Ukraine-Krieg und ISS (ergänzt 28.2.*)

(c) NASA

Bekannterweise hat Politik auf flugundzeit nichts verloren. Daran wird sich auch nichts ändern. Trotzdem sind Überlegungen angebracht, wie sich die Kriegssituation, so sie länger existiert, und die damit verbundenen Sanktionen auf die Internationale Raumstation ISS auswirken.

In der ISS umkreisen gerade sieben Astronauten die Erde auf ihrer Mission. Genauer gesagt, vier amerikanische Astronauten, zwei russische Kosmonauten und der Deutsche Matthias Maurer von der ESA.

Mir geht die Schilderung eines amerikanischen Astronauten wieder einmal nicht aus dem Kopf, der auf einem Vortrag in Oshkosh erzählte, welche „komischen“ Gefühle plötzlich auftauchten, als sich die Schleuse öffnete und er in das ISS-Modul einschwebte: „Jetzt ist er rund 400 Kilometer von der sicheren Erde entfernt, und den anwesenden russischen Kosmonauten in der engen Büchse ausgeliefert“. Russen (oder besser sowjetische Piloten) waren für ihn als Kampfjet-Pilot vor seinem Astronautendasein das definitive Feindbild.

flugundzeit wünscht der gesamten ISS-Besatzung einen sicheren Aufenthalt in der Umlaufbahn und darüber hinaus allen eine sichere Heimkehr auf den blauen Planeten.

Die NASA möchte, dass die Mission auf der ISS wie geplant weiterläuft, die ESA äussert sich zunächst nicht. Der Chef der russischen Weltraumagentur Roskosmos, Dmitri Rogosin, droht, dass nur russische Triebwerke die ISS auf der Umlaufbahn halten können. Denn die Umlaufbahn muss von Zeit zu Zeit wieder angehoben werden, da die Raumstation sonst auf die Erde stürzt.

Als Transportmittel von und zur ISS stehen für die Astronauten nach langen Jahren, in denen nur die russischen Sojus-Raketen flogen, mittlerweile auch SpaceX-Raketen bereit.


*Ergänzung: Am 28.2.2022 veröffentlicht die ESA folgendes Statement (Auszug)

ESA is an intergovernmental organisation governed by its 22 Member States and we have built up a strong network of international cooperation over the past decades, which serves the European and global space community through its very successful programmes.

…We are assessing the consequences on each of our ongoing programmes conducted in cooperation with the Russian state space agency Roscosmos and align our decisions to the decisions of our Member States in close coordination with industrial and international partners (in particular with NASA on the International Space Station).

Regarding the Soyuz launch campaign from Europe’s Spaceport in Kourou, we take note of the Roscosmos decision to withdraw its workforce from Kourou. We will consequently assess for each European institutional payload under our responsibility the appropriate launch service based notably on launch systems currently in operation and the upcoming Vega C and Ariane 6 launchers.

Regarding the ExoMars programme continuation, the sanctions and the wider context make a launch in 2022 very unlikely.

ESA’s Director General will analyse all the options and prepare a formal decision on the way forward by ESA Member States. ESA continues to monitor the situation in close contact with its Members States.

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