Oshkosh 2017 (Samstag): Failure was not an Option

Buzz Aldrin (Apollo 11), Fred Haise (Apollo 13), Frank Borman (Apollo 8), Jim Lovell (Apollo 8 und 13), Walt Cunningham (Apollo 7) und „Flight“ Gene Kranz.

Plattitüde: Oshkosh, oder wie die ATC Kontroller hier sagen, Osh, ist immer eine Reise wert. Generell. Over all und im Gesamten. Dazu gibt es aber Schmankerl, Weiterlesen

Weihnachtsbücher 3: Aus der Luft betrachtet

Luftfahrer haben gerne die Übersicht von oben: Bei der Wahl zwischen ( 🙂 einer Loft) im Dachgeschoss und einer Wohnung hinter der Haustüre entscheiden sich Piloten für die höher gelegene Wohnung. Dazu gibt es keine mir bekannten Statistiken, es ist eher Erfahrung aus meinem persönlichen Umfeld. (Vorsicht Humor)

Darum befassen wir uns heute mit Schwergewichten, die unseren wunderschönen Planeten von hoch oben betrachten. Bildbände, die man weder auf die Fahrradtour mitnehmen kann/sollte, noch als Lesestoff beim Charterflug mit Maximalgepäck von 20 Kilogramm.

Sogenannte Coffee Table Books*. Meist kostspielige, optisch opulente Bücher, die man gut sichtbar auf den kleinen Tisch beim Sofa positioniert, und erwartet, dass die Besucher sie bemerken und gebührlich bewundern. – So dachte ich lange Zeit und wurde erst vor kurzem auf einer Party eines Besseren belehrt, als eine Pilotin mir zum (leeren) Tisch in ihrer neuen Wohnung erklärte, dass sie gerne darauf die großen Bücher aus ihrer Bibliothek ansehen würde. Das sei so richtig gut zum Entspannen und Träumen…


 

Einen Moment dachte ich daran, wie Menschen manchmal durch Ideen, Worte und Grenzen getrennt werden. Aber hier im Cockpit in mehr als fünf Kilometern über dem Boden war die Erde Teil eines in einander fließenden Musters zufälliger Harmonie.

Plötzlich alarmierte mich Walt, dass wir von feindlichem Radar entdeckt wurden. Ich beschleunigte auf Mach 3.

Einen Augenblick lang hatte ich die Welt mit großer Klarheit gesehen.

Das schrieb Brian Shul, Pilot der legendären SR-71 (auch Black Lady oder Sled genannt). 1990. Geschwindigkeit: Mach 3. Flughöhe: 50.000 bis 70.000 Fuß (15-20 km).

„Etwas passiert mit Dir da draußen“, sagte auch etwa Apollo 14-Astronaut Edgar Mitchell. “Man entwickelt ein sofortiges globales Bewusstsein, eine Menschheitsorientierung, eine intensive Unzufriedenheit mit dem Zustand der Welt und einen Zwang, etwas dagegen zu tun.“ Praktisch jeder Astronaut hat diese Ehrfurcht und den Respekt in seinen eigenen Worten ähnlich formuliert.

Die Perspektive, die Welt und sich von außen zu sehen, kann die eigene Wahrnehmung verändern – das ist schon lange bekannt. Diese Sicht lässt sich leicht nützen, wenn einem wieder einmal ein menschlicher Giftzwerg gegenüber steht und meint, er würde wichtiger werden, indem er sein Klugschwätz über andere ausgießt. Dann kann man locker lächeln, sich gedanklich von der Erde weit weg zoomen; alles Unangenehme hier wird mikroskopisch klein ( 🙂 noch winziger als der Giftzwerg), unwichtig und nur die Schönheit unseres blauen Planeten aus der Entfernung bleibt. Funktioniert bei mir seit Jahrzehnten.

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(c) Dorling Kindersley

Dass dies sogar einen eigenen Namen, nämlich Overview-Effekt, hat, wurde mir erst durch ein Buch von Benjamin Grant bewusst. Grant schuf 2013 ein Social-Media-Projekt namens Daily Overview.

Dabei postete er auf seinem Instagram-Account täglich ein weiteres, von ihm ausgewähltes und bearbeitetes Satellitenbild von Digital Globe. Das Projekt war so erfolgreich, dass eine Ausstellung daraus entstand, die an mehreren Orten weltweit, unter anderem im Deutschen Museum in München gezeigt wurde.

