Kekse backen auf der ISS

Herr: Es ist Zeit. 

Der Sommer war sehr groß.

Leg deinen Schatten
auf die Sonnenuhren…

Auch wenn man es nicht so poetisch wie Rilke ausdrückt – Tatsache ist: Der Herbst schlägt zu mit voller Macht, kalt und ungemütlich. In aller Grauheit und Nässe.

Innere Wärme ist gefragt: Cookiezeit. Auch auf der Internationalen Raumstation ISS, damit auch dort ein wenig erdliche Vorweihnachtsgefühle aufkommen können.

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Als die Computer spielen lernten

Gravity ist ein widersprüchlicher Film, der einerseits sehr spannend und ungewöhnlich ist, 2013 viele Auszeichnungen gewann, aber auch ich hatte nach dem Sehen eine Liste aller Dinge erstellt, die mich störten, weil sie wissenschaftlich inkorrekt sind. An 2001 Odyssee im Weltraum (1961) kommt Gravity nicht heran. Trotzdem ist es anregend, das Making of, hinter die Tricks der Umsetzung der Schwerelosigkeit, sehen zu können.

Zugegeben: Die Animation im Film und die digitale Kunst kommt erst gegen Ende der Ausstellung: Digital Revolution im Filmmuseum Frankfurt, die noch bis 10. November 2019 zu sehen ist.

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World Space Week

ESA astronaut Luca Parmitano performs a European experiment called GRIP that studies astronauts' perception of of mass and movement and how they interface with the human body and change in microgravity.
Luca Parmitano mit dem Grip Experiment. Grip untersucht, die Wahrnehmung von Masse und Bewegung durch die Astronauten und, wie sie mit dem menschlichen Körper in Wechselwirkung treten und die Schwerelosigkeit verändern. (c) ESA/NASA

Vom 4. bis 10. Oktober 2019 findet die World Space Week statt. Und dazu gibt es natürlich auch Aktionen aus Europa: Die ESA beteiligt sich mit den europäischen Space Talks daran.

Nehmen Sie an den europäischen #SpaceTalks teil

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Algen auf der ISS

Falcon 9 und Dragon Launch vom Launch Complex 39A auf der Cape Canaveral Air Force Station, Florida. (c) SpaceX

Noch sind Algen etwas, das die meisten vermutlich eher als Unkraut und daher als etwas zu entfernen ansehen. Vielleicht aber besteht unsere Nahrung in Zukunft durchaus aus dem roten oder grünen Gewächs.

Chlorella vulgaris ist eine auf der Erde gut erforschte, grüne Süßwasseralge. Sie ist bei Menschen, die Nahrungsergänzungsmittel für Ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden schätzen, auch auf der Erde beliebt.

Heute morgen (4. Mai 2019) startete in Cape Canaveral Weiterlesen

Erfolgreicher Crew Kapsel Dock an die ISS

Crew Dragon dockte zum ersten Mal seit der Installation im August 2016 am vorderen Connector des Harmony Moduls der ISS an.
Foto (c) NASA

Endlich gibt es nach Jahrzehnten wieder einen berichtenswerten Fortschritt in der amerikanischen Raumfahrt. Zwar nicht mehr direkt von der NASA – die arbeitet seit Jahren nur mehr mit Subunternehmern und ist mehr oder minder zum Auftraggeber und zur Auswahlinstanz von Firmen und Techniken mutiert.

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Lift-Off: Zündeln auf der ISS

Für ein richtig schönes Lagerfeuer braucht es Sauerstoff (und noch einiges andere). Im Weltall außerhalb einer Raumkapsel sind Brände also eher unwahrscheinlich. Drinnen allerdings, etwa auf einer Raumstation, in der Menschen normal atmen können, sieht es da schon anders aus.

Wie genau anders, das erforscht das Bremer ZARM demnächst mit einem CYGNUS-Raumtransporter der US-amerikanischen Firma Orbital ATK, der auf einer Antares 230 Rakete von Wallops Island, Virginia, zur Internationalen Raumstation ISS starten soll.

An Bord einer Raumstation brennt ein Feuer deutlich schwächer als am Boden und die Ausbreitung ist stark verlangsamt, örtlich wird es aber viel heißer, da der fehlende Auftrieb in der Schwerelosigkeit die heißen Abgase nicht von der Brandstelle fortträgt. Ein Material, das im Erdlabor von selbst verlischt, kann also auf einer Raumstation im All durchaus weiter brennen. Auch sehen die bisherigen Standardtests nur die Untersuchung glatter, ebener Proben vor. Unsere alltägliche Erfahrung zeigt uns jedoch, dass Ecken und Kanten leichter Feuer fangen als eine Fläche. Daher ist die Brandgefahr im Inneren einer Raumstation, die nicht vollkommen glatt und ohne Strukturen ist, auch wahrscheinlich höher als die bisherigen Testverfahren vermuten lassen.

