Wie riecht der Weltraum?

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Kurze Antwort: Weder nach Veilchen noch nach Rosen. Auch Chanel 5 ist nicht vertreten. Nach Angaben von Astronauten, die es erlebt haben und daher wissen müssen, riecht es im All eher nach Steak oder Metall. Vermutlich schwer zu beschreiben.

Astronaut Harrison „Jack“ Schmitt beschreibt das so: „Alles, was ich sagen kann, ist, dass der Geruch von verbrauchtem Schießpulver von allen sofort wahrgenommen wurde, nicht, dass er ‚metallisch‘ oder ‚beißend‘ war. Der Geruch von verbrauchtem Schießpulver hat sich wahrscheinlich viel stärker in unser Gedächtnis eingeprägt als andere vergleichbare Gerüche.“

Jack Schmitt flog mit Apollo 17, die bisher letzte bemannte Mission zum Mond im Jahr 1972. Neil Armstrong und Edwin „Buzz“ Aldrin waren die ersten von 12 Menschen, die den Mond betraten. Vier der amerikanischen Mondspaziergänger sind noch am Leben: Aldrin (Apollo 11), David Scott (Apollo 15), Charles Duke (Apollo 16) und Harrison Schmitt (Apollo 17).

Auch der Mondgeruch hat nichts mit frischen Frühlingsblumen oder tiefem Nadelwald zu tun. Woher auch. Gesteinsbrocken am Mond oder Sand, pardon Regolith, lassen eher ihr ehrwürdiges Alter auf der Außenseite der Raumanzüge zurück. Denn klarerweise hat kein Astronaut, der die Mondoberfläche betrat, jemals seinen Helm abgenommen und den Geruch wahrgenommen.

Space Walk Parfum am Anzug

Stattdessen verweilt der Geruch des Mondes im Staub auf ihrem Anzug und auf den Steinen, die sie zum Schiff zurückbringen.

NASA-Astronautin Suni Williams fährt auf dem Canadarm2-Roboterarm. ©NASA

Der deutsche Esa-Raumfahrer Matthias Maurer hat den Geruch des Weltalls mit dem metallischen Duft einer sprühenden Wunderkerze verglichen. Wenn eine Kapsel frisch an der Raumstation ISS ankomme, könne man das Aroma deutlich vernehmen, sagte Maurer.

Der Geruch des Mondes, entsteht aus dem Geruch von instabilen Mineralien.

Der Geruch des Weltraums, ist etwas ganz anderes: Es ist der Geruch von toten Sternen.


Quelle: Smithsonian Institution


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Über die Autorin

Die Journalistin Helga Kleisny ist diplomierte Physikerin (TU Wien), Fallschirmspringerin und Pilotin. Nach Arbeitsorten weltweit (Wien, Taipeh, Boca Raton (FL), München, Frankfurt…) sind ihre Haupt-Lebens- und Arbeitsorte nun in Deutschland und in den USA. Sie schreibt als freie Luft- und Raumfahrtjournalistin. Ihre Begeisterung für alles Technische und die Natur, am besten in Kombination, zeigt sich in ihren Büchern und in Seminaren und Vorträgen.