Es gibt nichts, was es nicht gibt. Zumindest in Großbritannien. Gehäkeltes Hirn. Ja, genau. Und zwar als Hut.
Aber lassen wir die charmante Künstlerin Helen Lydon selbst zu Wort (und Bild) kommen:
Die Erfahrung von Kunst und kreativer Praxis gibt mir Kraft: Sie hält mich am Leben, bodenständig und unendlich neugierig auf andere Menschen und die Welt, die wir teilen. Forschungen zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen Kunst und Wohlbefinden – gelebte Erfahrung ist der stärkste Beweis dafür.
Nach dem Studium der Bildenden Kunst an der Liverpool John Moore’s University blieb ich dort, um auch noch einen Master in Kunst und Wissenschaft zu absolvieren – ein faszinierender Studiengang, der meine Praxis enorm erweitert hat.
Ich arbeite hauptsächlich mit Fasern und Materialien, mit denen ich dreidimensionale Formen schaffen kann. In letzter Zeit habe ich Häkeltechniken verwendet, um weiche Skulpturen und Kopfbedeckungen herzustellen.
Häkeln eignet sich besonders gut für die Herstellung hyperbolischer Ebenen.
Neuronale Verarbeitung ist nichtlinear und hat keinen klaren Anfang oder Ende.
Alle folgenden grün unterlegten Textteile stammen von Flugundzeit und nicht der Künstlerin.
Lineares Verhalten ist der Gegensatz zu exponentiellem Verhalten.
Linar
Wenn 1 Kilogramm Orangen 6 Euro kostet, dann kosten 5 Kilogramm 5 mal so viel, also 30 Euro.
Exponentiell
Würde der Orangenpreis, wie bei vielen biologischen Prozessen exponential ablaufen, dann würden 5 Kilogramm 600 Euro kosten.
Man sieht also, dass der exponentielle Anstieg bei durchaus langsamem Anstiegsbeginn (2 kg mit 12 Euro) später brutal schnell erfolgt. (Und hoffentlich nicht beim Orangenkauf.)
Exponentielles Verhalten ist daher, wenn sich ein Wert in gleichen Zeitabständen immer um den gleichen Faktor vervielfacht (Wachstum) oder um den gleichen Faktor reduziert (Zerfall).
Im Gegensatz zu linearem Verhalten, bei dem eine Größe um einen festen Betrag zu- oder abnimmt, führt exponentielles Verhalten zu sehr schnellem Anstieg oder einer super schnellen Abnahme. (Funktioniert leider bei der menschlichen Gewichtsabnahme nicht).
In der Quantenmechanik spielen exponentielle Prozesse eine große Rolle. Exponentielles Verhalten heißt beispielsweise, dass bei jeder neuen Reihe, jedem neuem Jahr, neuem „Irgendwas“ das Doppelte vom Vorgänger entsteht (Zunahme) oder die Hälfte bei einer exponentiellen Abnahme.
Wenn man also bei jeder neuen Reihe die doppelte Maschenzahl häkelt, dann erhält man eine Hyperbel, also die mathematische Kurve, die exponentielles Verhalten darstellt.

