Drohne für Menschentransport

Während die Welt den Ausgang der Wahl in den USA diskutiert – was hier NICHT Thema des Blogs ist – gibt es noch einen anderen Grund mit Interesse über den Teich zu schauen: Nach einem Bericht auf CNN (mit sehr guten Fragen des Kollegen Samuel Burke) zeigt dieses CNN-Video eine chinesische Drohne, die einen Menschen schnell von einem Ort zum nächsten transportieren kann.

Wer rund 200.000 bis 300.000 Dollar (zurzeit in etwa auch Euro) übrig hat, kann auf den Taxifahrer oder den Piloten verzichten und sich nach dem Eingeben des Zielpunktes ins Bord-Navi entspannt zurücklehnen.

Wer allerdings als FlugundZeit-Blog-Leser ein wenig weiter denkt und sich den Luftraum über LA oder auch dem Rhein-MainGebiet mit diesen Dingern in Massen vorstellt, kommt vielleicht eher ins Grübeln…

Das Video…

11 Gedanken zu “Drohne für Menschentransport

  1. gedankenknick 9. November 2016 / 10:29

    Von der Überlastung des Luftraums allgemein und den schon verhandenen, derzeit zum Glück noch recht seltenen – Fällen der Störung des Luftverkehrs durch Klein(st)fluggeräte abgesehen – gerade bei ±±±±±gestrichen+++++++(hkl) Regierung kommen mir da noch ganz andere Ideen; z.B. dass eine (eventuell geheimdienstliche) Behörde die Zielkoordinaten „meines“ Navi korrigiert, so ich mich mal „auffällig“ verhalten habe.

    ±±±±±gestrichen+++++++(hkl)

    Bei aller Freude über die Digitalisierung der Welt bekomme ich doch immer ein mulmiges Gefühl, wenn ich so sehe:
    – Windows 10 hat eine Standleitung nach Hause.
    – Tesla telefoniert alle Nase lang nach Hause.
    – Browser-Plugins telefonieren nach Hause.
    – Navis holen sich aktuellste Daten online „on demand“. (Und so wird es auch dieses Fluggerät halten. Wie kommt es sonst an Wetterdaten und koordiniert sich mit den Luftraum-Leit-u.Koordinierungsstellen?)
    – Demnächst telefoniert JEDES Auto ständig nach Hause – politisch verordnet…
    – Und alles wird durch Internetknoten geleitet, wo die Geheimdienste sitzen und ALLE Daten abgreifen (und vielleicht auch manipulieren).

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die komplette Rechen- und Datenpower dieser Drohne in ihr selber verbaut ist. Nicht, dass ich das Ding an sich und als Entwicklung nicht toll finden würde – nur frage ich mich, wer zahlungskräftig genug und gleichzeitig in dieser Welt (±±±±±gestrichen+++++++(hkl)) nicht paranoid genug ist, um so ein System zu (be)nutzen.

    Ich wiederhole hier mal mein letztes Statement in diesem Blog: Dass in derzeit zugelassenen (zivilen) Menschentransport-Fluggeräten eine „Fernsteuerung“ bewußt ausgeschlossen ist, hat seinen Grund – und das ist gut so! Ansonsten lohnt es sich, (nochmal) Orwells „1984“ oder auch Pawel Sudoplatows „Special Tasks“ (auf deutsch „Die Handlanger der Macht. Die Enthüllungen eines KGB-Generals“) zu lesen.

    ***gestrichen*** (hkl)

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    • Helga Kleisny 9. November 2016 / 10:40

      An alle:
      gerne heftig technisch, gesellschaftlich, inhaltlich diskutieren.
      Politische Aussagen oder Zuweisungen zu Regierungen und/oder Staaten haben hier keinen Platz.

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  2. gedankenknick 9. November 2016 / 15:12

    Eine erstgemeinte Frage unabhängig vom von mir sehr skeptisch betrachteten IoT:

    Bei aktuellen Hubschaubermodellen benutzt man den Autorotations-Effekt als Sicherheitsfunktion bei einem Totalausfall des Antriebs, und wenn ich richtig informiert bin muss jeder zugelassene (deutsche?) Berufshubschrauberpilot 1x pro Jahr das Beherrschen dieser Notsituation (“ Autorotationslandung“?) demonstrieren.

    Funtioniert eine Autorotationsladung bei obigen Flugsystemen theoretisch auch oder ist dies aufgrund der Größe und Menge der Rotoren eher unwahrscheinlich? Müßten dazu dann nicht auch die Rotoren vom Antriebsmotor entkoppelt werden, um zusätzliche Energieverluste (Induktion im Elektromotor) zu minimieren? (Ich habe dem verlinkten Video dazu keine Information entnehmen können. Auch eine Veränderbarkeit der Anstellwinkel der Rotorblätter konnte ich im Video und im obigen Bild nicht erkennen…)

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  3. tomtoo 9. November 2016 / 17:33

    Naja, Zentralcomputer gesteuert . Ausreichend Ausfallsicherheit vorausgesetzt. Warum nicht ?
    Start und Landeplatz abgesichert. Flug Korridore überwacht. Ist doch garnicht so utopisch.
    Sinn und Zweck anderes Thema.

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  4. nota.bene 9. November 2016 / 18:24

    @gedankenknick
    Ich nehme mal an, ein Rettungsfallschirm als Notfallsystem würde sich hier eher anbieten. Nach oben hin in das Ding ja „offen“.

