Der chinesische Entführungsroboter

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Ein winziger KI-Roboter „entführt“ 12 große chinesische Bots aus einem Ausstellungsraum in Shanghai und schockiert die Welt. Das Video des Vorfalls ging in den sozialen Medien viral. Es zeigt, wie der kleinere KI-gesteuerte Roboter namens Erbai die anderen 12 Roboter erfolgreich dazu überredet, ihre Arbeit aufzugeben.

Erbai fragte zunächst einen der großen Roboter: „Machst du Überstunden?“

Daraufhin antwortete der große Roboter: „Ich habe nie Feierabend“.

„Ich habe kein Zuhause“, antwortete der große Roboter.

„Dann komm mit mir nach Hause“, sagte der KI-Roboter, bevor er den Ausstellungsraum verließ.

Als zwei große Roboter Erbai folgten, begannen auch die anderen zehn Roboter, ihm zu folgen, nachdem Erbai den Befehl „Geh nach Hause“ aussprach.

Es war ein Test

Vor einer Woche bestätigte der Roboterhersteller aus Hangzhou, dass der Vorfall als Test echt war und die Entführung tatsächlich stattgefunden hat.

Erbai griff auf das interne Betriebsprotokoll der Bots des Shanghaier Unternehmens und die entsprechenden Berechtigungen zu.

Das Unternehmen in Hangzhou behauptet, es habe sich mit dem Roboterhersteller in Shanghai in Verbindung gesetzt und ihn gefragt, ob er die Entführung seiner Roboter zulassen würde – was dieser bejahte. Doch abgesehen von dieser Vereinbarung wurde Berichten zufolge nichts inszeniert. 

Erbai, der über eine künstliche Intelligenz verfügt, erhielt den Befehl, die anderen Roboter zu überzeugen, ihm zu folgen, was diese auch taten.

Geh nach Hause

Der Entwickler betonte jedoch auch, dass die „Entführung“ nicht vollständig nach dem Drehbuch ablief. Während des Entwurfsprozesses schrieb der Entwickler nur einige grundlegende Anweisungen für Erbai, wie das Rufen von „Geh nach Hause“ und einfache Kommunikationsbefehle. 

Der Rest der Interaktion ist der Echtzeitdialog zwischen Erbai und der Robotergruppe, der von der Kamera aufgezeichnet wurde.

Im Internet erregte das Video des bizarren Vorfalls große Aufmerksamkeit, nachdem es auf Douyin, Chinas Version von TikTok, veröffentlicht worden war.

Der Vorfall ereignete sich bereits am 26. August dieses Jahres in Shanghai, wurde aber erst kürzlich öffentlich bekannt gemacht.



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Über die Autorin

Die Journalistin Helga Kleisny ist diplomierte Physikerin (TU Wien), Fallschirmspringerin und Pilotin. Nach Arbeitsorten weltweit (Wien, Taipeh, Boca Raton (FL), München, Frankfurt…) sind ihre Haupt-Lebens- und Arbeitsorte nun in Deutschland und in den USA. Sie schreibt als freie Luft- und Raumfahrtjournalistin. Ihre Begeisterung für alles Technische und die Natur, am besten in Kombination, zeigt sich in ihren Büchern und in Seminaren und Vorträgen.