Developing Story. Updates und Ergänzungen erfolgen (3 größere bisher). Siehe weiter unten.
Am 29 Januar 2015 um rund 21 Uhr EST (01:46 Z 30.1.) stießen in Washington, DC, ein Regionaljet und ein Militärhubschrauber in der Luft zusammen.
Ein Canadair CRJ-700 der PSA Airlines sollte im Auftrag von American Airlines, den Flug AA-5342 von Wichita, KS, nach Washington National, DC (USA) mit 60 Passagieren und 4 Besatzungsmitgliedern durchführen.
Der Bombardier Jet war im Anflug auf die Landebahn 01, als der Tower fragte, ob sie auf der Landebahn 33 landen können, was die Besatzung bestätigte. Das Flugzeug erhielt daraufhin die Freigabe für die Landebahn 33.
Im Endanflug auf die Landebahn 33 sank der Jet etwa 0,6 nm vor der Landebahnschwelle auf eine Flughöhe von 200 Fuß, als er mit einem Militärhubschrauber vom Typ Sikorsky UH-60, Rufzeichen PAT25, kollidierte.
Beide Maschinen stürzten um 20:46 Lokalzeit in den Potomac River. Die Wassertemperatur bei dem zurzeit extrem kalten Wetter in Nordamerika ist um die Null Grad.
Es gab keine Überlebenden.
LiveATC-Audio
https://archive.liveatc.net/kdca/KDCA1-Twr-Jan-30-2025-0130Z.mp3
Der Hubschrauber kreuzt die Kontrollzone von Nord nach Süd.
Eine Minute und 53 Sekunden vor der Kollision bekommt der Hubschrauber den Verkehrshinweis vom Tower, auf einen Regional Jet zu achten, der sich circa 4 NM südlich vom Hubschrauber auf einem Sichtanflug zur RWY 33 befindet.
Eine Bestätigung, dass der Hubschrauber den Jet sieht, ist auf dem Audio nicht zu hören.
20 Sekunden vor dem Unfall fragt der Tower erneut, ob der Helikopter den Verkehr in Sicht hat. Was dieser bestätigt. Zu diesem Zeitpunkt gab es wohl auch eine Kollisionswarnung des Radarsystems im Tower.
Die Absturzsequenz beginnt ab 17:26 mit der Frage der Flugsicherung an den Hubschrauber (PAT25), ob sie den RJ in Sicht haben.
Der Flugweg
Der Flugweg des militärischen Hubschraubers mit dem Callsign PAT25 wurde auf zivilen Überwachungs-APPs nicht aufgezeichnet. Der gelbe Flugweg des Regional Jet bricht über dem Potomac River ab.

Statement der amerikanischen Behörde FAA eine Stunde nach dem Crash:
Ein PSA Airlines Bombardier CRJ700 Regionaljet kollidierte im Anflug auf die Landebahn 33 am Reagan Washington National Airport gegen 21 Uhr Ortszeit mit einem Sikorsky H-60 Hubschrauber. Die PSA war als Flug 5342 für American Airlines unterwegs. Die Maschine war in Wichita, Kansas, abgeflogen. Die FAA und das NTSB werden den Vorfall untersuchen. Das NTSB wird die Ermittlungen leiten. Die FAA fügte hinzu, dass der Flughafen bis Freitag, den 31. Januar 2025, 05:00 Uhr, geschlossen bleiben wird.
Update am 31.1.2025
Ein Youtuber (Airline Captain) gibt eine sehr gute Zusammenfassung des Vorfalles und wie es vermutlich zu dem Zusammenstoß kommen konnte:
Auch das Audio des Funks ist besser verständlich. (YouTube)
Er meint, dass die Helicrew ein nachfolgendes Flugzeug im Blick hatte und daher dachte, der regional Jet sei noch weit genug entfernt.
Man muss sich klarmachen, dass über dem Luftraum von Washington nachts viele Lichter blinken. Das oder die richtigen zu erkennen ist nicht ganz so einfach wie auf einem Wald- und Wiesenfeldplatz.
Die weiteren Ermittlungen werden die Wahrheit zeigen.
Update am 30.1.2025
In einem vorläufigen Bericht der Federal Aviation Administration (FAA) wird zugegeben, dass die Personalausstattung der Flugsicherung am Reagan National Airport während des Unfalls am Mittwochabend in Washington, D.C., „nicht normal“ war.
Dem Bericht zufolge war der Fluglotse, der für die Kontrolle der Hubschrauber in der Nähe des Flughafens zuständig war, auch für die Überwachung der landenden und startenden Flugzeuge zuständig – Aufgaben, die normalerweise zwischen zwei verschiedenen Fluglotsen aufgeteilt werden.
Der Kontrollturm des Reagan National Airport ist chronisch unterbesetzt. Seit September 2023 arbeiten dort nur 19 voll zertifizierte Fluglotsen – deutlich weniger als die von der FAA und der Fluglotsengewerkschaft angestrebten 30.
Obwohl die FAA im vergangenen Jahr mehr als 1500 neue Fluglotsenanwärter anstellte, fehlen der Behörde nach neuen Daten immer noch rund 3000 Fluglotsen. Hohe Fluktuationsraten, darunter Pensionierungen und Ausbildungsabbrüche, machen die Einstellungsbemühungen weiterhin zunichte und tragen zu Verzögerungen und Sicherheitsbedenken bei.
Zudem entspricht genauso wie bei (kommerziellen) Piloten nicht jeder dem Anforderungsprofil. Und das zu senken, wäre wohl genauso fatal.
Anmerkung FuZ
Die prinzipielle Understaffung bei der FAA in der Flugsicherung ist seit Jahren bekannt und ein Thema hier in den USA. (Allerdings gilt das als Fakt für diesen Fall bei seriösem Journalismus erst seit dem die FAA das selber in diesem Fall zugegeben hat.)
Bereits eine Stunde nach dem Zusammenstoß hatte ich eine Pressemeldung einer amerikanischen Anwaltskanzlei vorliegen, die den Angehörigen der Toten anbot, sich damit für sie einzusetzen…


