Hull2: Das Ende des Universums

Verzerrungen in Raum und Zeit: Eine dunkle und unsichtbare Welt wird in der Simulation seh- und fühlbar.

Teilchenphysik erschließt sich nicht von selbst. Zumindest für die meisten der Menschen. In der audiovisuellen Kunstinstallation von Marshmallow Laser Feast geht es mitten hinein in ein schwarzes Loch und der Weg dahin lässt sich – glücklicherweise mit gewohnter Schwerkraft – hautnah miterleben.

Distortions in Space Time ist das erste Kapitel des Kunstwerks: The Scale of Things. Die Teilnehmer werden dabei selbst zum Teilchen (Particle) in Partikelwolken.

Auf einer wandgroßen Projektionsfläche, auf dem das Schwarze Loch (gefühlt) näher kommt, wird die Realität des Betrachters durch die Gravitationswellen gequetscht, gestreckt und spaghettiert.

Kann man nicht wirklich gut beschreiben, muss man erleben.

Mit dem Körper lässt sich die Umgebung aktiv erkunden und mit ihr interagieren. Dann schießen selbst erzeugte Teilchenstrahlen quer übers farbenfrohe Wandvideo, Gravitationslinsen verformen die Realität und je näher es zur Singulariät des Universum kommt (= dem schwarzen Loch), umso merkwürdiger wird die Realität…

Das Ende naht – aber es dauert

Der Professor in Aktion. Leidenschaftlich erklärt er, auf welche Arten das Universum zu Tode kommen kann.

Der Tod des Universums beschäftigt auch Brad Gibson, Professor of Astrophysics und Director des Milne Centre für Astrophysics an der University of Hull.
Nach derzeitigen Theorien entstand unser Universum beim Urknall vor 14 Milliarden Jahren.

Aber wie wird es enden?

Das ist ein komplexes Geheimnis. Gibson untersucht, wie das Ende aussehen könnte und was das für das Schicksal der Menschheit bedeutet. So die denn dann noch existiert, so wie wir sie heute kennen.

Es geht um Hunderte von Trillionen von Jahren und mehr. Da sich das sowieso keiner vorstellen kann, lassen wir die Potenzen bei den Jahren gleich weg. Wird unsere Generation sicher nicht mehr betreffen. Spannend ist die Story trotzdem.

Zuerst* durchmischt sich die Milchstraße (unsere Galaxie) mit dem Andromeda-Nebel, einer Nachbargalaxie. (Zuerst bedeutet hier eine Zeitspanne von 3 Milliarden Jahren…)

Noch ein Big Bang

Nach Gibson existiert bei der Durchmischung die Möglichkeit, dass dabei auch Sonnen und Planeten entweder zusammenstoßen oder sonstwie heftig tangiert werden. Aber schon zuvor bestehen mehrfach gute Gelegenheiten (die heute noch nicht genauer abzuschätzen sind), dass (große) Kometen, von außerhalb unseres Sonnensystems kommend oder auch von ausserhalb der Milchstraße, auf die Erde prallen und sie ganz oder teilweise zerstören. Sofern wir nicht da schon eine Möglichkeit gefunden haben, dies zu verhindern oder ein Refugium parat haben, in dem die Menschheit sicher weiterleben kann.

Sollte das Universum alle potentiellen Zusammenstöße vermeiden können oder unbeschadet überstehen, dann geht irgendwann der Rohstoff zur Bildung neuer Sterne aus und statt der Expansion (die kennt man seit 1998) des Universums verschluckt das schwarze Loch im Zentrum der Galaxie zunehmend alle Sterne bis auf das letzten Teilchen.

Das Universum wird also wieder kleiner bis hin zur Singularität – dem Big Crunch als Gegenstück zum Big Bang des Urknalls.

Das war’s dann. Wird sich aber sicher nicht mehr in 2019 ereignen.


alle Fotos (c) Helga Kleisny

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