Werbung und Technik

maleranzugLinks ist ein Ausschnitt aus einer ganzseitigen Werbung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Was die Dame im Maleranzug und Vollvisierhelm mit effizientem Heizkosten sparen zu tun hat, ist mir schleierhaft. Warum sie mit einem weißen (Maler?)Anzug, Gummihandschuhen und schwarzen, lockeren Riemen an ihrer Vorderseite, unglücklich dreinschauend auf dem Sofa sitzt, erschließt sich mir nicht.

marsanzugNur zur Erinnerung: So sieht ein NASA-Raumanzug aus. Damit hat die Bekleidung des Fotomodells oben aber nun wirklich nichts gemein. Und das Centerfold des P. M. Magazins auf dem Sofa kann weder Effizienz, noch Fachwissen, noch die Kompetenz eines Astronauten vermitteln.

Mich würde nur noch interessieren, wieviel Geld die Agentur für diesen Humbug erhalten hat.

 

Und es geht munter weiter:

kabinesturztDie Unschärfe im Werbebild für das österreichische Bundesland Tirol liegt in der Anzeige, nicht an meinem Scanner. Sie soll veilleicht Schneetreiben suggerieren?

Meine erste Anmutung ist, dass da eine Passagiergondel abstürzt. Bei genauerem Hinsehen (falls sich wer die Zeit dazu bei diesem tristen Bild nimmt) ist es wohl ein Schi-Sessellift.

Sieht trotzdem recht ungemütlich, kalt, unbequem und nicht einladend aus. Aber es gibt ja auch genug Touristen im schönen Tirol, vielleicht möchte man nur weitere von einem Besuch abschrecken.

 

mullsammel

 

Das rechts hier ist ausnahmsweise keine Werbung, sondern soll Sinn und Unsinn einer Spiegel-BU aufzeigen. BU steht für Bildunterschrift und dient im Journalismus normalerweise dazu, Menschen, Dinge, Orte… im Bild zu erwähnen; Zusatz-Informationen zu liefern, die so aus dem Bild nicht erkenntlich sind. Eine BU darf jedoch nicht dazu eingesetzt werden, den Inhalt des Bildes zu verfälschen.

Nun würde vermutlich jeder, gefragt, was auf dem Bild zu sehen ist, antworten: Da leert ein Mann eine Tüte aus. Genau. Er kippt weiteren (Plastik-)Müll auf die Deponie. Ein Sortieren des Mülls, wie in der Bildunterschrift vorgeschlagen, kann ich da nicht erkennen. (Bild aus: Der Spiegel 39/2016, Seite 110).

Und nun munter weiter zum Text (Der Spiegel 40/2016, Seite 75):

Da schreibt die Autorin:

So wie Heinrich Weiss…irgendwann wusste, dass seine Karriere als Rennfahrer zu Ende war.…Mitte 50 merkte er, dass seine Reflexe nachließen. …Heute sitzt Weiss nur noch am Steuerknüppel seines Helikopters.

Am Steuerknüppel eines Helis zu sitzen, ist das nicht furchtbar unbequem?

Ernsthaft: Glaubt die Autorin tatsächlich, dass man Helikopter so nebenbei, so locker mit nachlassenden Reflexen, wenn es fürs im-Kreis-Fahren nicht mehr langt, fliegen kann? Oder war das ironisch gemeint?

49 Gedanken zu “Werbung und Technik

  1. RPGNo1 10. Oktober 2016 / 11:04

    *Ironie an*
    Wieso, fliegt der Helikopter denn nicht von alleine? Der Airbus tut es doch auch! Was ist schon der Unterschied zwischen einem Flugzeug und einem Helikopter? Beides hat gefälligst in der Luft zu sein und von A nach B zu fliegen.
    *Ironie aus*
    🙂

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  2. roel 10. Oktober 2016 / 11:18

    @Helga Kleisny Das Bild mit den Plastikflaschen ist auch hier zu finden:

    http://images.google.de/imgres?imgurl=http://66.media.tumblr.com/814b4d9fa6a9f851859aefcc8264f215/tumblr_nz544bmq1O1r9jzs2o1_1280.jpg&imgrefurl=http://afp-photo.tumblr.com/page/54&h=665&w=1000&tbnid=43Dcgd8gJxPGwM&tbnh=183&tbnw=275&usg=__9CyZjZhmbIdKVrfe7usjHUTl5yA=&hl=de&docid=fNjgXil2rlsaqM

