Oshkosh 2017 (Montag): Zukünftige Antriebe

Manche Flugzeuge sind einfach zu groß für normale Objektive. Diese B-52 ist noch im Einsatz, wenn sie nicht gerade in Oshkosh am Vorfeld parkt. Alle fünf Piloten, die mit der B-52 hier anflogen, sind nicht nur Captains beim Militär, sondern auch General Aviation Piloten auf unterschiedlichen Flugzeugen.

Nicht nur Airbus und andere Europäer sind endlich auf den Trichter gekommen, dass es überfällig ist, sich ernsthaft mit zukünftigen Antrieben für Flugzeuge und in der Raumfahrt Weiterlesen

Raumfahrt in Bremer Kneipen

Am 12. April 2017 verlassen zum ersten Mal zwölf Bremer Raumfahrtexpertinnen und –experten ihr gewohntes Habitat zwischen Raketenstartrampe, Observatorium, Labor und Hörsaal um den Bremer Kneipen einen Kurzbesuch abzustatten. Ihre Mission: Anhand eines spannenden Vortrages (Progamm) gemeinsam mit den Zuhörern faszinierende Abenteuer im Weltraum zu erleben. Die Bremer können sich auf die Auflösung Weiterlesen

Raumfahrt: Klaus-Dietrich Flade und Reinhold Ewald

Von links: Hans Schlegel, Ulf Merbold, Prof. Jan Wörner, Ernst Messerschmid, Ulrich Walter, Gerhard Thiele, Reinhold Ewald, Gisela Furrer. (Foto von der Eröffnung des Bereichs: Deutsche Astronauten im Technikmuseum Speyer Okt. 2015)

Vor 25 Jahren, am 19. März 1992, schwebte mit Klaus-Dietrich Flade der erste Deutsche als Kosmonaut in die russische Raumstation MIR ein. Flade ist ausgebildeter Testpilot sowie Luft- und Raumfahrtingenieur und bleibt im Rahmen der MIR’92-Mission sechs Tage lang als Wissenschaftskosmonaut auf dem damals einzigen Außenposten der Menschheit im All. Reinhold Ewald, Physiker und seit 1990 deutscher Astronaut, ist bei MIR’92 Flades Ersatzmann. Ewald selbst fliegt Weiterlesen

Lift-Off: Zündeln auf der ISS

Für ein richtig schönes Lagerfeuer braucht es Sauerstoff (und noch einiges andere). Im Weltall außerhalb einer Raumkapsel sind Brände also eher unwahrscheinlich. Drinnen allerdings, etwa auf einer Raumstation, in der Menschen normal atmen können, sieht es da schon anders aus.

Wie genau anders, das erforscht das Bremer ZARM demnächst mit einem CYGNUS-Raumtransporter der US-amerikanischen Firma Orbital ATK, der auf einer Antares 230 Rakete von Wallops Island, Virginia, zur Internationalen Raumstation ISS starten soll.

An Bord einer Raumstation brennt ein Feuer deutlich schwächer als am Boden und die Ausbreitung ist stark verlangsamt, örtlich wird es aber viel heißer, da der fehlende Auftrieb in der Schwerelosigkeit die heißen Abgase nicht von der Brandstelle fortträgt. Ein Material, das im Erdlabor von selbst verlischt, kann also auf einer Raumstation im All durchaus weiter brennen. Auch sehen die bisherigen Standardtests nur die Untersuchung glatter, ebener Proben vor. Unsere alltägliche Erfahrung zeigt uns jedoch, dass Ecken und Kanten leichter Feuer fangen als eine Fläche. Daher ist die Brandgefahr im Inneren einer Raumstation, die nicht vollkommen glatt und ohne Strukturen ist, auch wahrscheinlich höher als die bisherigen Testverfahren vermuten lassen.

Im Rahmen des internationalen SAFFIRE II Experiments, geleitet und finanziert von der NASA, untersucht das ZARM daher die Verbrennung und die Flammenausbreitung einer großen Acrylglasprobe mit strukturierter Oberfläche. Die wird in einem offenen Windkanal bei einer Luftgeschwindigkeit – ähnlich der von Klimaanlagen an Bord der ISS – entzündet und erforscht.

Die Idee dazu kam 2011 mit der Planung des SAFFIRE-Experiments auf, da sich damit diese gefährlichen Versuche auf einem Raumtransporter durchführen lassen, der am Ende ohnehin in der Erdatmosphäre verglüht.

