Das Exponential-Zeitalter

Die Technologie entwickelt und verändert sich mit exponentieller* Geschwindigkeit. Der Mensch hingegen denkt und lebt linear: Ob wir den Flug eines Balles in Richtung und Geschwindigkeit sehen, weil wir ihn fangen wollen; oder die Zeit fürs Essen kochen oder besorgen abschätzen, oder die Anzahl der Jahre, die es braucht um das Haus abzubezahlen – im menschlichen Alltag spielt sich alles in einem linearen Verlauf ab. Wir denken linear. Auch in unserer Vorstellungskraft.

Cover (c) Plassen Verlag

Anmerkung: Die weiße Kurve im Buchcover (und als schwarze auch im Buch) ist eher ein verhatschtes Kreissegment, geschmeidig, optisch schön, aber keine Exponentialkurve.

Exponentiell versus linear siehe Grafik rechts.

Die rote Linie zeigt einen exponentiellen Anstieg, die gestrichelte einen linearen.

(Vorlage Wiki)

Das exponentielle Wachstum ist nichts Neues. Vordenker Ray Kurzweil predigt das seit Jahrzehnten. Hilft alles nichts. Technologe und Autor Azeem Azhar schreibt nun in seinem Buch von einer „Kluft des gegenseitigen Unverständnisses“, hervorgerufen durch rückwärtsgewandter Intelligenz aus Sicht der Geistes- und Kulturwissenschaftler und Politiker, die rapiden Wandel und seine Auswirkungen verneinen oder nicht wahrhaben wollen und auf der anderen Seite die Software- oder Produktentwickler, Technologen, die munter ihre Arbeit fortsetzen.

Die exponentielle Kluft

Heute ist die exponentielle Kluft zwischen beiden Seiten größer als je zuvor. Dieses Buch ist mein Versuch, beide Welten zusammenzubringen. Einerseits möchte ich Technologen helfen, ihre Bemühungen in einem breiteren, sozialen Kontext zu sehen. Andererseits möchte ich Nicht-Technologen helfen, ein besseres Verständnis für die Technologien zu entwickeln, die …dem raschen sozialen Wandel zugrunde liegen.

Quelle: Exponential

Azhar will zeigen, wodurch und wie sich unserer Gesellschaft verändert und wie wir damit erfolgreich umgehen.

Im ersten Teil des Buches schildert er, was er unter Exponentialtechnologien versteht und führt aus, warum sie entstanden sind. Gut und interessant zu lesen. Nachvollziehbar. Er schreibt, dass unser Zeitalter durch viele neue Allzwecktechnologien geprägt ist, die sich exponentiell verbessern. Denkt man nur an den iPod (was war das nochmal?) der zum iPhone führte und zu den vielen Nachahmern anderer Firmen und den erweiterten und verbesserten Nachfolgern (Pads), die heute am Markt sind. Und die zu gravierenden gesellschaftlichen Veränderungen führten. Soziale Netze, was war das in den 1990er Jahren nochmal? Gab es das da überhaupt? Geht heute die Welt noch ohne? Maschinen, die dichten, denken (naja), malen oder uns ein Lächeln schenken?

Wir leben in einer Zeit, in der sich die Technologie besser, schneller und vielfältiger entwickelt und ändert als je zuvor. Dieser Prozess, so Azhar, untergräbt die Stabilität vieler der Normen und Institutionen, die unser Leben bestimmen.

Unsere Institutionen verändern sich langsamer [als exponentiell]: von unseren politischen Normen über unsere wirtschaftlichen Organisationssysteme bis hin zur Art und Weise, wie wir unsere Beziehungen knüpfen. Würde man die Anpassung dieser Institution auf einem Diagramm darstellen, so würden sie einer geraden Linie folgen.

Quelle: Exponential

Das Buch ist mit praktischen Beispielen aus der realen Welt gespickt, mit denen der Autor seine Thesen untermauert. Ein Buch zum Nachdenken und eine Anleitung und Hilfe für Führungskräfte und Politiker.


Empfehlenswert für

  • Führungskräfte
  • Politiker
  • Menschen, die sich von „der Welt da draußen“ überrannt fühlen und ihren Platz darin nicht mehr sehen

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