Die Zukunft der Luftfahrt: Ansätze zum Nachdenken und Handeln

Bringing Digital Disruption to the Industrie – also die komplette Zerschlagung der Luftfahrtindustrie wie wir sie kennen, war der hoch angesetzte Titel einer Konferenz in London. Die einzelnen Panels und Vorträge hielten durchaus dem provokativen Motto dieses Aerospace und Aviation Summits stand.

Jedem von uns ist die Sammelwut für unsere persönlichen Daten bekannt und manchmal auch bewusst. Aber irgendwie denkt man dabei Weiterlesen

Was auf Drohnen-Piloten zukommt

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Die zwei Drohnen und ihre Steuerung auf dem Anti-Drones-Event in der Commerzbank-Arena in Frankfurt am 31.10.2016

Man kann (wie bei vielen anderen Dingen) den Kopf in den Sand stecken und meinen, das geht mich nichts an. Helfen tut es (wie bei vielen anderen Dingen) wenig:

Drohnen sind ein Teil unseres Alltags und wenn sie es für den Einzelnen noch nicht sind, werden sie es. Besser, sich gleich mit ihnen zu arrangieren und sie gesetzlich und auch in unserer Aufmerksamkeit miteinbeziehen, vor allem, was die eigene Sicherheit betrifft.

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In den USA ist es uns schon vor mehr als einem Jahr passiert, dass eine Drohne mit Kamera ganz locker ums Haus herumschwirrte und von der Oberlichte aus ins Haus fotografierte und filmte. Je nach Bundesstaat gibt es da keine oder nur wenige gesetzliche Handhabe gegen den Drohnenflug.

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Mediales Event der Drohnen Tracker

Man kann auf Drohnen nicht nur Kameras packen. Um solche Gefahren abzuwenden, findet die Technik wieder ihre Anti-Technik: Drohnen-Tracker. Bei einer Vorführung in der Commerzbank-Arena in Frankfurt zeigte ein Hersteller, was da bereits alles geht. Nicht nur das Erkennen (Tracken), sondern auch die gezielte Abwehr. Letztere darf allerdings nur die Polizei durchführen. Das geht vom Jammen: Stören des WLANs, des GPS-Signals oder der Frequenz, mit der die Drohne gesteuert wird, bis zum gezielten elektronischen Abschuss der Drohne. Star Treck lässt grüßen.

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Die wachsende Leistungsfähigkeit, einfachere Handhabung und der rasante Preisabfall lassen die Drohnentechnologie schnell wachsen.

Wie ein ziviler Polizeibeamter allerdings anmerkte, hilft die ganze Kunst der Tracker Technik leider nicht dazu, (rechtzeitig) festzustellen, ob die anfliegende Drohne nun eine gute (eines sogenannten Hobby-Drohnen-Piloten) oder eine gefährliche eines Terroristen ist.

In einigen Bundesländern setzt die Polizei selbst Drohnen zur Überwachung ein. Allerdings wusste der Beamte mit 5 Sternen (laut Wiki ist das ein Erster Polizeihauptkommissar) auf der mit Polizisten gut besuchten Veranstaltung nicht, dass in Hessen bereits eine Drohne dazu eingesetzt wird.

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Die beiden – ein Airliner und eine Drohne im gleichen Luftraum  – kommen normalerweise nicht vor. Dürfen es nicht. Denn im Luftraum „D“ (Delta) für den Frankfurter Anflug über der Commerzbank-Arena dürfen Drohnen nur mit Ausnahmegenehmigung aufsteigen.

screen1Das Trackingsystem zur Drohnenabwehr besteht (nach Herstellerangaben) aus einer intelligenten Software und einer optimierten Multi-Sensor-Hardware mit Kameras, Mikrofonen und Wi-Fi-Sensoren und zusätzlich einem Radiofrequenz-Scanner. Über Schnittstellen können weitere Sensoren wie Überwachungskameras, Radargeräte oder Abwehrmechanismen von Drittanbietern (Störsender…) integriert werden.

Alle Fotos (c) H. Kleisny

Drohnen auf der Photokina in Köln

Die Photokina findet von 20. – 25. September 2016 auf dem Messegelände in Köln statt.

Die folgende Pressemeldung ging zwar an Profi-Fotografen, aber vielleicht ist die Info auch für einige Leser dieses Blogs interessant (gekürzt):

Von Freitag bis Sonntag dreht sich in der COPTER WORLD powered by DJI alles um Drohnen und Multicopter. In einem 550 qm großen abgesperrten Areal in Halle 6 zeigen Profis im Rahmen von Flugshows, welches Potenzial für Fotografie und Bewegtbild aus der Vogelperspektive in den agilen Flugobjekten steckt. Neben topaktuellen Drohnen und Kameras wird auf der photokina aber auch revolutionäres Zubehör präsentiert.

Denn jenseits der Faszination, die Drohnen und Multicopter bei vielen Menschen auslösen, handelt es sich dabei um teils hochpreisiges Hightech-Equipment, mit dem sich vor allem Profifotografen heute beschäftigen müssen. Neben dem weltgrößten Drohnenhersteller DJI (Halle 2.1 Stand: C011 D014) präsentieren auch AEE Technology Inc. (Halle 9.1 Stand: A011), Yuneec (Halle 9.1 Stand: B010 C011), JTT (Halle 9.1 Stand A038) und Powervision (Halle 9.1 Stand B034) die neueste Generation fliegender Aufnahmegeräte. Epson präsentiert mit der Moverio die erste Multimediabrille, die auch Drohnen steuern kann, und eröffnet damit ein weiteres praktisches Anwendungsgebiet für Augmented Reality (Halle 2.2; Halle 6 nur am Wochenende).