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(c) Dorling Kindersley

Nun sind die Bilder gesammelt als prächtiger Bildband mit dem Titel: Overview veröffentlicht. Die Bilder im Buch sind thematisch angeordnet, etwa nach Orten, an denen wir wohnen, ernten, fahren oder spielen. Die Aufnahmen zeigen überdimensionierte Olivenhaine, weiße Baumwollfelder oder künstlich geschaffene Wohnräume wie die palmenförmige Insel in Dubai, auf der rund 26.000 Menschen wohnen. Begleitet sind die mehr als 200 überraschenden, schönen, manchmal auch erschreckenden Bilder jeweils von thematisch passenden Texten.

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(c) Piper Verlag (Malik)

Ebenfalls von hoch oben – mit Satellitenfotos des DLR – sind die Ansichten in der zweiten Buchempfehlung: m4 – Mountains, die vierte Dimension.

Der Bildband zeigt die höchsten Berge unserer Erde auf mehr als 170 exklusiven Satellitenbilder des DLR, Autor Reinhold Messner erzählt die Geschichte des Alpinismus mit persönlichen Erlebnisberichten der besten Bergsteiger unserer Zeit.

Topografischen Karten, Infografiken und Steckbriefen weisen auf die individuellen Charakterzüge jedes Berges hin. Es fügen sich Originalzeugnisse unterschiedlicher Epochen mit satellitengestützter Visualisierungstechnik, Besteigungshistorie und geografisches Hintergrundwissen zu einem Gesamtbild, das dem Leser die Erschließung neuer Horizonte nahebringt.

Das Buch ist eine gelungene Kombination von Wissenschaft, Kunst, Naturdarstellung und zudem ein praktikables Nachschlagewerk für Bergsteiger zur Planung künftiger Touren. Reinhold Messner sah in den Bildern neue Routen am K2 für die nächste Generation, und „für Recherchen zur alpinen Geschichte helfen sie mir heute“.

Für Linienpiloten, die über die hohen Gipfel mit gewisser Regelmäßigkeit fliegen und da stets wieder (bei guter Sicht) Ausschau nach ihren Favoriten halten, ist es vielleicht schön, ein wenig mehr zu einigen der Bergriesen zu erfahren.

Fazit (gilt für beide Bücher), geeignet für:

  • jeden, dem die Optik hilft, vom Alltag abzuschalten und eine andere, entspanntere Perspektive zum Leben einzunehmen
  • alle, die es lieben, Schönes anzusehen und dabei Wissenswertes zu erfahren
  • (Extrem-)Bergsteiger (…nicht so die Lesergruppe hier)
  • (Vorsicht Humor) den Coffee Table (siehe oben)
  • Menschen, die die Schönheit der Berge schätzen und die Macht der Natur respektieren

 

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🙂  * Gleich vorab für die üblichen Klugsch… komentare: Nein, die sinngemäße deutsche Übersetzung: Beistelltischauslegebücher kommt mir nicht in den Text…)

News from Space to Wingsuits

Während das Land hier auf der anderen Seite des Atlantiks auch im Small Talk Politik diskutiert (bis vor etwa einem halben Jahr war das ein absoluter NoGo) gibt es auch technische News zu vermelden.

In Cape Canaveral startete gestern abend mit einer Stunde Verspätung (es ist grimmig kalt und war auch recht böig) ein geostationärer Wettersatellit („der nächsten Generation“ Zitatende) namens GOES-R. Die Bilder zeigen leider einen Tag später noch immer nur die Vorbereitung zum Launch… Es ist Wochenende, auch bei der NASA.

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Auf die ISS hat es nach 2008 endlich wieder ein Franzose geschafft: der ehemalige Linienpilot Thomas Pesquet ist nach einem zweitägigen, routinemäßig verlaufenen Flug mit einer Sojus-MS03 am 19. November an der Internationalen Raumstation ISS anlangt. Die nunmehr sechsköpfige Mannschaft besteht außer Pesquet aus: der NASA-Astronautin Peggy Whitson, dem Roskosmos-Kommandeur Oleg Nowitzky, dem NASA-Astronauten Shane Kimbrough und den Kosmonauten Andrej Borisenko und Sergej Ryschikow. Die letzten Drei waren bereits vor den Neuankömmlingen auf der ISS.

