Neue Entdeckungen in der Wissenschaft entstehen oft durch Zufall – oder weil etwas nicht so läuft, wie geplant.
Der Mars Rover Curiosity rollt seit 10 Jahren unermüdlich über den Mars. Dabei erklimmt der vierrädrige NASA-Roboter die Ausläufer des Mount Sharp. Mount Sharp ist ein hoher Berg, der sich über einem alten Krater erhebt. Durch seine Erkundung sammelt der Rover Hinweise auf Orte im alten Terrain des Planeten, die die Nährstoffe geliefert haben könnten, die für die mögliche Entstehung mikrobiellen Lebens auf dem Mars erforderlich waren. Mit jeder untersuchten Schicht deckt der Rover dabei neue Geheimnisse auf.
Vor kurzem brach Curiosity beim Darüberrollen ein Felsstück unabsichtlich auf. Zu Tage kamen leuchtend gelbe Kristalle, von denen die Wissenschaftler später feststellten, dass es sich um elementaren Schwefel handelt, so die NASA.
Gibt es Leben auf dem Mars?
Das ist die alte Frage, der die Wissenschaftler mit der weiteren Untersuchung vielleicht ein kleines Stück näher kommen.
Obwohl Mineralien auf Schwefelbasis (eine Mischung aus Schwefel und anderen Stoffen) schon früher auf dem Mars gefunden wurden, ist dies die erste Entdeckung von Gesteinen aus reinem Schwefel. Und es könnte eine ganze Menge davon auf dem Mars geben, aber die Wissenschaftler sind sich nicht sicher, wie der Schwefel entstanden ist.
Woher kommt der Schwefel?
Das Gediz Vallis, in dem der Rover seit Jahren rollt, ist eine gewundene Rinne, die möglicherweise von einem alten Fluss ausgehöhlt wurde. Übrig geblieben ist eine zwei Meilen lange Spur aus Felsbrocken und Sedimenten.
Reiner Schwefel ist geschmacks- und geruchlos und kommt natürlich in vulkanischen Regionen als Ergebnis der Oxidation von Schwefelwasserstoff vor. In der Region, die Curiosity erforscht hat, gab es jedoch keine Anzeichen für frühere vulkanische Aktivitäten.
Reiner Schwefel kann auch durch die Oxidation von reduzierten Schwefelverbindungen durch mikrobielle Aktivität entstehen. In diesem Fall könnte die Entdeckung von Schwefel auf dem Mars bei der Suche nach altem mikrobiellem Leben auf dem Roten Planeten von Nutzen sein.
©Introbild: NASA/JPL-Caltech/MSSS


