Oshkosh 2014: Freitag, Tag 5

soundinformation1Runway incursions – also wenn sich zwei Flugzeuge oder auch Fahrzeuge auf Startbahn oder Rollweg „treffen“, klingt zunächst nicht als das spannende Thema.

Gebetsmühlenartig wiederholt FAA Air Safety Inspector Alan Gorthy im Sicherheitsseminar: “Runway excursions are low-frequency, high-consequence failures“. Sie passieren also nicht oft, aber wenn, dann haben sie große (schlechte) Folgen.

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Spannend war, dass die Teilnehmer Quizartig Multiple Choice Fragen bekamen und durch die Auswertung per Taster die Ergebnisse sofort statistisch auf der Leinwand sichtbar wurden.

Irgendwie erschreckend dabei war, dass viele der Fragen nach den Signs und wie man sich bei welchen Controlleranweisungen verhalten würde („wie weit gilt die Freigabe“) – in der Masse falsch beantwortet waren. Da graut es einem.

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Die versuchte Weltumrundung machte Amelia Earhart (die originale) in einer zweimotorigen Lockheed 10 Electra. In diesem Jahr in Oshkosh gab es (unter vielen anderen Aircraft-Typen) ein Fly-In aller noch flugfähigen Lockheed 12, dem Nachfolgemodell von Earhart’s Flugzeug. (Foto oben und unten)

Sieben Stück gibt es noch, von den ursprünglich 130 produzierten. Auch wenn die Nummer größer ist, die L-12 ist etwas kleiner als die verschollene L-10. Trotzdem – ein wunderschönes Flugzeug.

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Das Wochenende nähert sich in Riesenschritten und damit der allgemeine Publikumsandrang. Zur Airshow – vielleicht auch wegen der ersten Performance der Thunderbirds – war auf allen Wegen und Plätze kaum ein Durchkommen.

Bilderblock 1 (Draufklicken zum Vergrößern): Bell-Boeing V-22 Osprey

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Bilderblock 2: Helicopter Association, Aeroshell Aerobatics Team

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Bilderblock 3: (Aeroshell Aerobatics Team, Gewitterschutz, Thunderbirds, Käfer)

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Alle Fotos (c) H. Kleisny.

Amelia Earhart: Mediathek-Tipp

Aussergewöhnliche Frauen war das Thema auf 3sat in den letzten Tagen. Dazu zählt natürlich auch die wohl weltweit bekannteste Pilotin Amelia Earhart.

Amelia Earharts Lockheed Electra inmitten der Menschenmenge in Oakland, nachdem sie als erste Pilotin einen Soloflug von Hawaii aufs Festland der USA erfolgreich absolviert hatte. (Start 2. Januar 1935, Ankunft in Oakland 18 Stunden und 16 Minuten später)
Amelia Earharts Lockheed Vega inmitten der Menschenmenge in Oakland, nachdem sie als erste Pilotin einen Soloflug von Hawaii aufs Festland der USA erfolgreich absolviert hatte.
(Start 2. Januar 1935, Ankunft in Oakland 18 Stunden und 16 Minuten später)

Earhart war sicher nicht die beste Pilotin, und ihre Popularität erlangte sie anfangs zwar als erste Frau auf einem Transatlantikflug, aber als Passagier in der zweiten Reihe.

Mit ihrer Abenteuerlust und ihrem Willen und Lust, Unbekanntes zu wagen und zu erforschen war sie jedoch nicht nur für die Frauen ihrer Zeit eine Pionierin. Sie war Gründungsmitglied des Pilotinnenverbandes der Nintey Nines und deren erste Präsidentin und setze sich Zeit ihres Lebens dafür ein, dass Frauen beruflich und fliegerisch ihre Ziele verwirklichen können.

Erst als sie bereits berühmt und weltweit bekannt war, stellte sie zahlreiche fliegerische Rekorde auf, überquerte schließlich und endlich doch in ihrer knallroten Lockheed Vega solo den Atlantik. Der Flieger ist heute im Smithsonian Museum in Washington, DC, zu besichtigen.

Noch diese Woche gibt es in der 3sat Mediathek 45 Minuten mit viel Originalfootage und gut eingebauten, nachgestellten Szenen aus Amelia Earharts Fliegerleben.

Mediatheken haben ihre Sendungen leider nur eine Woche im Netz. Wer danach sich noch über die aussergewöhnliche und in vieler Hinsicht vorbildliche Frau informieren möchte, findet hier einige Links:

  • Neben vielen abstrusen Verschwörungstheorien zu ihrem Verschwinden/Absturz bringt die wissenschaftliche Untersuchung zu den (technischen) Funkproblemen und Navigationsschwierigkeiten ihres letzten Fluges mit der Lockheed Electra vielleicht mehr Insight auf die Realität
  • Amelia Earhart im Originalton
  • Längeres, sehr informatives Video, auch mit viel Originalton der sympathischen Pilotin

Fotos: hkl (Smithsonian Museum).