Nachtflug

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Majestätisch, obwohl nur aufgebockt: B747 im Technik-Museum Speyer. Das Museum selbst ist, wie so vieles andere, zurzeit wegen 2. Lockdown geschlossen…

Die Zeit, die letzten Monate vor Weihnachten sind fliegerisch stets von einer Art Torschlusspanik gekennzeichnet: Die Tage werden kürzer, das Tageslicht schwindet kaum dass es hell geworden ist und das Wetter wird sichtflugmäßig schlechter.

Denn, mit dem Hochdruckgebiet (Schönwetter = Sonne, keine oder wenig Wolken) kommt auch der Morgen- und Abendnebel durch die relativ große Temperaturdifferenz und damit die große Feuchte.

Aber, es ist auch die Zeit, in der Nachtflüge – Flüge in Dunkelheit – noch zu Öffnungszeiten deutscher Flugplätze durchgeführt werden können. (Soweit kein kompletter Lockdown stattfindet und noch einige Plätze geöffnet sind.) Wie das in der Realität aussieht, zeigen wir in den folgenden Bildern. Für Nicht-Piloten und solche, denen der Nachtflug aus Lizenz- oder anderen Gründen zurzeit verwehrt ist.

Speyer: Noch ist erst Dämmerung auf dem Weg zum Flugzeug.
Vorflug Check mit Taschenlampe und Beleuchtung am Vorfeld
Der Ausblick nach draußen von oben, aber näher zur Erde als im Linienjet, ist atemberaubend. Die Atmosphäre ebenso. Drinnen allerdings ist es finster. Die Backup-Stirnlampe des Piloten zusätzlich zum Rotlicht (gegen Blendung) und der Hintergundbeleuchtung der wichtigen Instrumente.
Der Hafen von Mannheim at Night: A bisserl verwackelt – mehr schafft die Handykamera nicht in der Nacht. Zusätzlich die Vibrationen des Flugzeugs…
Und auch der Anflug auf den Zielflughafen Egelsbach EDFE ist optisch anders als gewohnt. Die weißen Lichter (Mitte) zeigen die Landbahnbegrenzung, die blauen Lampen begrenzen Rollwege. Rechts die weißen Lichter sind das Terminal und andere Gebäude und Flugzeuge am Boden.
Die grünen Lichter rechts und links der Bahn markieren die versetzte Schwelle. Etwas hinter den zwei grünen Lichter links ist die PAPI bestehend aus zwei Lampen. Eine weiß, die andere rot bedeutet, der Anflug ist genau in der richtigen Höhe, auf dem gewünschten Gleitweg.
Tja und wo genau ist jetzt der Boden? Der Asphalt hat optisch mehr Ähnlichkeit mit einer tiefen Wasserfläche. Man vermutet (zu Recht 🙂 ) den Boden zwischen den weißen Lichtern und peilt ihn so für das Aufsetzen an.
Das ist simpel und einfach Kunst 🙂 oder auch die Grenze der Handykamera…

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Über die Autorin

Die Journalistin Helga Kleisny ist diplomierte Physikerin (TU Wien), Fallschirmspringerin und Pilotin. Nach Arbeitsorten weltweit (Wien, Taipeh, Boca Raton (FL), München, Frankfurt…) sind ihre Haupt-Lebens- und Arbeitsorte nun in Deutschland und in den USA. Sie schreibt als freie Luft- und Raumfahrtjournalistin. Ihre Begeisterung für alles Technische und die Natur, am besten in Kombination, zeigt sich in ihren Büchern und in Seminaren und Vorträgen.