Die schnelle Entwicklung der unbemannten Luftfahrt vom Spielzeug für Erwachsene über den militärischen Gebrauch hin zur Verwendung in der Foto- und Videografie bedeutet einen Umbruch für Aufnahmen aus der Vogelperspektive: Waren früher Kleinflugzeuge mit ausgehängten Türen, Heißluftballone oder Helikopter erforderlich, um eindrucksvolle Luftaufnahmen zu realisieren, geht das heute einfacher und besser mit den im Verhältnis außerdem sehr viel erschwinglicheren Fluggeräten. Eindrucksvoller deswegen, weil die kleinen Fotodrohnen ganz neue Perspektiven gestatten, da sie näher an die Steilwand, die Bergspitze oder den Kirchturm herannavigieren können als alle anderen, bemannten Alternativen. Sie sind inzwischen bestückt mit hochauflösenden Kameras, die professionelle Foto- und Filmqualität liefern. Innovativ sind aber vor allem auch die Steuersysteme, die eine sichere Navigation im Innen- und Außenbereich ermöglichen und sowohl einen automatischen Kollisionsschutz sowie Aufstiegssperren für Flugverbotszonen beinhalten.

Bei den 45-minütigen Flugshows vom 23.-25. September 2016 in Halle 6 können Profis und Privatbesucher die Möglichkeiten der Copter aus nächster Nähe erleben. Experten kommentieren während der Shows die Features und Funktionen. Wer will, darf auch mal selbst den Controller übernehmen.

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Die Koelnmesse hat die Ereignisse der vergangenen Monate mit großer Anteilnahme verfolgt. Die Besorgnis unserer Gäste, Aussteller und Besucher nehmen wir sehr ernst und treffen entsprechende Vorkehrungen, ihnen eine möglichst sichere Veranstaltung zu bieten.

Um Wartezeiten zu vermeiden, bitten wir Sie, Gepäckstücke, die nicht zwingend für den Messebesuch benötigt werden, zu Hause zu lassen.

Ende Pressemeldung

Oshkosh 2016

Weil ich in diesem Jahr nur verkürzt (3 Tage!) am Air Venture teilnehmen konnte, gibt es statt der täglichen Berichterstattung zunächst eine Übersicht. Die dafür als Fotostory für alle, die in diesem Jahr gar nicht dabei sein konnten.

Eine subjektive Auswahl der Highlights:

e-planeDas E-Plane von Airbus – dem möchte ich noch einen eigenen Beitrag widmen. Rechts im Hintergrund der Entwickler Didier Esteyne; er ist auch einer der beiden Testpiloten des schnuckeligen Airbus-Kleinfliegers. „E“ steht für Elektroantrieb…

uberflug1Ein wenig Flugshow zwischendurch… Formationsflug in Perfektion.

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Martin Mars auf der Seaplane Base in Oshkosh 2016

Die Martin Mars, das größte Wasserflugzeug war ursprünglich ein Transportflugzeug zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Danach wurde sie als „Wasserbomber“ zur Bekämpfung von Waldbränden eingesetzt.

Mit 7000 Gallonen Wasser im Bauch (rund 26500 Liter) war das mehrfach demonstrierte Löschen während des Fluges über dem Wittman Airfield in Oshkosh eine eigene Show.

Zum Air Venture geflogen wurde sie von Kermit Weeks, der vermutlich jedes Wasserflugzeug, das je abgehoben hat, bereits pilotierte.

Und hier ein Flugvideo (für mobile Geräte), das den Start der Martin Mars zeigt, aufgenommen von einem anderen prominenten Wasserflieger: Steve Pugh, der noch an seiner Vision des perfekten Wasserfliegers arbeitet. Siehe Bericht Freitag Oshkosh 2015.
Hier das Flugvideo, im Querformat für den Computer (Vorsicht große Datei).

Noch zwei Youtubelinks zur Martin Mars:
Landing (leider mit Music statt mit Originalton)
Walking through the Mighty MARTIN MARS Air Tanker

marstankenDer Schlauch auf der Trommel rechts und etliche schwimmende „Noodles“ (nicht im Bild) sind zum Tanken des Riesen-Wasserfliegers Voraussetzung.

Am letzten Tag landete die Martin Mars zu nahe am Ufer von Lake Winnebago (der Seaplane Base von Oshkosh) und rammte sich dabei einige Steine in den Flugzeugrumpf. Sie wurde vorort „notverarztet“.

g5Nicht nur die Handys sondern auch die Anzeigen der kleinen Flugzeuge werden immer „elektronischer“. Ich versuche dabei das Wort „intelligenter“ zu vermeiden.

Beim Fallschirmspringen gehöre ich zu den Neandertalern, die noch immer mit einem barometrischen analogen Höhenmesser springen. Der zeigt auch bei minus 20 Grad oder noch kälter korrekt an, und bei Hitze sowieso. Zudem kann der Mensch eine Zeigerstellung schneller und sicherer erfassen als Zahlen.

