Oshkosh24-5 Nachts in der Luft

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Neben den inspirierenden Abendveranstaltungen im Theatre in the Woods und den Filmvorführungen im Freilichtkino gibt es zweimal, am Mittwoch Abend und am Samstag zusätzlich zu den täglichen Nachmittags-Airshows die Airshow in der Dunkelheit der Nacht.

Das Aeroshell Team, das seit Jahrzehnten mit ihren vier AT-6 „Texan“ die Zuschauer bei den Tag und Nacht Ar shows bezauberte, hat ihren Sponsor verloren. Der neue Teamname (des Sponsors) ist nun TITAN, ebenfalls ein Flugkraftstoffhersteller. Wir Zuseher werden uns daran gewöhnen. Allerdings hat auch das Team aus Altersgründen gewechselt: Nur Mark Henley ist noch von der alten Garde dabei. Und so ist es wie beim Generationenwechsel im Fussball – bis wieder der alte Glanz herrscht, diesmal fliegerisch, wird es noch einige Airshows dauern.

Ds neue Titan Farbschema des „alten“ Aeroshell Teams.

Das Team soll wie zuvor aus vier Piloten mit Flugzeugen bestehen, im AirVenture 24 waren stets nur drei in Formation geflogen. Darüber schwiegen allerdings alle. Das hatte ein wenig die Anmutung von des „Kaisers neue Kleider“.

Die AT-6 „Texan“ war ein militärisches Trainingsflugszeug von den späten 1930er Jahren bis weit in die 1950er Jahre hinein und so als „Pilot Maker“ bekannt.

Samstags ist die Abendshow weniger anzuraten, da nimmt halb Wisconsin als Besucher teil, Mittwochs sind die besseren Flugvorführungen (für Piloten). Während sich dieses Jahr (leider) die Acts mittwochs abends sehr zogen – die Pausen zwischen den einzelnen Flugvorführungen waren stets länger als die Flüge selbst.

Wer trotzdem bis zum Schluss, dem langen Abschlussfeuerwerk blieb, der wurde mit einem Sensationsabschluss belohnt. Dass in den USA etwa am 4. Juli, ein imposantes Feuerwerk durchaus 20 oder 30 Minuten dauert, ist Voraussetzung. Diesmal aber gab es zeitgleich ein Flugzeug, das Feuerwerkskörper abwarf und 500 bunt beleuchtete Drohnen, die zahlreiche Figuren darstellten und als Gesamtheit flogen.

Was für eine Entwicklung seit 2018, als die Muttergesellschaft von Starlight, Great Lakes Drone Company, in Oshkosh einige Drohne steigen ließ. Im Gegensatz zu gestern Abend klappte da nicht nicht jeder einzelne Drohnenflug reibungslos. Heute sind viel komplexere Formationen möglich.

Bei der Aufführung in Oshkosh werden Lumenier ARORA-Drohnen aus amerikanischer Produktion eingesetzt, die mit LED-Lichtern ausgestattet sind, die mehr als 4 Milliarden Farbkombinationen erzeugen können, sowie animierte Sequenzen, die eng mit einer Musikpartitur synchronisiert sind.

Das Gesamterlebnis kann man nicht beschreiben, das muss man gesehen haben: wie die Drohnen als eine Einheit ein Fluggerät (oder mehrere) als systematische Einheit flogen, wie ein einziger Körper. Atemberaubend.

Vielleicht geben die folgenden Bilder eine kleine Vorstellung des aussergewöhnlichen Schauspiels.

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©alle Bilder: Flugundzeit


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Über die Autorin

Die Journalistin Helga Kleisny ist diplomierte Physikerin (TU Wien), Fallschirmspringerin und Pilotin. Nach Arbeitsorten weltweit (Wien, Taipeh, Boca Raton (FL), München, Frankfurt…) sind ihre Haupt-Lebens- und Einsatzorte nun in Deutschland und in den USA. Sie schreibt als freie Luft- und Raumfahrtjournalistin. Ihre Begeisterung für alles Technische und die Natur, am besten in Kombination, zeigt sich in ihren Büchern und in Seminaren und Vorträgen.