Gespannt blickt das ZARM schon auf den Raketenstart, da der letzte Start der Antares 130 Trägerrakete im Oktober 2014 missglückte. Die Rakete stürzte ab, wurde völlig zerstört und das Launch-Pad schwer beschädigt. Am 14. Oktober 2016 soll sich nun die Nachfolgerakete Antares 230 zum ersten Mal bewähren. Sie ist in der ersten Stufe mit zwei russischen RD 181 Motoren ausgestattet.

Auf einen Blick

14. Oktober 2016 ab 2:15 (MESZ) / 13. Oktober 2016 ab 8:15 p.m. (EDT): Countdown für den Raketenstart in Wallops Island, Virginia, USA
16. Oktober 2016 ab 11:45 (MESZ) / 16. Oktober 2016 ab 5:45 a.m. (EDT): Andocken von CYGNUS an die ISS
18. November 2016 (Uhrzeit tbd): Abdocken der CYGNUS-Kapsel und Durchführung des SAFFIRE II-Experiments
Live-Stream des Raketenstarts
Animation des Missionsverlauf und des SAFFIRE II-Experiments (englisch)

Update 13.10. : Der Raketenstart verschiebt sich!
Zunächst wurde der Start auf Samstag wegen kleinerer, technischer Probleme und Auswirkungen des Hurricanes Matthew verschoben und nun steht ein neuerlicher Termin für Montag fest.
Dazu Projektleiterin Dr. Lucie-Patrizia Arndt:

Es bleibt spannend, nun erfordert der Tropensturm Nicole eine Verschiebung des Raketenstarts auf  Mo, 17. Oktober, 2:05 Uhr (MESZ). Wir geben auf unserer Homepage die Updates laufend bekannt, sodass Sie immer auf dem neuesten Stand sind.

Raketenstarts sind trotz all der Routine noch immer eine aufregende Sache.

 

Update 16.10.  von Projektleiterin Dr. Lucie-Patrizia Arndt:

Unsere Geduld wird erneut auf eine Probe gestellt. Orbital ATK hat gemeinsam mit der NASA vor wenigen Minuten einen Aufschub des Raketenstarts um 24 Stunden angekündigt:

Der Grund: Ein defektes Versorgungskabel der Bodenstation an der Startrampe, die die Rakete vor dem Start mit dem Kontrollzentrum verbindet, verursacht eine Verzögerung des Raketenstarts um 24 Stunden. Ersatzteile seien vor Ort und ein Technikerteam habe bereits mit der Reparatur begonnen, wie NASA und Orbital ATK bekannt geben.

Neuer Starttermin:
Dienstag, 18. Oktober 2016, 01:40 (MESZ) / October 17, 2016; 7:40 p.m. (EDT)
Live-Stream des Raketenstarts

Update 18.10.  Und es hat gklappt. Zumindest der Start. Der Erfolgsbericht nach einer langen Nacht im ZARM von Dr. Lucie-Patrizia Arndt:
Update 16.10. 

Der Raketenstart erfolgte nach Plan um 1:45 Uhr (MESZ). Die Highlights hat die NASA mit kurzen Clips bei Twitter eingebettet: https://twitter.com/NASA

Das Andocken der CYGNUS-Raumkapsel an die ISS wird erst für kommenden Sonntag, 23.10.2016 erwartet, da kurz zuvor eine russische Raumkapsel mit 3 Astronauten die ISS erreichen wird; es herrscht in den nächsten Tagen also ein reges Treiben rund um die Raumstation. Die CYGNUS-Kapsel wird für etwa 5 Wochen an der Raumstation angedockt bleiben und mit der Abkoppelung von der ISS (ca. Mitte/Ende November) wird dann das SAFFIRE II-Experiment gestartet werden.

Die besten Wünsche ans Team für den weiteren Projetkerfolg von FlugundZeit!

Werbung und Technik

maleranzugLinks ist ein Ausschnitt aus einer ganzseitigen Werbung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Was die Dame im Maleranzug und Vollvisierhelm mit effizientem Heizkosten sparen zu tun hat, ist mir schleierhaft. Warum sie mit einem weißen (Maler?)Anzug, Gummihandschuhen und schwarzen, lockeren Riemen an ihrer Vorderseite, unglücklich dreinschauend auf dem Sofa sitzt, erschließt sich mir nicht.

marsanzugNur zur Erinnerung: So sieht ein NASA-Raumanzug aus. Damit hat die Bekleidung des Fotomodells oben aber nun wirklich nichts gemein. Und das Centerfold des P. M. Magazins auf dem Sofa kann weder Effizienz, noch Fachwissen, noch die Kompetenz eines Astronauten vermitteln.