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Fürs Fliegen allerdings gefällt mir das G5 recht gut. Es ist wesentlich kostengünstiger als ein herkömmlicher künstlicher Horizont und kann zudem mehr anzeigen.

Wieder zurück in Deutschland, ergab die Nachfrage bei einer Werkstatt, dass es hierzulande noch nicht angekommen ist. Auch in den USA ist es zurzeit nur für Nachrüstung in bestehende Flugzeuge per sogenannter STC (Supplemental Type Certificate) zugelassen. Diese Art der Zulassung wäre auch in Europa möglich.

lynxUm dem journalistischen Anspruch genüge zu tun: Es gibt auch vergleichbare Instrumente anderer Hersteller, beispielsweise das ESI-500 von Lynx. Aber sowohl mir als auch anderen Piloten, mit denen ich mich am Air Venture ausgetauscht habe, gefällt das G5 besser.

In jedem Fall müssen hierzulande alle diese neuen wunderschönen Gadgets erst von der europäischen Behörde EASA zugelassen werden.

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Das Flugzeug, das lacht: die neue XCub von CubCrafters. Dass ich Cubs gerne fliege  – vor allem als Wasserflugzeug –, ist bekannt. Nur sind die meisten, wie fast alle Kleinflugzeuge, schon in die Jahrzehnte gekommen. Und da kommt ein moderner Nachbau so richtig gut.

cubinterieurVon außen ist sie auf den ersten Blick die Alte geblieben. Von innen mutet das edle schwarze Lederinterieur so manchem angestammen Cubflieger ungewohnt an: Das ist doch keine Cub, meint ein amerikanischer Pilot zögerlich. Immerhin hat er zwei von den Originalen bei sich zuhause stehen.

🙂 Da wäre ich nicht so wählerisch, ich finde den Nachbau sehr schonend und gelungen.

uberflugZwischendurch wieder ein wenig Flugshow und etwas fürs Männerauge: (reale) Ladies, die Werbegeschenke verteilen oder wie jedes Jahr (imaginäre), die sich auf der Flugzeugnase räkeln.

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rodmach1Zurück zum Ernst des Fliegens. Nun ja, nicht so ganz, denn selbst der erhobene Zeigefinger ist (beim sicher weltweit einzigen Cessna150-Fluglehrer mit 10000 Stunden) in Humor gepackt.

Der Anteil der Humorverpackung schwankt bei den einzelnen Vorträgen von Rod Machado – je nach Zielgruppe der Zuhörer. Der Kern der Botschaft an die Piloten aber bleibt.

Seinem Bushido-Appell (nein, nicht der Sänger, sondern die originale japanische Bedeutung der Verhaltensregeln für Krieger) habe ich schon mehrmals gelauscht:

Irgendwann kommt der Moment bei jedem Piloten, an dem das eigene und das Leben der Passagiere davon abhängt, ob man seine Grenzen kennt und sich daran hält.

Mit Bushido meint Machado, dass man sich in Ruhe am Boden überlegt, wo die eigenen Limits liegen. Mit wieviel Rest-Sprit fliege ich noch weiter zum Ziel (unabhängig von gesetzlichen Vorgaben)? Wo liegen meine (und die des Fluggerätes) Wetterminima? Wann kehre ich um, obwohl ich eigentlich weiterfliegen sollte/möchte? Welchen Crosswind oder welche Windshears kann ich mit meinem Flugzeug handeln? Und so weiter…

Auch wenn es immer wieder der gleiche Appell ist – das tägliche Fliegerleben zeigt, dass sich doch etliche im Ernstfall nicht an die eigenen Vorgaben halten. Oder sie – noch schlimmer – gar nicht gesetzt haben.

Das Analoge gilt für Fallschirmspringer (und Autofahrer und viele andere…). Bei welchen Windbedingungen (Abwinde, Windrichtungsänderungen in Relation zur Windstärke, Wolken…) springe ich noch? Manchmal ist es mehr cool, am Boden zu bleiben, als von der Rettung abgeholt zu werden…

Zurück zu Oshkosh 2016 und zu einigen Bewegungsmöglichkeiten ebendort.

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„Mein“ Model-T (leider darf man nicht selber fahren) mit Eigentümer und Chauffeur Jack.
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Alles original und spartanisch. Halt: nicht ganz, der USB-Stecker zum Laden des Smartphones…
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Ein Segway verhilft – wie auch auf anderen Luftfahrtmessen wie in Le Bourget, Frankreich, – zur schnelleren Fortbewegung…

Jetzt müssen wieder ein paar Mädels her. Nicht nur ein paar, sondern besser gleich eine Menge: Insgesamt 5000 grüne T-Shirts für Pilotinnen wurden dieses Jahr bei Vorzeigen der Pilotenlizenz verteilt…

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Tammera Holmes heißt die schmucke Lady im weißen Kleid. Sie weiß als Geschäftsführerin einer Luftfahrtfirma in Illinois bestens, wie man sich präsentiert. So kommt das grüne T-Shirt fürs Foto eben oben drüber.

