Oshkosh 22-5 Die echten Top Gun Piloten

Für meine fliegerische Generation, die mit dem ersten Top Gun Film aufwuchs und damals etliche Zitate aus dem Film auswendig kannte und auch den realen Hintergrund zum Film aus allen Quellen aufsog – ich war sogar einmal in Miramar, weil ich die Location unbedingt sehen wollte – ist es natürlich ein Muss, die realen Vorbilder für die Filmcharaktere kennenzulernen. Viper gab und gibt es tatsächlich! Und auch Maverick (Tom Cruise) ist einem realen Top Gun Piloten und Instructor nachempfunden.

Moderator und current Instructor Rolof ganz links. Call Signs der Teilnehmer des Podiums
v.l.n.r.: Viper, Duke, Irish, Bio, Bozo.

Tom Cruise 

Das Originaldrehbuch sei sehr spannend gewesen, meinte Bio, alias Dave Baranek, aber es hätte mit der Realität wenig zu tun gehabt. Und so erzählt Duke („Vorlage“ für „Maverick“) ganz lässig, wie er Tom Cruise kennenlernte. Da seien drei so junge Bürschchen zu ihm reinspaziert (Tom Cruise, Val Kilmer (Viper) und Nick „Goose“ Bradshaw) und hätten ihn gefragt, wie denn der Alltag der echten Top Gun Piloten so sei. Die Navy hätte nämlich während der Dreharbeiten alle Unterstützung zurückgezogen, weil „es immer mehr ein seichter Unterhaltungsfilm geworden sei, der mit der Realität nichts zu tun hätte“. Und ab da gab es eine enge Zusammenarbeit zwischen den Dehbuchschreibern und den echten Einsatzpiloten. 

Da sitzen sie nun aufgereiht, alles ältere Herren heute, wenn man sie nur auf dem Foto sieht. Sobald sie aber über Flugeinsätze oder die Manöver im Film sprechen, ist alles an Mimik und Gestik schnell und lebendig wie in früheren Zeiten. 

Viper’s Humor

Sogar ihren Humor haben sie behalten. Auf sein Call Sign angesprochen, meinte Viper, er habe es ursprünglich nicht hergeben wollen für den Film – Jerry Bruckheimer, der Produzent des Filmes, verwendete es trotzdem. Und heute sei sein Call Sign eher Diaper als Viper.

Die Realität und der Film

„Es gibt keine Top Gun Trophy und es wird auch nie eine geben. Das würde die Egos unserer Besten der Besten Piloten nur unnötig auf das Erreichen fokussieren, statt die Konzentration auf die Perfektion des eigenen Könnens,“ sagt Viper. Dabei war der Gewinn der Trophy im ersten Film das Ziel, das alle Filmpiloten anstrebten. 

Auch gab es im ersten Teil noch keine Computer generierten Sequenzen (CG). Dafür waren auf den Bergspitzen des Flugareals Kameras montiert, die den schnellen Vorbeiflug aus unterschiedlichen Positionen filmten. Gemeinsam mit einem Learjet, der natürlich im Film nicht zu sehen sein durfte, und als Kameraflugzeug auch noch mitspielte.

Alle Flugmanöver waren klarerweise bis ins kleinste Detail vorher am Boden ausgearbeitet und abgesprochen. Was nicht stimmte: Die realen Piloten fliegen bei Top Gun nicht in so enger Formation wie im Film. Bruckheimer aber konnte es nicht nahe genug sein. „Das muss die Zuseher packen“, meinte er. Und so gaben die Piloten nach und flogen die haarscharfen Szenen mit Genuss. 

Was realistisch auch im endgültigen Film dargestellt sei, sei das Verhältnis von Instruktoren und Flugschülern, erzählt Bio. Auch wenn mich der Ausdruck „Student“ bei seiner Aussage mehr als komisch anmutet. „Dass die Lehrer ihre Schüler auch menschlich weiter voran bringen wollen und sie bei ihren Anforderungen unterstützen. Die Charaktere der Flugschüler allerdings waren stark überzeichnet. Denn wer es bis zu Top Gun schafft, muss auch menschlich in eine Flug Crew passen. Aber das war Jerry nicht aufregend genug.“

Wen die richtigen Piloten hassen lernten, waren „Mom and Pop in Oklahoma“ – das fiktive, ältere Ehepaar aus dem ländlichen Raum, das laut Bruckheimer den Film verstehen und lieben musste. (Ist jedem Radioredakteur nur zu gut bekannt: der fiktive Zuhörer mit Name, Geschlecht, Alter, Beruf und Hobbies, für den man produziert).

Iconic Movie 

Aber eigentlich waren sie alle mit dem Film nach der Veröffentlichung zufrieden, da er in der Bevölkerung so viel Anerkennung und Interesse weckte. 

Ebenfalls hin und weg waren alle Teilnehmer der Veranstaltung im Theatre in the Woods in 2022, die die ehemaligen Top Gun Instruktoren live erleben durften: You Guys Rock!

Gut bewachte F35, der heutige Fighter: Lockheed Martin F-35 Lightning II

Top Gun – das United States Navy Strike Fighter Tactics Instructor Program (SFTI-Programm – bildet ausgewählte Marineflugeroffiziere in Kampfflugzeugtaktiken und -techniken aus. Diese kehren als Ersatzausbilder zu ihren operativen Einheiten zurück. Das Programm begann am 3. März 1969 auf der ehemaligen Naval Air Station Miramar in San Diego, Kalifornien, als United States Navy Fighter Weapons School. Im Jahr 1996 wurde die Schule mit dem Naval Strike and Air Warfare Center in der Naval Air Station Fallon, Nevada, zusammengelegt und verlegte ihren Standort.

Die United States Navy Fighter Weapons School entstand während des Vietnam-Krieges, als die US Navy zu viele Verluste an Mensch und Maschinen hatte, dies ändern wollte und somit auch erreichte.

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