Von Chat-Bots und potentiellen Chefs

🙂 Versprochen. Das ist das letzte Buch zur Künstlichen Intelligenz (KI) in diesem Jahr. Aber wie schon Stephen Hawking schrieb:

Das erfolgreiche Schaffen einer künstlichen Intelligenz könnte das größte Ereignis in der Geschichte unserer Zivilisation sein. Oder das schlimmste.

Egal. In beiden Fällten müssen wir uns damit befassen.

(c) Buchcover und Umschlag unten: Plassen Verlag

Apps und KI

Die FotoAPP Lensa ist der Hype dieser Woche. Zuvor war es ChatGPT. Dem habe ich heute mal einige 🙂 persönliche Fragen gestellt und echt, die App macht süchtig. Im Sinne von: Man kann nicht mehr aufhören, fragt immer weiter. Mein Stopp kam, als die Antworten definitiv fachlich falsch waren, aber als sichere Antwort präsentiert wurden. Das mag ich als Journalistin gar nicht: Das kleinste Tier ist keinesfalls irgendeine Mausart und meine Bücher sind nicht von einer australischen Buchautorin geschrieben!! Die hat nicht einmal einen ähnlichen Titel verfasst, ich habs gecheckt!

Einige Beispiele vom Chat mit ChatGPT weiter unten.

Mit Lensa lassen sich mit Einsatz von künstlicher Intelligenz künstlerische Profilbilder erstellen. Aus dem Input von 10 bis 20 Bildern einer Person erstellt die FotoApp nach etwa 20 Minuten Rechenzeit bis zu 200 Porträts. Viele davon sehen recht realistisch aus. Damit kann man aus einem kurzen Mini-Video einer Person, das ungefragt aufgenommen worden ist, gestochen scharfe Portraitbilder erzeugen. Die Person merkt den Identitätsklau erst beim nächsten Grenzübertritt, wenn man ihr alle möglichen Straftaten unterstellt, die jemand unter ihrer angeeigneten Persönlichkeit unternommen hat… leider keine Phantasie sondern Realität. Das aber tut dem Hype der APP in den Sozialen Medien keinen Abbruch – sie ist gerade boah, echt voll der letzte Sch…

Zum Buch

Warum ich mich hier so in KI-Anwendungen vertiefe anstatt Buchauszüge zu präsentieren hat seinen Grund. KI: Wenn wir wüssten ist eines der besten Bücher zum Thema KI in Anwendung und Auswirkung.

Die Liste der beruflichen Achievements der Autorin Cortnie Abercrombie ist lang: Sie ist Top-Beraterin für Fortune-500-Unternehmen für verantwortungsvolle Strategien bei künstlicher Intelligenz und Dateninnovationspraktiken. Abercrombie ist Gründungsmitglied des Redaktionsausschusses der Zeitschrift AI and Ethics von Springer Nature und wurde zu „einer der 12 brillanten Frauen im Bereich Künstliche Intelligenz und Ethik, die es zu beobachten gilt“, zu einer der „Top 100 Innovatoren im Bereich Daten und Analytik“ und zu einer der „10 Big-Data-Experten, die man kennen sollte“ ernannt.

Schreiben kann die texanische KI-Strategin auch. So, dass es den Leser packt und er oder sie gleich das Mobiltelefon zur Hand nimmt oder sich an den Computer setzt und mehrfach Dinge in seinem Leben hinterfragt. Weil die Autorin Einblicke hinter die Anwendung der KI gibt, die der normale Mensch, der nicht weiß, was da alles hinter einer App steckt, nicht sieht. Oder warum er/sie den Job doch nicht bekommen hat oder welche Gefahren es bei Finanzen gibt.

Das Buch fokussiert auf den einzelnen Leser, persönlich auf den oder die Anwender(in): Welche Daten kursieren wo und wie werden sie von bereits vorhandenen KI-Anwendungen eingesetzt? Wie beeinflussen die locker preisgegebenen Informationen unser aller Folge-Leben, unser Fortkommen oder behindern uns am verdienten Aufstieg?

Absolut lesenswert. Notwendig. Unbedingt. Öffnet Augen und Verständnis der Welt. Der sonst unsichtbaren Datenwelt.


Das Schlimme ist, dass die Anwendungen oft so viel Spaß machen und oft auch noch recht praktisch sind. Nur sind die Fotos, die wir unbedarft bei Lensa zu unserem Vergnügen hochladen, dann zur Verfügbarkeit anderer im Netz. Irgendwo und wir wissen nicht, wie und wo sie weiter eingesetzt werden. Das gleiche gilt natürlich auch für die Information, die wir an Chatbots weitergeben.

🙂 Aber jetzt drehe ich den Spieß um und veröffentliche meine Fragen und die Antworten des aktuellen KI-Chatbots ChatGPT selbst:

Fake News mit Selbstverständlichkeit

Soweit der Spaß. Jetzt noch ein Beispiel für komplett falsche Antworten, wie sie in diesem Beitrag weiter oben erwähnt wurden, die mit der gleichen Selbstverständlichkeit wie die vernünftig erscheinenden Antworten auf die Fragen zuvor kamen. Die Forschheit frappiert.

Darauf schrieb ich nur:

Das ist falsch!*

Worauf erstaunlicherweise Entschuldigungen kamen. Eine Entschuldigung für Fake News, die als Wissen dargestellt wurden? Echt?

Wir sehen hier den Suchmaschinen-Nachfolger, der google und Konsortien ersetzen soll.

Bei derzeitigen Suchmaschinen sind auch nicht alle Antwortlinks brauchbar, aber der Nutzer kann immerhin noch wählen, welchen er oder sie vertraut.

*Meine Recherche ergab: Die gute Dame hat zwar einige Kinderbücher geschrieben, aber keines auch nur im Entferntesten mit dem gefragten Titel…

Dieser Schritt von Suchmaschinen in eine gefährliche Richtung ist nur einer der Gründe, warum das Buch von Cortnie Abercrombie ein unbedingtes Muss ist zu lesen. Daher:


Empfehlenswert

  • für alle die im Netz unterwegs sind oder sonst irgendwo ihre Daten preisgeben.
  • Und das sind – alle und jedermann und jederfrau …

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