Mich würde nur noch interessieren, wieviel Geld die Agentur für diesen Humbug erhalten hat.

 

Und es geht munter weiter:

kabinesturztDie Unschärfe im Werbebild für das österreichische Bundesland Tirol liegt in der Anzeige, nicht an meinem Scanner. Sie soll veilleicht Schneetreiben suggerieren?

Meine erste Anmutung ist, dass da eine Passagiergondel abstürzt. Bei genauerem Hinsehen (falls sich wer die Zeit dazu bei diesem tristen Bild nimmt) ist es wohl ein Schi-Sessellift.

Sieht trotzdem recht ungemütlich, kalt, unbequem und nicht einladend aus. Aber es gibt ja auch genug Touristen im schönen Tirol, vielleicht möchte man nur weitere von einem Besuch abschrecken.

 

mullsammel

 

Das rechts hier ist ausnahmsweise keine Werbung, sondern soll Sinn und Unsinn einer Spiegel-BU aufzeigen. BU steht für Bildunterschrift und dient im Journalismus normalerweise dazu, Menschen, Dinge, Orte… im Bild zu erwähnen; Zusatz-Informationen zu liefern, die so aus dem Bild nicht erkenntlich sind. Eine BU darf jedoch nicht dazu eingesetzt werden, den Inhalt des Bildes zu verfälschen.

Nun würde vermutlich jeder, gefragt, was auf dem Bild zu sehen ist, antworten: Da leert ein Mann eine Tüte aus. Genau. Er kippt weiteren (Plastik-)Müll auf die Deponie. Ein Sortieren des Mülls, wie in der Bildunterschrift vorgeschlagen, kann ich da nicht erkennen. (Bild aus: Der Spiegel 39/2016, Seite 110).

Und nun munter weiter zum Text (Der Spiegel 40/2016, Seite 75):

Da schreibt die Autorin:

So wie Heinrich Weiss…irgendwann wusste, dass seine Karriere als Rennfahrer zu Ende war.…Mitte 50 merkte er, dass seine Reflexe nachließen. …Heute sitzt Weiss nur noch am Steuerknüppel seines Helikopters.

Am Steuerknüppel eines Helis zu sitzen, ist das nicht furchtbar unbequem?

Ernsthaft: Glaubt die Autorin tatsächlich, dass man Helikopter so nebenbei, so locker mit nachlassenden Reflexen, wenn es fürs im-Kreis-Fahren nicht mehr langt, fliegen kann? Oder war das ironisch gemeint?

Oshkosh 2016

Weil ich in diesem Jahr nur verkürzt (3 Tage!) am Air Venture teilnehmen konnte, gibt es statt der täglichen Berichterstattung zunächst eine Übersicht. Die dafür als Fotostory für alle, die in diesem Jahr gar nicht dabei sein konnten.

Eine subjektive Auswahl der Highlights:

e-planeDas E-Plane von Airbus – dem möchte ich noch einen eigenen Beitrag widmen. Rechts im Hintergrund der Entwickler Didier Esteyne; er ist auch einer der beiden Testpiloten des schnuckeligen Airbus-Kleinfliegers. „E“ steht für Elektroantrieb…

uberflug1Ein wenig Flugshow zwischendurch… Formationsflug in Perfektion.

martinmars
Martin Mars auf der Seaplane Base in Oshkosh 2016

Die Martin Mars, das größte Wasserflugzeug war ursprünglich ein Transportflugzeug zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Danach wurde sie als „Wasserbomber“ zur Bekämpfung von Waldbränden eingesetzt.

Mit 7000 Gallonen Wasser im Bauch (rund 26500 Liter) war das mehrfach demonstrierte Löschen während des Fluges über dem Wittman Airfield in Oshkosh eine eigene Show.

Zum Air Venture geflogen wurde sie von Kermit Weeks, der vermutlich jedes Wasserflugzeug, das je abgehoben hat, bereits pilotierte.

Und hier ein Flugvideo (für mobile Geräte), das den Start der Martin Mars zeigt, aufgenommen von einem anderen prominenten Wasserflieger: Steve Pugh, der noch an seiner Vision des perfekten Wasserfliegers arbeitet. Siehe Bericht Freitag Oshkosh 2015.
Hier das Flugvideo, im Querformat für den Computer (Vorsicht große Datei).

