NASA: Orion Launch am 4. Dezember

Update am 2.12:

(1) Für Donnerstag ist morgens an der Ostküste Regen vorhergesagt. (Als wenn wir noch schon genug Nass von oben in der letzten Woche gehabt hätten.) Vielleicht schafft es Orion noch vorher zu starten, ansonsten wird sich der Start vermutlich verschieben.

(2) Wer Zugang zu amerikanischem Fernsehen hat (Internet), auch der Weather Channel will den Start live übertragen. „Wetter“ ist eben nicht nur etwas für Alte, wie der Spiegel vor einigen Monaten so süffisant schrieb, sondern für aktive Menschen, die sich draussen bewegen und auch am wissenschaftliche Fortschritt interessiert sind.

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Am 4. Dezember Ortszeit 4:30 Uhr morgens (10:30 in Deutschland) beginnt die Live Coverage des ersten NASA Teststarts der neuen Orionkapsel. Die Orionkapsel an Bord einer United Launch Alliance Delta IV Heavy Rocket soll vom Space Launch Complex 37 an der Cape Canaveral Air Force Station um 7:05 morgens Ortszeit abheben. Nach zwei Erdumkreisungen soll die viereinhalb Stunden Mission mit einem „Splashdown“ der Kapsel im Pazifischen Ozean beendet sein.  Die Kommentare zum Start hier in den USA sind sehr gemischt.

Wer den Start zuhause im Internet verfolgen möchte – es soll auf der NASA-TV-Seite (ansehbar auch über APPs) am 4.12. einen Direktlink geben.

NASA Werbevideo zum Orionstart.
Link zu Info über das Antriebssystem (Delta IV Heavy Rocket):

NASA: To boost the Orion spacecraft and service module 3,600 miles into space, the Delta IV Heavy uses a Common Booster Core (CBC) first stage which uses cryogenic propellants, Liquid Oxygen and Liquid Hydrogen, and two additional CBCs augment the first stage as strap-on liquid boosters to form a trip-body rocket.

Der Testflug ist der bereits im Sommer von der NASA angekündigte Exploration Flight Test-1 (EFT-1), ein Testflug des unbemannten Orion Spacecraft. Die Orionkapsel wird angetrieben von einer United Launch Alliance Delta IV Heavy Rocket.

Startort ist  SLC-37B, Cape Canaveral Air Force Station, im Kennedy Space Center.

Das Orion Crew Module soll auf seiner ersten Mission 3600 Meilen über der Erde fliegen. Zwei Hitzeschutzschilde sollen nach zwei Erdumrunduungen den Wiederintritt in die Atmosphäre der Erde sichern. Dann sollen 11 Fallschirme für verschiedene Landefunktionen eingesetzt werden.

Drei Hauptfallschirme von der Größe eines Fußballfeldes sollen Orion’s Abstieg verlangsamen, um auf weniger als 20 Meilen pro Stunde bei der Wasserung im Pazifik zu gelangen. Messungen während des Fluges sollen Informationen zu Optimierungen von Orion führen und gleichzeitig Informationen für den Antrieb des SLS-Systems liefern.

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Ein Youtube-Video passend zum Thema (Space Exploration) mit Dank an Andreas Schuster für den Link.

NASA will 2017 wieder vom KSC Astronauten zur ISS schicken

Die NASA gab heute nachmittag bekannt, dass Boeing und SpaceX gemeinsam bereits 2017 wieder Astronauten vom Kennedy Space Center (KSC) zur ISS schicken werden. Das John F. Kennedy Space Center ist der Weltraumbahnhof der NASA auf Merritt Island in Florida.

Diese Ankündigung ist Teil des „Commercial Crew Programs„, bei dem nicht nur Astronauten, sondern auch Privatpersonen ins All befördert werden sollen. Zweck ist die Entwicklung und Zertifizierung von einer sicheren und zuverlässigen US-Weltraumtransportsystem für Missionen zu und von der Internationalen Raumstation (ISS) und niedrige Erdumlaufbahn zu beschleunigen.

Der erste Testflug mit Crew soll nicht vor 2017 stattfinden. Wenn Privatunternehmen den Transport von Astronauten zur Internationalen Raumstation durchführen, kann sich die NASA auf Deep-Space-Missionen mit der Orion-Raumkapsel an Bord der Space Launch System (SLS) Rakete konzentrieren, die zurzeit in Entwicklung ist. Sie soll Menschen bis zum Mars befördern.

Das Auftragsvolumen beträgt 6,8 Milliarden US-Dollar. Boeing soll davon 4,2 Milliarden US-Dollar bekommen, SpaceX 2,6 Milliarden. Beide Unternehmen sollen dabei eine wieder verwendbare Raumkapsel entwickeln, die mit einer Rakete gestartet, Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS befördern soll, und die mit ihnen später wieder sicher auf der Erde landet.

Boeing entwickelt dafür das CST-100 Raumschiff in einem ehemaligen Shuttle-Produktionshalle im Kennedy Space Center. Die CST-100 sollen mit United Launch Alliance Atlas V-Raketen starten.

SpaceX will dazu auf seinem Crew Dragon Raumschiff aufsetzen – mit einer weiterentwickelten Version des Frachttransporters für die ISS. SpaceX plant, die Crew Dragons von ihren Falcon 9 Raketen zu starten.

Die Abhängigkeit von den Russen bei der Beförderung der Astronauten war den Amerikanern schon länger ein Dorn im Auge. Die politische Situation derzeit dürfte das verschärft haben.