Mars ist der nächste Planet zur Erde, rund eineinhalb mal so weit entfernt von der Sonne wie die Erde. Fast doppelt so groß wie der (Erd)Mond, aber nur rund halb so groß wie die Erde. Er besitzt nicht nur einen Marsmond, sondern sogar zwei, die ihren Namen nach Furcht (Phobos) und Schrecken (Deimos) verbreiten.
Die Masse des Mars beträgt etwa ein Zehntel der Erdmasse. Die Fallbeschleunigung auf seiner Oberfläche beträgt nur 3,69 m/s². Auf der Erde liegt die Kraft, die uns am Boden hält bekannterweise bei 9,81 m/s².
Zum Atmen wird es für Menschen ohne ausreichenden Schutz ziemlich ungesund: Die sehr dünne Atmosphäre besteht hauptsächlich aus Kohlendioxid. Der durchschnittliche Luftdruck beträgt 7 Millibar im Vergleich zu den 1013 Millibar Standardluftdruck auf der Erde. Nachts kann es auf minus 60 Grad Celsius sinken, tagsüber können die Höchstwerte 0 Grad Celsius erreichen.
Nichts destotrotz wollen wir – zumindest einige von uns – dahin. Die Vorarbeiten sind schon voll im Gange. Und dazu zählt das begierige Verlangen nach mehr Wissen über den roten Planeten.

Wo genau sind die Wasservorkommen und wie sind sie entstanden?
Der ikonische rostige Staub des Roten Planeten hat eine viel feuchtere Vergangenheit als bisher angenommen. Das fanden Wissenschaftler heraus, die Daten von Raumfahrzeugen der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und der NASA mit neuen Laborexperimenten an nachgebildetem Marsstaub kombinierten.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Mars schon früh in der Vergangenheit des Planeten rostete, als flüssiges Wasser noch weit verbreitet war.
Man wusste bereits, dass die rote Farbe des Mars auf verrostete Eisenmineralien im Staub zurückzuführen ist. Das heißt, das im Marsgestein gebundene Eisen reagierte irgendwann mit flüssigem Wasser oder mit Wasser und Luftsauerstoff, ähnlich wie auf der Erde Rost entsteht.
Im Lauf von Milliarden von Jahren wurde dieses rostige Material – Eisenoxid – zu Staub zersetzt und durch Winde über den ganzen Planeten verteilt. Ein Prozess, der bis heute andauert.
Die genaue Chemie des Mars-Rosts wird intensiv diskutiert, denn die Art seiner Entstehung gibt Aufschluss über die Umweltbedingungen auf dem Planeten zu jener Zeit. Und eng damit verbunden ist die Frage, ob der Mars jemals bewohnbar war.
Frühere Untersuchungen der Eisenoxid-Komponente des Marsstaubs, die sich allein auf Beobachtungen der Raumsonde stützten, erbrachten keine Hinweise auf Wasser in diesem Staub. Die Forscher waren daher zu dem Schluss gekommen, dass es sich bei dieser besonderen Art von Eisenoxid um Hämatit handeln muss, das sich unter trockenen Oberflächenbedingungen bildete, durch Reaktionen mit der Marsatmosphäre über Milliarden von Jahren – nach der frühen feuchten Periode des Mars.
Eine neue Analyse von Beobachtungen der Raumsonde Mars Expresss in Kombination mit neuen Labortechniken zeigt jedoch, dass die rote Farbe des Mars besser zu wasserhaltigen Eisenoxiden, dem so genannten Ferrihydrit, passt. Daten des Mars Reconnaissance Orbiter der NASA sowie bodengestützte Messungen der NASA-Marsrover Curiosity, Pathfinder und Opportunity trugen ebenfalls zum Nachweis von Ferrihydrit bei.
Ferrihydrit bildet sich in der Regel schnell in Gegenwart von kühlem Wasser und muss daher entstanden sein, als der Mars noch Wasser auf seiner Oberfläche hatte. Der Ferrihydrit hat seine wässrige Signatur bis heute behalten, obwohl er seit seiner Entstehung zermahlen und auf dem Planeten verteilt wurde.
Also ist der Mars früher verrostet, als man bisher dachte.
Die Studie ‚Detection of Ferrihydrite in Martian red dust records ancient cold and wet conditions on Mars‘ von A. Valantinas et al wurde heute in Nature Communications veröffentlicht.
©beide Marsbilder: ESA