Noch zwei Youtubelinks zur Martin Mars:
Landing (leider mit Music statt mit Originalton)
Walking through the Mighty MARTIN MARS Air Tanker

marstankenDer Schlauch auf der Trommel rechts und etliche schwimmende „Noodles“ (nicht im Bild) sind zum Tanken des Riesen-Wasserfliegers Voraussetzung.

Am letzten Tag landete die Martin Mars zu nahe am Ufer von Lake Winnebago (der Seaplane Base von Oshkosh) und rammte sich dabei einige Steine in den Flugzeugrumpf. Sie wurde vorort „notverarztet“.

g5Nicht nur die Handys sondern auch die Anzeigen der kleinen Flugzeuge werden immer „elektronischer“. Ich versuche dabei das Wort „intelligenter“ zu vermeiden.

Beim Fallschirmspringen gehöre ich zu den Neandertalern, die noch immer mit einem barometrischen analogen Höhenmesser springen. Der zeigt auch bei minus 20 Grad oder noch kälter korrekt an, und bei Hitze sowieso. Zudem kann der Mensch eine Zeigerstellung schneller und sicherer erfassen als Zahlen.

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Fürs Fliegen allerdings gefällt mir das G5 recht gut. Es ist wesentlich kostengünstiger als ein herkömmlicher künstlicher Horizont und kann zudem mehr anzeigen.

Wieder zurück in Deutschland, ergab die Nachfrage bei einer Werkstatt, dass es hierzulande noch nicht angekommen ist. Auch in den USA ist es zurzeit nur für Nachrüstung in bestehende Flugzeuge per sogenannter STC (Supplemental Type Certificate) zugelassen. Diese Art der Zulassung wäre auch in Europa möglich.

lynxUm dem journalistischen Anspruch genüge zu tun: Es gibt auch vergleichbare Instrumente anderer Hersteller, beispielsweise das ESI-500 von Lynx. Aber sowohl mir als auch anderen Piloten, mit denen ich mich am Air Venture ausgetauscht habe, gefällt das G5 besser.

In jedem Fall müssen hierzulande alle diese neuen wunderschönen Gadgets erst von der europäischen Behörde EASA zugelassen werden.

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Das Flugzeug, das lacht: die neue XCub von CubCrafters. Dass ich Cubs gerne fliege  – vor allem als Wasserflugzeug –, ist bekannt. Nur sind die meisten, wie fast alle Kleinflugzeuge, schon in die Jahrzehnte gekommen. Und da kommt ein moderner Nachbau so richtig gut.

cubinterieurVon außen ist sie auf den ersten Blick die Alte geblieben. Von innen mutet das edle schwarze Lederinterieur so manchem angestammen Cubflieger ungewohnt an: Das ist doch keine Cub, meint ein amerikanischer Pilot zögerlich. Immerhin hat er zwei von den Originalen bei sich zuhause stehen.

🙂 Da wäre ich nicht so wählerisch, ich finde den Nachbau sehr schonend und gelungen.

uberflugZwischendurch wieder ein wenig Flugshow und etwas fürs Männerauge: (reale) Ladies, die Werbegeschenke verteilen oder wie jedes Jahr (imaginäre), die sich auf der Flugzeugnase räkeln.

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maedels1

rodmach1Zurück zum Ernst des Fliegens. Nun ja, nicht so ganz, denn selbst der erhobene Zeigefinger ist (beim sicher weltweit einzigen Cessna150-Fluglehrer mit 10000 Stunden) in Humor gepackt.

Der Anteil der Humorverpackung schwankt bei den einzelnen Vorträgen von Rod Machado – je nach Zielgruppe der Zuhörer. Der Kern der Botschaft an die Piloten aber bleibt.

Seinem Bushido-Appell (nein, nicht der Sänger, sondern die originale japanische Bedeutung der Verhaltensregeln für Krieger) habe ich schon mehrmals gelauscht:

Irgendwann kommt der Moment bei jedem Piloten, an dem das eigene und das Leben der Passagiere davon abhängt, ob man seine Grenzen kennt und sich daran hält.

Mit Bushido meint Machado, dass man sich in Ruhe am Boden überlegt, wo die eigenen Limits liegen. Mit wieviel Rest-Sprit fliege ich noch weiter zum Ziel (unabhängig von gesetzlichen Vorgaben)? Wo liegen meine (und die des Fluggerätes) Wetterminima? Wann kehre ich um, obwohl ich eigentlich weiterfliegen sollte/möchte? Welchen Crosswind oder welche Windshears kann ich mit meinem Flugzeug handeln? Und so weiter…

Auch wenn es immer wieder der gleiche Appell ist – das tägliche Fliegerleben zeigt, dass sich doch etliche im Ernstfall nicht an die eigenen Vorgaben halten. Oder sie – noch schlimmer – gar nicht gesetzt haben.

