Schwieriger Flugkraftstoff

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Phillips 66 pausiert seine Entwicklung von bleifreiem 100M Flugkraftstoff. Damit sind nur noch zwei weitere von der amerikanischen Behörde FAA beauftragte Forschungen für neue Kraftstoffe im Rennen.

Der Treibstoff soll für Flugzeuge mit Kolbenmotoren eine umweltfreundlichere Alternative zum herkömmlichen Treibstoff 100LL bieten und trotzdem sicher im Flugverkehr einsetzbar sein.

Im August 2022 beauftragte die FAA die Unternehmen Afton und Phillips 66 sowie LyondellBasell Industries und VP Racing mit Kraftstoffentwicklungsprogrammen im Rahmen der Piston Aviation Fuels Initiative (PAFI). LyondellBasell und VP Racing haben nach Angaben der Behörde im November die 150-stündige Motorlebensdauer-Testphase erfolgreich abgeschlossen und gehen nun in die nächste Testphase. 

Im September 2022 genehmigte die FAA ergänzende Musterzulassungen (Supplemental Type Certificates, STCs) für die Verwendung eines bleifreien 100-Oktan-Kraftstoffs namens G100UL, der von GAMI hergestellt wird, für viele kolbengetriebene Flugzeuge.

Phillips 66 setzte die Erprobung seines gemeinsam mit Afton Chemical entwickelten bleifreien Flugtreibstoffs 100M aufgrund von Problemen bei den Haltbarkeitstests aus. Nach Insiderinfirmationen aus dem Unternehmen wurden die Tests abgebrochen, weil ein Lycoming-Motor aufgrund von Manganablagerungen ausgefallen war.  

Ganz aufgegeben hat Philipps seine Forschung für den neuen Kraftstoff noch nicht. Derzeit werde die Entwicklung dieses Produkts sowie alle realisierbaren alternativen Optionen geprüft.


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2 Kommentare zu „Schwieriger Flugkraftstoff“

  1. Walter Wimmer

    In Schweden gibt es doch bereits einen dort hergestellten und zugelassenen bleifreien Treibstoff, wobei das keine Mogas wie z.B.Super -Plus ist.!

    1. Korrekt.
      Hatte schon in den 90ern als Fliegermagazin-Redakteurin ein Interview mit der schwedischen FA Hjelmco geführt. Ein Abdruck existiert vielleicht noch irgendwo im Netz. Fand es damals als vielversprechend, der Zeit voraus.
      Allerdings hinkt Europa, wie so oft, wieder einmal bei der Zulassung hinter den USA hinterher.
      UL91 oder auch UL94 sind eben keine 100 Oktan und viele Flugzeugmotoren – unter anderem die Cessna, die ich als Landplane fliege – sind in Deutschland nicht für (bleifreien) Sprit unter 100 Oktan zugelassen.
      Ich brauche auch keinen Flugmotor, der irgendwo über der Landschaft kotzt und ausfällt, nur weil ihm die Oktanzahl zu niedrig ist.
      Deshalb: Wenn es in den USA mehrere Verfahren/Hersteller gibt, die zugelassen sind (einer ist es ja bereits), dann wird das nach der üblichen gemächlichen Zeit auf Europa und den Rest der Welt (Asien!) überschwappen und auch hierzulande zertifiziert werden.
      Und: Jede(r), der hierzulande mit bleifreiem Flugsprit fliegen kann/darf, soll es tun!

Über die Autorin

Die Journalistin Helga Kleisny ist diplomierte Physikerin (TU Wien), Fallschirmspringerin und Pilotin. Nach Arbeitsorten weltweit (Wien, Taipeh, Boca Raton (FL), München, Frankfurt…) sind ihre Haupt-Lebens- und Einsatzorte nun in Deutschland und in den USA. Sie schreibt als freie Luft- und Raumfahrtjournalistin. Ihre Begeisterung für alles Technische und die Natur, am besten in Kombination, zeigt sich in ihren Büchern und in Seminaren und Vorträgen.