Fliegende Mücken überleben Kollision mit Regentropfen

Große Regentropfen können eine sitzende Mücke erschlagen. Tropfen und Mücke sind zwar ungefähr gleich groß – allerdings ist die Masse des Wassertropfens 2 – 5o mal größer als die der Mücke, seine Kraft beim Aufschlag reicht bis zu 0,5 Newton.

Was passiert, wenn eine Mücke im Flug getroffen wird, haben Physiker untersucht: Im Flug – der größte der Teil der Körperoberfläche besteht hierbei aus Flügeln – kümmert das Nass die Mücke kaum. Trifft der Tropfen auf die Flügel, taumelt die Mücke ein wenig, fängt sich aber schnell wieder und fliegt einfach weiter.

Klatscht der Tropfen während des Fluges von oben auf den Körper, also auf das Massezentrum, wird das Tier kurz nach unten gedrückt, entweicht aber schon nach wenigen Flügelschlägen der Tropfenbahn. Gefährlich wird das Absinken nur dann, wenn die Mücke bereits vorher sehr tief flog und sie so auf den Boden oder auf eine harte Fläche gedrückt wird.

Da die Tropfen viel schwerer als die Mücke sind, wird beim Auftreffen wenig kinetische Energie von Tropfen zu Mücke übertragen. Dennoch beschleunigt der senkrecht fallende Tropfen das filigrane Insekt mit der 100 bis 300fache Erdbeschleunigung – eine Belastung, die das starre Außenskelett der Mücke abfängt. Erst beim zehnfach stärkeren Druck als durch einen Tropfen verursacht nimmt das Exoskelett Schaden.

Vergleichbare Beschleunigungskräfte wirken übrigens auf einen Floh beim Absprung…

[A. L. Dickerson et al., Proc. Natl. Acad. Sci. U.S.A. 109, 9822 (2012). – 9501]