Über den Wolken ist die Welt – leider auch nicht so grenzenlos, wie sich das so mancher vorstellt. Es gibt Slots für Verkehrsverbindungen, also definierte City-Paare, auf denen Linienflüge durchgeführt werden dürfen.
Nun möchte Lufthansa die italienische Fluglinie ITA aufkaufen. (Böse Zungen behaupten, um den hohen eigenen Gewinn zu minimieren, aber das wäre, wie gesagt, eine Unterstellung.)
Jedenfalls kann man nicht so einfach eine Fluggesellschaft kaufen. Da hat Brüssel in Form der EU-Kommissarin für Wettbewerb, Margrethe Vestager, etwas dagegen. Es könnte andere Fluggesellschaften benachteiligen.
Also versucht man einen Handel. (Die Kuh darin habe ich mal weggelassen).
Der Trick, den ITA-Lufthansa vorschlägt, besteht darin, die Aufnahme von ITA in die Star Alliance für drei Jahre auszusetzen und auch auf andere mögliche Joint Ventures zu verzichten. Dadurch sollen die ITA-Langstrecken-Slots behalten werden, die für alle großen Fluggesellschaften mit internationaler Ausrichtung ein begehrtes Ziel sind.
Das neue Vorschlagspapier, das das italienische Wirtschafts- und Finanzministerium (MEF) als Vertreter der ITA und die Lufthansa-Gruppe in den letzten Tagen in Brüssel vorgelegt haben, sieht die Übertragung von insgesamt 15 täglichen Slot-Paaren vor, darunter die sechs strategischen Strecken in Linate, nämlich Frankfurt, München, Brüssel, Hamburg, Düsseldorf und Wien (letztere wird noch nicht bedient, war aber in den Plänen der Lufthansa enthalten), sowie fünf Schlüsselstrecken in Fiumicino, von denen die Slots die fünf Strecken in Frankfurt, München, Zürich, Brüssel und Wien betreffen.
Die anderen 4 Verbindungen, die aufgegeben werden sollen, betreffen andere kleinere inner-europäische Strecken, die für andere konkurrierende Luftfahrtunternehmen attraktiv sind.
In der vergangenen Woche sprach Vestager von einer „noch andauernden Diskussion“, während die Gewerkschaften von ITA-Lufthansa die Kommission aufforderten, das Thema als „dringend“ zu behandeln.
Das gesamte Vorhaben beinhaltet einen Gesamtwert von etwa 850 Mio. Euro Das schließt eine anfänglichen Übertragung der 41 % von ITA (im Wert von 325 Mio. Euro) und die nachfolgende Übernahme von Lufthansa mit bis zu 90 % der Anteile mit ein.
Foto: Flughafen Mailand-Malpensa, © Flugundzeit


