Die Mensch-Maschine Schnittstelle im Flugzeug

(c) flugundzeit

Manch persönliche Email, die mich erreicht, zieht einem die Socken aus. Generell bin ich gerne bereit, Studenten bei ihrem Studium mit meinem Wissen zu helfen und habe das auch schon mehrfach, ohne es an die große Glocke zu hängen, getan.

Was ich allerdings nicht mache, Weiterlesen

Summary zu den 737 Max Abstürzen

Hier ist eine Übersicht aller bisherigen Beiträge auf flugundzeit, die sich direkt mit den beiden Boeing 737 Max Crashs in den letzen Monaten befassen. Direkt deshalb, weil das Thema Automation in der Technik, im speziellen in der Luftfahrt, generell ein häufiges Diskussionsthema auf flugundzeit war und ist.

Bitte beachtet beim Lesen gerne auch die Kommentare, die oft fachlich weiter zum Thema ausführen.

Übersicht der Links

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Neues zu den Boeing 737 Max Crashes

Noch liegt kein offizieller Zwischenbericht vor, geschweige denn ein Abschlussbericht zu den Boeing 737 Max Abstürzen. Die Kernthesen, die zurzeit (sogar überwiegend korrekt) etwa im Spiegel zum Thema zu lesen sind, standen bereits nach dem ersten 737 Crash auf flugundzeit:

Boeing hat seinen Hauptsitz in Seattle. Dort wurde die 737 Max entwickelt und hergestellt. Und genau dort hat ein Kollege der Zeitung Seattle Times wohl investigative Recherchen nach dem ersten, dem Lion Air Absturz, angestellt und an Boeing und die Behörde FAA Weiterlesen

Reaktionen von Boeing und FAA zum 737-Max Absturz in Äthiopien

Am 12. März 2019 veröffentlichte Boeing folgendes Statement bezüglich MCAS, folgend den Erkenntnissen aus dem Absturz von Lion Air Flight 610 und dem Absturz von Ethiopian Flug 302:

In den letzten Monaten und nach dem Flug von Lion Air Flight 610 entwickelte Boeing eine verbesserte Flugsteuerungssoftware für die 737 MAX, die ein bereits sicheres Flugzeug noch sicherer machen soll. Zu diesen Massnahmen zählen die Aktualisierung des MCAS Systems. Updates zu den Anzeigen für die Piloten, für das Flugbetriebshandbuch, und Schulung der Crews.

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Fake and News aus Oshkosh

Manchmal braucht man auch in Oshkosh eine gute Portion Humor. Gesammelte Beispiele…

Boeing und die unsichtbare Raumkapsel

Das ist zwar ein Supersonic Jet Entwurf von Boeing und nicht die Raumkapsel und es ist Werbung im offiziellen Hochglanzmagazin und nicht im Tagesblättchen, aber immerhin die gleiche Anzeigenserie. Visit us in Tent#495 – bloss, da waren nur Jeppesen und zudem weitere diesbezüglich Uninformierte am Informationsstand. (c) hkl

Da macht Boeing im täglichen Event-Newsblättchen eine ganzseitige Anzeige für ihr Zelt mit einer platzfüllenden Raumkapsel. Sieht schnuckelig aus, aber außer dem Boeing Standort am Flugplatz in Oshkosh und der Kapsel fehlt jede weitere Information.

Vermutlich Weiterlesen

Single-Pilot-Cockpit: China ist die treibende Kraft

Während Passagiere und Piloten ein Single-Pilot Airline-Cockpit vehement ablehnen, preschen Airlines, gefolgt von der Industrie, wieder einmal nach vorne.

