Trickfilm trifft Dunkle Materie

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Dunkle Materie gehört zu den größten Rätseln der modernen Physik. Niemand weiß bislang, woraus sie besteht oder ob sie überhaupt existiert – und doch prägt sie unser Verständnis des Universums.

Ein Physiker präsentiert während einer Veranstaltung. Im Hintergrund sind Poster von Filmen und LEGO-Sets sichtbar. Eine Kamera und ein Mikrofon stehen auf einem Tisch.

Dr. Joshua Chawner, Physiker und Filmemacher bringt diese unsichtbare Materie einem breiten Publikum näher. Mit Legosteinen. Oder genauer, mit dem, was er daraus baut.

Stop Motion Film

Am British Science Festival führt er uns an einem einfachen Beispiel ganz detailliert vor, wie Stop Motion Film erzeugt wird. Mit Teilen aus seiner berühmten, umfangreichen Lego-Sammlung.

Am Heck gehoben wird das kleine Auto für die letzten Aufnahmen von einer wiederverwendbaren Plastemasse. Am besten unsichtbar platziert. 🙂

Jedes Bild des Films wird separat erstellt und das Auto dafür minimal bewegt. Es braucht einige Adjustierungen, bis die (im Trickfilm stets überzeichnete) Bewegung des Fahrend mit Stoppen zur Zufriedenheit des Filmemachers läuft. Jedes Bild wird sozusagen von Hand erstellt – bei 24 Bilder pro Sekunde…

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen…

Link zu einem kurzen Video auf dem flugundzeit Youtube Kanal

Und die Teilnehmer des Workshops dürfen das anschließend mit ihren eigenen Ideen umsetzen:

Hier sind einige Tipps des Filmemachenden Physikers für die Produktion:

Ein Mann spricht auf einer Bühne mit einer Kamera und einer Präsentation im Hintergrund, die Skizzen von Storyboards zeigt.
Ohne Drehbuch (selbst gezeichnet) geht es natürlich nicht beim Film.

Und auch für den fertigen (ersten 🙂 ) eigenen Film hat der Profi noch Tipps:

Wissenschaftskommunikation mit Lego

Ein Physiker präsentiert eine LEGO-Animation auf einer Bühne, während das Publikum ihn aufmerksam verfolgt. Im Hintergrund sind Schauspielrequisiten und eine Kamera zu sehen.
Joshua Chawner hier während des Workshops auf dem British Science Festival 2025

Joshua Chawner arbeitete im letzten Jahr an einem Dokumentarfilm über zwei spezielle Experimente: QUEST-DMC und QSHS.

Während QUEST-DMC untersucht, ob Dunkle Materie aus sogenannten WIMPs bestehen könnte, die in superfluidem Helium nachweisbar wären, sucht das QSHS-Team nach Axionen, die sich in starken Magnetfeldern in Photonen verwandeln könnten.

Beide Ansätze nutzen modernste Quantentechnologien, beide bewegen sich am äußersten Rand des technisch Machbaren – und beide eint die Hoffnung, erstmals konkrete Spuren dieser geheimnisvollen Substanz aufzuspüren.

Chawner verbindet die Komplexität dieser Forschung mit einer ungewöhnlichen Darstellungsform. Neben Interviews mit führenden Wissenschaftlern setzt er auf seine preisgekrönten Stop-Motion-Animationen aus LEGO.

Was zunächst verspielt wirkt, hat Methode: Die Animationen machen selbst schwer greifbare Konzepte wie Teilcheninteraktionen oder elektromagnetische Felder anschaulich und lebendig. Schon zuvor gewann er mit diesem Stil internationale Anerkennung, unter anderem bei renommierten Indie-Filmfestivals.

Seine Wissenschaftskommunikation ist eine Brücke zwischen Labor und Öffentlichkeit. Bei der Royal Society Summer Science Exhibition in London, einem der bedeutendsten Wissenschaftsevents Großbritanniens, wurde Chawners Film in 2024 gemeinsam mit den Experimenten vorgestellt.

Dort erreichen Forschung und Kreativität jedes Jahr Tausende junger Menschen – und Chawner erreicht mit seinem unverwechselbaren Stil, dass die Faszination für Dunkle Materie weit über die Fachwelt hinausstrahlt.



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Über die Autorin

Die Journalistin Helga Kleisny ist diplomierte Physikerin (TU Wien), Fallschirmspringerin und Pilotin. Nach Arbeitsorten weltweit (Wien, Taipeh, Boca Raton (FL), München, Frankfurt…) sind ihre Haupt-Lebens- und Arbeitsorte nun in Deutschland und in den USA. Sie schreibt als freie Luft- und Raumfahrtjournalistin. Ihre Begeisterung für alles Technische und die Natur, am besten in Kombination, zeigt sich in ihren Büchern und in Seminaren und Vorträgen.