Boeing 737-9 MAX grounded by Alaska Airlines

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Mayday. Mayday. Mayday, ist der internationale Notruf im Sprechfunk. In der Bevölkerung steht er als Synonym für die Kapitulation einer Flightcrew in einer Notsituation. Das ist absolut nicht der Fall, zumindest nicht notwendigerweise. Der Mayday-Aufruf soll nur bewirken, dass das Flugzeug absolute Priorität erhält und gleichzeitig vermutlich von allen oder vielen Regeln abweichen kann oder wird.

Ein Druckabfall in der Kabine (und/oder im Cockpit) ist eine ernstzunehmende Sache. Nicht umsonst wird das Verfahren bei jedem Take-Off von den FlugbegleiterInnen vorgeführt. (Genauso wie alle Passagiere dabei gelangweilt auf ihre Handys blicken oder sich sonst wie anderweitig beschäftigen.)

Wenn sich jedoch alle an das vorgegebene Prozedere halten: die wichtigen handelnden Personen (Crew, Erwachsene!, dann erst die Kinder) mit Sauerstoffmasken zu versorgen und dieses vor allem schnell, dann ist das eine durchaus handelbare Situation, in der das Flugzeug gleichzeitig möglichst schnell sinkt, um wieder in atembare Höhen zu kommen.

Jetzt zum eigentlichen Thema

Am 5.1.2024 fielen die Sauerstoffmasken für die Passagiere bereits kurz nach dem Start aus der Decke. Der Flug Alaska Airlines 1282 mit einer Boeing B737-9 MAX hatte 171 Menschen und 6 Crew an Bord und sollte von Portland, Oregon, nach Kalifornien fliegen.

Das ist, wie gesagt handelbar, zwar ein Notfall, aber kein Disaster. (Wie es schon wieder zumindest in der amerikanischen Presse deklariert wird. Die deutschsprachigen warten, bis sie von FuZ abschreiben können.)

Die Folgen aber könnten weiter reichend sein:

Der Grund aber für den Druckabfall war ein Loch durch ein wegfliegendes Fenster samt umliegender Verkleidung aus der Kabine. Das Fenster befand sich im rückwärtigen Teil des Flugzeugs auf der linken Seite. Alaska Airlines groundete daraufhin ihre komplette Flotte von 65 Flugzeugen der B737 MAX.

Wegfliegende Teile vom Flugzeug sind nun tatsächlich ein Grund zum Weiterforschen. Ist das ein Einzelfall (Maintenance-Ursache) oder ein strukturelles Problem des Designs?


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2 responses to “Boeing 737-9 MAX grounded by Alaska Airlines”

  1. aucheinPilot

    Die deutschsprachigen warten, bis sie von FuZ abschreiben können.

    Warum tust du dir das an wenn dich der Klau deiner Arbeit so nervt?

    1. Danke für die Anteilnahme 😉
      Aber: Nerven trifft es nicht. Eher amüsiert es mich und zeigt mir, dass Flugundzeit seine Bestimmung erfüllt.

      Der Sinn und Zweck dieses Online-Magazins ist seit Jahrzehnten, dass die Berichterstattung über die Luftfahrt im allgemeinen und speziell bei Flugzeugunfällen deren Hintergründe korrekt an die Menschheit kommuniziert wird.
      Ein gewisses Umdenken weg von – schnell nur irgend eine Meldung raushauen, obwohl man keine Ahnung hat – habe ich mit viel persönlichem Einsatz seit Bestehen von FuZ erreicht.

Über die Autorin

Die Journalistin Helga Kleisny ist diplomierte Physikerin (TU Wien), Fallschirmspringerin und Pilotin. Nach Arbeitsorten weltweit (Wien, Taipeh, Boca Raton (FL), München, Frankfurt…) sind ihre Haupt-Lebens- und Arbeitsorte nun in Deutschland und in den USA. Sie schreibt als freie Luft- und Raumfahrtjournalistin. Ihre Begeisterung für alles Technische und die Natur, am besten in Kombination, zeigt sich in ihren Büchern und in Seminaren und Vorträgen.