Das Analoge gilt für Fallschirmspringer (und Autofahrer und viele andere…). Bei welchen Windbedingungen (Abwinde, Windrichtungsänderungen in Relation zur Windstärke, Wolken…) springe ich noch? Manchmal ist es mehr cool, am Boden zu bleiben, als von der Rettung abgeholt zu werden…

Zurück zu Oshkosh 2016 und zu einigen Bewegungsmöglichkeiten ebendort.

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„Mein“ Model-T (leider darf man nicht selber fahren) mit Eigentümer und Chauffeur Jack.
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Alles original und spartanisch. Halt: nicht ganz, der USB-Stecker zum Laden des Smartphones…
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Ein Segway verhilft – wie auch auf anderen Luftfahrtmessen wie in Le Bourget, Frankreich, – zur schnelleren Fortbewegung…

Jetzt müssen wieder ein paar Mädels her. Nicht nur ein paar, sondern besser gleich eine Menge: Insgesamt 5000 grüne T-Shirts für Pilotinnen wurden dieses Jahr bei Vorzeigen der Pilotenlizenz verteilt…

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Tammera Holmes heißt die schmucke Lady im weißen Kleid. Sie weiß als Geschäftsführerin einer Luftfahrtfirma in Illinois bestens, wie man sich präsentiert. So kommt das grüne T-Shirt fürs Foto eben oben drüber.

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Bis zum offiziellen Foto dauerte es in diesem Jahr noch länger als gewohnt. Das lag daran, dass einige Mädels noch ein Flugzeug rangieren mussten. Genauer gesagt, eine Boeing 737-900ER, die fürs Women Venture von Alaska Airlines mit einer 100% weiblichen Crew geflogen wurde.

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Das sieht nicht nur auf diesem Foto eng aus. Mehrfach vor und zurück, da war die Frauen-Crew im Flugzeug und die einweisenden Männer am Boden am Arbeiten.
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Warten im Schatten. Das war einer der wenigen Zeitpunkte, als die übliche brütende Midwest-Summer-Heat auf die Teilnehmer knallte. Später in der Woche überwog dann Regen und erstaunlicherweise Kälte…

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Jetzt aber. Die (einzigen) vier auf Stühlen sitzenden Pilotinnen mit den weißen Hemden sind WASPs. WASPs sind Pilotinnen, die zwar nicht im Kampfeinsatz des 2. Weltkrieges fliegen durften/mussten, aber trotzdem damals alles Fluggerät fliegen konnten.
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Das offizielle Women Venture Foto 2016.

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Und nun ein wenig Raumfahrt, zur NASA:
Modell der Orion Kapsel

 

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Wie kommuniziert man von der Erde am besten bei Langzeitmissionen mit Astronauten und was kann man tun, wenn etwas nicht nach Plan läuft? Das soll das SCaN Testbed der NASA herausfinden.
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Auch die Raumanzüge haben sich weiterentwickelt: Der da sieht ganz schön schwer aus.

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Fast zum Abschluss noch ein auch leider hierzulande fliegerisch aktuelles Thema: Drohnenflug. Erst vor wenigen Tagen irritierte eine Drohne im kurzen Endanflug einen Airbus der Lufthansa am Münchner Flughafen. Drohnen sind leider nicht mehr wegzuschweigen, wir müssen mit ihnen leben und den Drohnen“Piloten“ am besten zeigen, wie man diese richtig und sicher fliegt.

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Dazu gab es auch in diesem Jahr im Aviation Gateway Park wieder den Drohnenkäfig, in dem nachmittags jeder seine eigene Drohne oder von unterschiedlichen Herstellern am Platz geborgte Drohnen sicher fliegen konnte.

Das hierzulande gerne Ignorieren der Drohnen in unserer Welt spiegelt leider nicht die Realität wider. Rechtliche und sachliche Aktionen müssen gesetzt werden. Jetzt. Bevor es zu spät ist.

iconAch ja, und noch ein Foto von der abfahrbereiten Icon. Die hochtrabenden Töne des Herstellers werden leiser. Auch dieses Jahr soll noch keine der anvisierten 20 produzierten Icons an einen Kunden gehen: „nur für internen Gebrauch“…

Man munkelt in der Branche, dass Icon mit einem chinesischen Investor im Gespräch ist. Das wäre dann vermutlich die letzte Abfahrt für die anvisierte Hollywood-Kientel der Käufer.

