Am 31. Januar 2025 ereignete sich im Nordosten von Philadelphia ein tragischer Absturz eines Learjet 55, bei dem alle sechs Insassen, darunter zwei Piloten, zwei medizinische Besatzungsmitglieder und zwei Passagiere, ums Leben kamen. Zudem wurde eine Person am Boden tödlich verletzt, während vier weitere schwer und 20 leicht verletzt wurden. Der Flug war als Luftrettungseinsatz gemäß den US-amerikanischen Vorschriften (Part 129) durchgeführt worden.
Cockpit Voice Recorder seit Jahren nicht betriebsbereit
Der vorläufige Bericht des National Transportation Safety Board (NTSB) wurde nun veröffentlicht. Eine der erschreckendsten Entdeckungen war, dass der Cockpit-Voice-Recorder (CVR) des Flugzeugs zum Zeitpunkt des Absturzes nicht betriebsbereit war und wohl schon seit mehreren Jahren keine Tonaufnahmen mehr gemacht hatte. Dies erschwert die Ermittlungen erheblich, da wichtige Informationen zur Kommunikation der Piloten und zum Verlauf des Fluges fehlen.
Das Flugzeug war außerdem mit einem Enhanced Ground Proximity Warning System (EGPWS) ausgestattet. Der NTSB untersucht derzeit, ob die darin gespeicherten Flugdaten wiederhergestellt werden können, um mehr über die genauen Ereignisse vor dem Absturz zu erfahren.
Vorläufige ADS-B Daten ergaben, dass der Flug gegen 1806 von der Landebahn 24 des Northeast Philadelphia Airport (PNE), Philadelphia, Pennsylvania, mit dem beabsichtigten Ziel Springfield-Branson National Airport (SGF), Springfield, Missouri, startete.
Das Flugzeug flog in Richtung Südwesten, bevor es leicht nach rechts schwenkte und dann eine allmähliche Linkskurve einleitete. Das Flugzeug setzte die Linkskurve fort und erreichte eine Höhe von 1.650 Fuß über dem Meeresspiegel (die Höhe des Flughafens betrug 119 Fuß). Die Trackdaten endeten um 1807, auf 1.275 ft MSL und bei 242 Knoten Bodengeschwindigkeit. Die Dauer des Fluges betrug etwa 1 Minute (siehe Abbildung 1, = das Eingangsbild, ©NTSB).
Zu diesem Zeitpunkt herrschten Instrumentenwetterbedingungen (IMC) mit einer Wolkenuntergrenze in 400 Fuß Höhe, Wind aus 220° mit 9 Knoten und einer Sichtweite von 6 Meilen. Die Ermittlungen ergaben, dass beide Piloten über die erforderliche Musterberechtigung für den Learjet 55 verfügten. Der verantwortliche Pilot hatte 9.200 Stunden Flugerfahrung, der zweite Pilot brachte es auf 2.600 Stunden.
Der Unfall ereignete sich kurz nach dem Abheben, als das Flugzeug auf einen Gehweg in einem Wohn- und Geschäftsgebiet stürzte. Videos von Sicherheitskameras zeigen eine gewaltige Explosion beim Aufprall. Die Trümmer des Flugzeugs erstreckten sich über eine Fläche von etwa 1.410 Fuß in Längsrichtung und 840 Fuß in Querrichtung. Das Flugzeug durchbrach ein Werbeschild, und die berechnete Absturzrate betrug etwa 22 Grad. Der Aufprall und das anschließende Feuer führten zu erheblichen Schäden an Gebäuden und Fahrzeugen in der Umgebung.
Der NTSB wird auch weiterhin die Möglichkeit prüfen, relevante Flugdaten aus dem EGPWS-System des Flugzeugs wiederherzustellen.
Zum jetzigen Zeitpunkt ist die genaue Ursache des Unfalls noch unklar, aber die Ermittlungen sind in vollem Gange.