China, die treibende weltweite Wirtschaftskraft, und die finanziell noch gut bestückte Golfregion haben Weiterlesen

Die Zukunft der Luftfahrt…

…ist bestimmt durch die Zukunft der Gesellschaft mit ihren Veränderungen

Ansätze zum Nach- und Weiterdenken

Durch die Digitalisierung der Arbeitswelt sind bereits heute die Jobs von 15 Prozent der Deutschen ersetzbar. In konkreten Zahlen heißt das 4,4 Millionen Jobs könnte schon heute eine Software oder ein Roboter Weiterlesen

E-Plane: Die Zukunft des Flugzeugs

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Didier Esteyne, Foto (c) Kleisny

“Wissen Sie, dass wir 2015 als erste mit einem elektrisch angetriebenen Flugzeug den Ärmelkanal überflogen haben?” sagt Didier Esteyne stolz und blickt liebevoll auf das kleine, schnittige E-Plane hinter ihm. Das mit dem “ersten” ist so eine Sache, der Rekordflug war ein regelrechter Krimi, aber etwas Besonderes ist der einsitzige Versuchsträger durchaus. Und als Konstrukteur und einer den beiden Testpiloten, die den Flieger fliegen dürfen, sind Esteyne etliche der noch zu lösenden Probleme durchaus bewusst.

eplane3Das zunehmende Maunzen am Boden gegen Dieselmotoren und damit auch der Drang hin zur schnelleren Entwicklung von effektiver Elektromobilität zeigt auch Auswirkungen für die dritte Dimension. Je weniger herkömmliche Kraftstoffe am Boden nachgefragt werden, umso teuerer wird ihre Herstellung und Avgas, der Kraftstoff für die kleinen Ottomotoren der Lüfte, war schon immer ein Sonderfall.

eplane4Avgas (Aviation Gasoline) ist vom technischen her so etwas ähnliches wie Autobenzin. Allerdings muss der Kraftstoff dieser Ottomotore in luftiger Höhe funktionieren und braucht daher einen niedrigeren Dampfdruck. Das erreicht man mit einer hohen Oktanzahl und Additiven, aber anderen, als für den erdgebundenen PKW. Die im Mogas enthaltenen Zusatzstoffe beschädigen die Tankversiegelung von Flugzeugen.

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(c) hkl

Nun macht die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA endlich Druck bei der Suche nach einem Alternativtreibstoff für Flugbenzin: Bis spätestens 2018 soll ein Ersatztreibstoff für das verbleite Aviation Gasoline 100LL zugelassen sein. In Oshkosh gab es erste vielversprechende Angaben über die Forschung des Ersatzluftsprits.

Avgas (Flugbenzin) wird nur von (meist kleineren) Flugzeugen mit Ottomotor verwendet. Meist größere, turbinengetriebene Flugzeuge und Flugzeuge mit Dieselmotoren setzen als Kraftstoff Jet A-1 ein, das ist Kerosin (Dieselkraftstoff).

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(c) hkl

Die Suche nach einem neuen Kraftstoff ist das eine. Die andere Lösung wäre natürlich die Investition in eine neue, andere Art des Antriebes. Am Boden scheint da momentan der Elektroantrieb die besten Zukunftsaussichten zu haben – warum also nicht auch in der Luft?

Der Klotz der Batterie an Volumen und Gewicht ist auch bei PKWs noch immer ungeliebtes Beiwerk und verhindert längere Fahrten ohne Aufladen. In der Luft, wo man auch so schon auf jedes Gramm achtet, sind zusätzlicher Platzbedarf und schrankgroße Batterien ein absolutes Unding.

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(c) hkl

Trotzdem will Airbus ein viersitziges Flugzeug mit Hybridantrieb in Serie entwickeln. Die Airbustochter Voltair mit Sitz in der Nähe von Toulouse kann mittlerweile einen einsitzigen Versuchsträger vorweisen. Der derzeitige E-Fan 1.2 mit Hybrid elektrischem und Gasantrieb ist der Nachfolger des E-Fans 1.1, der mit Elektroantrieb den Ärmelkanal überquerte. Sehr leise soll er sein. Laut Esteyne hatten sie Probleme, bei herkömmlichen Lärmmessungen mit vergleichbaren Flugzeugen die Geräusche des E-Fans aufzuzeichnen.

eplane2Noch hat der Prototyp 1.2  ein provisorisches Stützradfahrwerk, vieles ist noch nicht so wie es einmal sein soll. “Wozu sollen wir zurzeit auch noch einen Antrieb für ein zweites Rad mitschleppen, der nur am Boden gebraucht wird”, meint Didier Esteyne dazu. Offiziell spielt Airbus den Studienzweck des E-Fans für elektrisch oder hybrid angetriebene Verkehrsflugzeuge herunter und betont, dass man vor allem an der Entwicklung des Viersitzers interessiert sei.