Wie erwähnt, ist die obige Auswahl der Highlights 2016 stark subjektiv. Oshkosh ist in jedem Sommer ein derartig großes Event, das sicher jedem Besucher oder Teilnehmer eigene Highlights der Veranstaltung bietet.

Alle Fotos (c) H. Kleisny

Raumfahrtbits (1) und Automation und Disaster (2)

(1)Social Net Star und Raumfahrer Alexander Gerst ist wieder wohlbehalten in Deutschland. Er war der erste, der schon wenige Stunden nach einem Aufenthalt in der Erdumlaufbahn wieder munter auf eigenen Beinen spazierte. Und er hat nicht nur „dort oben“ seine Aufgaben erfüllt, er hat auch die europäische Raumfahrt erfolgreich in den sozialen Netzwerken positioniert. Die alten Medien werden in den nächsten Tagen ausreichend über seine Erlebnisse und Erfahrungen berichten.

Morgen soll nun endlich die erste Landung auf einem Kometen erfolgen. Lander Philae soll gegen 9.35 Uhr mitteleuropäischer Zeit in 22,5 Kilometern Höhe von der Raumsonde Rosetta abdocken und auf den Kometen heruntersinken.

Das Team des Lander Control Centers rechnet damit, gegen 17 Uhr die Landung bestätigen zu können. Wenn die dafür erforderlichen Daten aus dem Weltall im Kontrollraum in Köln ankommen, steht Philae bereits seit knapp 30 Minuten auf der Kometenoberfläche, denn durch die große Entfernung kann der Kontakt zum Lander nicht in Echtzeit erfolgen.

Soweit die News aus der Raumfahrt. Themenwechsel.

(2) In der Luftfahrt gibt es zurzeit in Pilotenkreisen im Netz heftige Diskussionen zu alt bekannten Themen, die leider zunehmend aktuell werden: Der Grad der Automatisierung und seine Auswirkungen.

In einer Analyse rollt Autor William Langwiesche in Vanity Fair nochmals die Ursachen vom Absturz des Air France Fluges 447 auf. Langwiesche argumentiert, dass den heutigen Airline Piloten zunehmend die Kenntnisse und Fähigkeiten fehlen, um Ausnahmesituationen zu bewältigen. Das sei eine nicht beabsichtigte Folge der zunehmenden Entwicklung von Flugzeugen, die jeder fliegen können soll. Die Basic Flying Skills (= das Wissen und Handling um die Tatsache: Warum das Flugzeug was wie wann tut, nach einem Piloteninput oder es eben nicht tut) sind bei heutigen Piloten oft nicht mehr vorhanden. Jets der vierten Generation bringen Piloten ins Cockpit, die mangels notwendiger Fähigkeiten früher nie da gelandet wären, schreibt der anerkannte Luftfahrt-Autor.

Die teils heftigen Reaktionen im Netz auf den Artikel zeigen sich auch bei der Argumentation von Patrick Smith, eigentlich einem Fan von Langwiesche. Er teilt zwar die Meinung, dass die Hands-on flying skills (das Fliegen von Hand möglichst ohne Computerunterstützung) bei der Ausbildung der Piloten über die Jahre zunehmend vernachlässigt werden. Er meint aber, dies sei auch nicht mehr so notwendig. (Und trifft dabei voll ins Füllhorn von Herstellern und Koste-es was-es wolle-Spar-Fluglinien)

Der Air France Unfall erfolgte nach einer Kette von misslichen Umständen, mit unter anderem Vereisung des Pitotrohrs und der nicht erfolgreichen Problemsuche von mehreren Piloten gleichzeitig.

(Ein voll funktionsfähiges Pitotrohr ist die Voraussetzung für die korrekte Anzeige wichtiger Fluginstrumente. Auch die Bordcomputer verlassen sich auf deren Daten und berechnen ihre Flugsteuerung aufgrund der Daten dieser Messinstrumente.)

