Flugangst und die Folgen…

(c) Droemer Knaur Verlag

Man sollte sich bei Entscheidungen mehr aufs Bauchgefühl verlassen, denn, so Guilia Enders in Ihrem im letzten Jahr vorgestellten Buch, der Darm beeinflusst unter anderem unsere Moral, das Angstempfinden, das Gedächtnis und die Motivation. Die Angst entsteht dann im Inneren des Gehirns, „sozusagen zwischen den beiden Ohren“ (Enders).

Nun ist Flugangst etwas, das ich partout nicht nachvollziehen kann. Deshalb hatte ich auch anfangs gezögert, das Buch in die Weihnachts-Büchervorstellungen aufzunehmen. Hatte mich dann doch dazu entschlossen, unter der Idee, dass die Leser des FlugundZeit-Blogs interessensmäßig eine große Bandbreite umspannen und sowieso nicht jeder Beitrag für alle gleich interessant ist.

In einer Buchbesprechung, gerade bei einem Thriller, möchte man als Autor nicht zu viel von der Handlung verraten. Und so steht nicht viel mehr in den meisten Buchbesprechungen zu Flugangst 7A, als, womit der Verlag das Buch auch anpreist:

Der neue Psychothriller von Bestseller-Autor Sebastian Fitzek: In der Tradition von PASSAGIER 23 spielt er mit den menschlichen Urängsten des Eingeschlossenseins und der Hilflosigkeit an Bord eines Flugzeugs.

Again, die „Hilflosigkeit an Bord eines Flugzeugs“ kann ich nicht nachvollziehen. Ich habe wesentlich größeres Vertrauen in alle Linienpiloten, die mich über den Teich fliegen, als zum Fahrer des Nachbarautos auf der Autobahn, der mir mal eben ohne zu schauen, mit 120 Sachen vor die Füße fährt.

Mir war die Geschichte zu flach, der Inhalt und die Wendepunkte wie im durchschnittlichen deutschen Fernseh-Krimi absehbar und zu offensichtlich und der Schreibstil zu platt. Kurz und knackig der Stil – das ist gut. Trotzdem bringt alleine der gewählte Stil die Spannung nicht rüber. In den vielen Alltagsbezügen (Ikea, normaler Langstreckenflug in der Economy…) findet sich anscheinend das Gros der Leser wieder. Für mich fehlt dabei sowohl inhaltlich als auch stilistisch das Hineinziehen in die Situation, das etwa ein Gregory David Roberts (Shantaram) oder, wenn es ein Superseller Autor im Vergleich sein soll: Dan Brown so trefflich in ihren Büchern beherrschen.

Vermutlich bin ich einfach nicht der richtige Leser für dieses Buch und diesen Autor.

Fazit: Wer deutsche Krimis und Flugzeug-Katastrophenfilme mag, für den ist das Buch genau das Richtige. Das scheint durchaus eine große Menge an Lesern zu sein, denn immerhin wird der Autor mit seiner Art zu schreiben als weltweiter Bestsellerautor gehandelt (Übersetzungen in 24 Sprachen, Gesamtauflage 9 Millionen Exemplare) .

Was ich noch beachtenswert fand, ist die aufwändige Gestaltung des Titels. Nicht das Bild an sich, das kommt vermutlich in der Briefmarkengröße oben gar nicht so gut rüber. Sondern die 3D-Umsetzung (Wackelbild, Linienrasterbild) im Original des Titels. Damit hebt sich das Hardcover-Buch erfreulich von einem E-Book ab. Das es von diesem Titel auch gibt.

Ich finde es schön, wenn physische Bücher in ihrer Ausstattung wieder aufgewertet werden, auch weg vom billigen, vergilbendem und damit schnell alterndem säurehaltigen Papier.

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