    „CHINA, BEIJING : This photo taken on September 17, 2015 shows a Chinese labourer sorting out plastic bottles for recycling in Dong Xiao Kou village, on the outskirt of Beijing. China is the world’s biggest emitter of the greenhouse gases that cause climate change, and a crucial player in the global gathering finishing on December 11 in Paris, where nations have been trying to thrash out a plan to limit dangerous global warming. The 195-nation UN climate rescue talks in the French capital have been billed as the last chance to avert worst-case-scenario climate change impacts: increasingly severe drought, floods and storms, as well as island-engulfing rising seas. AFP PHOTO / FRED DUFOUR “

    Das Sortieren, kann daran erkannt werden, da es sich bei dem Müll ausschließlich um Kunststoffflaschen handelt. In diesem Fall um PET-Flaschen. PET-Flaschen und seperat davon die Flaschenverschlüsse sind mit die am meisten und am besten recyclebaren Kunststoffabfälle.

    Der Spiegel hat die Bildunterschrift zwar verkürzt, aber nicht verfälscht.

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    • Helga Kleisny 10. Oktober 2016 / 13:05

      Noch schlimmer:
      Der Spiegel hat eine Agenturmeldung abgeschrieben und gekürzt.
      Dadurch wird diese nicht richtiger.
      Der Mann kippt einen Sack (Neudeutsch Tüte) aus und sortiert nicht. Guckt doch bitte einmal genau hin und schaut, was auf dem Bild zu sehen ist.

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  3. Lercherl 10. Oktober 2016 / 12:08

    Was soll daran unbequem sein, am Steuerknüppel zu sitzen? Er sitzt ja nicht auf dem Steuerknüppel.

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  4. Robert 10. Oktober 2016 / 12:26

    Man sollte mal herausfinden, was Sinn und Zweck dieser Werbekampagne ist. Ein anruf genügt.

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    • Helga Kleisny 10. Oktober 2016 / 12:55

      Sinn und Zweck einer Werbekampagne, dass der Umworbene ANRUFEN muss um die Werbung zu verstehen?

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  5. Robert 10. Oktober 2016 / 13:13

    Helga,
    wahrscheinlich sollen wir den Sinn finden. Dann wäre auch der Forschungsminister/in sicher, dass „seine“ Absicht in der Öffentlichkeit Akzeptanz findet. ??
    Eigentlich zu tiefst demokratisch.

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  6. tomtoo 10. Oktober 2016 / 13:19

    Ich glaube da verrennst du dich ein bischen.
    Wenn ich einen kleinen Haufen von PET Flaschen auf einen grossen Haufen von PET Flaschen schütte, dann ist das doch durchaus Sortieren oder nicht ?

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    • Helga Kleisny 10. Oktober 2016 / 13:23

      nein, das ist den Plastikmüllberg weiter vergrößern. Auf dem Müllberg (= im Foto) hat er nichts sortiert/geordnet.
      Sortieren ist Ordnung in etwas bringen und damit das Gegenteil von Müll/Chaos vermehren. Und das ist auf dem Foto nicht zu sehen.

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  7. roel 10. Oktober 2016 / 13:43

    @Helga Kleinsny Also, auf dem Bild ist ein Haufen PET-Flaschen, die vorsortiert sein müssen, denn in dieser Menge, Sortenreinheit und Markenvielfalt findest du sie auf keiner Deponie. Der Mann in Arbeitskleidung schüttet weitere PET-Flaschen zu dem Haufen. Offensichtlich werden hier PET-Flaschen für das Recycling gesammelt.

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    • Helga Kleisny 10. Oktober 2016 / 13:47

      Genau.
      Die Flaschen werden auf der Deponie gesammelt; hingeworfen; sie sind jedenfalls da.
      Das ist auf dem Bild zu sehen.
      Und kein Sortieren eines Mannes von irgendwas. Das ist einfach nicht im Bild. Punkt.

      Ich wünsche mir mündige Leser, die selber hinsehen, Dargebotens hinterfragen und nicht alles vorgekaut konsumieren.