Im Rahmen des internationalen SAFFIRE II Experiments, geleitet und finanziert von der NASA, untersucht das ZARM daher die Verbrennung und die Flammenausbreitung einer großen Acrylglasprobe mit strukturierter Oberfläche. Die wird in einem offenen Windkanal bei einer Luftgeschwindigkeit – ähnlich der von Klimaanlagen an Bord der ISS – entzündet und erforscht.

Die Idee dazu kam 2011 mit der Planung des SAFFIRE-Experiments auf, da sich damit diese gefährlichen Versuche auf einem Raumtransporter durchführen lassen, der am Ende ohnehin in der Erdatmosphäre verglüht.

Gespannt blickt das ZARM schon auf den Raketenstart, da der letzte Start der Antares 130 Trägerrakete im Oktober 2014 missglückte. Die Rakete stürzte ab, wurde völlig zerstört und das Launch-Pad schwer beschädigt. Am 14. Oktober 2016 soll sich nun die Nachfolgerakete Antares 230 zum ersten Mal bewähren. Sie ist in der ersten Stufe mit zwei russischen RD 181 Motoren ausgestattet.

Auf einen Blick

14. Oktober 2016 ab 2:15 (MESZ) / 13. Oktober 2016 ab 8:15 p.m. (EDT): Countdown für den Raketenstart in Wallops Island, Virginia, USA
16. Oktober 2016 ab 11:45 (MESZ) / 16. Oktober 2016 ab 5:45 a.m. (EDT): Andocken von CYGNUS an die ISS
18. November 2016 (Uhrzeit tbd): Abdocken der CYGNUS-Kapsel und Durchführung des SAFFIRE II-Experiments
Live-Stream des Raketenstarts
Animation des Missionsverlauf und des SAFFIRE II-Experiments (englisch)

Update 13.10. : Der Raketenstart verschiebt sich!
Zunächst wurde der Start auf Samstag wegen kleinerer, technischer Probleme und Auswirkungen des Hurricanes Matthew verschoben und nun steht ein neuerlicher Termin für Montag fest.
Dazu Projektleiterin Dr. Lucie-Patrizia Arndt:

Es bleibt spannend, nun erfordert der Tropensturm Nicole eine Verschiebung des Raketenstarts auf  Mo, 17. Oktober, 2:05 Uhr (MESZ). Wir geben auf unserer Homepage die Updates laufend bekannt, sodass Sie immer auf dem neuesten Stand sind.

Raketenstarts sind trotz all der Routine noch immer eine aufregende Sache.

 

Update 16.10.  von Projektleiterin Dr. Lucie-Patrizia Arndt:

Unsere Geduld wird erneut auf eine Probe gestellt. Orbital ATK hat gemeinsam mit der NASA vor wenigen Minuten einen Aufschub des Raketenstarts um 24 Stunden angekündigt:

Der Grund: Ein defektes Versorgungskabel der Bodenstation an der Startrampe, die die Rakete vor dem Start mit dem Kontrollzentrum verbindet, verursacht eine Verzögerung des Raketenstarts um 24 Stunden. Ersatzteile seien vor Ort und ein Technikerteam habe bereits mit der Reparatur begonnen, wie NASA und Orbital ATK bekannt geben.

Neuer Starttermin:
Dienstag, 18. Oktober 2016, 01:40 (MESZ) / October 17, 2016; 7:40 p.m. (EDT)
Live-Stream des Raketenstarts

Update 18.10.  Und es hat gklappt. Zumindest der Start. Der Erfolgsbericht nach einer langen Nacht im ZARM von Dr. Lucie-Patrizia Arndt:
Update 16.10. 

Der Raketenstart erfolgte nach Plan um 1:45 Uhr (MESZ). Die Highlights hat die NASA mit kurzen Clips bei Twitter eingebettet: https://twitter.com/NASA

Das Andocken der CYGNUS-Raumkapsel an die ISS wird erst für kommenden Sonntag, 23.10.2016 erwartet, da kurz zuvor eine russische Raumkapsel mit 3 Astronauten die ISS erreichen wird; es herrscht in den nächsten Tagen also ein reges Treiben rund um die Raumstation. Die CYGNUS-Kapsel wird für etwa 5 Wochen an der Raumstation angedockt bleiben und mit der Abkoppelung von der ISS (ca. Mitte/Ende November) wird dann das SAFFIRE II-Experiment gestartet werden.

Die besten Wünsche ans Team für den weiteren Projetkerfolg von FlugundZeit!

Rover rollt auf der Erde, gesteuert aus der ISS

Foto: ESA

ESA-Astronaut Tim Peake steuert erstmals am Freitag, 29. April 2016 von der ISS aus einen Rover auf der Erde. Das Meteron-Projekt, an dem mehrere internationale Raumfahrtagenturen beteiligt sind, soll ein erster Schritt zur gemeinsamen Erforschung unseres Sonnensystems durch Roboter und Menschen sein.

