Flug mit dem Aeroshell Team

Wie es so schön vorne am Rumpf steht, ist der Pilot der T-6 der langjährige Aeroshell Team Pilot Gene McNeely und der fliegt mit mir und den anderen T-6s des Aeroshell Teams im majestätischen Kunstflug über dem Lakeland Linder Airport (LAL) während der Sun ’n Fun 2019. Aber fangen wir von vorne an…

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Reno Air Races 2016

Die Reno Air Races sind im Luftsport so etwas wie die Formel 1 beim Autofahren. Nicht ganz unumstritten, für die Teilnehmer und viele Zuseher (um die 200000) jedes Jahr aber das Spektakel schlechthin. In diesem Jahr finden sie vom 9. bis 18. September statt. Ein Video zum Vorgeschmack weiter unten (Video zum Team).

Es gibt verschiedene Rennklassen: Bi-Plane, Formula-1 (ist hier nicht die oberste Klasse), Sport, T-6, Unlimited und Jet. Pylons (Pfosten) markieren wie Bojen auf dem Wasser die Wendepunkte, also die Strecke. Die Flughöhe ist vorgegeben. Genaueres zu den Regeln hier.

Da ich im letzten Jahr am T-6 Trainingscamp vor Oshkosh teilnehmen durfte und dann auch mit einer T-6 nach Oshkosh im Bulk mitfliegen konnte, fokussieren wir nun auf die T-6 Klasse. Der Kurs dafür ist 5,06 Meilen lang, die Geschwindigkeiten liegen bei mehr als 230 mph. Zum Vergleich: bei Unlimited mehr als 480 Meilen pro Stunde, bei Jets mehr als 500 Meilen pro Stunde.

Mein Mentor („Doc“) fürs Camp in Dubuque wird in diesem Jahr in Reno für das Flugzeug Radial Velocity, im Race #88 bei der Supportcrew teilnehmen.

Video zum Team

Und der Facebook link mit den täglichen Updates , für alle die das Rennen verfolgen möchten.

Updates von Arnie, Airplane Captain, Race 88, aktuelle Bilder gibt es unter dem Facebook link oben zu sehen:

am 9.9.2016, Freitag

I arrived in Reno last night. Today is tech inspection. The airplane get taken apart, looked at for safety issues and put back together. All in about two days, sometimes three. Depending on what was found during the inspection. We are going try to get the first qualifying flight in on Sunday.

11.9.2016, Sonntag

Today was for practicing. Tomorrow is the first day for qualifying. Working on the airplane getting it ready for qualifying.

 


 

Mehr zu Doc und dem T-6 Trainingslager im Bericht im Aerokurier 11/2015:

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alle Fotos (c) hkl

Oshkosh 2015: Dienstag

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Rod Machado im FAA Hangar

Der Tag begann für mich mit einem Vortrag von Rod Machado, einem sehr inspirierenden Piloten und Instruktor. Einer, der weiter denkt und es schafft, den Zuhörern (sogar Piloten) so charmant einen Spiegel vor die Nase zu halten, ohne dass sie sich getroffen fühlen, aber trotzdem aus den Fehlern anderer lernen.

Diesmal ging es bei seinem Vortrag um die menschliche Psyche und, warum wir manchmal die falschen Entscheidungen treffen. Stets mit Beispielen aus der Praxis des Fluglehrers.

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Nasa ist unter anderem mit einem Model der und Informationen zur Orion Kapsel vertreten. Vorgeführt von einem Boeing Ingenieur. Outsourcing.

 

 

In Oshkosh gibt es so viel zu sehen, so viele spannende Piloten zu treffen, von denen man lernen kann, dass man die Rosinen nur nach eigener Wahl picken kann. Und dabei weiß, wie viel man durch die eine Entscheidung verpasst.

Drohnen waren heute ein weiteres Thema aut meiner Agenda. Zum ersten Mal gibt es auf dem Event einen Drone Cage, einen Drohnen Käfig, in dem Hersteller ihre Copter den Besuchern live vorfliegen können. Das Netz ist notwendig aus gesetzlichen Gründen, da wir uns hier auf einem (sehr) aktiven Flugplatz befinden und man da eigentlich keine Drohnen fliegen lassen darf in den USA.
Gleich anschließend an die Freiflugfläche liegt die Innovation Hall, in der viele unterschiedliche Hersteller ihre Drohnen ausstellen. Auch Länder-Exoten wie China sind ausgiebig vertreten. Die Drohnen reichen von Minispielzeugen bis zu etlichen Kilo schweren und zig-Dollar teuren professionellen Geräten.

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DSCN5971 KopieDas war ein weiteres spannendes Objekt in der Innovation Hall, der Skyrunner. Ein robustes Off-Road Vehikel, das mit einem Fallschirm abhebt und fliegt.

DSCN5982 KopieDen Skyrunner virtuell mit einem Oculus Rift zu fliegen, macht echt Lust auf die Erfahrung in der Wirklichkeit.