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  8. RPGNo1 10. Oktober 2016 / 13:49

    Ähem, ich muss Helga Kleisny zustimmen. Ich sehe auch nur einen Mann, der einen Sack Flaschen auf einen weitaus größeren Haufen Flaschen kippt. Klassische Müllentsorgung halt.
    Wenn das ein erklärendes Bild zum Müllsortieren sein soll, dann ist das Beispiel ganz schlecht gewählt. Ich vermute mal, eine einfache Google-Suche würde weitaus bessere Symbolbilder hervorbringen.

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  9. kari90 10. Oktober 2016 / 13:57

    Sorry, eigentlich lese ich ja gerne deine Beiträge. Bei diesem hier verstehe ich – bis auf das erste Bild, den Sinn dahinter sehe ich auch nicht – deine Aufregung nicht wirklich.

    Ja Skifahren in Österreich im Sessellift ist nicht immer bequem und es ist kalt 😉 Ob man damit jetzt mehr Leute anregt zu kommen, das bezweifle auch icht. Aber es werden deswegen auch bestimmt nicht weniger kommen bzw. wer nicht weiß, dass das Wetter nicht immer perfekt ist und es im Winter in Österreich kalt sein kann, der sollte vielleicht auch gar nicht kommen. Beschweren wir uns nicht viel zu oft darüber, dass die Werbung immer nur die schönen Seiten der Produkte vermittelt?! Diese ist wenigstens etwas ehrlicher – wenn auch sicherlich nicht gut gemacht.

    Bei dem Müllbild muss ich auch den anderen zustimmen. Was würde das Bild eines chinesischen Arbeiters der aus einem kleineren Haufen Plastikmüll Flaschen aussortiert, denn bei den Menschen bewirken?! Der Haufen in dem er herumwühlt wird bestimmt nicht so immens sein und das Bild bei den Menschen somit nicht die gleiche Wirkung erreichen. So regt es ein wenig zum Nachdenken an. Wie groß muss wohl der Müllberg sein von dem die Flaschen ursprünglich kamen? Das regt vielleicht dazu an selber ein wenig zu recherchieren und sich damit auseinanderzusetzen.

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    • Helga Kleisny 10. Oktober 2016 / 14:01

      hmm. Was genau war nun der Sinn einer Werbung; = des Geldausgebens des Auftraggebers?

      es werden deswegen auch bestimmt nicht weniger kommen bzw. wer nicht weiß, dass das Wetter nicht immer perfekt ist und es im Winter in Österreich kalt sein kann, der sollte vielleicht auch gar nicht kommen.

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  10. tomtoo 10. Oktober 2016 / 14:19

    Was soll er denn machen ? Eine Cola Dose von 2 PET Flaschen aussortieren ? Er schüttet PET auf PET. Wenn ich eine riesige Kohlenhalte habe und schütte eine LKW Ladung Kohle drauf, ist das ja auch sortieren. Ob ich jetzt Briefmarken nach ihrer grösse,wert.
    ,ort anordne ist doch nicht relevant. Sortieren ist halt eine Gruppe mit bestimmten Eigenschaften zu bilden.
    So wie du Anfänger und Profis sortierst. Und wenn es ein Sack voll Profis ist den du auf einen Berg voll Profis schmeisst ist es halt sortieren. 🙂 kein Streit

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    • Helga Kleisny 10. Oktober 2016 / 14:26

      Wir entfernen uns vom Thema = der Sinne eines Bildes und seines Bildtextes.

      ———————–

      Und wenn es ein Sack voll Profis ist den du auf einen Berg voll Profis schmeisst ist es halt sortieren.

      Nein ist es nicht, egal wie oft das einer behauptet, es wird nicht korrekter.

      Sortieren ist, wenn ich aus d dann a und b und c aussuche, den ganzen Schmodder d in a, b und c teile.
      Sammeln ist, wenn ich zu a noch b und c hinzufüge, sodass die Summe d ergibt.

      Das eine ist Ordnung schaffen, das andere, die vorhandene Sammlung vergrößern.

      Das Ganze nennt sich logisches Denken im Gegensatz zu ungefiltert nachkauen.