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Bis zum offiziellen Foto dauerte es in diesem Jahr noch länger als gewohnt. Das lag daran, dass einige Mädels noch ein Flugzeug rangieren mussten. Genauer gesagt, eine Boeing 737-900ER, die fürs Women Venture von Alaska Airlines mit einer 100% weiblichen Crew geflogen wurde.

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Das sieht nicht nur auf diesem Foto eng aus. Mehrfach vor und zurück, da war die Frauen-Crew im Flugzeug und die einweisenden Männer am Boden am Arbeiten.
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Warten im Schatten. Das war einer der wenigen Zeitpunkte, als die übliche brütende Midwest-Summer-Heat auf die Teilnehmer knallte. Später in der Woche überwog dann Regen und erstaunlicherweise Kälte…

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Jetzt aber. Die (einzigen) vier auf Stühlen sitzenden Pilotinnen mit den weißen Hemden sind WASPs. WASPs sind Pilotinnen, die zwar nicht im Kampfeinsatz des 2. Weltkrieges fliegen durften/mussten, aber trotzdem damals alles Fluggerät fliegen konnten.
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Das offizielle Women Venture Foto 2016.

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Und nun ein wenig Raumfahrt, zur NASA:
Modell der Orion Kapsel

 

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Wie kommuniziert man von der Erde am besten bei Langzeitmissionen mit Astronauten und was kann man tun, wenn etwas nicht nach Plan läuft? Das soll das SCaN Testbed der NASA herausfinden.
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Auch die Raumanzüge haben sich weiterentwickelt: Der da sieht ganz schön schwer aus.

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Fast zum Abschluss noch ein auch leider hierzulande fliegerisch aktuelles Thema: Drohnenflug. Erst vor wenigen Tagen irritierte eine Drohne im kurzen Endanflug einen Airbus der Lufthansa am Münchner Flughafen. Drohnen sind leider nicht mehr wegzuschweigen, wir müssen mit ihnen leben und den Drohnen“Piloten“ am besten zeigen, wie man diese richtig und sicher fliegt.

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Dazu gab es auch in diesem Jahr im Aviation Gateway Park wieder den Drohnenkäfig, in dem nachmittags jeder seine eigene Drohne oder von unterschiedlichen Herstellern am Platz geborgte Drohnen sicher fliegen konnte.

Das hierzulande gerne Ignorieren der Drohnen in unserer Welt spiegelt leider nicht die Realität wider. Rechtliche und sachliche Aktionen müssen gesetzt werden. Jetzt. Bevor es zu spät ist.

iconAch ja, und noch ein Foto von der abfahrbereiten Icon. Die hochtrabenden Töne des Herstellers werden leiser. Auch dieses Jahr soll noch keine der anvisierten 20 produzierten Icons an einen Kunden gehen: „nur für internen Gebrauch“…

Man munkelt in der Branche, dass Icon mit einem chinesischen Investor im Gespräch ist. Das wäre dann vermutlich die letzte Abfahrt für die anvisierte Hollywood-Kientel der Käufer.

Wie erwähnt, ist die obige Auswahl der Highlights 2016 stark subjektiv. Oshkosh ist in jedem Sommer ein derartig großes Event, das sicher jedem Besucher oder Teilnehmer eigene Highlights der Veranstaltung bietet.

Alle Fotos (c) H. Kleisny

Oshkosh 2015: Dienstag

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Rod Machado im FAA Hangar

Der Tag begann für mich mit einem Vortrag von Rod Machado, einem sehr inspirierenden Piloten und Instruktor. Einer, der weiter denkt und es schafft, den Zuhörern (sogar Piloten) so charmant einen Spiegel vor die Nase zu halten, ohne dass sie sich getroffen fühlen, aber trotzdem aus den Fehlern anderer lernen.

Diesmal ging es bei seinem Vortrag um die menschliche Psyche und, warum wir manchmal die falschen Entscheidungen treffen. Stets mit Beispielen aus der Praxis des Fluglehrers.

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Nasa ist unter anderem mit einem Model der und Informationen zur Orion Kapsel vertreten. Vorgeführt von einem Boeing Ingenieur. Outsourcing.

 

 

In Oshkosh gibt es so viel zu sehen, so viele spannende Piloten zu treffen, von denen man lernen kann, dass man die Rosinen nur nach eigener Wahl picken kann. Und dabei weiß, wie viel man durch die eine Entscheidung verpasst.

Drohnen waren heute ein weiteres Thema aut meiner Agenda. Zum ersten Mal gibt es auf dem Event einen Drone Cage, einen Drohnen Käfig, in dem Hersteller ihre Copter den Besuchern live vorfliegen können. Das Netz ist notwendig aus gesetzlichen Gründen, da wir uns hier auf einem (sehr) aktiven Flugplatz befinden und man da eigentlich keine Drohnen fliegen lassen darf in den USA.
Gleich anschließend an die Freiflugfläche liegt die Innovation Hall, in der viele unterschiedliche Hersteller ihre Drohnen ausstellen. Auch Länder-Exoten wie China sind ausgiebig vertreten. Die Drohnen reichen von Minispielzeugen bis zu etlichen Kilo schweren und zig-Dollar teuren professionellen Geräten.

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DSCN5971 KopieDas war ein weiteres spannendes Objekt in der Innovation Hall, der Skyrunner. Ein robustes Off-Road Vehikel, das mit einem Fallschirm abhebt und fliegt.

