Das kleine Handgepäck

Weil die Airline sich weigerte, Gel Rodriguez mit einem Handgepäck von 9 Kilogramm Gewicht mitzunehmen, beschloss sie, 2,5 Kilogramm Kleidung davon anzuziehen. Damit lag sie nun sogar unter den geforderten sieben Maximalkilos für ihr Köfferchen. Siegessicher postet sie das Photo (links) auf ihrem Facebook Account.

Mehr als 17000 Likes erhält der Post. Online Medien feiern sie als „smart“ (klug). Das sind alles Leute, die zwar korrekt denken, für das Flugzeug bleibt das zu transportierende Gewicht konstant, aber das ist nur die halbe Miete.

Denn: Abgesehen von ihrem sicher sehr unbequemen Outfit macht es fürs Overhead Bin durchaus einen Unterschied, wie schwer ein Gepäckstück ist. Und wenn dann in einer Turbulenz, bei der sich das Flugzeug windet und biegt, sich die Gepäckfächer überm Kopf selbsttätig öffnen, dann wird derjenige, der das schwere Trumm auf seinen Kopf bekommt, sicher nicht mehr lachen.

Die Flugzeug-Innenausstattung ist auf ein bestimmtes Gewicht durchaus auch für Turbulenzen ausgelegt. Drücken aber deutlich mehr Kilos auf den Verschluss, öffnet sich dieser eben leichter oder es macht sich gleich die ganze Chose da oben selbstständig.

Turbulenzen, gerade bei Langstreckenflügen in großer Höhe, sind selten vorhersehbar. Üblicherweise sind dann die Passagiere auch angebunden (Fliegerjargon), pardon, angeschnallt, und somit nur begrenzt ausweichfähig, wenn die Fracht von oben runterknallt.

Man könnte auch weiter denken als die Nase lang ist. Manche Regeln haben durchaus ihren Sinn…

Oder noch besser: fordern, dass die Airlines mehr Gepäckraum in der Kabine für die Gäste bereitstellen. Aber das wäre eine andere Aktion.

Ein Gedanke zu “Das kleine Handgepäck

  1. 2xhinschauen 14. Oktober 2019 / 17:42

    In wenigen Fällen zählt das Gesamtgewicht dann doch 😉 Das eine Mal, als ich in Neuseeland war, ging der Rückflug via Nordamerika 13 1/2 Stunden lang fast nur über Wasser. Am Checkin waren die sehr gewissenhaft beim Wiegen von Koffern und Handgepäck, und Umpacken wurde nicht geduldet (da liefen Aufpasser/innen vor den Schaltern herum!). Auch Umziehen nur sehr begrenzt.

    Auf den Kurzstrecken könnte man doch tatsächlich mehr Gepäckraum in der Kabine schaffen, z.B. statt einer Sitzreihe ein kleines Gepäckabteil. Den Platz müssten die natürlich verkaufen (wer’s eilig hat…), und zusätzlich sparen sie die Abfertigungsgebühren *kopfkratz

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