Die Probleme der Lithium-Ionen-Batterien wurden hier im FlugundZeit-Blog ausführlich unter anderem in den Kommentaren zum Brand im Dreamliner 2013 diskutiert. Daran hat sich, wie man kürzlich beim Teslaauto gesehen hat, wenig geändert. Der Kurzschluss, der sich in der Luft auch durch gewitterträchtige Wolken oder andere Aufladungen ergeben könnte, hätte in der Luft noch wesentlich fatalere Folgen. Es gibt in der Forschung erste Versuche mit Lithium-Luft-Batterien. Allerdings reicht deren Kapazität zurzeit noch nicht einmal für eine Platzrunde.

Das vernetzte Cockpit (Connected Cockpit)

Pilotentraum: Der Pilot bereitet seinen Flug entspannt zuhause vor. Nimmt das Notepad, klickt es im Flugzeug ins Cockpit-Panel ein und nach einer kurzen Hardware- (Flugzeugrundgang) und SW-Überprüfung macht er seinen Flug, bei dem alles am Pad aufgezeichnet wird: exakter Flugweg, technische Daten, Zeiten und Orte. Lästige Nachbereitung wie Flugbuch und Bordbuch führen entfällt, alle Daten sind im Pad gespeichert. Sein Notepad klinkt der Pilot nach dem Flug wieder aus und nimmt es mit.

Das Connected Cockpit ist eine weitere Entwicklung, an der Airbus arbeitet. Es soll gleich bei der Schulung zum Piloten eine neue Ära des Fliegens einleiten.

(Pilotenanmerkung: In diesem futuristischen Konzept fehlt leider noch das lästige Putzen des Fliegers der angesammelten Mücken.)

Und was macht die Konkurrenz? Boeing zeigt bisher offiziell nur Studien für Flugzeuge mit Elektroantrieb. Aber Konkurrenz treibt gerade in der Technik gerne den Fortschritt an.

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Das anvisierte Datenblatt für den E-Fan 2.0

Max. Abfluggewicht: unter 600 kg (LSA)  
Max. Flugdauer pro Flug: 1 Stunde + 30 Minuten Reserve  
Verfügbarkeit (durch Nachladen):
5 Flugstunden pro Tag
 
Spannweite: 10,98 m  
Länge: 5,67 m  
Höhe: 1,68 m

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alle Fotos, wenn nicht anders gekennzeichnet (c) Airbus

Kommentar: Dieser Sommer

Der Maileingang quillt diese Woche wieder einmal über von den Optionen und angekündigten Bestellungen auf der Messe in Farnborough. (Allein von Boeing waren es 7 Mails heute. Airbus folgt oder führt im Minutentakt.)

Farnborough ist eine zweijährliche Luftfahrtveranstaltung, die ich in meinem Leben nur zweimal (als fliegermagazin-Redakteurin) besucht habe. Sie ist für Nicht-Militärs und Nicht-Großeinkäufern von großen Jets Zeitverschwendung: Alle Deals laufen ausnahmslos hinter verschlossenen Türen in Hinterzimmern ab, auf der Messe ist der Zugang selbst zu den Pavillions (Privatchalets) nicht sinnvoll, weil auch da nicht wirklich etwas verhandelt wird oder geschieht. Die Chalets und ihre Ausstattung sind eher eine Prestigesache. Und die Resultate der Hinterzimmergespräche (die durchaus in den Nobelhotels Londons stattfinden) gibt es in der heutigen Zeit auch schnell über die sozialen Kanäle.