Die Sojus-MS-Rakete ist eine weiterentwickelte Ausführung des russischen Raumschiffklassikers, der seit knapp 50 Jahren im Einsatz ist.

Am Mittwoch, den 23. November wird Pesquet von der ISS in einer  Live-Videokonferenz mit dem Europäischen Astronautenzentrum in Köln zu sehen sein. Zeit: 14 Uhr bis 16 Uhr MEZ
Link zur Live-Videokonferenz

Genereller Link zu Thomas Pesquets Mission Proxima

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Wir hatten berichtet, nun steht das Abdocken der Cygnus-Kapsel von der ISS unmittelbar bevor:

In der Kapsel ist ein Experiment an Bord, das zum ersten Mal Daten darüber sammelt, wie sich Feuer verhält, wenn es unter Umgebungsbedingungen, die denen auf der ISS entsprechen, kontrolliert gezündet wird. Zudem enthält sie Abfälle und nicht mehr benötigtes Equipment, das beim Eintritt in die Atmosphäre verglühen soll.

Der geplante Ablauf

  • 21.11.16    14:20 Uhr (MEZ)  Abdocken des CYGNUS-Raumtransporters von der ISS; Liveübertragung ab 14:00 Uhr (8:00 a.m. ET)
  • 21.11.16    19:20 Uhr (MEZ)  Experimentbeginn und anschließende Datenübertragung

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Das Fliegen around pilons ist eine Disziplin, die das exakte Fliegen fördert, und eher bekannt ist mit Kriegsflugzeugen. Aber das geht auch mit Wingsuits von Fallschirmspringern. Speziell designte Anzüge und natürlich auch very special wingsuit pilots flogen im Wettbewerb über der Wüste von Arizona an diesem Wochenende. Sieger war mit 258kmh/160mph der Amerikaner Noah Bahnson.

Lift-Off: Zündeln auf der ISS

Für ein richtig schönes Lagerfeuer braucht es Sauerstoff (und noch einiges andere). Im Weltall außerhalb einer Raumkapsel sind Brände also eher unwahrscheinlich. Drinnen allerdings, etwa auf einer Raumstation, in der Menschen normal atmen können, sieht es da schon anders aus.

Wie genau anders, das erforscht das Bremer ZARM demnächst mit einem CYGNUS-Raumtransporter der US-amerikanischen Firma Orbital ATK, der auf einer Antares 230 Rakete von Wallops Island, Virginia, zur Internationalen Raumstation ISS starten soll.

An Bord einer Raumstation brennt ein Feuer deutlich schwächer als am Boden und die Ausbreitung ist stark verlangsamt, örtlich wird es aber viel heißer, da der fehlende Auftrieb in der Schwerelosigkeit die heißen Abgase nicht von der Brandstelle fortträgt. Ein Material, das im Erdlabor von selbst verlischt, kann also auf einer Raumstation im All durchaus weiter brennen. Auch sehen die bisherigen Standardtests nur die Untersuchung glatter, ebener Proben vor. Unsere alltägliche Erfahrung zeigt uns jedoch, dass Ecken und Kanten leichter Feuer fangen als eine Fläche. Daher ist die Brandgefahr im Inneren einer Raumstation, die nicht vollkommen glatt und ohne Strukturen ist, auch wahrscheinlich höher als die bisherigen Testverfahren vermuten lassen.

Im Rahmen des internationalen SAFFIRE II Experiments, geleitet und finanziert von der NASA, untersucht das ZARM daher die Verbrennung und die Flammenausbreitung einer großen Acrylglasprobe mit strukturierter Oberfläche. Die wird in einem offenen Windkanal bei einer Luftgeschwindigkeit – ähnlich der von Klimaanlagen an Bord der ISS – entzündet und erforscht.

Die Idee dazu kam 2011 mit der Planung des SAFFIRE-Experiments auf, da sich damit diese gefährlichen Versuche auf einem Raumtransporter durchführen lassen, der am Ende ohnehin in der Erdatmosphäre verglüht.

Gespannt blickt das ZARM schon auf den Raketenstart, da der letzte Start der Antares 130 Trägerrakete im Oktober 2014 missglückte. Die Rakete stürzte ab, wurde völlig zerstört und das Launch-Pad schwer beschädigt. Am 14. Oktober 2016 soll sich nun die Nachfolgerakete Antares 230 zum ersten Mal bewähren. Sie ist in der ersten Stufe mit zwei russischen RD 181 Motoren ausgestattet.

