Preview: Frankfurter Buchmesse mit Virtual Reality

hockneyDavid Hockney ist sicher nicht jedermanns Fall als Künstler. Seine Präsentation bei der Eröffnungskonferenz zu seinem neuen, überdimensionierten Buch: A bigger Book war überraschend. Der Silver Drawer Hockney malt auf dem iPad und zeigte in genauen Einzelschritten, wie seine Bilder entstehen. Übermalt werden. Zu etwas neuem werden.

Das physische Werk (Auflage 250 Stück, Kosten: 4000 Euro) kann finanziell nur ein Flop werden. Wer hat Platz für so ein großes Buch außer einem Museum? Aber als Marketing Gag und taugt es allemal. Vielleicht ist es da gut investiertes Geld. Würde Hockney seine Präsentation als iPad App verkaufen, wäre das sicher auch finanziell der Renner.

Verschmitzt erklärt Hockney die Vorteile seiner Art zu Malen: „Man kann eine Farbe auch später immer exakt genau wiederherstellen, man kann übermalen, das Glas nimmt keine Striche als permanent an wie Papier und man hat immer genug Glas im Haus im Gegensatz zu Papier. Wer hätte gedacht, dass das Telefon Menschen wieder zum Zeichnen bringt.“

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In der Halle 3.0, in der früher die großen deutschen Verlage mit prunkvollen Ständen protzten, sind immer mehr Gemeinschaftsstände zu sehen. Und sogar Books on Demand (BOD) ist nun gleich neben dtv zu finden.

In den letzten Jahren hatten es bereits die Spiele- und Filmhersteller sowie das Selber-Publizieren als wesentliche Bestandteile auf die Buchmesse geschafft. Die einige Jahre sehr erfolgreiche, internationale Filmindustrie-Veranstaltung Storydrive ist leider nach Singapur abgewandert.

Der Nachfolger auf der Buchmesse heißt The Arts+

The Arts+ ist als Event für Kultur und Kreatives Business definiert. Also im weiteren Sinne thematisch auch Buch und mehr. Mit vielen Vorträgen, Diskussionen und der Preisverleihung des Global Illustration Awards am Donnerstag. Die Bilder sind von der Probe zur Tanzaufführung der Preisverleihung.

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nixNIX hat mir bisher nichts gesagt. Welche Schande. Da steht der berühmte belgische Illustrator und Comiczeichner (richtiger Name: Marnix Verduyn) aber drüber. Charmant erklärt er mir, dass Monster eben zu einer Veranstaltung wie der Buchmesse passen und dass er deshalb für das täglich auf der Buchmesse verfertigte Comicmagazin jetzt einen Tintenfisch zeichnet.

Und dann verweist er mich noch auf die Freifläche Agora. Da steht ein knallrosa Container, in dem man nach Betreten einer Gehirnwäsche unterzogen wird und sich in eine seiner beiden Erfolgscharaktere Kinky oder Cosy (zwei Schwestern, die mit ihrer eigenen schrägen Logik und Naivität alles ins Chaos stürzen) verwandelt.nix1

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Der Schreibtisch von oben, an dem ausgewählte Zeichner Material für die tägliche Zeitung liefern sollen.

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Und es geht für Zukunftstechnik-Liebhaber noch besser: Virtual Reality ist die neue Art, Geschichten zu erzählen.

VR ist dabei eher Erweiterung als Gegensatz zum gedruckten Buch zu sehen: Mit einer VR-Brille und Kopfhörern lassen sich beim diesjährigen Ehrengast Flandern & die Niederlande gleich drei virtuelle literarische Welten betreten: C.a.p.e. Drop-Dog (Halle 5.0 C89), kreiert vom Künstlerkollektiv CREW & Tonnus Oosterhoff ist die erste. Sie versetzt die Besucher mitten in zwei Kurzgeschichten des niederländischen Schriftstellers Tonnus Oosterhoff.

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Die Texte von Tonnus Oosterhoff liest man nicht im Sitzen. Mit der VR Brille wird der „Leser“ in eine 360 Grad Geschichte hineingezogen, die sich während des Gehens weiter entwickelt. Lesen der anderen Art.
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C.a.p.e. Drop Dog nennt sich die virtuelle Performance, die von der Brüsseler Live-Art Produktionsgemeinschaft CREW geschaffen wurde.

In der VR-Installation De Opera (Pavillon / Halle 4.1 Q66 / Halle 5.0 C89) von Daniël Ernst nimmt der Zuschauer an einer wundersamen Vorstellung aus dem Universum teil:  VR-Brille aufsetzen und schon erhält man einen Platz in einem Theatersaal und erlebt die „unmögliche“ Oper, deren Texte aus der Hand der flämischen Dichterin Maud Vanhauwaert stammen.

Out of Sight von Sara Kolster ist auf der Agora zu sehen. Die gezeichnete Virtual Reality-Welt entstand in Zusammenarbeit mit dem Schriftsteller Jaap Robben und versetzt die Zuschauer in die Köpfe von der neunjährigen Lena und ihren Vater.

IMG_1002Am Stand von Taiwan (Halle 4.0 D 50) verwandelt sich ein Bilderbuch in einen dreidimensionalen Raum. Mit dem Head-Mounted Display HTC Vive tauchen Betrachter in das neueste Werk von Jimmy Liao mit dem Titel All of My World is You ein und können mit den Figuren interagieren.

Am Messe-Freitag und -Samstag zeigt eine interaktive Produktpräsentation der KODAK Pixpro 360/4K Action Cam auf dem THE ARTS+ Runway (Halle 4.1 P53), wie 360° VR-Videos entstehen.

Beim Expert Talk sprechen VR-Experten wie Sven Häberlein (VR Producer/Film Director, CEO, Trotzkind GmbH), Michael Hooper (General Manager, Text International GmbH) und Arne Ludwig (Managing Director Headtrip und Vorsitzender EDFVR) über Potenziale und Möglichkeiten von Virtual Reality in Bezug auf die Kreativwirtschaft.

Am gesamten Messe-Wochenende können Besucher im THE ARTS+ Salon (Halle 4.1 Q109) in Kooperation mit dem Ersten Deutschen Fachverband für Virtual Reality (EDFVR) Filme, VR-Games und –Kunstinstallationen erleben.

googleZeit und Ort der VR-Veranstaltungen

19.-23. Oktober, ganztägig: C.a.p.e. Drop-Dog (Halle 5.0 C89), De Opera (Pavillon / Halle 4.1 Q66 / Halle 5.0 C89), Out of Sight (Agora), All of My World is You (Halle 4.0 D 50)
22.-23. Oktober, ganztägig: Virtual Reality im THE ARTS+ Salon Halle 4.1 Q109
21. Oktober, 12.30–13.15 Uhr: „Expert Talk“ im THE ARTS+ Salon Halle 4.1 Q109
21. Oktober, 14.30-15.00 Uhr und 22. Oktober, 11.15–11.45 Uhr: Kodak Action Cam, Halle 4.1 P53

 

Alle Bilder (c) Kleisny