-Nehmen von Gefahr lässt sich nur im Vergleich beurteilen.
      Es ist sicher Hirnrissig (und führt ab einer gewissen Höhe mit Sicherheit zum Tode), einfach so aus dem Fenster zu springen. Trotzdem, wenn es im Raum brennt und kein anderer Ausweg mehr da ist, ist es vielleicht die einzige Chance, gering zwar (vielleicht steht ein Auto unten oder etwas anderes das bremst), doch noch zu überleben.
      Verantwortungslose Väter gibt es überall, BASEer sind nur eine Schnittmenge aus der Gesellschaft. Das hat aber nichts generell mit BASE zu tun. Wurde aber von einem Kommentator in Zusammenhang gesetzt und angekreidet.

      Meine „Vermutung“ deckt sich mit Aussagen von Springern, Psychologen und auch Ihnen: „Dass BASEer um des Sprunges willen (wenn Du unbedingt willst, des Kickes wegen springen, auch.) “
      Ich habe meine Meinungsäußerungen mehrfach ausdrücklich als solche gekennzeichnet und keinesfalls als Tatsache hingestellt.

      Das Unterstellen von Gedanken, oder Gründen für die Handlungen anderer ist nicht zulässig. Und schon gar nicht von Toten! Egal, ob Meinung oder nicht.

      Ich mache selbst auch gefährliche Sachen (kein Fallschirmspringen oder BASE) und vielleicht halten mich manche Menschen deswegen für verantwortungslos. Ich bin mir dessen bewusst, mache es aber trotzdem. So sind Menschen.

      Genau. Und deshalb würde ich niemals Ihren oder den Lebensstil anderer, der den Einsatz von Risiko betrifft, ankreiden oder Sie deshalb maßregeln. Das geht mich schlicht und einfach nichts an. Und deshalb waren viele der Kommentare hier mehr als überflüssig.

      Rausreden auf andere Gefahren des Lebens oder elitäres Gehabe („…zweidimensionale Plattwesen…“, „…Dahinvegetieren, was der Großteil der Menschheit wohl als “Leben” sieht…:“ ) sind Selbstbetrug.

      Zweidimensionale Plattwesen ist ein (gängiger) Ausdruck aus der Physik, weil es für uns Menschen eben schwierig ist, sich ein Wesen vorzustellen, das sich nur in zwei Dimensionen bewegen /leben kann.

      Dahinvegetieren impliziert, zu leben, weil man eben geboren wurde und nun am Leben hängt. Im Gegensatz zu: Ich entscheide mich bewusst bei jedem Sprung/jeder Aktion durch das Aktivieren meines Schirmes erneut, dass ich leben, weiterleben, möchte. Das ist ein gravierender Unterschied, den vermutlich nur diejenigen nachvollziehen können, die das eben bewusst tun.

      Das Leben ist lebensgefährlich. Es endet immer mit dem Tod.
      “Gefährlich” und der Einsatz von Risiko lassen sich immer nur im Vergleich beurteilen. (Genauso wie groß, dick, dünn oder sogar Farben. Aber das führt zu weit.) Siehe oben.

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  14. Helga Kleisny 12. September 2016 / 13:17

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