DSCN5982 KopieDen Skyrunner virtuell mit einem Oculus Rift zu fliegen, macht echt Lust auf die Erfahrung in der Wirklichkeit.

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Duffy, Gulcin und Jim, alle Weltrekordhalter und Teilnehmer an B. J. Worth’s World Team: Eagles Over Oshkosh.

Die nächste Session war eine Einführung für nicht Springer für den Sequential Formationsrekordversuch am Mittwoch über Oshkosh. Das World Team unter der Leitung von B. J. Worth trainiert schon die ganze Woche recht erfolgreich über Skydive Chicago und wird am Mittwoch und am Freitag versuchen, den Weltrekord über Oshkosh neu zu setzen.

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Vermutlich die beste Deutsche Kunstflugpilotin (sie lebt allerdings schon länger in der USA): Dagmar Kress, meine Fluglehrerin, die mich vor Jahren bei den American Flyers in Ft. Lauderdale zur amerikanischen Privatpilotenlizenz begleitete.

Dass man in Oshkosh unvermutet und ohne Verabredung mehr bekannte Piloten trifft als mit zeitlich terminierten Verabredungen ist eine alte Weisheit. Der meist gesagte Satz am Handy ist: „You are coming in broken“, übersetzt etwa: „Ich krieg‘ nur jedes 10. Wort mit, das du gesagt hast.“ Das traf auch gestern auf die Verabredung mit Jessica Cox zu.

Alles, was ich mitbekam war: Jessica…………………… now. Mit messerscharfem Schluß vermutete ich, dass sie unseren Interviewtermin vorverlegen wollte. Ich antwortete mit den mehrfach wiederholten Worten: „Control Tower okay now“ und es klappte.

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Wenn es schon in der Ankündigung heute für morgen um Fallschirmspringen auf dem AirVenture geht, dann gibt es auch mal ein zugehörges Foto aus der Airshow.

 

DSCN6012 KopieVieles hier wird von unbezahlten freiwilligen Helfern (Volunteers) gestemmt. Anders wäre dieses Event vermutlich auch gar nicht durchzuführen. Dr. Arnold Angelici bespricht mit Helferin Katie Grable in einer der drei Ersten-Hilfe-Stationen, was beim nächsten Patenten anliegt. Allerdings kennt den FAA Fliegerarzt hier jeder nur unter seinem Spitznamen: Arnie, Rufname bei den T-6 Piloten ist Doc. Arnie ist der Pilot und Eigentümer der orangeroten südafrikanischen T-6, mit der ich in der Formationflug am Sonntag nach Oshkosh einschweben durfte.

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Die Gesprächsrunde wurde geleitet vom früheren ABC Good Morning America Sprecher David Hartman. Bei den Diskussionen der beiden Brüder Burt und Dick Rutan kam er allerdings kaum zu Wort. Ganz rechts Mike Melville.

Das war noch ein richtiges Sahnestückchen spätabends, ein historisches Ereignis, für das es sich lohnte, weitere Stunden an Schlaf zu opfern.

Die Brüder Burt und Dick Rutan diskutieren mit Testpilot Mike Melville in einer Rückschau über 50 Jahre Flugtests.

Burt Rutan ist der Techniker, der Erfinder, Entwickler, der Ingenieur. Klarerweise ist auch er ein fliegerischer Haudegen, aber das ist eigentlich die Sache von Fighterpilot Dick Rutan, der sein Image jahrelang als Draufgänger gut gepflegt hat.

Die Brüder könnten unterschiedlicher nicht sein, außer dass sie beide Außergewöhnliches für die Luftfahrt geleistet haben. Und: dass einer ohne den anderen vermutlich nicht so viel erreicht hätte im Leben. Burt wäre ohne die gekonnte Vermarktung und Zurschaustellung seiner Leistungen durch Dick vielleicht eher der exotische Bastler geblieben und Dick hätte weniger extreme Flugzeuge gehabt, die er stolz als erster testgeflogen hatte.

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Über die staatlich geförderte Nasa zu schimpfen oder sich zumindest lustig zu machen, gehört zu Burt Rutan. Auf diese Leistung ist er besonders stolz: Ein physikalisches Teil, das er als unabhängger Ingenieur entwickelt hat, schafft es bis zu Pluto.

So war die enge Zusammenarbeit jahrzehntelang mehr eine ungeliebte, aber sehr erfolgreiche Zweckgemeinschaft als eine enge, herzliche brüderliche. Mit den Jahren scheint aber das Verständnis für den anderen zu wachsen und so sprachen sie öffentlich erstmals gemeinsam über den Start von Voyager, über den jeder so seine eigene Sicht der Dinge hatte. Das war unheimlich spannend, wie sich das live vor den Augen der Zuhörer entwickelte und ein Wissensgewinn in einem historischen Moment (oder eher über Stunden).

Zum ersten Mal hörte ich auch Dick über Jeanna Yeager sprechen. An einem Abend in der 1980ern, als ich die Ehre hatte, am Tisch neben Dick Rutan bei einem offiziellen Dinner den ganzen Abend zu verbringen (und er mir mit seiner angeberischen Art damals schon bei der Vorspeise auf den Geist ging) nahm er nicht einmal den Namen Jeanna in den Mund. Fand ich komplett inakzeptabel.

