Das Ende von allem

Das Universum hat es in den letzten Jahren als Thema bis in den Haushalt geschafft. Oft geht es um den Anfang, den Ursprung, den so genannten Big Bang.

Jetzt schreibt eine amerikanische Astrophysikerin ein populär-wissenschaftliches Buch über das Ende.

Das Ende von allem, astrophysikalisch betrachtet.

(c) Piper

Der Anfang von allem sieht nach dem heutigen Stand der Wissenschaft so aus: Beim Urknall dehnte sich das Universum aus von einem Zustand extremer Dichte über einen kosmischen Feuerball zu einer brodelnden Flüssigkeit bestehend aus Materie und Energie. Aus dieser Brühe entstand alles uns Bekannte (und Unbekannte): von schwarzen Löchern bis hin zu unserem Planeten, der die Sonne am Rande einer Spiralgalaxie umkreist und zufällig Leben entwickelte, wie wir es kennen.

Wir wissen nicht viel über das Universum in dem wir leben.

Die theoretische Astrophysikerin Mack stellte sich schon früh in ihrem Leben Fragen aus der Kosmologie. Im Laufe ihrer Karriere befasste sie sich mit dunkler Materie, dem frühen Universum, der Entstehung von Galaxien, schwarzen Löchern, kosmischen Strings und dem endgültigen Schicksal des Kosmos. Eine Frage interessiert sie besonders: Was passiert mit dem Universum am Ende der Geschichte? Und was bedeutet das für uns heute?

Das Ende von allem führt den Leser durch von fünf Kosmologen vorgeschlagene Endzeitszenarien für den Kosmos und zeigt, wie diese fünf Möglichkeiten aussehen könnten: der Big Crunch, der Wärmetod, der Vakuumzerfall, der Big Rip und den Bounce. Sollte es dann noch jemanden geben, der das erleben könnte…

Viel können, viel möglich, viel würden.

Nichts Genaues weiß man nicht. Genau das aber ist es, was das Thema für Forschende so spannend macht. Und auch für den normalen Leser, wenn er den Alltag hinter sich lässt und weiter denken möchte, seinen Gedanken freien Lauf lässt.

Mack stellt vor, wie Kosmologen mit unterschiedlichen Instrumenten und Methoden arbeiten: mit optischen, Radio-, Röntgen- und Gammastrahlenteleskopen auf Berggipfeln und im Weltraum, unterirdischen Neutrinodetektoren und Gravitationswellenobservatorien. Sie alle erweitern unsere Sicht bis an den Rand des Universums.

Wir sehen in die Vergangenheit

Von einer 10 Milliarden Lichtjahre entfernten Galaxie wissen wir, wie sie vor 10 Milliarden Jahren aussah. Denn Licht bewegt sich mit endlicher Geschwindigkeit, so dass alles mit Zeitverzögerung zu uns kommt. Wir sehen die Sonne nicht, wie sie jetzt ist, sondern wie sie vor acht Minuten war.

Die Techniken der Astrophysiker, mit denen sie durch die Äonen zurückblicken können, lassen sie auch in die Zukunft blicken. Die Gleichungen der Physik gelten nicht nur für die Vergangenheit, sondern auch für die Zukunft. Das Bild der zukünftigen Entwicklung des Universums zeichnen Kosmologen ebenfalls in widersprüchlichen Theorien. Mack ordnet die aktuellen Überlegungen in eine Handvoll Szenarien ein, von denen einige plausibler sind als andere.

Das Buch führt durch die wichtigsten Konzepte der Quantenmechanik, Kosmologie, Stringtheorie und vielem mehr – bis zu den entferntesten Bereichen von allem, was wir kennen. Mack erklärt den Stand der Wissenschaft gut verständlich und nachvollziehbar.

Es ist erneut ein Buch, das man gerne liest und dabei immer wieder etwas Neues erfährt. Halt die Voraussetzung, damit es ein Buch in die Empfehlungen bei FlugundZeit schafft. 🙂

Frau Dr. Mack hat Humor und so liest sich das Buch auch nicht wie eine wissenschaftliche Abhandlung, sondern erfreulich locker und leicht, trotz der eigentlich eher unnahbaren Materie:

Die Welt wird in Feuer untergehen. In etwa fünf Milliarden Jahren wird die Sonne zu einem sogenannten Roten Riesen anschwellen, den Merkur und vielleicht auch die Venus verschlingen und die Erde zu einem verkohlten, unbelebten, magmabedeckten Gesteinsbrocken machen.

Aus dem Intro. Die Details dazu sind in den folgenden Kapiteln ausgeführt.

The End of Everything

Das englische Originalbuch: The End of Everything wurde von der New York Times zum bemerkenswertesten Buch des Jahres 2020 und von der Washington Post und Publishers Weekly zum besten Buch des Jahres gekürt.

Empfehlenswert für alle:

  • die gerne Bücher von Carlo Rovelli, Brian Greene, Michio Kaku, Stephen Hawking lesen
  • für alle, die gerne ein locker leicht lesbares Buch mit wissenschaftlichem Hintergrund lesen
  • für alle, die gerne beim Thema Universum mit diskutieren mögen, aber sich nicht tief in die Materie einarbeiten möchten.

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