Der (US-)Gateway zu entfernten Planeten

Boeing Impressionen des US-Gateways in der Virtuellen Welt
Die Zeiten, als Nasa der Inbegriff des gesamten US-Raumfahrtprogramms war, sind lange vorbei. Drei führende Startups wollen die Raumfahrt kommerzialisieren: Richard Branson’s Virgin Galactic, Blue Origin von Jeff Bezos, dem Gründer von Amazon, und SpaceX von Elon Musk (Tesla).

Auch die Nasa hat dazugelernt und Weiterlesen

Internationale Raumfahrt 2018

Jan Wörner, der Director General der Europäischen Weltraumorganisation ESA, hatte eine arbeitsreiche Woche. Das hat er vermutlich öfter, aber diesmal am International Aeronautical Congress 2018 in Bremen scheint er geklont Stunde für Stunde an jeder wichtigen Veranstaltung teilzunehmen.

Gut gelaunt wie stets, erklärt er Weiterlesen

2 British Science Festival Brighton 2017: Logik, Turbulenz, British Science Geeks im 20. Jrh., Cassini und das Brighton Museum

Logik ist immer gut. Sie hilft nicht nur im Alltag, das Leben einfach und relaxed zu bewältigen, sondern macht auch Spaß als Herausforderung. In meiner ersten Vorlesung am Donnerstag des Science Festivals von John Howse geht es um Mathe und zahlreiche Logik-Probleme. Weiterlesen

Oshkosh 2017 (Samstag): Failure was not an Option

Buzz Aldrin (Apollo 11), Fred Haise (Apollo 13), Frank Borman (Apollo 8), Jim Lovell (Apollo 8 und 13), Walt Cunningham (Apollo 7) und „Flight“ Gene Kranz.

Plattitüde: Oshkosh, oder wie die ATC Kontroller hier sagen, Osh, ist immer eine Reise wert. Generell. Over all und im Gesamten. Dazu gibt es aber Schmankerl, Weiterlesen

Weihnachtsbücher 3: Aus der Luft betrachtet

Luftfahrer haben gerne die Übersicht von oben: Bei der Wahl zwischen einer Loft 🙂 im Dachgeschoss und einer Wohnung hinter der Haustüre entscheiden sich Piloten für die höher gelegene Wohnung. Dazu gibt es keine mir bekannten Statistiken, es ist eher Erfahrung aus meinem persönlichen Umfeld. (Vorsicht Humor)

Darum befassen wir uns heute mit Schwergewichten, die unseren wunderschönen Planeten von hoch oben betrachten. Bildbände, die man weder auf die Fahrradtour mitnehmen kann/sollte, noch als Lesestoff beim Charterflug mit Maximalgepäck von 20 Kilogramm.

Sogenannte Coffee Table Books*. Meist kostspielige, optisch opulente Bücher, die man gut sichtbar auf den kleinen Tisch beim Sofa positioniert, und erwartet, dass die Besucher sie bemerken und gebührlich bewundern. – So dachte ich lange Zeit und wurde erst vor kurzem auf einer Party eines Besseren belehrt, als eine Pilotin mir zum (leeren) Tisch in ihrer neuen Wohnung erklärte, dass sie gerne darauf die großen Bücher aus ihrer Bibliothek ansehen würde. Das sei so richtig gut zum Entspannen und Träumen…


 

Einen Moment dachte ich daran, wie Menschen manchmal durch Ideen, Worte und Grenzen getrennt werden. Aber hier im Cockpit in mehr als fünf Kilometern über dem Boden war die Erde Teil eines in einander fließenden Musters zufälliger Harmonie.

Plötzlich alarmierte mich Walt, dass wir von feindlichem Radar entdeckt wurden. Ich beschleunigte auf Mach 3.

Einen Augenblick lang hatte ich die Welt mit großer Klarheit gesehen.

Das schrieb Brian Shul, Pilot der legendären SR-71 (auch Black Lady oder Sled genannt). 1990. Geschwindigkeit: Mach 3. Flughöhe: 50.000 bis 70.000 Fuß (15-20 km).

