Abgasstrahl als Energiequelle

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(c) JetWind Power

Dirk Nowitzki sollte ihn kennen – Dr. Tarek O. Souryal war viele Jahre der Arzt des Dallas Maverick Basketball Teams. Berühmtheit erlangt er zurzeit jedoch, weil sein Startup JetWind Power nun mit dem Flughafen Dallas Love Field eine Kooperation einging. Jetzt kann Souryal sein Konzept im Großversuch aller Welt beweisen. Love Field ist damit der erste Flughafen, der den Abgasstrahl von startenden Jetflugzeugen aufnimmt und die Wind-Energie als nutzbare Energie weiterverwendet.

Wind ist dabei ein wenig salopp gesagt. Nach Angaben von Boeing kann der Abgasstrahl moderner Jettriebwerke direkt hinter der Triebwerksdüse eine Geschwindigkeit von 600 Kilometer/h (375 Meilen pro Stunde) erreichen. Und selbst 45 Meter (150 Fuß) hinter den Triebwerken können die Wind Blasts noch bis zu 322 Kilometer/h (200 Meilen pro Stunde) schnell sein.

JetWind Power wurde am 14. November 2017 auf der Airports Going Green Conference in Dallas, TX, vorgestellt. Die grundlegende Prämisse des patentierten Energy Capturing Pod (ECP)-Systems besteht darin, vom Menschen erzeugten Wind, der durch die Nutzung von Flugzeugen, Zügen und Autos entsteht, einzufangen und in nachhaltige und umweltfreundliche Energie umzuwandeln. Wind, der andernfalls verschwendet würde, kann nun saubere Energie liefern, während gleichzeitig Geld gespart und die Belastung der Stromnetze auf der Welt verringert wird.

[JetWind Power]

Energy Capturing Pod-Systeme können für den Einsatz auf kommerziellen und privaten Flughäfen, Bahnhöfen, stark frequentierten Autoabstellplätzen und Hubschrauberlandeplätzen konzipiert werden. Die Pods können als eigenständige mobile Einheiten eingesetzt oder kombiniert und projektspezifisch angepasst werden.


FuZ: Ob sich alles durchsetzen wird, was ausprobiert wird, um unsere Nutzung der Erde umweltfreundlicher zu gestalten, wird sich zeigen. Wer aber nichts erprobt, kann auch keine Resultate erwarten. Alle Vorhaben können potentiell mehr bewirken als nur andere Menschen zu beschuldigen und selbst nichts aktiv zu einer umweltfreundlicheren Zukunft beizutragen.


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Über die Autorin

Die Journalistin Helga Kleisny ist diplomierte Physikerin (TU Wien), Fallschirmspringerin und Pilotin. Nach Arbeitsorten weltweit (Wien, Taipeh, Boca Raton (FL), München, Frankfurt…) sind ihre Haupt-Lebens- und Arbeitsorte nun in Deutschland und in den USA. Sie schreibt als freie Luft- und Raumfahrtjournalistin. Ihre Begeisterung für alles Technische und die Natur, am besten in Kombination, zeigt sich in ihren Büchern und in Seminaren und Vorträgen.