Fly-Bits – Aviation News von Helga Kleisny

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Fliegen 1: Bayern-Sperrgebiet

Am 7. und 8. Juni gibt es wegen des nächsten G7-Gipfels auf Schloß Elmau Luftraum Beschränkungen. Dazu soll an diesen beiden Tagen in Oberbayern ein umfangreiches Luftraumsperrgebiet mit einem Radius von 30 NM eingerichtet werden. Das gilt für alle Flüge, bemannt und unbemannt (Drohnen). Aber nicht genug: Auch um den Flughafen München soll es ein zeitlich begrenztes Sperrgebiet in gleicher Größe geben.

(Anmerkung zur Nachdenken: Üblicherweise dürfen Fluglinien (= Flüge ausschließlich nach Instrumentenflugregeln) dann trotzdem weiterfliegen und ihren Job ausführen. Waren es nicht gerade Fluglinien-Flugzeuge die bei 9/11 zu den Angriffen zweckentfremdet wurden?)

Details für Piloten bitte im AIP Supplement zum Gipfel (ausführlicher) und später im NOTAM nachlesen.

 

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Fliegen 2: Rock im Hangar zu Pfingsten

Piloten können sich nicht nur an Regeln halten – ab und zu feiern sie auch: Bereits zum achten Mal findet im Segelflugclub Lauf (Bayern) das Rock im Hangar-Fest statt. Neben der Flugplatzeigenen Band „EDQI und die Schleppschlampen“ sorgen am Pfingstsamstag noch zwei weitere Bands mit satter Rockmusik für Stimmung. Beginn ist um 18:00, Zeltplatz ist vorhanden, Eintritt für Piloten und Crews ist kostenfrei. Ebenso entfällt die Landegebühr. Anflüge bis Sunset.

 

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Fliegen 3: FLARM-Update mit Anzeige aktiver Sprungzonen

FLARM ist ein Kollisionswarngerät der Allgemeinen Luftfahrt, das seinen Ursprung bei den Segelfliegern hat, heute aber auch von vielen Motorfliegern eingesetzt wird. Jährlich ist ein Firmware-Update notwendig. Dieses ist nicht mehr abwärtskompatibel.

In diesem Update sind dafür endlich Fallschirmsprungzonen signalisiert und zwar nur jene, die von der Sprungzone aktiv geschaltet sind. Dropzonen brauchen dazu ein Basisgerät am Boden, das auf Bedarf sendet. Durchmesser, Ober- und Untergrenzen der Sprungzone sind nach Tages-Anforderung wählbar.

An dieser für die Sicherheit im Luftraum sehr sinnvollen Funktion hat der Deutsche Fallschirmsportverband (DFV) massgeblich mitgearbeitet. Damit soll nun verhindert werden, dass in der Karte eingezeichnete Sprungzonen von Piloten beim Durchflug übersehen/ignoriert werden.

 

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Skydiving
1: Tutorials

Superstarke Tutorials, wie man Formationen fliegt (für alle möglichen Disziplinen: RW, Freefly, im Tunnel…) zeigt AXIS, das Arizona X-Force-Team) auf deren YouTube-Kanal.

Indoor Skydiving Source ist eine exzellente Internet-Quelle für alles rund ums Tunnelfliegen.

 

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Skydiving 2: Film über BASE-Pioneer Carl Boenish:

Sunshine Superman (wie das gleichnamige Album von Donovan aus dem Jahr 1966.) ist der Titel eines Dokumentarfilms über den Mann, der das Springen von statischen Objekten (BASE) „erfand“.

BASE-Springen ist heute noch immer eine Randerscheinung des Fallschirmspringens und nicht Teil davon. Extremer, härter, fordernder. Gefährlicher.

Trotzdem helfen die Informationen, die dazu heute von anderen, erfahrenen BASEern in internen Kreisen zur Verfügung stehen, als auch die mittlerweile professionell erhältliche Ausrüstung zu mehr Sicherheit als bei den Unternehmungen, die Carl Boenish in den 1980er Jahren kühn ausprobierte. Als Elektronikingenieur und 16 mm-Filmer setzte er Standards auch für den normalen Fallschirmsport, wie etwa Kameras auf den Helm montieren, wobei die Film- und Fotokameras damals noch richtig gewichtig waren.

Die BASE-Gemeinde hierzulande erwartet den Film sehnlichst. Er lief bereits auf diversen kleineren Filmfestivals in den USA, ist nun in den USA im Kino zu sehen, und soll zumindest als DVD auch ab Sommer hierzulande erhältlich sein.

Den offiziellen Trailer vorab gibt es hier.

Sun 'n Fun 2015 (ergänzt)

Es ist 30 Grad warm. Sonnig. Die Menschen sind freundlich und gut gelaunt. Und es hat Flugzeuge. Jede Menge an bekanntem und weniger bekanntem Fluggerät. Es ist wieder Sun ’n Fun in Lakeland, Florida.

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Auch auf der Sun ’n Fun gibt es ein International Tent als Treffpunkt für die vielen Piloten aus aller Welt. Schon am ersten Tag waren die Stecknadeln in Europa so eng gesetzt, dass kaum mehr Platz für eine weitere blieb.

