Again: Politik ist nicht Thema von Flugundzeit. Die krassen Auswirkungen mancher Handlungen, sofern sie Luftfahrt betreffen, leider schon.
Airbus
Ed Bastian, der CEO von Delta weigert sich, die geforderten Zölle auf Airbus-Flugzeug zu zahlen und kündigt an, die Lieferungen aus den Airbus-Werken in Kanada und Europa zu auszusetzen. Damit will er den pauschalen Zoll von 10 Prozent vermeiden, der zurzeit für alle in die USA eingeführten Waren gilt.
Nach Angaben von Airbus bestehen 50 Prozent des Wertes seiner Flugzeuge aus Komponenten aus den USA. Gibt es dafür keinen Ersatz, wird das für den Rest der Welt kostspielig.
Boeing
Die Lufthansa hält den Atem an für ihre seit Jahren bestellten und durch die Boeing-Krise verzögerte Auslieferung von Boeing 787 Dreamlinern. Wenn bei einem Wert im zweistelligen Milliardenbereich 30 Prozent Zoll draufkämen, wäre das ein starkes Stück.
Andererseits ist Boeing vermutlich kaum in der Lage, einen weiteren derartig großen Rückschlag weltweit zu verkraften.
Der wohl größte Player, China, verordnet seinen Fluglinien einen sofortigen Stopp für die Anlieferung von Boeing-Flugzeugen.
Dies betrifft insbesondere die Auslieferung von Boeing 737s. Die drei größten Fluggesellschaften Chinas: Air China, China Eastern Airlines und China Southern Airlines müssen somit auf inländisch hergestellte Flugzeuge umsteigen. Denn auch der Kauf von Flugzeugteilen und -ausrüstung von US-Unternehmen ist untersagt. Für den Ausfall erhalten die chinesischen Fluggesllschaften finanzielle Unterstützung von ihrer Regierung.
Die chinesische Alternative
China setzt im Flugbetrieb seit 2023 ein in China gebautes Passagierflugzeug, die Comac C919, ein. Das Mittelstrecken-Flugzeug, das in Größe und Passagiervolumen in etwa der Airbus A320-Reihe und der Boeing 737 passt, wird seit 2015 durch das Konsortium Commercial Aircraft Corporation of China (Comac) gebaut. Ein in China hergestelltes Wide Body Flugzeug ist noch in der Entwicklungsphase.
Obwohl es zumindest aus Nachhaltigkeitsgründen durchaus sinnvoll wäre, alle Güter im eigenen Land zu erzeugen, statt etwa 1-Dollar Gegenstände aus China in die USA einzuführen (wie sich das rechnet, bleibt mir ein Rätsel), bahnt sich gerade eine ordentliche Disruption (auch) im Luftverkehr an. Die Machbarkeit von idealistischen Träumen ist eben begrenzt.
Andererseits treffen Boykotte – nicht mehr in die USA (etwa zu Luftfahrtveranstaltungen wie Flyins) zu reisen, die Falschen. Menschen, die sich jahrelang anstrengen, um solche Events für Piloten aus der ganzen Welt auf die Beine zu stellen, verdienen diese Zurückweisung nicht. Sie trifft nur die Besserwisser selber und ändert nichts an den politischen Vorgaben.
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