„Etwas passiert mit Dir da draußen“, sagte auch etwa Apollo 14-Astronaut Edgar Mitchell. “Man entwickelt ein sofortiges globales Bewusstsein, eine Menschheitsorientierung, eine intensive Unzufriedenheit mit dem Zustand der Welt und einen Zwang, etwas dagegen zu tun.“ Praktisch jeder Astronaut hat diese Ehrfurcht und den Respekt in seinen eigenen Worten ähnlich formuliert.

Die Perspektive, die Welt und sich von außen zu sehen, kann die eigene Wahrnehmung verändern – das ist schon lange bekannt. Diese Sicht lässt sich leicht nützen, wenn einem wieder einmal ein menschlicher Giftzwerg gegenüber steht und meint, er würde wichtiger werden, indem er sein Klugschwätz über andere ausgießt. Dann kann man locker lächeln, sich gedanklich von der Erde weit weg zoomen; alles Unangenehme hier wird mikroskopisch klein ( 🙂 noch winziger als der Giftzwerg), unwichtig und nur die Schönheit unseres blauen Planeten aus der Entfernung bleibt. Funktioniert bei mir seit Jahrzehnten.

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(c) Dorling Kindersley

Dass dies sogar einen eigenen Namen, nämlich Overview-Effekt, hat, wurde mir erst durch ein Buch von Benjamin Grant bewusst. Grant schuf 2013 ein Social-Media-Projekt namens Daily Overview.

Dabei postete er auf seinem Instagram-Account täglich ein weiteres, von ihm ausgewähltes und bearbeitetes Satellitenbild von Digital Globe. Das Projekt war so erfolgreich, dass eine Ausstellung daraus entstand, die an mehreren Orten weltweit, unter anderem im Deutschen Museum in München gezeigt wurde.

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(c) Dorling Kindersley

Nun sind die Bilder gesammelt als prächtiger Bildband mit dem Titel: Overview veröffentlicht. Die Bilder im Buch sind thematisch angeordnet, etwa nach Orten, an denen wir wohnen, ernten, fahren oder spielen. Die Aufnahmen zeigen überdimensionierte Olivenhaine, weiße Baumwollfelder oder künstlich geschaffene Wohnräume wie die palmenförmige Insel in Dubai, auf der rund 26.000 Menschen wohnen. Begleitet sind die mehr als 200 überraschenden, schönen, manchmal auch erschreckenden Bilder jeweils von thematisch passenden Texten.

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(c) Piper Verlag (Malik)

Ebenfalls von hoch oben – mit Satellitenfotos des DLR – sind die Ansichten in der zweiten Buchempfehlung: m4 – Mountains, die vierte Dimension.

Der Bildband zeigt die höchsten Berge unserer Erde auf mehr als 170 exklusiven Satellitenbilder des DLR, Autor Reinhold Messner erzählt die Geschichte des Alpinismus mit persönlichen Erlebnisberichten der besten Bergsteiger unserer Zeit.

Topografischen Karten, Infografiken und Steckbriefen weisen auf die individuellen Charakterzüge jedes Berges hin. Es fügen sich Originalzeugnisse unterschiedlicher Epochen mit satellitengestützter Visualisierungstechnik, Besteigungshistorie und geografisches Hintergrundwissen zu einem Gesamtbild, das dem Leser die Erschließung neuer Horizonte nahebringt.

Das Buch ist eine gelungene Kombination von Wissenschaft, Kunst, Naturdarstellung und zudem ein praktikables Nachschlagewerk für Bergsteiger zur Planung künftiger Touren. Reinhold Messner sah in den Bildern neue Routen am K2 für die nächste Generation, und „für Recherchen zur alpinen Geschichte helfen sie mir heute“.

Für Linienpiloten, die über die hohen Gipfel mit gewisser Regelmäßigkeit fliegen und da stets wieder (bei guter Sicht) Ausschau nach ihren Favoriten halten, ist es vielleicht schön, ein wenig mehr zu einigen der Bergriesen zu erfahren.

