"Sklaventum bei Ryanair"

Als „modernes Sklaventum“ bezeichnet die Vereinigung Cockpit die jüngsten Verträge, die Ryanair seinen Piloten vorlegt.

Vorausgegangen waren Hausdurchsuchungen bei den Piloten der Ryanair und untergeordneten Leiharbeitsfirmen. Daraufhin bot die Fluggesellschaft nun ihren Piloten in Deutschland neue Arbeitsverträge an.

Hier Auszüge aus einer Meldung der VC:

„Es gibt keinen Grund dafür, Piloten einer Fluggesellschaft nicht bei dieser anzustellen, außer zur Umgehung von Rechts- und Sozialsystemen. Dem gehört endlich ein Riegel vorgeschoben,“ erklärt Ilja Schulz, Präsident der VC. „Ich würde dieses Angebot zum jetzigen Zeitpunkt auf keinen Fall unterschreiben, schon aus Angst mich in die Illegalität zu begeben,“ so Schulz.

Eine erste Analyse zeigt, dass die Angebote auch nicht mit deutschem und europäischem Recht vereinbar sind:

•    Es handelt sich um eine Vereinbarung irischen Rechts, das dortige Kündigungsschutzrecht wird aber teilweise ausgeschlossen.
•    Im Krankheitsfalle muss die entfallene Arbeitszeit nachgearbeitet werden um nicht auf Gehalt zu verzichten
•    Die Möglichkeit jederzeit Zwangsurlaub ohne Bezahlung anzuordnen

um nur einige zu nennen. Damit ist für den Piloten überhaupt nicht absehbar, was er am Ende des Tages verdienen wird. Diese Verträge sind nur dazu gedacht, das bessere deutsche Arbeitnehmerrecht zu umgehen. Auch der Sozialversicherungsstatus bleibt weiterhin völlig unklar.

„Mit dem Rückzug der bestehenden Verträge gesteht Ryanair die Illegalität ihrer eigenen Verträge ein. Statt sich nun aber an Gesetze zu halten, werden erneut Verträge zur Ausbeutung von Arbeitnehmern und dem Sozialsystem vorgelegt,“ sagt Schulz. „Auch die Verträge dieser neuen Vermittlerfirma Bluesky sind nichts anderes als modernes Sklaventum.“

Nur eine Festanstellung mit Tarifverträgen bietet Rechtssicherheit für Arbeitgeber und Piloten.

Auch wenn der Ton in gewohnter VC-Manier extrem hart ist, die Tatsache bleibt bestehen: Es gibt Berufsgruppen, Piloten, Ärzte und sicher andere mehr… bei denen die zunehmende Praxis in der Gesellschaft, „Mitarbeiter“ als Leiharbeiter einzusetzen, simpel und einfach der Sicherheit schadet.

Und: Es zeigt sich ein gefährlicher Trend dazu; es gibt Ansätze in diese Richtung auch von anderen Airlines.

Ein Pilot muss seine Gedanken während seines Fluges zu 100 Prozent auf den Flug richten können – schwelende Existenzängste sind da kontraproduktiv und können im Extremfall für die Passagiere schwerwiegende Folgen haben.