Das „kleine“ Oshkosh, das erste größere FlyIn im Jahr und das in sonnig warmen Gefielden – viele Umschreibungen gibt es für dieses Flugevent. Schön ist, dass es mehr und mehr Deutsche hierher zieht. Wer zuhause nur die Aero und die ILA kennt, kann hier einen sanften Einstieg auf Oshkosh im Sommer in Wisconsin erfahren. Alles erlebt man hier familiärer, kleiner, auch langsamer. Nur die An- und Abflüge sind genauso professionell und zügig wie beim größeren Event im Sommer.

Nunmehr das zweite Jahr ist auch Peter Raab im International Tent, diesmal bereits mit drei Kollegen aus Deutschland; als Anlaufstelle Vorort für Kontakte, Hilfestellung bei Problemchen und einfach mal zum Schwatzen in der Sprache Goethes. Oshkosh-Reisenden ist der gemütliche (seit kurzem) Ex-Lufthanseat schon lange ein Begriff. In Lakeland ist es genauso schön, bekannte Gesichter wiederzusehen. Das trifft allerdings auch auf die Performer der Airshow und die Kontakte bei den Herstellern zu. Eben alles ein wenig lockerer und unkomplizierter als in Oshkosh.

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Peter Raab und sein stets gutgelauntes Team im International Tent

Heute, Mittwoch abend, gibt es für die internationalen Besucher das gemeinsame Dinner am Flugplatz und danach die erste abendliche Airshow (für alle). Samstag abend ist das zweite Fliegen bei Nacht angesagt.

Freitags und am Wochenende ist auch Kermit Weeks „Fantasy of Flight“ nach einem Jahr wieder kurzzeitig geöffnet. Auch wenn man hier schon mehrmals war, es ist für Piloten udn Flugbegeisterte immer wieder sehenswert.

Das ebenso beliebte FlyIn der Wasserflieger am Lake Agnes (bei Kermit Weeks) fällt dieses Jahr aus Hochwassergründen leider aus. Das war schon seit Wochen abgesagt und der Wasserstand am See ist leider noch immer extrem hoch. Alle Ufer sind überflutet.

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Tom Haines beim Videodreh

Drohnen sind generell in Amerika schon fast Alltag. Das spiegelt sich auch auf der Messe wider. Die Pilotenorganisation AOPA versucht vehement bei den Drohnen noch rechtzeitig sinnvolle Regelungen für ein sicheres gemeinsames Miteinander aller im Luftraum zu finden. Tom Haines, prominenter Chefredakteur der AOPA und zuständig für den Medienauftritt der amerikanischen Pilotenvereinigung, meint: “ Wir können Drohnen nicht mehr verhindern. Sie sind da. Wir können nur versuchen, ein sinnvolles Miteinander mit Regeln zu erreichen.“

Größere Drohnen sind hier bereits mit Software bestückt, die verhindert, dass Drohnen in speziellen Lufträumen (etwa rund um Flugplätze in Kontrollzonen) fliegen können. Wie alles in der Software (wir hatten dies bei den Kommentaren zu einem der letzten Beiträge) kann man dies natürlich auch umgehen. Ob das Flag nun auf on oder off gesetzt ist, ist ein Fingerwischen für den Programmierer. Und so kann ein Hersteller eben (siehe Video) auf der Messe auch mitten in einer gerade sehr stark beflogenen Kontrollzone seine Drohe demonstrieren.

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Wenn die Sonne von oben zu viel wird, geht es ab in eine der Hallen. Fliegen auf die Bahamas, neuerdings auch nach Cuba – es gibt neben viel neuer Technik auch jede Menge Anregungen für künftige Flugziele zu entdecken.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tag 2 und 3 (Bildershow)

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Tune in!
Hier kann man vorort auch erste Radioerfahrung sammeln. Die Station ist zu finden am Ende der Club House Row, neben dem Quit Birdman House.
Und für alle, die gerade auf der falschen Seite des großen Teichs sind, im Netz weltweit zu hören unter: liveatc.net/snf

 

 

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Ein Selfie geht immer…
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Das wär’s: endich Touch Pads auch im Cockpit. Hier gezeigt für eine Cessna. Ist allerdings erst für Experimental Flugzeuge in USA zugelassen. Bei der Anfrage für Europa verdreht der Verkäufer nur die Augen.
Wurde auch einige Tage zuvor bereits auf der Aero in Friedrichshafen vorgestellt.
Die folgenden Bilder sind für Fallschirmspringer 🙂
Boeing 727-200, wie wir sie kennen:

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…na ja, auch ohne die eine Sitzreihe…
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Das Loch zum Exit
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Heaven can wait. Let’s go!
Und jetzt geht es zum abendlichen Treffen der Piloten aus aller Welt:
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Hoyt Huges, super netter Country Sänger, und seine Band legen sich ordentlich ins Zeug. Die anheizenden Rocksongs machen allerdings die spannende Verständigung mit den anderen Teilnehmer zunehmend schwierig.
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Die fanzösischen Breitling-Piloten – immer nett und adrett gekleidet – auch bei 30 Grad in langen Hosen.
Insgesamt sieben Albatros L-39-Jets fliegt das Team, teilweise bis auf eine Distanz von wenigen Metern nebeneinander, mit rund 435 mph und bis zu 8g Erdbeschleunigung,

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Peter Raab bei der Ansprache an deutschsprachige Teilnehmer des Dinners.

