Fraport: Träume für Frankfurt Reisende

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Es gibt einen Flughafen auf dieser Welt, der sehr weit von Frankfurt Airport entfernt ist – nicht nur geografisch, sondern vor allem in der Kundenfreundlichkeit. Ein Flughafen, auf dem seit seinem 30-jährigen Bestehen kein einziges Gepäckstück verloren gegangen ist. In 2023 wurden am Flughafen Kansai rund 10 Millionen Gepäckstücke abgefertigt. 

Wie macht der Flughafen das?

Kansai International Airport (KIX) ist der Flughafen für Osaka in Japan. Verlorenes Gepäck entsteht in der Regel durch eine Anzahl kritischer Punkte in der Gepäckabfertigungskette. Dies kann von Versäumnissen des Personals beim Verladen des Gepäcks am Abflughafen bis hin zu Fehlern beim Umladen an Anschlussflughäfen reichen. Nach Angaben von SITA, einem in der Schweiz ansässigen Entwickler von IT-Systemen für die Luftfahrt, haben die Fluggesellschaften der Welt im Jahr 2022 durchschnittlich 7,6 Gepäckstücke pro 1.000 Passagiere falsch abgefertigt. 

Der Erfolg des Flughafens Kansai ist nach Angaben der Flughafenbehörde das Ergebnis einer vielschichtigen Kontrollarbeit. Nur jeweils zwei oder drei Mitarbeiter sind für die Gepäckstücke eines jeden Flugzeugs zuständig, wodurch weniger menschliche Eingriffe in den Prozess erforderlich sind und die Mitarbeiter mehr Verantwortung für die Gepäckstücke auf ihrem Weg durch den Flughafen übernehmen. Dabei sind die Mitarbeiter angehalten, Informationen untereinander auszutauschen, um Fehler zu vermeiden, die auf falschen Annahmen beruhen.

Weicht bei der Ankunft eines Flugzeugs die Zahl der ausgeladenen Gepäckstücke von der Zahl der am Herkunftsflughafen verladenen ab, kontrollieren die Mitarbeiter des Gepäckabfertigungsunternehmens CKTS, sofort den Frachtraum des Flugzeugs sowie das Vorfeld und den Gepäcksortierbereich des Flughafens.  

Darüber hinaus setzen sich die CKTS-Mitarbeiter dafür ein, dass jedes Gepäckstück eines jeden ankommenden Flugzeugs innerhalb von 15 Minuten nach der Ankunft des Flugzeugs in die Gepäckausgabe gelangt, um den Stress für die Passagiere auf ein Minimum zu reduzieren. 

Da bleibt jedem Fraport-Reisenden der Mund offen. Oft dauert es hierzulande länger, bis der ersehnte Koffer am Gepäckband auftaucht, als der Flug selbst.

Jetzt wird es für Fraport-Reisende richtig out of this world:

Darüber hinaus sind die CKTS-Mitarbeiter geschult, die Koffer so auf die Förderbänder zu stellen, dass die Griffe nach außen zeigen, um den Fluggästen Zeit zu sparen und Unannehmlichkeiten zu vermeiden. 

Die Mitarbeiter sind auch angewiesen, Koffer, die durch Regen nass geworden sind, trocken zu wischen. Besondere Gegenstände, wie etwa Musikinstrumente oder Kinderwagen, ebenso beschädigte Gegenstände werden den Fluggästen persönlich übergeben.  

Bei den Skytrax World Airport Awards 2024 wurde der Flughafen Kansai für seine Effizienz und Schnelligkeit bei der Gepäckauslieferung zum weltbesten Flughafen gekürt – es ist bereits das achte Mal, dass der Flughafen diese prestigeträchtige Auszeichnung erhält.  



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3 Kommentare zu „Fraport: Träume für Frankfurt Reisende“

  1. Flugkapitän

    Als Flugkapitän habe ich in den letzten Jahren sehr oft meine Flüge nicht pünktlich durchführen können.
    Dabei habe ich die Erfahrung machen müssen, dass es eigentlich nie an den Personen, die letztlich die Arbeit durchführen lag, sondern daran, dass das entsprechende Management nie die nötigen Rahmenbedingungen geschaffen hat.
    Wenn man (Management) weiß, dass man für eine bestimmte Tätigkeit 100 Personen benötigt, man aber willentlich nur 75 einplant, weil man für mehr kein Geld ausgeben möchte, dann kommt es halt vor, dass der durchgeschwitzte Lademeister mit seiner Crew erst am Flugzeug ankommt, wenn wir eigentlich schon los wollen. Von diesem dann zu verlangen, dass er sich nun umbringen soll, weil er unpünktlich ist, ist wohl nur mit sehr viel schwarzen Humor zu verstehen.

    Anschließend müsste ich mich mitsamt meiner Crew umbringen, weil wir ja unsere Gäste nicht pünktlich von A nach B bringen.
    Die Crew also, die sich in der unbezahlten Arbeitszeit (Ja, die Crew wird erst bezahlt, wenn sich der Flieger in Bewegung setzt. Und ja, die Bezahlung hört auf, sobald auf der Parkposition die Bremse gesetzt wird. Und ja, die Bezahlung wird geringer, wenn wir im Flug einen Teil der Verspätung wieder aufholen; was wir trotzdem versuchen!) stundenlang um die schon an Bord befindlichen Passagiere kümmert.

    Die Probleme der Bahn und Fraport sind nicht von denjenigen verschuldet, die letztlich die Arbeit trotz des schlechten Managements irgendwie hinbekommen.
    Bitte bei den richtigen die Beschwerde einreichen!

    Flugkapitän

  2. Heinz K

    Auf den Kern kondensiert, sind Organisation und Arbeitsauffassung der Schlüssel zu so einem Ergebnis. Nicht zuviel oder zu wenig Digitalisierung oder gar fehlende Mittel, wie man uns ständig weiszumachen versucht.
    Das gilt überall, nicht nur auf Flughäfen.

    Ich weiß nicht, ob an dem Gerücht, japanische Lokomotivführer müßten sich wegen nur weniger Sekunden Verspätung umbringen, wirklich etwas Wahres dran ist.
    Aber falls ja, sollten wir dem Herrn auf Knien danken, daß Weselsky und Konsorten von dieser Art Arbeitsethos völlig unbeleckt sind. Andernfalls stünde jeden Tag schon vormittags das Blut kniehoch auf den Gleisen.

    1. Andernfalls stünde jeden Tag schon vormittags das Blut kniehoch auf den Gleisen.

      🙂

Über die Autorin

Die Journalistin Helga Kleisny ist diplomierte Physikerin (TU Wien), Fallschirmspringerin und Pilotin. Nach Arbeitsorten weltweit (Wien, Taipeh, Boca Raton (FL), München, Frankfurt…) sind ihre Haupt-Lebens- und Einsatzorte nun in Deutschland und in den USA. Sie schreibt als freie Luft- und Raumfahrtjournalistin. Ihre Begeisterung für alles Technische und die Natur, am besten in Kombination, zeigt sich in ihren Büchern und in Seminaren und Vorträgen.