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Duffy, Gulcin und Jim, alle Weltrekordhalter und Teilnehmer an B. J. Worth’s World Team: Eagles Over Oshkosh.

Die nächste Session war eine Einführung für nicht Springer für den Sequential Formationsrekordversuch am Mittwoch über Oshkosh. Das World Team unter der Leitung von B. J. Worth trainiert schon die ganze Woche recht erfolgreich über Skydive Chicago und wird am Mittwoch und am Freitag versuchen, den Weltrekord über Oshkosh neu zu setzen.

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Vermutlich die beste Deutsche Kunstflugpilotin (sie lebt allerdings schon länger in der USA): Dagmar Kress, meine Fluglehrerin, die mich vor Jahren bei den American Flyers in Ft. Lauderdale zur amerikanischen Privatpilotenlizenz begleitete.

Dass man in Oshkosh unvermutet und ohne Verabredung mehr bekannte Piloten trifft als mit zeitlich terminierten Verabredungen ist eine alte Weisheit. Der meist gesagte Satz am Handy ist: „You are coming in broken“, übersetzt etwa: „Ich krieg‘ nur jedes 10. Wort mit, das du gesagt hast.“ Das traf auch gestern auf die Verabredung mit Jessica Cox zu.

Alles, was ich mitbekam war: Jessica…………………… now. Mit messerscharfem Schluß vermutete ich, dass sie unseren Interviewtermin vorverlegen wollte. Ich antwortete mit den mehrfach wiederholten Worten: „Control Tower okay now“ und es klappte.

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Wenn es schon in der Ankündigung heute für morgen um Fallschirmspringen auf dem AirVenture geht, dann gibt es auch mal ein zugehörges Foto aus der Airshow.

 

DSCN6012 KopieVieles hier wird von unbezahlten freiwilligen Helfern (Volunteers) gestemmt. Anders wäre dieses Event vermutlich auch gar nicht durchzuführen. Dr. Arnold Angelici bespricht mit Helferin Katie Grable in einer der drei Ersten-Hilfe-Stationen, was beim nächsten Patenten anliegt. Allerdings kennt den FAA Fliegerarzt hier jeder nur unter seinem Spitznamen: Arnie, Rufname bei den T-6 Piloten ist Doc. Arnie ist der Pilot und Eigentümer der orangeroten südafrikanischen T-6, mit der ich in der Formationflug am Sonntag nach Oshkosh einschweben durfte.

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Die Gesprächsrunde wurde geleitet vom früheren ABC Good Morning America Sprecher David Hartman. Bei den Diskussionen der beiden Brüder Burt und Dick Rutan kam er allerdings kaum zu Wort. Ganz rechts Mike Melville.

Das war noch ein richtiges Sahnestückchen spätabends, ein historisches Ereignis, für das es sich lohnte, weitere Stunden an Schlaf zu opfern.

Die Brüder Burt und Dick Rutan diskutieren mit Testpilot Mike Melville in einer Rückschau über 50 Jahre Flugtests.

Burt Rutan ist der Techniker, der Erfinder, Entwickler, der Ingenieur. Klarerweise ist auch er ein fliegerischer Haudegen, aber das ist eigentlich die Sache von Fighterpilot Dick Rutan, der sein Image jahrelang als Draufgänger gut gepflegt hat.

Die Brüder könnten unterschiedlicher nicht sein, außer dass sie beide Außergewöhnliches für die Luftfahrt geleistet haben. Und: dass einer ohne den anderen vermutlich nicht so viel erreicht hätte im Leben. Burt wäre ohne die gekonnte Vermarktung und Zurschaustellung seiner Leistungen durch Dick vielleicht eher der exotische Bastler geblieben und Dick hätte weniger extreme Flugzeuge gehabt, die er stolz als erster testgeflogen hatte.

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Über die staatlich geförderte Nasa zu schimpfen oder sich zumindest lustig zu machen, gehört zu Burt Rutan. Auf diese Leistung ist er besonders stolz: Ein physikalisches Teil, das er als unabhängger Ingenieur entwickelt hat, schafft es bis zu Pluto.

So war die enge Zusammenarbeit jahrzehntelang mehr eine ungeliebte, aber sehr erfolgreiche Zweckgemeinschaft als eine enge, herzliche brüderliche. Mit den Jahren scheint aber das Verständnis für den anderen zu wachsen und so sprachen sie öffentlich erstmals gemeinsam über den Start von Voyager, über den jeder so seine eigene Sicht der Dinge hatte. Das war unheimlich spannend, wie sich das live vor den Augen der Zuhörer entwickelte und ein Wissensgewinn in einem historischen Moment (oder eher über Stunden).

Zum ersten Mal hörte ich auch Dick über Jeanna Yeager sprechen. An einem Abend in der 1980ern, als ich die Ehre hatte, am Tisch neben Dick Rutan bei einem offiziellen Dinner den ganzen Abend zu verbringen (und er mir mit seiner angeberischen Art damals schon bei der Vorspeise auf den Geist ging) nahm er nicht einmal den Namen Jeanna in den Mund. Fand ich komplett inakzeptabel.