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  11. roel 10. Oktober 2016 / 14:22

    @Helga Kleisny und RPGNo1
    Seht Ihr außer PET-Flaschen etwas anderes auf dem Haufen? Wenn es sich einfach um Müll oder eine Mülldeponie handeln würde, wären dort Tetrapacks, Gläser, Dosen, anderer Abfall. Zu sehen sind aber nur PET-Flaschen, deren Labels und Verschlüsse. Es sind auch keine weiteren neudeutschen Tüten zu sehen. In dieser Reinheit sammelt man nur zur weiteren Verwertung nicht zur Verbrennung oder Entsorgung.

    „Ich wünsche mir mündige Leser, die selber hinsehen, Dargebotens hinterfragen und nicht alles vorgekaut konsumieren.“ Dann bin ich hier ja genau richtig.

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    • Helga Kleisny 10. Oktober 2016 / 14:32

      In dieser Reinheit sammelt man

      Man sammelt.

      Genau: Und auf dem Bild ist zu sehen, wie ein Mann den Sammelberg weiter vergrößert.

      Es sind auch keine weiteren neudeutschen Tüten

      Es geht auch nicht darum, was auf dem Bild nicht zu sehen ist, sondern was zu sehen ist.
      Es gibt auch keine Elefanten, keine Babys, keine Flugzeuge, oh da fehlt noch eine Menge…

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  12. kari90 10. Oktober 2016 / 14:29

    @Helga #14:

    Tja das sollten auch die hinterfragen, die das Geld ausgegeben haben. Klar bei Ministerien ist es ja auch wirklich mehr als berechtig. In dem Fall wird ja vom Tourismusverband viel Geld hineingesteckt. Gerade beim Marketing habe ich wahrscheinlich einfach schon resigniert und hinterfrage die Sinnhaftigkeit daher schon länger nicht mehr. Da ist mir so eine ehrliche Werbung vielleicht schon wieder sympathisch, da ich sonst nur die ganze Lügerei der Marketingwelt mitbekomme – also wie weit Werbung und Realität gerade bei der Technik oft voneinander entfernt liegen (wie du ja auch schon beim Astronautenanzug hingewiesen hast). Als Techniker kämpft man ja oft genug gegen diese Schein-/Phantasiewelt der Werbung an, da Produkte an denen man mitentwickelt nie so ehrlich verkauft werden, wie es einem selber halt lieber wäre.

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  13. Dwon 10. Oktober 2016 / 14:34

    Finde die Bildunterschrift beim Müllberg sehr irreführend. Liest sich wie „Unterbezahlte arme Sau (=chinesischer Arbeiter) muss Plastikflaschen sortieren.“. Dabei soll es wahrscheinlich heißen „Auch in China wird der Müll im großen Stil getrennt.“.

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    • Helga Kleisny 10. Oktober 2016 / 14:36

      na endlich. Das wäre eine gute, passende, inhaltlich korrekte Textzeile.

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  14. roel 10. Oktober 2016 / 14:37

    @Helga Kleisny “ Und auf dem Bild ist zu sehen, wie ein Mann den Sammelberg weiter vergrößert.“ Ja, mit sortenreinen PET-Flaschen. Die bekommt man in dieser Menge nur durch Aussortieren.

    Eine Frage: Was meinst du, warum dieser Mann den PET-Flaschenberg vergrößert und was später mit diesem Berg geschieht?

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    • Helga Kleisny 10. Oktober 2016 / 14:41

      Die bekommt man in dieser Menge nur durch Aussortieren.

      Sicher, aber das ist im Bild nicht zu sehen.
      Die Platte hat einen Sprung…

      was später mit diesem Berg geschieht?

      Das wäre so eine der interessanteren Fragen, deren Beantwortung mich auch interessieren würde. Bleibt der Müllberg einfach so, bis die „Natur“ darüber wächst?

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  15. Markus 10. Oktober 2016 / 14:38

    Ich schätze, jeder der mal ein Foto mit einer Kamera gemacht hat, die nicht in einem Handy steckt, kann ein unscharfes Bild eines Sessellifts mit dem Spruch „So nah, so fern“ verknüpfen.