Update2: Raumfahrt – Ein Crash und China's erfolgreiche Mondmissionen

Update 5.11.:
Der geschäftsführende Chairman der NTSB gab am Montag Abend sein abschließendes Vorort-Briefing in Mojave.
Demnach sollen die Telemetrie-Daten zeigen, dass:

  • WhiteKnightTwo um 10:07:19 Lokalzeit ausgeklinkt wurde
  • um 10:07:21 das Triebwerk startete
  • um 10:07:29 eine Geschwindigkeit von 0,94 Mach erreicht wurde
  • um 10:07:31 die Geschwindigkeit bei 1,02 Mach lag

Zu diesem Zeitpunkt bewegte der Copilot den Hebel des Feather Mechanismus von „locked“ nach „unlocked“. Der zweite Schritt zum endgültigen „unlock“ wurde allerdings nicht ausgeführt. Trotzdem begann der Feathering Mechanismus auszufahren. Geplant war, den Feather Mechanismus erst bei Mach 1,4 zu aktivieren.
Drei Sekunden später stoppte die Aufzeichnung.

 

Update 3.11.:

Nach ersten Ermittlungen der amerikanischen Behörde NTSB soll Strukturversagen anstatt der Explosion des Triebwerks im Fokus der Ermittlungen zum Unglück von Virgin Galactics SpaceShipTwo stehen. Die vorläufige Auswertung von Videos und Daten lenkt die Untersuchungen zurzeit auf aerodynamisches Auseinanderbrechen. Allerdings könnte sich das im weiteren Verlauf der Untersuchung auch wieder ändern.

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„Raumfahrt ist ein hartes Geschäft und heute war einer der finsteren Tage“, sagte George Whitesides, CEO von Virgin Galactic, zum Absturz von SpaceShipTwo gestern abend. Die Raumfähre, die zukünftig (kräftig) zahlende Passagiere kurzzeitig im Weltraum schweben lassen möchte, ist bei einem Testflug über der Mojave-Wüste abgestürzt. Einer der beiden Piloten starb, der Co-Pilot konnte sich mit dem Fallschirm retten und überlebte schwerverletzt.

SpaceShipTwo wird mit dem Trägerflugzeug WhiteKnightTwo gestartet, die Raumfähre war beim Testflug in 15 Kilometer Höhe (45,000 ft) ausgeklinkt. Nach der Zündung des Raketenantriebs der ausgekoppelten Raumfähre kam es zu einer Explosion. Das WhiteKnightTwo-Trägerflugzeug landete sicher.

Das offizielle Statement von Virgin Galactic

Technischer Hintergrund zum Aufstieg und Ausklinken

Unsere Gedanken sind mit den Angehörigen der Testpiloten und wir wünschen dem überlebenden Piloten schnelle Gesundung.

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Von der anderen Seite der Erde gibt es dafür Erfreuliches zu berichten: Es gibt eine weitere, dritte Nation nach den Amerikanern und Russen, die erfolgreich eine Sonde zum Mond geschickt hat, die auch wieder sicher auf der Erde gelandet ist: China.

Die Trägerrakete vom Typ Langer-Marsch-3 war acht Tage zuvor planmäßig vom Startzentrum Xichang in der Provinz Sichuan abgehoben. Die Sonde sollte den Mond zu umrunden und dabei Technik für spätere Mondmissionen testen, bei denen 2017 zunächst Bodenproben vom Erdtrabanten gesammelt werden sollen und später auch Menschen befördert werden.

Bereits vor rund einem Jahr war die Raumsonde Chang’e 3 auf dem Mond gelandet und hatte das Mondfahrzeug Jadehase (Yutu) ausgesetzt. Der sechsrädrige Mondrover hatte zum Ziel, die Oberfläche des Mondes erkunden. Er wurde dabei samt Landemodul Chang’e 3 auch von der Nasa-Sonde „Lunar Reconnaissance Orbiter“ auf der Mondoberfläche fotografiert.

Hier ein Video von der jüngsten chinesischen Reise zum Mond und zurück.

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Hier wieder einmal ein paar schöne fachlich unsinnige „Bonmots“ zum Unfall oben von meinen Kollegen in großen Redaktionen:

(Ich mache auch Fehler, und sicher nicht zu knapp. Nur, ich bin eine für den Blog unbezahlte „One-woman-Show“, deren Buchstabendreher im Zweifelsfall von den Lesern zahlreich und mehr oder weniger humorvoll korrigiert werden.

Gebührenfinanzierte Redakteure, die Reisekosten, Kinder-, Kranken und Urlaubsgeld erhalten, sollten sich auf ihren Einsatz konzentrieren können. Und bei einer Redaktion – nach eigenen Aussagen etwa bei SpiegelOnline von 150! Redakteuren, beim ZDF sicher ähnlich –, sollten Fehler inhouse ebenfalls von einem Fachkollegen! korrigiert werden, bevor der Beitrag veröffentlicht wird. Die existieren allerdings auch beim ÖR nicht mehr.)