Auf einen Blick

14. Oktober 2016 ab 2:15 (MESZ) / 13. Oktober 2016 ab 8:15 p.m. (EDT): Countdown für den Raketenstart in Wallops Island, Virginia, USA
16. Oktober 2016 ab 11:45 (MESZ) / 16. Oktober 2016 ab 5:45 a.m. (EDT): Andocken von CYGNUS an die ISS
18. November 2016 (Uhrzeit tbd): Abdocken der CYGNUS-Kapsel und Durchführung des SAFFIRE II-Experiments
Live-Stream des Raketenstarts
Animation des Missionsverlauf und des SAFFIRE II-Experiments (englisch)

Update 13.10. : Der Raketenstart verschiebt sich!
Zunächst wurde der Start auf Samstag wegen kleinerer, technischer Probleme und Auswirkungen des Hurricanes Matthew verschoben und nun steht ein neuerlicher Termin für Montag fest.
Dazu Projektleiterin Dr. Lucie-Patrizia Arndt:

Es bleibt spannend, nun erfordert der Tropensturm Nicole eine Verschiebung des Raketenstarts auf  Mo, 17. Oktober, 2:05 Uhr (MESZ). Wir geben auf unserer Homepage die Updates laufend bekannt, sodass Sie immer auf dem neuesten Stand sind.

Raketenstarts sind trotz all der Routine noch immer eine aufregende Sache.

 

Update 16.10.  von Projektleiterin Dr. Lucie-Patrizia Arndt:

Unsere Geduld wird erneut auf eine Probe gestellt. Orbital ATK hat gemeinsam mit der NASA vor wenigen Minuten einen Aufschub des Raketenstarts um 24 Stunden angekündigt:

Der Grund: Ein defektes Versorgungskabel der Bodenstation an der Startrampe, die die Rakete vor dem Start mit dem Kontrollzentrum verbindet, verursacht eine Verzögerung des Raketenstarts um 24 Stunden. Ersatzteile seien vor Ort und ein Technikerteam habe bereits mit der Reparatur begonnen, wie NASA und Orbital ATK bekannt geben.

Neuer Starttermin:
Dienstag, 18. Oktober 2016, 01:40 (MESZ) / October 17, 2016; 7:40 p.m. (EDT)
Live-Stream des Raketenstarts

Update 18.10.  Und es hat gklappt. Zumindest der Start. Der Erfolgsbericht nach einer langen Nacht im ZARM von Dr. Lucie-Patrizia Arndt:
Update 16.10. 

Der Raketenstart erfolgte nach Plan um 1:45 Uhr (MESZ). Die Highlights hat die NASA mit kurzen Clips bei Twitter eingebettet: https://twitter.com/NASA

Das Andocken der CYGNUS-Raumkapsel an die ISS wird erst für kommenden Sonntag, 23.10.2016 erwartet, da kurz zuvor eine russische Raumkapsel mit 3 Astronauten die ISS erreichen wird; es herrscht in den nächsten Tagen also ein reges Treiben rund um die Raumstation. Die CYGNUS-Kapsel wird für etwa 5 Wochen an der Raumstation angedockt bleiben und mit der Abkoppelung von der ISS (ca. Mitte/Ende November) wird dann das SAFFIRE II-Experiment gestartet werden.

Die besten Wünsche ans Team für den weiteren Projetkerfolg von FlugundZeit!

Deutsche Astronauten im Technik Museum Speyer

speyer-2Das Technik Museum Speyer ist immer einen Besuch wert. (Die Anreise mit dem Flugzeug ist praktisch, weil das Museum in Sichtweite der Landebahn liegt.)

Vieles, womit man fahren oder fliegen kann, hat hier bereits seinen Platz gefunden. Das geht vom Zweitakter bis zur Boeing 747, die schon weit hin sichtbar über das Außengelände hinaus ragt. Alles liebevoll im Kontext präsentiert.

Mit der Eröffnung der Ausstellung „Deutsche Astronauten“ am Samstag gibt es einen weiteren Grund, hier die freie Zeit zum anschaulichen Wissensgewinn zu verbringen.

