Weltraummüll wird anerkanntes Thema

Wie ein Fadengespnnst umrahmt der Schrott unseren Heimatplaneten.
So schön. Und so gefährlich. (c) ESA

Oje. Der Spiegel hat mich (indirekt) als Experten bezeichnet. Schlimmer geht es nicht mehr. Dabei habe ich alle Anfragen, für namhafte Magazine/Sender als Experte tätig zu sein, bisher mit Vehemenz zurückgewiesen. (Vom Spiegel war keine dabei.)

Und ja, genau dasselbe Introbild hatten wir schon mal vor mehr als einem Jahr. flugundzeit ist eben Vorreiter in der Berichterstattung…

Weltraumexperten waren erschüttert. Nicht etwa wegen Chinas Waffen, sondern wegen der Dummheit jener Machtdemonstration…

Aus einem Beitrag in Der Spiegel No. 6, 1.2.2020

Rallye im Himmel ist der Titel des Textes von Hilmar Schmundt im dieswöchigen Spiegel (Zitat oben). Ein recht lesenswerter Beitrag, auch wenn mir sonst manchmal die Beiträge dieses Autors zu platt sind, der Text zu volkstümlich formuliert.

Manche Zitate sind auch hier als Binsenweisheit schlichtweg überflüssig: „Jede orbitale Entrümpelungsaktion dürfte viele Millionen Euro verschlingen. Daher muss an erster Stelle die Müllvermeidung stehen.“ No na net – sagt der Bayer zu so etwas. Auf gut deutsch: Den Satz hätte jeder flugundzeit-Leser vermutlich genauso hingekriegt.

Es geht im Rallye-Beitrag, darum, dass „die Welt“ sich mal darum kümmern sollte, was mit dem vielen Weltraumschrott passiert, der die Erde umkreist. Sehr sinnvoll. Endlich muss man kein Technikvordenker mehr sein, um sich mit Weltraumschrott zu befassen. Jetzt kann jeder einfach auf den Zug der Zeit aufspringen: Die Thematik passt mittlerweile gut in die gesellschaftlich akzeptierte Umweltdiskussion…

Nur mal zur Erinnerung

flugundzeit schreibt seit Jahren zur Weltraummüllproblematik. Hat auch etwa den Raketenabschuss Indiens vor einem Jahr nicht als Hochleistung dargestellt wie ausnahmslos die allgemeine Presse:

Der Spiegel: Indien verkündet Abschuss von militärischem Satelliten

versus

flugundzeit Indien erzeugt Weltraummüll

…so sollten die Überschriften lauten und nicht: Indien präsentiert eigenes Satelliten-Abschuss-System… Auf dem Weg zur Weltraum-Macht und so weiter.

Nein. flugundzeit wird nicht politisch, der Tenor bleibt weiterhin auf der Technik. Aber wie kann man von Weltraummacht schreiben, wenn jemand so verantwortungslos handelt, nur um sich mit seinem vermeintlichen Können zu brüsten?

——

Zur Quelle meiner Beiträge: das waren unter anderem zwei Vier-Tagesveranstaltungen (Kongresse) bei der ESA zum Thema Space Debris und mehrere Raumfahrtkongresse, auf denen dies auch stets ein Thema ist.

Ein Thema soweit sogar, dass man sich nach den vier Tagen Space Debris Kongress jeweils überlegt, ob man den Abwasch noch macht, oder ob die Welt morgen früh wegen der großen Satellitentrümmerkarambolage da oben eh nicht mehr existiert.

Vorsicht, der letzte Absatz war Humor.

Galgenhumor.

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