Mal Sonne, mal Regen…

Wetterbeobachtungen sind etwas für alte Leute – so begann sinngemäß mal ein Spiegelbeitrag. Kann man (als Ignorant) so sehen, muss man aber nicht. Für jeden, der sich draußen sportlich bewegt, in der Luftfahrt unterwegs ist oder auch nur mit ein wenig Weiterblick seine Aktivitäten für die kommenden Tage plant, macht es Sinn, nicht nur gerade beim Fenster hinauszugucken, ob es regnet, sondern die Historie der letzten Tage mit einzubeziehen, um die Zukunftsprognosen besser beurteilen zu können.

Denn das Erdwetter ist ein chaotisches System*, 😉 auch und vor allem im mathematischen Sinne. Das heißt, es ist nie 100prozentig vorher berechenbar für einen bestimmten Ort, aber es kann sich an einem Ort auch nicht sprunghaft ändern. (Gilt nicht für Colorado in den USA, aber im Normalfall ist es äußerst unwahrscheinlich, dass auf ein Sonnentag mit plus 30 Grad Celsius, Schneefall bei Minusgraden folgt. 🙂 ) Änderungen erfolgen eher graduell. Daher macht es Sinn (und ist sogar notwendig für eine korrekte Einschätzung), das Wetter kontinuierlich zu betrachten und nicht als Momentaufnahme.

Nach der langen Einleitung, warum sich durchaus intelligente und moderne Menschen mit dem Wettergeschehen befassen, auch, wenn sie nicht gerade fliegen, denn vor dem Flug ist das eine Voraussetzung (!), jetzt zum eigentlichen Thema heute:

Man kann die Corona-zuviel-zuhause-Zeit auch nützen, um sich weiterzubilden, Neues zu lernen oder schon mal gelerntes wieder aufzufrischen. Egal, ob als Pilot oder einfach nur als Spaziergänger. Und dazu dient der heutige Buchtipp:

Meteorologie für Piloten heißt die neue, vierte Auflage eines Buches, meine (Auflage 2) trug noch den Titel: Flugwetter 2. Gegenüber Flugwetter 2 hat die 4. Auflage ein zusätzliches Kapitel über Aufwind – besonders für Segelflieger wichtig. Der Inhalt auf 215 Seiten hat es in sich. Selten wurde ein für viele so trockenes Thema so anschaulich und leicht verständlich erklärt. Auch wenn im Titel explizit Piloten angesprochen sind – und für die ist das Buch eine echt gute Quelle, ist der Inhalt überwiegend auch für den ganz normalen Fußgänger bestens geeignet.

Für Piloten gibt es im Anhang noch eine Übungsfragensammlung (das letze Bild in der Übersicht oben) mit (nicht notwendigen s/w Wolken im Hintergrund), die den JAR-Richtlinien entspricht. Auch der gesamte Inhalt ist an die EASA Anforderungen angepasst.

Zahlreiche Photos und farbige Graphiken zeigen nachvollziehbar in kleinen, übersichtlichen Abschnitten, was Autor Karl Heinz Hack an Wissen vermitteln möchte.

Geeignet für

– einerseits angehende und erfahrene Piloten: Motorflug (PPL, IR, CPL)/Segelflug/Hängegleiter/Ballon

– aber auch für jeden, der eine möglichst gute Wetterbeurteilung selbst erstellen können möchte und Spaß daran hat, jeden Tag aufs Neue wieder sein Wissen und Können in der Praxis (dem Wetter draußen) erproben zu können.

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Weitere frühere Beiträge auf flugundzeit zum Thema Wetter.
*Hier etwa hatten wir schon einmal ausführlicher über chaotische Systeme geschrieben. (Und ja, ich mag Fraktale und chaotische Systeme 😉 )

(c) aller Bilder: Karl Heinz Hack.

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