Gleich sechs der elf Deutschen Astronauten und Kosmonauten, deren persönliche Gegenstände in den Vitrinen zu sehen sind, waren am Eröffnungsabend anwesend und erzählten locker und amüsant aus ihrer Raumfahrtzeit: Ulf Merbold, Ernst Messerschmid, Hans Schlegel, Ulrich Walter, Reinhold Ewald, Gerhard Thiele und Gisela Furrer, die Schwester von Reinhard Furrer.

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Von links: Hans Schlegel, Ulf Merbold, Prof. Jan Wörner, Ernst Messerschmid, Ulrich Walter, Gerhard Thiele, Reinhold Ewald, Gisela Furrer.

Die elf Deutschen flogen sowohl mit amerikanischen Raumfähren als auch russischen Sojus-Raketen in den Weltraum. Während der insgesamt 16 Missionen führten sie dabei mehrere hundert wissenschaftliche Experimente durch.

Beim Fototermin links erklärt jeder, welche Ausstellungsstücke er zu den 194 Exponaten beitrug und warum. Das Resultat ist in je einer Glasvitrine pro Raumfahrer zu sehen. Alle Ausstellungsstücke stammen vom Training, den Missionen oder sind Auszeichnungen der Raumfahrer, meist im Kontext des ESA-Astronautenprogramms sowie der Kooperationen mit den USA/NASA und Russland.

Zur weiteren Wissensvertiefung gibt es ausführliche Informationstafeln und Exponats-Beschreibungen, Texte zu den Astronauten und den Missionen.

speyerGrausam mutet die originale Sojus-Kapsel an. Leichte Gebrauchsspuren lassen den „sanften“ Eintritt in die Erdatmosphäre und den Aufschlag bei der Landung erahnen: in der Minikapsel – drei Männer, eingepfercht auf so geringem Raum.
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„Apollo and Beyond“ heißt „Europas größte Ausstellung zur 50-jährigen Geschichte der bemannten Raumfahrt“, so der Veranstalter. Der Name erinnert ein wenig an den Bremer Kongress 2007 „To Moon and Beyond“ und an den derzeitigen Claim der NASA: Moon, Mars and Beyond sowie ein Spiel bei Kickstarter, das den Slogan ebenfalls recycelt. Ein Film von 1964 inspirierte sogar schon Stanley Kubrick für 2001, Odyssee im Weltraum.

Mir sind bisher eher die zahlreichen NASA-Ausstellungen mit den amerikanischen Errungenschaften bekannt und so ist diese Ausstellung zumindest für mich sehr speziell.

Eigentlich alle der anwesenden Astronauten und Kosmonauten habe ich schon über die Jahre vortragen und mehrfach Erlebnisse aus ihrer Raumfahrzeit erzählen gehört. In dieser Zusammensetzung und den gegenseitigen Kommentaren zu den Vorfällen war es neu und wieder spannend. Die Interviews waren sehr gut geführt von Ausstellungsleiter Gerhard Daum, im Bild rechts neben Gisela Furrer.

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Gerhard Thiele (Missionspezialist bei STS-99/SRTM mit Raumfähre Endeavour) und ESA-Generaldirektor Prof. Jan Wörner

Die letzen beiden Vorträge von Prof. Jan Wörner genoss ich bei der ESA im Zuge von Alexander Gersts Langzeitmission an Bord der ISS und bei der Jahrestagung 2015 des Luftfahrtpresseclubs in Leipzig. Bei ersterem war er noch Direktor des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Der letzte Vortrag war die schmissigste, amüsanteste und eine trotzdem korrekte Präsentation zum Thema Raumfahrt und deren Zukunft, die mir bisher untergekommen ist. In Speyer war das Vortragstempo zwar genauso rasant, aber etwas gemässigter in der Form.

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Wörner weiß, wie er die Zuhörer „kriegt“: Mit dem Originalsound zu Raumpatrouille Orion.

Man kann (und muss wohl) kurz auf die Errungenschaften der Amerikaner und der Russen, den kalten Krieg und was aus diesem Wettkampf – wissenschaftlich gesehen – doch Positives entstanden ist, eingehen. Man (Wörner) kann das auch kurz halten und geringfügig länger darauf hinweisen, was die Deutschen (Europäer) zu dieser Zeit Raumfahrtmäßig machten: Eine Fernsehserie in schwarz-weiß, bei der Bügeleisen und andere Utensilien wie Badewanneneinläufe als Mikrofone zukunftsträchtig eingesetzt waren.