Der Schwerpunkt liegt dabei auf der manuellen und automatischen Steuerung unter variierenden Lichtverhältnissen, einschließlich absoluter Dunkelheit. Dabei rollt der Rover in einem der Marsoberfläche nachempfundenen Testbett von Airbus DS, in Stevenage, Großbritannien.

Das Experiment setzt das „Disruption Tolerant Networking“ (DTN) ein, ein Weltraum-Internet, um Befehle von der ISS zum Rover zu senden. Diese Netzwerk-Technologie kann mit Kommunikationsabbrüchen und großen Latenzen umgehen, wie sie in zukünftigen Missionen erwartet werden, bei denen Astronauten an Bord einer Raumstation mit robotischen Rovern auf den Oberflächen von Mond oder Mars arbeiten.

Das Hauptkontrollzentrum und der Netzwerkknoten für dieses Live-Experiment sind am ESA/ ESOC in Darmstadt.

Weiterführende Informationen:

http://blogs.esa.int/tim-peake/2016/03/15/space-to-ground-remote/

Raumfahrtbits (1) und Automation und Disaster (2)

(1)Social Net Star und Raumfahrer Alexander Gerst ist wieder wohlbehalten in Deutschland. Er war der erste, der schon wenige Stunden nach einem Aufenthalt in der Erdumlaufbahn wieder munter auf eigenen Beinen spazierte. Und er hat nicht nur „dort oben“ seine Aufgaben erfüllt, er hat auch die europäische Raumfahrt erfolgreich in den sozialen Netzwerken positioniert. Die alten Medien werden in den nächsten Tagen ausreichend über seine Erlebnisse und Erfahrungen berichten.

Morgen soll nun endlich die erste Landung auf einem Kometen erfolgen. Lander Philae soll gegen 9.35 Uhr mitteleuropäischer Zeit in 22,5 Kilometern Höhe von der Raumsonde Rosetta abdocken und auf den Kometen heruntersinken.

Das Team des Lander Control Centers rechnet damit, gegen 17 Uhr die Landung bestätigen zu können. Wenn die dafür erforderlichen Daten aus dem Weltall im Kontrollraum in Köln ankommen, steht Philae bereits seit knapp 30 Minuten auf der Kometenoberfläche, denn durch die große Entfernung kann der Kontakt zum Lander nicht in Echtzeit erfolgen.

Soweit die News aus der Raumfahrt. Themenwechsel.

(2) In der Luftfahrt gibt es zurzeit in Pilotenkreisen im Netz heftige Diskussionen zu alt bekannten Themen, die leider zunehmend aktuell werden: Der Grad der Automatisierung und seine Auswirkungen.

In einer Analyse rollt Autor William Langwiesche in Vanity Fair nochmals die Ursachen vom Absturz des Air France Fluges 447 auf. Langwiesche argumentiert, dass den heutigen Airline Piloten zunehmend die Kenntnisse und Fähigkeiten fehlen, um Ausnahmesituationen zu bewältigen. Das sei eine nicht beabsichtigte Folge der zunehmenden Entwicklung von Flugzeugen, die jeder fliegen können soll. Die Basic Flying Skills (= das Wissen und Handling um die Tatsache: Warum das Flugzeug was wie wann tut, nach einem Piloteninput oder es eben nicht tut) sind bei heutigen Piloten oft nicht mehr vorhanden. Jets der vierten Generation bringen Piloten ins Cockpit, die mangels notwendiger Fähigkeiten früher nie da gelandet wären, schreibt der anerkannte Luftfahrt-Autor.

Die teils heftigen Reaktionen im Netz auf den Artikel zeigen sich auch bei der Argumentation von Patrick Smith, eigentlich einem Fan von Langwiesche. Er teilt zwar die Meinung, dass die Hands-on flying skills (das Fliegen von Hand möglichst ohne Computerunterstützung) bei der Ausbildung der Piloten über die Jahre zunehmend vernachlässigt werden. Er meint aber, dies sei auch nicht mehr so notwendig. (Und trifft dabei voll ins Füllhorn von Herstellern und Koste-es was-es wolle-Spar-Fluglinien)

Der Air France Unfall erfolgte nach einer Kette von misslichen Umständen, mit unter anderem Vereisung des Pitotrohrs und der nicht erfolgreichen Problemsuche von mehreren Piloten gleichzeitig.

(Ein voll funktionsfähiges Pitotrohr ist die Voraussetzung für die korrekte Anzeige wichtiger Fluginstrumente. Auch die Bordcomputer verlassen sich auf deren Daten und berechnen ihre Flugsteuerung aufgrund der Daten dieser Messinstrumente.)