Fazit (gilt für beide Bücher), geeignet für:

  • jeden, dem die Optik hilft, vom Alltag abzuschalten und eine andere, entspanntere Perspektive zum Leben einzunehmen
  • alle, die es lieben, Schönes anzusehen und dabei Wissenswertes zu erfahren
  • (Extrem-)Bergsteiger (…nicht so die Lesergruppe hier)
  • (Vorsicht Humor) den Coffee Table (siehe oben)
  • Menschen, die die Schönheit der Berge schätzen und die Macht der Natur respektieren

 


🙂  * Gleich vorab für die üblichen Klugsch… komentare: Nein, die sinngemäße deutsche Übersetzung: Beistelltischauslegebücher kommt mir nicht in den Text…)

News from Space to Wingsuits

Während das Land hier auf der anderen Seite des Atlantiks auch im Small Talk Politik diskutiert (bis vor etwa einem halben Jahr war das ein absoluter NoGo) gibt es auch technische News zu vermelden.

In Cape Canaveral startete gestern abend mit einer Stunde Verspätung (es ist grimmig kalt und war auch recht böig) ein geostationärer Wettersatellit („der nächsten Generation“ Zitatende) namens GOES-R. Die Bilder zeigen leider einen Tag später noch immer nur die Vorbereitung zum Launch… Es ist Wochenende, auch bei der NASA.

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Auf die ISS hat es nach 2008 endlich wieder ein Franzose geschafft: der ehemalige Linienpilot Thomas Pesquet ist nach einem zweitägigen, routinemäßig verlaufenen Flug mit einer Sojus-MS03 am 19. November an der Internationalen Raumstation ISS anlangt. Die nunmehr sechsköpfige Mannschaft besteht außer Pesquet aus: der NASA-Astronautin Peggy Whitson, dem Roskosmos-Kommandeur Oleg Nowitzky, dem NASA-Astronauten Shane Kimbrough und den Kosmonauten Andrej Borisenko und Sergej Ryschikow. Die letzten Drei waren bereits vor den Neuankömmlingen auf der ISS.

Die Sojus-MS-Rakete ist eine weiterentwickelte Ausführung des russischen Raumschiffklassikers, der seit knapp 50 Jahren im Einsatz ist.

Am Mittwoch, den 23. November wird Pesquet von der ISS in einer  Live-Videokonferenz mit dem Europäischen Astronautenzentrum in Köln zu sehen sein. Zeit: 14 Uhr bis 16 Uhr MEZ
Link zur Live-Videokonferenz

Genereller Link zu Thomas Pesquets Mission Proxima

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Wir hatten berichtet, nun steht das Abdocken der Cygnus-Kapsel von der ISS unmittelbar bevor:

In der Kapsel ist ein Experiment an Bord, das zum ersten Mal Daten darüber sammelt, wie sich Feuer verhält, wenn es unter Umgebungsbedingungen, die denen auf der ISS entsprechen, kontrolliert gezündet wird. Zudem enthält sie Abfälle und nicht mehr benötigtes Equipment, das beim Eintritt in die Atmosphäre verglühen soll.

Der geplante Ablauf

  • 21.11.16    14:20 Uhr (MEZ)  Abdocken des CYGNUS-Raumtransporters von der ISS; Liveübertragung ab 14:00 Uhr (8:00 a.m. ET)
  • 21.11.16    19:20 Uhr (MEZ)  Experimentbeginn und anschließende Datenübertragung

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Das Fliegen around pilons ist eine Disziplin, die das exakte Fliegen fördert, und eher bekannt ist mit Kriegsflugzeugen. Aber das geht auch mit Wingsuits von Fallschirmspringern. Speziell designte Anzüge und natürlich auch very special wingsuit pilots flogen im Wettbewerb über der Wüste von Arizona an diesem Wochenende. Sieger war mit 258kmh/160mph der Amerikaner Noah Bahnson.