Social Media in der Luftfahrt

Die Kombination Social Media und Luftfahrt ist zweischneidig. Genauso wie die Kombination Mensch und Messer. Leider sind in sensationslüsternen Medien eher die Messerstechereien vertreten als das fein säuberlich gesäbelte Gemüse.

In der Fliegerei gilt dies leider ebenso: Wenn einer filmt, wie er als Single Pilot aus einem Flugzeug mit Fallschirm aussteigt, während der voll funktionsfähige Flieger langsam in den Berg knallt, dann geht das viral. (Der Social Media Pilot verlor seine Lizenz und hatte eine Strafanzeige am Hals. Bedauerlicherweise hat er mittlerweile erneut eine Fluglizenz.)

Förderung der Luftfahrt

Aber es gibt auch Flugprofis, die ihre Klicks mit ganz normalem Fliegen auf diversen Social Media Kanälen erzielen.

Ihr Ziel ist, soziale Medien einzusetzen, um die Luftfahrt zu fördern, ihr Netzwerk zu erweitern und ihr Wissen und Können, etwa als Fluglehrer oder Flugzeugmechaniker, an andere weiterzugeben. Dazu zählt auch Jason Miller, CFI für das Air Safety Institute der AOPA, der leidenschaftlich die Entwicklung von Systemen vorantreibt, die Piloten helfen sollen, ihre Flugkünste zu verbessern. 

Miller und vier weitere erfahrene Social Media Piloten diskutierten auf einem Panel auf der EAA in Oshkosh 2024, welche Hilfsmittel sie wann und wie im Flug dazu einsetzen.

Die Steuerung für eine oder mehrere Kameras, bequem erreich- und sichtbar.

Am besten alles für die Filmerei vorher regeln, damit man beim Start nur mehr auf einen leicht erreichbaren Knopf drücken braucht – das ist die Expertenmeinung der erfahrenen Flugfilmer.

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Dass man nicht als Singe Pilot mit der Kamera aus dem Fenster raushängt, dürfte klar sein. Aber das sind sowieso schon lange nicht mehr die Mittel und Art der Filmerei in der Luftfahrt.

Fix montierte GoPros (und ähnliche Fabrikate) helfen da schon mehr, sich weiterhin während des Fluges aufs Fliegen zu konzentrieren und alle Filmarbeiten wie etwa den Schnitt auf die Zeit nach dem Flug zu verlegen. 

Starre Befestigung?

Eine GoPro allein macht es heutzutage allerdings auch nicht mehr. Die Profis setzen Kameras innen Im Flugzeug ein und natürlich zusätzlich außen, fest am Flugzeug angebracht. 

Für Instaprofis gibt es bereits viele Befestigungen fertig zu kaufen. ©Flugundzeit.

Das ist allerdings eine Gratwanderung. Fest verbaute Teile sind zulassungspflichtig. Plastik(Karabiner) anderseits überleben kaum den Take-Off. 

Kein Plastik outside

als Befestigung, das zeigt die Erfahrung der Panelteilnehmer.

Die Gefahr des Verlierens

Alles was abfällt, verursacht nicht nur die Kosten des Gerätes, sondern kann auch, je nachdem wie und wohin die Teile fallen, Schäden am eigenen oder anderen Flugzeugen (Landebahn*) oder Gebäuden und Personen nach sich ziehen. *Wir erinnern an den allerletzten Concorde-Linien-Flug…

Das gilt auch für im Flugzeug angebrachte Kameras. Sie sind klein und wendig und wenn sie nach dem Runterfallen etwa eine Seitenrudersteuerung blockieren oder je nach Flugzeug in eine andere Ritze fallen, kann es zum eigenen Absturz führen. Und wer möchte das schon filmen?

Wenn man einen zweiten Menschen mit an Bord hat, der auf diesem Flug nicht als Pilot handelt und sich so auf die Steuerung der Kameras konzentrieren kann, funktioniert das natürlich auch prima.

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Whatever you post will be there forever

Das Internet vergisst nicht. Und so kann es die (spätere Berufspiloten-)Karriere versalzen, wenn allzu leichtsinnig Sachen gepostet werden.

„Be sure to set a good example“ – sei ein Vorbild! sollte daher die Devise beim Posten der eigenen Beiträge sein. Im Zweifelsfall noch einen (anderen) Fluglehrer übers Video schauen lassen, bevor man seine eigene Weisheit postet. 


©Introfoto und (1) und (2) aus einem Sicherheitsvideo der AOPA.


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Über die Autorin

Die Journalistin Helga Kleisny ist diplomierte Physikerin (TU Wien), Fallschirmspringerin und Pilotin. Nach Arbeitsorten weltweit (Wien, Taipeh, Boca Raton (FL), München, Frankfurt…) sind ihre Haupt-Lebens- und Arbeitsorte nun in Deutschland und in den USA. Sie schreibt als freie Luft- und Raumfahrtjournalistin. Ihre Begeisterung für alles Technische und die Natur, am besten in Kombination, zeigt sich in ihren Büchern und in Seminaren und Vorträgen.