 

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Nach dem International Dinner wird es Abend und die erste Nacht-Airshow steht kurz bevor.

 

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Das stets beeindruckende Aeroshell-Team eröffnet den Nachtflug.

 

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Den großen Ballon Start gibt es sehr früh am Samstag morgen. Das ist ein „Wettrennen“, besser „Wettfahren“ – denn Ballone fliegen nicht, sie fahren in der Luft – bei dem alle anderen einem früher gestarteten Ballon zu folgen versuchen. Hare and Hound heißt das im Original.
Samstag und  Sonntag sind auch noch die Fuel-to Noise-Converter der Thunderbird-Staffel in ihren Flugmanövern zu bestaunen. Sie brausen mit Falcon F-16-Jets durch die Luft.
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Und wenn es dieses Jahr mit der persönlichen Teilnahme (noch nicht) geklappt hat, die nächste Sun ’n Fun findet vom 5. bis 10. April 2016 wieder am Lakeland Linder Airport statt. (Tipp: Die nicht flugbegeisterten Familienmitglieder haben in der Orlando-Area – ist alles nicht so weit hier – genügend anderes zu sehen und zu erleben. Also ein Fest für die ganze Familie.)
Alle Fotos: (c) mst

Drohnen-Diskussion

Das Flug-Ding sah giftig aus, war von der Größe eines Trucks und drei potentielle „Piloten“ saßen wenige Meter entfernt in einem („Bau“-)Container. Als ich vor einigen Jahren in USA zu ersten Mal live einer Drohne (Predator) gegenüberstand, begann ich mir zu überlegen, wer sonst noch in „meinem“ Luftraum so unterwegs ist, ohne steuernden Piloten an Bord und außerhalb der Kontrolle jeglicher Flugsicherung.

Predator-Trailer, Foto©H. Kleisny
Kleines Eckchen im Predator-Trailer für drei „Piloten“, die ihren Joystick schwingen.
Foto©H. Kleisny

Einschub: Das nächste Mal, als ich mir ähnliche Überlegungen machte, war der Tag des Eyjafjallajökull. Da flog ich mit einer viersitzigen Cessna von Egelsbach nach Braunschweig zu einer für die Lizenz notwendigen Englischprüfung. (Die konnte, da ich den höchsten Level wollte und auch bekam, nur beim Luftfahrtbundesamt direkt durchgeführt werden. Und das sitzt nunmal direkt am Flugplatz Braunschweig.) Ich wähnte mich als Sichtflieger in diesen Tagen relativ allein in der Luft, da aller kommerzieller Instrumentenflugverkehr (Fluglinien) wegen der Aschewolke am Boden bleiben musste. Nach und nach kam dann aus den gut informierten Kreisen heraus, wie viele Airliner trotzdem nach Sicht unterwegs gewesen waren. Ohne jegliche Kenntnis der Sichtflugregeln in Deutschland. Denn so ein Ab-initio Flugschüler startet seine Ausbildung in Phoenix, USA, und wenn er/sie wieder zurück nach Deutschland kommt – für seine weitere Ausbildung – fliegt er hierzulande bereits nach Instrumentenflugregeln. Die unterscheiden sich aber nicht groß unter den Ländern. Der Großteil der Linienpiloten würde sich hierzulande in einer Cessna nicht mehr fliegerisch zurechtfinden.
Nun ja, wir haben alle aus der Aschewolke gelernt und beim nächsten Ausbruch wird alles besser. Prost. Einschubende

Predator-Container, Foto©H. Kleisny
Außenansicht des Trailers für’s Predator Cockpit – zur Steuerung per Joystick vom Boden aus.
Foto©H. Kleisny

Zurück zum Predator. Als Pilot und Techniker frage ich mich, ob denn die Joystick-Schaukler am Boden auch wirklich zu jeder Sekunde genau wissen, was ihr Modellflugzeug gerade macht, in welchem Luftraum es gesetzlich unterwegs ist und wem es gerade ins Auge sieht. Nach einem Spiegelbericht dieser Woche sind minutenlange Funkausfälle an der Tagesordnung und es gab wohl auch schon einige Near-Misses. Wen wundert’s.

Was ist Eure/Ihre Meinung dazu? Bitte keine politischen Diskussionen à la: Der war/ist schuld, dieses Land oder diese Nation macht das und das. Drohnen sind eine grenzüberschreitende Angelegenheit und mittlerweile hoffentlich endlich auch in unseren Köpfen hierzulande angekommen.

Interessant sind vielmehr die Antworten zu ethischen Fragen: Macht es wirklich einen Unterschied, ob jemand aus der Luft von einer Drohne oder einem Flugzeug mit Pilot darin getötet wird?, oder auch technische Ansichten: Wie sicher sind die Modellflugzeuge über unseren Köpfen im Luftraum über uns? Wie, oder ist überhaupt, sichergestellt, dass die Drohne anderen Verkehrsteilnehmern ausweicht? Vor allem, wenn der erdteilübergreifende Funkkontakt  zu den Steuermännern im Container minutenlang unterbrochen ist? Wo sind die Kameras (= „Augen“ der „Piloten“) und wie viele hat die Drohne? Ersetzen diese ein „See and Avoid“ von menschlichen Piloten im Cockpit?