    Vielleicht soll die Werbung einfach auch nur Leute ansprechen, die in der Lage sind, diese Transferleistung zu erbringen. Das kann gerade im Wintersport-Sektor schon wichtig sein. Wer mit der Werbung nichts anfangen kann, zählt Möglicherweise auch zu den Hohlbirnen, die sturzbetrunken ohne jedes Gefühl für Verantwortung die Gesundheit anderer Menschen auf der Piste gefährden. Und Menschen, die so viel im Kopf haben, dass sie eine Werbung, bei der man ein bisschen um die Ecke denken muss ,ansprechend finden sind vielleicht auch so klug, nicht betrunken auf die Piste zu gehen. Das nennt man wohl Zielgruppengerechte Werbung. Die *soll* nicht jeden ansprechen. Bestes Beispiel hierfür dürften Plakate mit Rätseln sein, mit denen die passenden Bewerber in ein Unternehmen gelockt werden sollen. Alle, die damit nichts anfangen können, will man überhaupt nicht erreichen.

    **off topic gestrichen, hkl**

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    • Helga Kleisny 10. Oktober 2016 / 14:47

      Den Bezug zwischen besoffenen Schifahrern und schlechter Werbung kann ich nicht nachvollziehen.

      Mich hat die Werbung einfach simpel abgetörnt obwohl ich viele schöne Schifahrer-Wochen in den Bergen Tirols erlebt habe.

      Aber wie schon im Beitrag vermutet und auch von Dir nun suggeriert, vielleicht soll die Werbung ja Besucher abschrecken. Dann hätte sie ihren Zweck und ihren Geldeinsatz erfüllt.

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  16. tomtoo 10. Oktober 2016 / 14:41

    Ok ich glaube jetzt zu verstehen was du meinst.
    Den Unerschied zwichen dem Sammelprozess als solches und dem implizierten Sortierprozess der vorrausgegangen ist. Oder ?

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  17. roel 10. Oktober 2016 / 15:11

    @Helga Kleisny “ Bleibt der Müllberg einfach so, bis die “Natur” darüber wächst?“

    Auch, wenn du meinst, die Platte hat einen Sprung: Was du auf dem Bild siehst sind PET-Flaschen. PET-Flaschen können im großen Stil recycled werden und das wird auch getan. Andere Kunsstoffverpackungen (z.B. Käseverpackung) oder sogenannte Mischverbunde (z.B. Milchtüten, Tetrapacks) können nur mit erheblichen Aufwand recycled werden und die landen dann normalerweise bestenfalls im thermischen Recycling (als Energiequelle) schlechtesen Falls in den Weltmeeren.

    Da du auf dem Bild ausschließlich PET-Flaschen siehst, müssen diese aussortiert worden sein. Aussortieren kostet Geld. Warum sollte jemand Geld investieren, um dann die Natur darüber wachsen zu lassen? Das wäre eine sehr kurzfristige Geschäftsidee.

    Viel sinnvoller ist es diese sortenreinen PET-Flaschen über mehrere Verarbeitungsschritte von Ihren Verschlüssen und Labels zu trennen, zu säubern und zu PET-Granulat zu verarbeiten, welches als Recyclat in die Herstellung z.B. neuer PET-Flaschen oder z.B. neuer Käseverpackungen einfließt. Damit kann man Geld verdienen. (Nicht ohne Grund stehen in Deutschland bei fast jedem Supermarkt und Discounter die PET-Flaschenrücknahmeautomaten). Wenn du also solche Berge aus vorsortierten PET-Flaschen siehst, sind diese für das Recycling vorgesehen. Abfallvermeidung ist sicher die beste Lösung, Abfallrecycling aber bestimmt die zweitbeste.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Es ist kein Müllberg, sondern ein Berg Rohstoffe der da aus vorsortierten PET-Flaschen angehäuft wird.

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    • Helga Kleisny 10. Oktober 2016 / 15:24

      Wir bewegen uns in Richtung off-topic des ursprünglichen Beitrages (ein Bild und sein Text dazu):
      Danke für die Infos.
      Aber wo sind die journalistischen Beweise, dass dieser Müllberg weiterverwertet wurde/werden wird?
      Dass es so sein kann, ist die eine Sache.
      Mich interessieren Tatsachen; nicht Vermutungen, was geschehen könnte.

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  18. PeterD 10. Oktober 2016 / 15:35

    Bild 1: Glückwunsch! Vor allem die Sternenkarte macht sich besonders gut.

    Solche „grandiosen“ Ergebnisse sind meist eine Kombination aus Schnapps-(alternativ auch Koks-) Ideen, wenn es schlimm ist, kommen noch die nie ausgelebten (zurecht) Kreativitätsschübe des Auftraggebers, der sich endlich mal verwirklichen kann. Kommt ein mieses Budget dazu, ist die Katastrophe perfekt. Quasi Werbealltag. Tirol fällt in die gleiche Kategorie, nur müssen da mehr Drogen im Spiel gewesen sein.