Angezogen vom Glanz und der Biegsamkeit von Kupferdraht begann ich zu häkeln und formte dabei unbeabsichtigt eine hyperbolische Form, die einem Gehirn ähnelte und sich zu dieser Kupfer-Hirn-/Gehirn-Mütze entwickelte.
Das Gehirn arbeitet in einer sich ständig verändernden Landschaft, in der mehrere Einflüsse dynamisch miteinander interagieren – ähnlich wie die komplexe Struktur einer hyperbolischen Häkelform.
Dies ist ein Beispiel dafür, wie wir manchmal „mit unseren Händen denken“.In der Neurowissenschaft wird diskutiert, ob kluge Handlungen unbewusste Automatismen oder das Ergebnis tiefer Konzentration sind.
Diese Auseinandersetzung mit Handwerk, Material und Kognition verdeutlicht die komplexe Beziehung zwischen Geist und Körper und stellt die Annahme in Frage, dass Denken nur mit Worten möglich ist.
Exponentielles Verhalten in der Quantenmechanik begegnet uns überall dort, wo sich Wahrscheinlichkeiten oder Zustände nicht abrupt, sondern „weich“ verändern.
Wenn etwa eine Wellenfunktion eines Teilchens nicht einfach abklingt, sondern exponentiell abfällt, entsteht das berühmte Quantentunneln.
Trifft ein Teilchen auf eine Art Wand (Potentialbarriere), die höher ist, als es nach unserem Verständnis überwinden könnte, dann würde es nach klassischer Physik einfach abprallen.
In der Quantenmechanik aber „versucht“ die Wellenfunktion des Teilchens in die Wand hinein zu kommen – sie verschwindet dort nicht sofort, sondern nimmt mit der Tiefe exponentiell ab. Weil diese Abnahme nie ganz null wird, bleibt eine kleine, aber endliche Chance, dass das Teilchen die Wand auf der anderen Seite durchquert. (Tunneleffekt)
Auch bei Elektronen in Atomen zeigt sich dieses Muster: ihre Aufenthaltswahrscheinlichkeit nimmt mit zunehmendem Abstand vom Kern exponentiell ab, weshalb Atome eine definierte Größe haben.
Auch der radioaktive Zerfall folgt demselben Prinzip, denn die Zahl instabiler Kerne schrumpft im Laufe der Zeit exponentiell. Radioaktivität nimmt also exponentiell ab.

Dieser Hut visualisiert die positive Verbindung zum Wasser, die die meisten von uns empfinden, insbesondere wenn wir persönliche Erfahrungen mit Schwimmen, Baden, Angeln und Bootfahren haben.
Gehäkelter blauer Kupferdraht bildet eine netzartige, fraktalähnliche Struktur, die an welliges Wasser erinnert. Der gerüschte Stoffuntergrund vermittelt Bewegung und ein Retro-Gefühl wie bei einer Kreuzfahrt in den 1950er Jahren.
Das Design ähnelt auch den Mustern von Gehirnwellen und verbindet sensorisch reichhaltiges, langsameres Reisen mit neuronalen Prozessen. Es unterstreicht die kognitiven und emotionalen Vorteile einer intensiveren Auseinandersetzung mit unserer Umwelt.

Dieser Hut hat sich organisch entwickelt und spiegelt die vielschichtige Komplexität der Entscheidungsfindung wider.
Inspiriert vom Hippocampus, hat er sich durch instinktive, kumulative Schöpfung verwandelt.
Seine Spitzenoberseite symbolisiert Offenheit für äußere Einflüsse – der Schlüssel zu fundierten Entscheidungen.
Die Neurowissenschaft bestätigt dies: Entscheidungen entstehen, wenn Informationen gesammelt werden, bis eine Schwelle erreicht ist, die zum Handeln anregt.
In der Quantenmechanik tritt das exponentielle Verhalten in der Form von Wellenfunktionen auf, die sich je nach Energie des Teilchens exponentiell verhalten können.
Dies trifft zu etwa bei der exponentiellen Abnahme einer Wellenfunktion in einem Bereich, in dem die kinetische Energie negativ ist.
Wenn die kinetische Energie eines Teilchens in einem Bereich negativer ist als seine potentielle Energie, ist seine Wellenfunktion nicht oszillierend, sondern fällt oder steigt exponentiell an.
Das bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit, das Teilchen in diesem Bereich zu finden, exponentiell abnimmt oder zunimmt.
Dieses Verhalten ist entscheidend für die Interpretation der Quantenmechanik, da es das Verständnis dafür liefert, wie sich Teilchen in Bereichen verhalten, in denen klassisch gesehen eine Bewegung nicht möglich wäre.
Dies ist ein grundlegendes Konzept, das die Beschreibung der Wahrscheinlichkeitsverteilung von Quantenteilchen ermöglicht und oft in Situationen beobachtet wird, in denen ein System nicht die Energie besitzt, um sich vollständig frei zu bewegen, wie etwa in einem sogenannten Potentialtopf.
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