Aber, wie Wörner explizit hinweist: Es ging bereits sehr international zu bei der Besetzung der TV-Raumfähre. Also zukunftsweisend. Heute gibt es auch offiziell keine Deutschen Raumfahrer mehr bei der ESA, sondern Europäer deutscher Abstammung.

DSC_0047Und dann folgt noch Wörner’s (die ESA) Version der Zukunft der Raumfahrt. Im Detail wird das von einem Fach-Gremium in den nächsten Wochen diskutiert werden. Welche Rolle soll der Mond auf dem Weg zum Mars spielen und wo und wie können wir (endlich) das ESA-Wissen so einsetzen wie es der internationalen Realität entspricht?

„Ohne Neugier wird die Zukunft nicht kommen“, sagt Wörner provokativ. „Diesen Wert müssen wir wieder für unsere Jugend schaffen.“ Alle Astronauten/Kosmonauten seien ausgesuchte Menschen, stark selektiert nach ihrem Wissen und Können. Deshalb werden sie auch mit ungebrieften Vorkommnissen bei ihren Einsätzen fertig wie etwa Reinhold Ewald mit dem Brand an Bord oder Ulf Merbold mit einem Stromausfall während seines Einsatzes.

Das bringt Ulrich Walter zu einem spontanen Aktion: Er schlägt Jan Wörner als Ehrenastronaut vor. Wird in der Runde sofort abgenickt. Der Generaldirektor der ESA ist berührt.

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Das hier ist die NASA-Version.
Und gleich noch einen Link auf einen frischen Beitrag vom DLR, passend zum Thema: 15 Jahre „Astronauten-WG“ in der Internationalen Raumstation ISS. (Interview und Video)
Weitere Fotos aus der Ausstellung im Technik Museum Speyer:

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Buran.
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BOR: unbemannter Testflugkörper, zum Erfahrungssammeln für die Buran
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Fahrwerksschacht der sowjetischen Buran-Raumfähre. Sie war eigentlich nie richtig im Einsatz und sieht dem Space Shuttle recht ähnlich.

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Ja, ich mag rote Feuerwehrautos. 🙂
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Freue mich schon auf den nächsten Besuch im Technik Museum Speyer!

 

Alle Fotos: (c) H. Kleisny

Oshkosh 2015: Donnerstag

DSC_0018 KopieBurt Rutan ist immer für eine Überraschung gut. Heute präsentierte er der Öffentlichkeit seine Version eines dynamischen Starts eines Shuttles oder einer Rakete aus der Luft. Als genialer Ingenieur stimmen dabei auch die technischen Anforderungen und Werte. Alles haarklein durchdacht und ausprobiert und getestet.

DSC_0027 KopieLinks eine kleine Auswahl der Folien für diejenigen, die sich für neue Launchsystem interessieren. (NASA ist es nach Burt Rutan nicht), aber in der NASA-Präsentation am Abend stellte sich heraus, dass sie noch nicht wissen, mit welchem Antrieb sie zum Mars fliegen wollen. Obwohl das Ziel Mars in vielen bunten Werbefilmchen als Ziel um die Ecke verkauft wird.

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Eine DC-10 (kriegt man laut Rutan kostenfrei) und ein starkes Segelflugzeug, per verstärkten Kabeln verbunden. Huckepack auf dem Glider eine Rakete, die aus 40000 Fuß und mehr mit speziellem Rutan-Verfahren gestartet wird.

Alle Versuche und Daten wurden mit vorhandenen Segelflugzeugen berechnet und teilweise erflogen. Burt Rutan würde aber dafür natürlich ein eigenes Segelflugzeug konstruieren.

Die NASA wollte sein Verfahren nicht einmal kostenfrei weiter betrachten.

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Von der NASA Präsentation zu Orion und den Raketentests im letzten Dezember:

DSC_0141 KopieIch habe nur noch nicht verstanden, wozu die Orion gut sein soll,, denn dass sie als Beförderung von Menschen zum Mars ungeeignet ist (Kapsel, keine Bewegungsmöglichkeit in der langen Reisezeit) haben auch die NASA-Verantwortlichen zugegeben. Das aber wird hier stets propagiert.

Was kann sie mehr als die alten Kapseln vom letzten Jahrhundert? Wo liegt die bahnbrechende Neuerung, die es ermöglichen soll, nunmehr Menschen auch weiter als den Mond zu transportieren? Und selbst beim Mond: da fehlt noch immer ein Lander und ein Vehikel für die Astronauten, wieder zurückzukommen.