    Was den Heli und die Reflexe betrift – naja kommt schon etwas darauf an, ob es gerade um einen Volocopter geht oder sowas hier:

    Wobei ich zustimmen würde, dass sich bei der Autorin keine Ironie zufällig eingeschlichen hat 🙂

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  19. RPGNo1 10. Oktober 2016 / 15:57

    @rolak

    Lange Rede, kurzer Sinn: Es ist kein Müllberg, sondern ein Berg Rohstoffe der da aus vorsortierten PET-Flaschen angehäuft wird

    .
    Aber wo ist auf dem Bild der Sortierprozess zu sehen, von dem die Bildunterschrift spricht?

    Vielleicht hilft ein Gegenbeispiel: Wenn auf dem Foto ein Arbeiter zu sehen wäre, der in der einen Hand einen Sack Blechdosen und in der anderen ein Sack PET-Flaschen hält und diese auf getrennte sortenreine Müllberge ausschüttet, dann kann man von Sortieren sprechen. Auf diesem Foto bleibt es jedoch bei ein schlichten Vergrößerung eines bereits existierenden Müllbergs, sortenrein hin oder her.
    Ergo eine ungenaue Bildunterschrift, da beißt die Maus keinen Faden ab.

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  20. roel 10. Oktober 2016 / 16:31

    @RPGNo1 nicht rolak.

    „Aber wo ist auf dem Bild der Sortierprozess zu sehen, von dem die Bildunterschrift spricht?“

    Hm, das Problem ist, dass hier nur ein einziges Bild ist. Deshalb, denke ich, ist es mit der Bildunterschrift erklärt. Ich hatte auf die afp-photo.tumblr-Seite verlinkt, wo die original Bildunterschrift zu lesen ist. Spiegel verkürzt, Verkürzungen haben weniger Informationsgehalt. Das ist schon klar. Trotzdem kann ich ein Sortieren erkennen, weil als Ausgangspunkt ein oder mehrere Müllhaufen gewesen sein müssen und jetzt nur noch ein Haufen PET-Flaschen.

    Ich hatte auf 2 Filme verlinkt, wo der gesamte Prozess zu sehen ist. Die wurden hier leider nicht freigegeben.

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    • Helga Kleisny 10. Oktober 2016 / 16:51

      Der Spiegel-Leser hat auch keine 2 verlinkten Filme zum Begutachten.

      (Zudem sind Links in den Kommentaren äusserst unerwünscht, weil ich keine Verantwortung für irgendwelche externen Seite übernehme.)

      Wir bewegen uns erneut off-topic. Off-topic wird nicht veröffentlicht.
      Der Herstellungsprozess von Petflaschen uä ist hier nicht das Thema, sondern das Urspungsbild.
      Bitte haltet Euch an die Regeln!

      Wir drehen uns auch langsam im Kreise. Man kann logisches Denken nicht in Menschen hineinprügeln. Wer es nicht verstehen will oder kann, soll halt so glücklich werden. Meinen Ansprüchen genügt es nicht.

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  21. PeterD 10. Oktober 2016 / 16:51

    Vielleicht kann man ja einfach mal konstatieren: der Mensch schüttet drauf. So lässt das Bild erkennen. Sortieren wäre wohl eher der umgekehrte Prozess.

    Und wenn es schon SpON ist: Der Hang zum Kalauern in den Überschriften („Melken ist Muhsahl“ – hab ich mir eben ausgedacht, aber das ist die Richtung) ist schier unerträglich.

    Können wir wieder über Fliegen und so?

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  22. roel 10. Oktober 2016 / 17:15

    @Helga Kleisny „Wir drehen uns auch langsam im Kreise. Man kann logisches Denken nicht in Menschen hineinprügeln.“

    So ist es wohl.

