Chuck Yeager

Am 7.12.2020 verstarb Testpilot Chuck Yeager mit 97 Jahren. Mit dem raketengetriebenen Experimental-Flugzeug Bell X-1 (Spitzname „Glamorous Glennis“) flog Yeager am 14. Oktober 1947 in einer Höhe von 13.100 m (43.000 ft) als erster Mensch schneller als der Schall.

Yeager litt darunter, dass man ihn später nicht für die Anfänge des amerikanischen Spaceprogrammes berücksichtigte, weil er keine akademische Ausbildung vorweisen konnte. Seiner überragenden fliegerischen Kunst und Leistung tat dieser „Mangel“ allerdings keinen Abbruch.

Zu seinem fliegerischen Leben gibt es so viel zu sagen, dass es sich lohnt, hier nachzulesen (Wiki, Schnellversion) oder sich gleich in seine Autobiografie zu vertiefen. In meiner Jugend hatte ich sie so oft gelesen, dass ich sie Stellenweise auswendig zitieren konnte. In Yeagers Vorträgen Jahre danach bestätigte er die Details zu den im Buch geschilderten Flügen und seinem Leben. Meine absolute Bewunderung für den außergewöhnlichen Piloten Chuck Yeager als Mensch relativierte sich ein wenig, als ich ihn mehrfach persönlich erleben durfte.

Die Autobiografie wurde unter „The Right Stuff“ verfilmt.

4 Gedanken zu “Chuck Yeager

  1. Bernd Kopf 9. Dezember 2020 / 14:36

    Hallo Helga,
    jetzt hast du mich aber neugierig gemacht. Wie war denn Yeager so als Mensch?
    Salü Bernd

    • flugundzeit 9. Dezember 2020 / 17:34

      Hi Bernd,
      erstmal alles Gute an Dich und Deine Familie!

      Yeager war ein Draufgänger. 😉 Aber das ist bekannterweise nicht etwas, das mich stört. Hatte in meinem Berufsleben mehrfach mit Testpiloten zu tun und das ist vermutlich eine der Eigenschaften, die sie alle gemein haben. Mit Zaudern und Zögern fliegt man halt schlecht im Unbekannten.

      Was mich (auch als Nichtdeutsche) an ihm gestört hat, war die Begeisterung, mit der er schilderte, wie er „the Germans“ niedermetzelte. Krieg ist Krieg und da gibt es keinen Teilnehmer, der zu den Engeln zählt. Das ist klar. Trotzdem: Man kann als Fighter Pilot meinetwegen begeistert von waghalsigen Flugmanövern schwärmen oder auch vom Fliegen und herausfordernden Dog Fights. Aber die zur Schau gestellte Begeisterung sollte vor dem herbeigeführten Tod anderer aufhören. Just my 5 cents.
      Ich weiß, dass das Feindbild = die Deutschen oder später = die Russen sehr tief im US Militär drinsteckt(e). Kann mich auch an die Aussage eines amerikanischen Astronauten erinnern, der schilderte, wie komisch es ihm vorkam, als er durch die Luke in der Mir schwebte und von einem Russen begrüßt wurde. Er sagte, er musste in dem Moment erst mal schlucken, und sich bewusst machen, dass das nicht mehr der „Feind“ ist.
      Trotzdem: Ich hatte diese „begeisterte Schilderung“ bei Chuck Yeager an unterschiedlichen Veranstaltungen erlebt und fand sie jedes mal abstoßend.

  2. Nikolaus Neininger 10. Dezember 2020 / 0:30

    Da hätte ich auch noch einen Filmtipp – nicht zu Chuck Yeager direkt, aber in diesem Fliegergeist: „Space Cowboys“ (2000) von und mit Clint Eastwood. Insgesamt nicht das Niveau von z.B. „Apollo 13“, aber für einen US-Film erstaunlich selbstironisch und witzig 😉
    Vier Testpiloten sind 1958 für das US-Raumfahrtprogramm ausgewählt – werden dann aber durch eine Schimpansin ersetzt. Vierzig Jahre später verläßt ein großer russischer Satellit seine Umlaufbahn und kein jüngerer Spezialist kann helfen, da seine Steuerungselektronik beim Skylab abgeschaut ist, die einer der vier entwickelt hat. So kommen die Vier dann doch noch ins All – mehr zu erzählen wäre „Spoiler“…

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