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Noch einige Bilder des Tages:
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Beechcraft Starship, Design von Burt Rutan

 

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Das original Lead Plane des D-Days

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Drohnenkäfig wegen Class D Airspace. Da darf normalerweise keine Drohne fliegen.

 

"We have a liftoff" – die Kult-Originaltöne aus der Space Vergangenheit zum Download

Zur Auflockerung leichte Kost für zwischendurch: Die NASA hält auf einer Webseite jede Menge Original Voice Transmissions als Klingeltöne zum kostenfreien Download bereit.

Dazu gibt es Chorus Radio Waves within Earth’s Atmosphere, den original Sputnik: Beep, natürlich Apollo 13: Houston, We’ve Had a Problem und vieles mehr für Space Freaks.

Und einen Link zum Third Rock Space Radio.

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Ergänzung in eigener Sache am 20.2.:
Und ha!, wir waren mit der Veröffentlichung um eine halbe Stunde schneller als Spiegel Online. Die Info der NASA lag mir sogar einen ganzen Tag eher vor, als ich noch am Burning Man schrieb.

Wie man ein Schwarzes Loch erschafft…

Während viele in der Luftfahrt gespannt auf die Enthüllungen der Black Box von Flug QZ-8501 der AirAsia warten, erneut ein kleiner Ausblick etwas weiter weg ins All, zu einer Simulation eines schwarzen Lochs, die gerade die Gemüter auf YouTube in alle Richtungen beschäftigt.

Sogar die New York Times schreibt darüber, erwähnt allerdings nicht die Frankfurter Forscher um Prof. Luciano Rezzolla, Institut für Theoretische Physik am Campus Riedberg, die daran ebenso beteiligt sind. Sie visualisieren gemeinsam mit der NASA die Entstehung eines schwarzen Lochs.

Nicht selten entfalten Bilder gewaltiger Naturereignisse eine besondere Schönheit. Das gilt auch für Computersimulationen, wie sich unlängst zeigte, als die NASA den Clip des Frankfurter Astronomen Luciano Rezzolla auf Youtube stellte. Er zeigt in Zeitlupe, wie zwei Neutronensterne zu einem schwarzen Loch verschmelzen. Innerhalb weniger Tage wurde der schrecklich schöne Zusammenstoß gigantischer Massen mehr als 270 tausend Mal angeschaut. Mittlerweile sind es mehr als 459 tausend Klicks. Die „New York Times“ nahm die Simulation zum Anlass für einen ausführlichen Bericht über die Entstehung schwarzer Löcher.

Nur 20 Millisekunden – ein Fünftel der Dauer eines Wimpernschlags – dauert es, bis aus zwei Neutronensternen ein schwarzes Loch geworden ist. Gesehen hat das noch kein menschliches Auge, aber die Computersimulation, die auf Rezzollas Berechnungen beruhen, geben eine gute Vorstellung davon: Zu Beginn des Clips haben sich die beiden Sterne ungleicher Masse auf 18 Kilometer genähert; einen Abstand, der in etwa ihrem Durchmesser entspricht. Während sie in einer spiralförmigen Bewegung aufeinander zustürzen, löst sich bereits Materie von der Kruste des leichteren Sterns und wird in einem Strudel von dem schwereren Stern aufgesaugt.

Nur 13 Millisekunden später hat der schwerere Partner so viel Materie angesammelt, dass er unter dem Druck der Gravitationskraft zu einem schwarzen Loch kollabiert. Aber nicht alle Materie wird verschluckt. Ein Teil davon umkreist das dunkle Zentrum in einem Ring mit einer Ausdehnung von 20 Kilometern. Bei dem Zusammenstoß werden enorme Energiemengen in Form kurzwelliger Gammastrahlen freigesetzt. In nur zwei Sekunden entsteht dabei so viel Energie, wie alle Sterne in unserer Galaxie zusammen in einem ganzen Jahr produzieren. Auf dieses kurze Nachglühen richtet sich Rezzollas Forschungsinteresse. In der von der NASA koordinierten Swift Mission hofft er, die energiereichen Gammastrahlen mit großen, auf der Erde stationierten Teleskopen aufzuspüren.

Link zur Simulation