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  5. Helga Kleisny 9. November 2016 / 19:12

    @nota.bene
    Wenn an einem Arm nur einer der beiden Rotoren (insgesamt sind es 2×4 = 8) ausfällt, übernimmt der andere den Auftrieb mit.

    Fallen an einem Arm beide aus, so ist das (folgende Flugverhalten) asymmetrisch/taumeln/unkontrolliert/instabil und würde zu einer Verwicklung (egal wie er aufgehängt ist) bei der Öffnung des Fallschirmes führen. Der Fallschirm braucht seine Zeit zum Auslösen und Öffnen.
    So etwas funktioniert bei Flächenflugzeugen, da sie auch nach einem Triebwerksausfall länger stabil fliegen.

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    • Uwe Nortmann 9. November 2016 / 20:09

      Um Personentransport oder Flug über Personen oder Kritischer Infrastruktur zuzulassen, müssen die Sicherhets-Kriterien der bemannten Luftfahrt erfüllt sein, d.h. Ausfall des Gesamtsystems bei 10exp-6. Mit welchen Mitteln das erreicht wird ist solange zweitrangig, wie es noch keine offiziellen Zulassungsbestimmungen für RPAS gibt.
      Der geschilderte Ausfall zweier Antriebe an einem der 4 Arme wäre tollerierbar, wenn sichergestellt ist, dass eine kontrollierte Landung sichergestellt ist. Bei entsprechender Leistungsreserven könnte der gegenüber liegende Antrieb zur Steuerung eingesetzt werden. Der Auftrieb müsste von den 2 symmetrisch arbeitenden Armen geliefert werden. Ein zusätzliches Rettungssystem würde den dreifach-Fehler abdecken ( Restrisiko)

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  6. tomtoo 9. November 2016 / 19:49

    Wie gesagt techinsch warum nicht ?
    Da stehen drei Flugtaxis, die Golden AX und ruckzuck von Flughafen zu Flughafen.
    Aber nicht für 8 Euro.
    Drohnen sind so sicher am Kommen wie es Flugzeuge oder Dampfschiffe zu ihrer Zeit gewesen sind.

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  7. gedankenknick 10. November 2016 / 9:48

    @tomtoo:
    Also in dem verlinkten Video hat der Entwickler/Promoter des System zur Streckenfindung folgendes gemacht:
    1) Sein Tesla-like Navi-Großbildschirm-Satellitenbild-Compi gestartet.
    2) Zwei (für mich völlig willkürlich aussehende) Wegpunkte markiert.
    3) Die Streckenberechnung dem Navi überlassen – für mich sieht es in dem Video so aus, dass es zwei mal eine schnurgerade Wegstrecke markiert. Spezielle „Landezonen“ waren für mich nicht zu erkennen. Macht ja auch keinen Sinn, das gute Stück soll ja in jedem Garten landen (denke ich), als Autoersatz.

    Also nichts mit „besonderer Flugkorridor(en)“. Nichts mit „Start- und Landeplatz abgesichert“. Kein Flugkorridor -> keine extra Überwachung.
    „Zentralcomputer gesteuert. Ausreichend Ausfallsicherheit vorausgesetzt.“ – Zentralcomputersysteme sind NIE ausfallsicherer als dezentrale Systeme – einfach weil nicht nur der Zentralcomputer selber ausfallen kann, sondern auch die Datenleitungen zum Terminal usw. Es müßten also im luftfahrtsinne mindestens 2 redundante Zentralcomputer an unterschiedlichen Orten vorhanden sein.
    Ich kann ich aus meiner eigenen Lebenserfahrung sagen: in 13 Jahren „dezentral“ fiel bei meinem Großhändler einen Tag das (ISDN-Protokoll-) Computerbestellsystem aus. Dann wurde es umgestellt auf „Internet, europaweit, zentral, Server in 1.500km Entrfernung“. In zwei Jahr gab es schon 3 Tage Totalausfall. Bei einem Zentralsystemen geht es meist um eines: Der Betreiber will sparen!

    Wobei ich denke, dass das gute Stück in D unter „Ultraleicht“ fallen dürfte. Wiki sagt dazu, dass ultraleichte Hubschauber in D (noch) unter „Luftfahrerschein für Privathubschrauberführer (PPL H)“ fallen, wogegen in den USA das Führen (so ich Wiki richtig verstanden habe) derzeit lizenzfrei erlaubt ist.

    @nota.bene & @Helga Kleisny
    An einen Fallschirm habe ich bisher nicht gedacht. Müsste dann ja ein System sein, welches raketengetrieben ausgeworfen und geöffnet wird, und welches über eine eigene Fluglageauswertung verfügt – ungefähr so wie ein militärischer 0/0-Schleudersitz – um Leinen-Rotor-Kontakt zu vermeiden. Technisch bestimmt umsetzbar (MartinBaker Mk.16 läßt grüßen), die Frage sind da wohl eher die Kosten.

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  8. tomtoo 10. November 2016 / 16:25

    @gedankenknick
    Mit Zentralcomputer meinte ich ein System das für die Koordination zuständig ist , nicht die Flugsteuerung als solches.
    Als ich das Gefährt gesehen habe, dachte ich nette Bastlerarbeit. Aber es ging mir um die Idee und die Umsetzbarkeit. Und wie gesagt warum nicht. Nischen gäbe es für so etwas bestimmt.

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