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  23. PeterD 10. Oktober 2016 / 18:03

    @Markus, #24, Du schreibst:
    „Vielleicht soll die Werbung einfach auch nur Leute ansprechen, die in der Lage sind, diese Transferleistung zu erbringen.“

    Gar nicht so schlecht, der Gedanke, aber sei versichert, wenn, dann ist das extrem mies umgesetzt. Oder volle ironische Absicht, diesen bergungsähnlichen Schnappschuß aus einer gefühlten BILD-/Kronenzeitung. Dann noch das „philosophische“ im Text. Sowas macht man mal als Schüler-Projektarbeit. Oder man wäre wieder bei den angesprochenen Misslichkeiten in der Werbebranche.

    Aber vielleicht arbeiten ja jetzt Schüler als Praktikanten beim Tiroler-Tourismusverband, und haben eine AG Werbung und die Chefs freut es. 🙂

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  24. tomtoo 10. Oktober 2016 / 18:30

    Ich stelle mir das gerade beim Meister Eder so vor:
    Eder: „Du sammelst mal bitte alle 5’er Muffen da auf einen Haufen“
    Lehrling: „Soll ich Sie vorher sortieren ?“
    Eder „??????“
    Kleiner Scherz 🙂

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  25. RPGNo1 10. Oktober 2016 / 21:19

    @roel

    @RPGNo1 nicht rolak.

    ‚tschuldigung, Roel, war keine Absicht.

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  26. enrico 10. Oktober 2016 / 21:19

    @33 logischesDenken:
    Ich denke es geht hier nicht um Logik, sondern darum wie der Begriff „sortieren“ verstanden wird. Wenn ich meine Schräubchen sortiere, kann man fast alle relevanten Arbeitsabläufe in einem Bild festhalten: eine in die Hand nehmen, ansehen, klassifizieren, in das richtige Döschen geben. Wenn ich allerdings einen riesigen Müllberg zu sortieren habe, kann man immer nur einen Teil der Tätigkeit in einem Bild darstellen, und das Werfen der Schrauben in das Döschen=Entleeren eines aussortierten Sackes auf eine Haufen gehört nun mal zum Sortieren.

    BTW die Tirol-Werbung erinnert an Humanic.

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    • Helga Kleisny 10. Oktober 2016 / 21:45

      Danke.

      Ich würde mich gerne PeterD anschließen und das leidige Müllthema hiermit beenden.
      Es ist alles von allen Seiten genügend beleuchtet worden. 😉

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  27. Laie 10. Oktober 2016 / 22:57

    Nichts sagende oder unsinnige Bilder ohne oder mit falschem Bezug zum Text und ohne jeglicher sinnvoller Aussage (Text + Bild ) ist ein interessantes Geschäftsmodell.
    Paradox, dass das funktioniert dafür Geld zu bekommen.

    Oder hängt es mit dem Phänomen zusammen, dass Firmen immer mehr Schrott liefern, nicht nur Werbeagenturen, auch ein Smartphone das brennt, ein Windows das nervt, sind auch gerade auffällige Beispiele.
    (Wo auch die Texte zum Inhalt garantiert nicht passen)

    Die Dame auf dem 1.Foto schaut für mich so drein, als müsste sie gleich mal aufs Klo. Das Tirol-Foto wurde wahrscheinlich 10.000 mal geöffnet und gespeichert, um die Bildverschlechterung zu bewerkstelligen.

    Die Poposteuerung des Helikopters finde ich hingegen recht originell! 🙂

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  28. roel 11. Oktober 2016 / 12:51

    @Helga Kleisny Dann diskutieren wir mal nicht mehr über den Berg der Flaschen, die für das Recycling vorgesehen sind.

    Zum Werbebild für Tirol: Das Bild stellt keine Seilbahn dar, sondern deren Schatten. Aufgenommen von: Lisa Hör­te­rer betitelt mit „Liftschatten, Nauders“ und an anderer Stelle mit „Schattenspiel auf der Piste“.

    Dieses und weitere Poster, die, denke ich, teilweise besser für Werbezwecke geeignet sind, findest du wenn du nach „Ihr Tirol Poster“ suchst, vielleicht gleich als Bildsuche, dann hast du den schnellen Überblick.

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    • Helga Kleisny 11. Oktober 2016 / 12:55

      Nochmals:
      Meine Zeit ist begrenzt. Sehr begrenzt. Und wenn jemand möchte, dass ich davon etwas für seine Zwecke (Tirolwerbung) abgebe, muss er mich mehr „anmachen/interessieren“ als mit diesem Horrorfoto. Das – erneut – ermuntert mich nur zu schnellen Weiterblättern. Und mit Sicherheit nicht zum weitergoogeln zum Thema!