Themenwechsel

Endlich ist die langangekündigte Arthurbahn im Europapark befahrbar. Angekündigt war sie fürs Frühjahr 2014. Aber es gab im Winter zunächst Unstimmigkeiten mit dem Erfinder der Welt der Minimoys: dem genialen Regisseur Luc Besson. Da prallten zwei Welten aufeinander: Die Macks, die seit Generationen erfolgreich Achterbahnen (besser Fahrgeschäfte) erfinden, bauen und vermarkten und der ebenso erfolgreiche und eigenwillige Franzose. Abgesehen davon, dass ich Luc Besson’s einzigartige Filme schätze (Seine Nikitaversion bleibt die Beste und in jedem Film-Genre hat er sich bei 10 Filmen nur einmal ausgetobt), habe ich ihn auch als zwar extrem durchsetzungsstarken, aber auch als Mensch kennengelernt, der sich sehr für weniger Privilegierte und Außenseiter einsetzt. Solange sie die Leistung bringen, die er fordert. Eigentlich müsste diese Einstellung perfekt mit den Zielen der Mack’s zusammenpassen. Aber da trafen wohl mehrere erfolgsgewöhnte Alphas aufeinander.

Danach gab es technische Herausforderungen. Noch nie war meines Wissens eine Mackattraktion später eröffnet worden als angekündigt. Auch nicht bei Großprojekten wie den Ressorthotels. Bei der Arthurbahn meinte ein Techniker: Sicherheit geht vor Frühjahr. Und damit hat er recht.

Diese Bahn ist bisher absolut ungewöhnlich: Sie bleibt nicht stehen beim Einsteigen, dafür aber durchaus auf der Strecke. Dann wechselt sie mit flotten Drehungen auch rasant die Geschwindigkeit. Unerwartet für den Besucher, sensorgesteuert. Und letztere reagieren wohl bei Regen nicht immer so, wie sie sollten. Die Bahn führt auch teilweise durch den Innenraum über die Köpfe der dort sitzenden Restaurantbesucher. Bei den rasanten Kurven spritzt es dann eben schon mal ins Essen von oben herab. Da kommt doch die leise Frage auf, ob man sich nicht bei der Planung die Frage gestellt hat, dass die Attraktion nicht im sonnenverwöhnten Arizona fahren soll…

Themenwechsel: Eine Rückblende  – zur Fußball-WM.

Berichtigungen zur Journaille:

Mehrfach falsch abgeschrieben: Nach der Landung des Siegerfliegers hing die Fahne nicht aus einem Cockpitfenster. Die kann man nämlich bei einer 747-8 nicht aufmachen. Sie hing aus der Notausstiegsluke darüber. 🙂 Die muss man aufmachen können.

Ad ARD-Kommentator: Den Rückführungsflug des Siegerfliegers von Berlin nach Frankfurt hat hoffentlich ein anderer Pilot als derjenige durchgeführt, der schon 11 Stunden aus Rio geflogen ist. Wenn man nicht weiß, wer geflogen ist, einfach mal nichts dazu sagen. Es war eine Relief-Crew, die zurückflog. Aus rechtlichen und Sicherheitsgründen.

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Noch ein kleines Bonmot: Das für mich schönste Spiel neben dem Endspielkrimi war das Spiel der Deutschen Mannschaft gegen die USA. Nicht so sehr wegen des Spieles an sich, sondern mehr meiner Viewing-Situation geschuldet. Gleichzeitig wollten nämlich die Portugiesen gegen Ghana siegen, und ich befand mich mitten in Portugal. In einem Hotel, in dem auf der Hauptleinwand hinter unserem Rücken für eine große Menge Zuseher das Portugalspiel gezeigt wurde und auf einem kleinen Fernseher vor uns für vier Deutsche das Spiel gegen USA. Wir waren alle ständig am Rotieren beim Gucken. Auch die Portugiesen, deren Mannschaft leider fürs Weiterkommen nicht hoch genug gewann. Aber es war viel Sportsgeist bei allen Zusehern und trotz der etwas komischen Situation waren wir alle eine Einheit.