Ich erwarte von ÖR Nachrichten, dass sie fachlich und auch sonst inhaltlich korrekt sind. Es sind meine und eure Gebühren.

 

weltraumflugzeug

 

Privates Weltraumflugzeug „SpaceShipTwo“………,

nein, es ist kein Flugzeug, es wird nur mit einem außergewöhnlichen Träger-Flugzeug auf die Ausklinkhöhe von 15 Kilometer gebracht und dann zündet es seinen Raketenantrieb.
Sehr plump gesagt: Da ist technisch ein klitzekleiner Unterschied.
Flugzeugmotoren versus Raketenmotoren.

ZDF heute journal: 1. Nov. 2014
Beitrag über den Absturz von SpaceShipOne
Zwei Trägerflugzeuge trugen … auf die Ausklinkhöhe
Nein. WhiteKnight ist eine Konstruktion des genialen Konstrukteurs Burt Rutan: ein Flugzeug mit Doppelrumpf, das eben etwas anders aussieht.

Zudem dies als herben/schweren (je nach Redaktion) Rückschlag für die private amerikanische Raumfahrt zu bezeichnen, ist nur die halbe Wahrheit. Es gibt keine andere, offizielle amerikanische Raumfahrt mehr. NASA vergibt seit Obama nur mehr Aufträge an private Organisationen und heimst, wenn es gut geht, die Reputation ein.

Das trifft es zwar nicht so ganz im Falle ScaledComposite, die sich seit eh und je von der NASA distanzieren, gilt aber für den ersten Raumfahrt-Rückschlag dieser Woche.

Sprecher im Video-Beitrag gestern Abend in der Tagesschau:
SpaceshipOne klinkte das Trägerflugzeug aus.
Nee, das funktioniert umgekehrt und das hat mehr mit allgemeiner Logik als mit Fachwissen zu tun.

Nichts davon ist mehr online zu finden.
Wie heißt es so schön im Fernsehjargon: Es versendet sich…

ISS: Fang den Transporter und letzter ATV Start

Zwei Ereignisse aus der Raumfahrt erwarten uns in Kürze:

Am 16. Juli 2014 um 12.39 Uhr
Da gibt es für die ISS-Astronauten Nachschub mit 764,2 Kilogramm an Essen, Versorgung und Crew-Paketen. Aber nur, wenn Astronaut Alexander Gerst und sein Kollege Steve Swanson das Transportfahrzeug Cygnus Orbital-2 aus rund 12 Metern Entfernung von der ISS sicher mit dem Roboterarm einfangen, damit es dann an die Raumstation andocken kann. Den Rückflug tritt der Transporter in etwa einem Monat an, gefüllt mit Abfällen, die beim Eintritt in die Atmosphäre über dem Südpazifik verglühen sollen.

Und in der Nacht vom 24. auf den 25. Juli
startet das letzte ATV an Bord einer Ariane-5 ES von Europas Raumflughafen Kourou in Französisch-Guayana. Das automatische Transferfahrzeug soll am 12. August an der Internationalen Raumstation ISS andocken und sechs Monate später wieder in die Erdatmosphäre

ATV Nozzle. Bild entstand bei beim European Space Research and Technology Centre ESTEC in Nordwijk. (c) H. Kleisny
ATV Nozzle. Bild entstand bei beim European Space Research and Technology Centre ESTEC in Nordwijk.
(c) H. Kleisny

eintreten und damit das ATV-Programm mit einem Himmelsfeuerwerk planmäßig zu Ende führen.

ATV-Technologien sollen beim Entwurf des europäischen Versorgungsmoduls für Orion, dem Mehrzweck-Mannschaftsfahrzeug (MPCV) der NASA, zum Einsatz kommen. Orion soll Astronauten und Fracht bei künftigen Explorationsmissionen über die Erdumlaufbahn hinaus befördern. Die ESA verpflichtet sich zunächst auf die Auslieferung von zwei Modulen für Orion: eines für den Jungfernflug 2017 und das zweite für die erste operationelle Mission in 2021.
ESA TV wird gemeinsam mit Arianespace Fernsehsendern kostenlos einen Live-Videostream des Starts zur Verfügung stellen. Darüber hinaus wurden mehrere Filmbeiträge über die Mission ATV-5 und die weitere Nutzung der ATV-Technologien vorbereitet.

Der Start des ATV Georges Lemaître über Soziale Netzwerke:

Updates gibt es außerdem auf: