Indien’s Mondlander Vikram ohne Kommunikation

Die mit Spannung erwartete Landung des indischen Landers Vikram auf dem Südpol des Mondes scheint geplatzt zu sein. Beim Aufsetzen des Landers von Indiens zweiter Mondmission Chandrayaan-2 verstummt die Kommunikation zu Vikram.

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Zweithaus am Mars 2

(c) für alle Abbildungen dieses Beitrages außer Moonvillage Cover: Thomas Herzig

„Wenn ich Moon Village sage, bedeutet das nicht einzelne Häuser, eine Kirche, ein Rathaus und so weiter. Das wäre irreführend. Meine Idee befasst sich nur mit dem Kern des Konzeptes eines Dorfes: Menschen, die am selben Ort zusammenarbeiten und leben. Und dieser Ort wäre auf dem Mond. … Und ein Dorf beginnt mit dem ersten Haus.“
(Generaldirektor der ESA, Jan Wörner in 2016)

Jan Wörner stieß mit seinen Worten in Wien einen Wettbewerb an, der 2018 bei Studenten an der TU Wien am Institut für Hochbau zu einer wahren Fülle an Anregungen, Ideen und Vorschlägen führte, die auch auf dem Internationael Astronautical Congress Ende 2018 in Bremen vorgestellt wurden.

Im Designstudio Moon Village an der Technischen Universität Wien entwickelten 35 Masterstudenten hypothetische Szenarien für ein zukünftiges Monddorf. Das Studio wurde von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) unterstützt.

Auch Raumfahrtexperten von Raumfahrtunternehmen begleiteten die Designs mit themenspezifischen Vorträgen und Workshops. So entstanden mit Berücksichtigung von technischen, ökologischen und betrieblichen Anforderungen an den Bau und das Lebens auf dem Mond die Projekte des multikulturellen und offenen Konzepts: Moon Village.

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Ausserirdische Flugkörper

Wir sind umrundet: Die Erde und ihre Mülltrabanten (c) ESA

Der Planet Erde hält vieles aus. Sogar Menschen. Wenn wir aber so weiter machen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis unser Heimatplanet für die Bewohner nicht mehr lebenswert sein wird. Die Erde selbst wird alle Unbill überstehen.

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TV-Tipp: Mond

Der Januar 2019 steht bei ARTE im Zeichen des Mondes. Vor 50 Jahren landeten die Amerikaner auf dem Mond, in diesem Monat die Chinesen. Zeit zu feiern.

Winter of Moon nennt Arte etwas sperrig und unidiomatisch seinen Schwerpunkt. Im Arte-Magazin gibt es dazu zwei lesenswerte Interviews: eines mit dem Generaldirektor der ESA, Jan Wörner, und ein weiteres mit dem Musiker Jean Michel Jarre.

Wir wollen nicht wieder zurück zum Mond –
wir wollen vorwärts zum Mond…
(Jan Wörner)
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Internationale Raumfahrt 2018

Jan Wörner, der Director General der Europäischen Weltraumorganisation ESA, hatte eine arbeitsreiche Woche. Das hat er vermutlich öfter, aber diesmal am International Astronautical Congress 2018 in Bremen scheint er geklont Stunde für Stunde an jeder wichtigen Veranstaltung teilzunehmen.

Gut gelaunt wie stets, erklärt er Weiterlesen

Der Club der Schwerelosigkeit

Nicht alles was bei den Grammys gerade als Musik präsentiert wurde, sehe ich als solche. Da mag der Rap noch so schnell sein, mehr als ein Sprech“gesang“ ist es trotzdem nicht. Dafür kann ich mich für elektronische Musik – ebenso wie für Klassik – begeistern. So manche schreiberische Nacht ist mit Elektrobeats erfüllt. Kopfhörer klarerweise.

Da kommt ein ungewöhnliches Weiterlesen

2 British Science Festival Brighton 2017: Logik, Turbulenz, British Science Geeks im 20. Jrh., Cassini und das Brighton Museum

Logik ist immer gut. Sie hilft nicht nur im Alltag, das Leben einfach und relaxed zu bewältigen, sondern macht auch Spaß als Herausforderung. In meiner ersten Vorlesung am Donnerstag des Science Festivals von John Howse geht es um Mathe und zahlreiche Logik-Probleme. Weiterlesen

Rover rollt auf der Erde, gesteuert aus der ISS

Foto: ESA

ESA-Astronaut Tim Peake steuert erstmals am Freitag, 29. April 2016 von der ISS aus einen Rover auf der Erde. Das Meteron-Projekt, an dem mehrere internationale Raumfahrtagenturen beteiligt sind, soll ein erster Schritt zur gemeinsamen Erforschung unseres Sonnensystems durch Roboter und Menschen sein.

Der Schwerpunkt liegt dabei auf der manuellen und automatischen Steuerung unter variierenden Lichtverhältnissen, einschließlich absoluter Dunkelheit. Dabei rollt der Rover in einem der Marsoberfläche nachempfundenen Testbett von Airbus DS, in Stevenage, Großbritannien.

Das Experiment setzt das „Disruption Tolerant Networking“ (DTN) ein, ein Weltraum-Internet, um Befehle von der ISS zum Rover zu senden. Diese Netzwerk-Technologie kann mit Kommunikationsabbrüchen und großen Latenzen umgehen, wie sie in zukünftigen Missionen erwartet werden, bei denen Astronauten an Bord einer Raumstation mit robotischen Rovern auf den Oberflächen von Mond oder Mars arbeiten.

Das Hauptkontrollzentrum und der Netzwerkknoten für dieses Live-Experiment sind am ESA/ ESOC in Darmstadt.

Weiterführende Informationen:

http://blogs.esa.int/tim-peake/2016/03/15/space-to-ground-remote/

Deutsche Astronauten im Technik Museum Speyer

speyer-2Das Technik Museum Speyer ist immer einen Besuch wert. (Die Anreise mit dem Flugzeug ist praktisch, weil das Museum in Sichtweite der Landebahn liegt.)

Vieles, womit man fahren oder fliegen kann, hat hier bereits seinen Platz gefunden. Das geht vom Zweitakter bis zur Boeing 747, die schon weit hin sichtbar über das Außengelände hinaus ragt. Alles liebevoll im Kontext präsentiert.

Mit der Eröffnung der Ausstellung „Deutsche Astronauten“ am Samstag gibt es einen weiteren Grund, hier die freie Zeit zum anschaulichen Wissensgewinn zu verbringen.

Gleich sechs der elf Deutschen Astronauten und Kosmonauten, deren persönliche Gegenstände in den Vitrinen zu sehen sind, waren am Eröffnungsabend anwesend und erzählten locker und amüsant aus ihrer Raumfahrtzeit: Ulf Merbold, Ernst Messerschmid, Hans Schlegel, Ulrich Walter, Reinhold Ewald, Gerhard Thiele und Gisela Furrer, die Schwester von Reinhard Furrer.

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Von links: Hans Schlegel, Ulf Merbold, Prof. Jan Wörner, Ernst Messerschmid, Ulrich Walter, Gerhard Thiele, Reinhold Ewald, Gisela Furrer.

Die elf Deutschen flogen sowohl mit amerikanischen Raumfähren als auch russischen Sojus-Raketen in den Weltraum. Während der insgesamt 16 Missionen führten sie dabei mehrere hundert wissenschaftliche Experimente durch.

Beim Fototermin links erklärt jeder, welche Ausstellungsstücke er zu den 194 Exponaten beitrug und warum. Das Resultat ist in je einer Glasvitrine pro Raumfahrer zu sehen. Alle Ausstellungsstücke stammen vom Training, den Missionen oder sind Auszeichnungen der Raumfahrer, meist im Kontext des ESA-Astronautenprogramms sowie der Kooperationen mit den USA/NASA und Russland.

Zur weiteren Wissensvertiefung gibt es ausführliche Informationstafeln und Exponats-Beschreibungen, Texte zu den Astronauten und den Missionen.

speyerGrausam mutet die originale Sojus-Kapsel an. Leichte Gebrauchsspuren lassen den „sanften“ Eintritt in die Erdatmosphäre und den Aufschlag bei der Landung erahnen: in der Minikapsel – drei Männer, eingepfercht auf so geringem Raum.
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„Apollo and Beyond“ heißt „Europas größte Ausstellung zur 50-jährigen Geschichte der bemannten Raumfahrt“, so der Veranstalter. Der Name erinnert ein wenig an den Bremer Kongress 2007 „To Moon and Beyond“ und an den derzeitigen Claim der NASA: Moon, Mars and Beyond sowie ein Spiel bei Kickstarter, das den Slogan ebenfalls recycelt. Ein Film von 1964 inspirierte sogar schon Stanley Kubrick für 2001, Odyssee im Weltraum.

Mir sind bisher eher die zahlreichen NASA-Ausstellungen mit den amerikanischen Errungenschaften bekannt und so ist diese Ausstellung zumindest für mich sehr speziell.

Eigentlich alle der anwesenden Astronauten und Kosmonauten habe ich schon über die Jahre vortragen und mehrfach Erlebnisse aus ihrer Raumfahrzeit erzählen gehört. In dieser Zusammensetzung und den gegenseitigen Kommentaren zu den Vorfällen war es neu und wieder spannend. Die Interviews waren sehr gut geführt von Ausstellungsleiter Gerhard Daum, im Bild rechts neben Gisela Furrer.

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Gerhard Thiele (Missionspezialist bei STS-99/SRTM mit Raumfähre Endeavour) und ESA-Generaldirektor Prof. Jan Wörner

Die letzen beiden Vorträge von Prof. Jan Wörner genoss ich bei der ESA im Zuge von Alexander Gersts Langzeitmission an Bord der ISS und bei der Jahrestagung 2015 des Luftfahrtpresseclubs in Leipzig. Bei ersterem war er noch Direktor des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Der letzte Vortrag war die schmissigste, amüsanteste und eine trotzdem korrekte Präsentation zum Thema Raumfahrt und deren Zukunft, die mir bisher untergekommen ist. In Speyer war das Vortragstempo zwar genauso rasant, aber etwas gemässigter in der Form.

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Wörner weiß, wie er die Zuhörer „kriegt“: Mit dem Originalsound zu Raumpatrouille Orion.

Man kann (und muss wohl) kurz auf die Errungenschaften der Amerikaner und der Russen, den kalten Krieg und was aus diesem Wettkampf – wissenschaftlich gesehen – doch Positives entstanden ist, eingehen. Man (Wörner) kann das auch kurz halten und geringfügig länger darauf hinweisen, was die Deutschen (Europäer) zu dieser Zeit Raumfahrtmäßig machten: Eine Fernsehserie in schwarz-weiß, bei der Bügeleisen und andere Utensilien wie Badewanneneinläufe als Mikrofone zukunftsträchtig eingesetzt waren.

Aber, wie Wörner explizit hinweist: Es ging bereits sehr international zu bei der Besetzung der TV-Raumfähre. Also zukunftsweisend. Heute gibt es auch offiziell keine Deutschen Raumfahrer mehr bei der ESA, sondern Europäer deutscher Abstammung.

DSC_0047Und dann folgt noch Wörner’s (die ESA) Version der Zukunft der Raumfahrt. Im Detail wird das von einem Fach-Gremium in den nächsten Wochen diskutiert werden. Welche Rolle soll der Mond auf dem Weg zum Mars spielen und wo und wie können wir (endlich) das ESA-Wissen so einsetzen wie es der internationalen Realität entspricht?

„Ohne Neugier wird die Zukunft nicht kommen“, sagt Wörner provokativ. „Diesen Wert müssen wir wieder für unsere Jugend schaffen.“ Alle Astronauten/Kosmonauten seien ausgesuchte Menschen, stark selektiert nach ihrem Wissen und Können. Deshalb werden sie auch mit ungebrieften Vorkommnissen bei ihren Einsätzen fertig wie etwa Reinhold Ewald mit dem Brand an Bord oder Ulf Merbold mit einem Stromausfall während seines Einsatzes.

Das bringt Ulrich Walter zu einem spontanen Aktion: Er schlägt Jan Wörner als Ehrenastronaut vor. Wird in der Runde sofort abgenickt. Der Generaldirektor der ESA ist berührt.

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Das hier ist die NASA-Version.

Und gleich noch einen Link auf einen frischen Beitrag vom DLR, passend zum Thema: 15 Jahre „Astronauten-WG“ in der Internationalen Raumstation ISS. (Interview und Video)
Weitere Fotos aus der Ausstellung im Technik Museum Speyer:

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Buran.

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BOR: unbemannter Testflugkörper, zum Erfahrungssammeln für die Buran

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Fahrwerksschacht der sowjetischen Buran-Raumfähre. Sie war eigentlich nie richtig im Einsatz und sieht dem Space Shuttle recht ähnlich.

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Ja, ich mag rote Feuerwehrautos. 🙂

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Freue mich schon auf den nächsten Besuch im Technik Museum Speyer!

 

Alle Fotos: (c) H. Kleisny