Japan auf der Überholspur

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Mehr als 90 Prozent japanischer Güter werden auf den Straßen des Landes transportiert. Die wiederum sind schon jetzt am Rande ihres Fassungsvermögens. Zudem müssen menschliche Fahrer vorgeschriebene Ruhezeiten einhalten. Die Regierung befürchtet ein Defizit von 14 Prozent bei den Lieferkapazitäten.

Schätzungen der japanischen Regierung deuten darauf hin, dass ein Drittel der japanischen Fracht bis zum Ende des Jahrzehnts nicht ausgeliefert werden könnte, was allein im Jahr 2030 wirtschaftliche Verluste in Höhe von 70 Milliarden Dollar verursachen würde. 

Die Lösung

Mehr Automatismus. KI und die Roboter sollen übernehmen. Das Konzept, wie das Verkehrschaos künftig bewältigt werden soll, ist zumindest interessant. 

Konkret will Japan seine weltweit führende Rolle im Massentransport mit einer „Förderbandstraße“ ausbauen, die als 320 Meilen langer automatisierter Frachttransportkorridor Tokio und Osaka verbinden soll. 

Auf der Straßenverbindung zwischen den beiden Städten soll sich eine Armee von Roboterpaletten den ganzen Tag über von einem Ziel zum anderen bewegen können. 

Japans stellvertretender Direktor des Ministeriums für Land, Infrastruktur, Verkehr und Tourismus, Yuri Endo, will damit innerhalb des Straßennetzes ein automatisiertes und unbemanntes 24-Stunden-Transportsystem einsetzen.

So soll die Roboter-Straße die Arbeit von 25.000 Lkw-Fahrern pro Tag erledigen: Dutzende von Frachtpaletten fahren über eine dreispurige Auto-Flow-Straße, die zwischen zwei herkömmlichen Autobahnspuren liegt.

Die mittlere Spur scheint als Überholspur zu dienen, aber auch als Halteplatz für Paletten, während die beiden äußersten Fahrspuren für entgegengesetzte Verkehrsströme vorgesehen sind.

Die fahrerlosen Fahrzeuge wechseln automatisch zwischen den Fahrspuren und bilden Konvois im laufenden Betrieb. Sie verständigen sich direkt per Roboterkoordination.

Am Zielort, einer Art Logistikbasis, laden automatische Gabelstapler die Fracht ein- und aus. Ab da übernehmen Menschen die weitere Auslieferung bis zum Ziel.

Die Zielgerade

Die Tests sollen erst ab 2027 oder 2028 beginnen. Das System soll Mitte der 2030er Jahre voll einsatzfähig sein.



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Über die Autorin

Die Journalistin Helga Kleisny ist diplomierte Physikerin (TU Wien), Fallschirmspringerin und Pilotin. Nach Arbeitsorten weltweit (Wien, Taipeh, Boca Raton (FL), München, Frankfurt…) sind ihre Haupt-Lebens- und Arbeitsorte nun in Deutschland und in den USA. Sie schreibt als freie Luft- und Raumfahrtjournalistin. Ihre Begeisterung für alles Technische und die Natur, am besten in Kombination, zeigt sich in ihren Büchern und in Seminaren und Vorträgen.