      Ein (ganzseitiges) Bild in einer Werbung muss ein Eyecatcher sein, etwas, das mich daran hindert, weiterzublättern, etwas, das mich neugierig macht. Und nichts, das ich so schnell als möglich überblättere.

      Das Bild stellt keine Seilbahn dar, sondern deren Schatten. Aufgenommen von:

      Interessant, aber soweit komme ich als Leser der Zeitung gar nicht. Nochmal, es ist Werbung, und nichts, wofür ich das Geld für das Magazin ausgegeben habe! Wie jeder andere Leser empfinde ich Werbung in einer bezahlten Zeitschrift als unangenehmes Beiwerk. Nichts, worauf ich gewartet habe und nichts, was ich eigentlich lesen oder sehen will!

      Wenn Werbung sich zu mir als Leser durchsetzen soll, dann muss da schon mehr dran sein als ein Bild mit einer hässlichen Anmutung, das einer dreizeiligen Erklärung bedarf.

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  29. Markus 11. Oktober 2016 / 22:22

    Kann es sein, dass diese ganze Diskussion hier nicht so recht gelingt, weil versucht wird, über Geschmack zu streiten? Die Autorin und einige weitere finden die Bilder doof und sind der Meinung, dass eine Bildunterschrift lediglich exakt das beschreiben sollte, was auf dem Bild unmittelbar zu sehen ist (dafür gibt es in html eigentlich das alt-tag, dessen Text für blinde Leser und Textbrowser eine alternative zum Bild darstellt). Und andere finden die Bilder halt ok und finden es in Ordnung, wenn eine Bildunterschrift das Bild in einen Kontext setzt, der nicht unmittelbar aus der Abbildung erkennbar ist.
    Ist halt so, muss man nix groß diskutieren. Oder bin ich da auf dem falschen Weg?

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    • Helga Kleisny 12. Oktober 2016 / 6:27

      nein, ich finde die Bilder an sich nicht „doof“.
      Es geht, wie von Anfang an beschrieben, um deren Einsatz, was sie bewirken sollen.

      Die Werbung, für die irgendwer viel Geld bezahlt hat, die komplett ins Leere führt.

      Es geht hier nicht um das Bild an sich, sondern um den Einsatz der besprochenen Sujets in der Werbung. Dass ein Hobbyfoto von einem Faschingsaufzug mit einem selbst hingepfriemelten „Raumanzug“ vielleicht im privaten Kreis witzig sein kann, ist etwas komplett anderes.

      Wirksame Werbung hat mit Geschmack nichts zu tun. Aber mit Wissen, wie meine Zielgruppe aussieht, was Anmutung und erster Eindruck sind, was Werbung bewirkt und so weiter. Das sollte man drauf haben, wenn man in einer Werbeagentur arbeitet.

      Desgleichen, was eine Bildunterschrift sein soll und nicht sein soll. Das ist Basisjournalismus. Und kein Wunschkonzert.

      Und zum Thema überflüssige Kommentare:
      Das ist halt so, bei Beiträgen mit 48 Kommentaren, dass da immer auch welche dabei sind, die nur der Aufwertung des Schreibers dienen sollen, frei nach dem Motto: ha es geht „nur um ein Foto“, habe ich auch schon gemacht, da kann ich doch auch meinen Senf dazugeben.

      Und damit ist die Diskussion hier zum Thema geschlossen.

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  30. astroklaus 11. Oktober 2016 / 22:53

    Zeit: ganz wichtiger Punkt!
    Natürlich kann man bei längerer Betrachtung der Bilder herausbekommen, was vermutlich gemeint sein sollte und mit ein wenig Recherche herausbekommen, in welchem Kontext sie stehen.
    Das ist aber schon für ein Aufmacherfoto in der Zeitung Blödsinn (wenn man mal darauf achtet: es ist gruselig, wie viele beliebige Fotos groß gebracht werden, die einen Informationsgewinn von 0 haben und insbesondere nichts zum darunter stehenden Artikel beitragen!).
    Für Werbung ist das die glatte Antithese (es sei denn vielleicht, das Bild ist so saublöd, daß man ins Grübeln kommt, wie bei dem „Astronautinnen“-Foto…

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