American Airlines B737 Evakuierung

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Am Donnerstag, den 13. März 2025 sollte eine American Airlines Boeing 737-800 von Colorado Springs (Colorado, USA) nach Dallas Ft. Worth (Texas) fliegen. Der Flug hatte 172 Passagiere und 6 Besatzungsmitglieder an Bord. Die Crew stoppte wegen Vibrationen im rechten Triebwerk den Steigflug bei 16000 Fuß und divertete nach Denver (Co).

Nach einer sicheren Landung etwa 1 Stunde später auf der Landebahn 16R in Denver brach am rechten Triebwerk beim Rollen ein Feuer aus.

Die Passagiere wurden über Rutschen und auf die Tragfläche evakuiert.

Laut Angaben der Flughafenbehörden wurden zwölf Personen mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Der Vorfall ereignete sich gegen 17:15 Uhr Ortszeit. Dicke Rauchschwaden zogen über das Rollfeld.

Anmerkung Flugundzeit

Auf Fotos und Videos ist ersichtlich, dass etliche Passagiere – entgegen den offizielen Regeln und Anweisungen – ihr Handgepäck mitnahmen. Das ist zwar menschlich verständlich, stellt aber ein Sicherheitsrisiko für die nachfolgenden Passagiere dar.

Warum Passagiere auf der Feuerseite evakuiert wurden, ist noch nicht klar. Da normalerweise bei einer 737 bei einem Feuer an Bord nicht über die Tragflächen evakuiert werden soll*, ist zu klären, ob dies von Passagieren veranlasst wurde oder von Flugbegleitern.

*Der Grund liegt darin, dass sie dann auf der Tragfläche „festsitzen“ bis Leitern herangefahren werden. Das ist bei einem brennenden Flugzeug keine sichere Lösung. In diesem Fall das Flugzeug über alle Rutschen (an allen Türen außer über den Tragflächen) zu verlassen, wäre vermutlich die bessere Entscheidung. Allerdings nicht unbedingt auf der Feuerseite, wenn die andere Seite verfügbar wäre.

Eine Boeing 737 ist vom Design her ein relativ altes Flugzeug. Bei Airbus-Flugzeugen gibt es auch auf den Notausstiegen über den Flächen Rutschen und nicht nur eine Türe. Deshalb sollte die Crew eigentlich vor einer Evakuierung bei einer B737 die Klappen fahren, damit man (nur eben im Notfall!) über diese von den Tragflächen möglichst verletzungsfrei auf den Boden kommt.


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Über die Autorin

Die Journalistin Helga Kleisny ist diplomierte Physikerin (TU Wien), Fallschirmspringerin und Pilotin. Nach Arbeitsorten weltweit (Wien, Taipeh, Boca Raton (FL), München, Frankfurt…) sind ihre Haupt-Lebens- und Arbeitsorte nun in Deutschland und in den USA. Sie schreibt als freie Luft- und Raumfahrtjournalistin. Ihre Begeisterung für alles Technische und die Natur, am besten in Kombination, zeigt sich in ihren Büchern und in Seminaren und Vorträgen.